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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-01 · Heft 9 (1.3.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 9 (1.3.1912)
Date
1912-03-01
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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weitesten Kreisen erfreute. Der unübersehbar^ Leichenzug bewegte sich durch ein dichtes 'Spalier über den Altstädter Ring nach dem Straßnitzer Friedhofe. Hier widmeten in der Zeremonienhalle der Schwager des Dahingeschiedenen, Herr Posen aus Frankfurt o. M. und namens der Gemeinde Gnesen, in der Dr. Ehrenfeld vor seiner Berufung nach Prag gewirkt hat, Rabbiner Dr. I a c o b s o h n,mnd am offenen- Grabe der Obmann der Beerdigungsbrüderschaft, David Lieben, sowie ein Schüler des Verstorbenen warme Nachrufe, woraus die Beisetzung in das Ehrengrab erfolgte. Die Trauerfeier endete" bei Einbruch der Dunkelheit, und man verließ den Gottesacker mit dem Bewußtsein, einen Verlust, erlitten zu haben, der nicht leicht zu ersetzen sein wird. Das Andenken Dr. Ehrenfelds wird für ewige Zeiten in der altehrwürdigen Prager Gemeinde und in den Herzen aller, die ihn kannten, sortleben. Äuszland. L. A. T. Petersburg, 20. Februar. Die Dum'ckrmmission für nichtrussische Schulangelegenheiten hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, der Duma zu beantragen, daß in den ersten zwei Klassen der nichtrussischen Volksschulen der Unterricht in der Muttersprache der betressenden Nationalitäten gestattet werde. Bloß in den jüdischen Schulen müsse der Unterricht in russischer Sprache erfolgen, da die hebräische Sprache keine lebendige Sprache sei und die jüdische Sprache keine Grammatik und auch keine Literatur habe. Dieselbe Kommission hat auch beschlossen, zu beantragen, daß Juden in die Volksschulen in unbegrenzter Zahl ausgenommen werden können, während für die Mittelschulen nach wie vor die Prozentnorm zu bestehen habe. Im übrigen gibt die Kommission der Meinung Ausdruck, daß es für alle Teile zweckdienlicher wäre, wenn die Juden eigene Gymnasien errichten würden. — Die Answeisung der Juden aus den-Dörfern und Flecken des Jekatorinoslawer Gouvernements nimmt von Tag zu Tag immer mehr zu. Es werden alt und jung, Arme und Reiche ausgewiesen, die alle zugrunde gerichtet werden. — In diesen: Jahre ist es ein Jahrzehnt seit der Begründung der Zeitung „Der Fraind", der ersten täglichen jüdischen Zeitung in Rußland. — Kürzlich fand im Flecken R a d z i w i l o w (Wolynier Gouvernement) die Eröffnung des Landschaftshospitals statt, welches aus dem Landschastste'rrain auf Kosten des bekannten Petersburger Philanthropen Moses G ü n s b u r g, der zu diesem Zweck den Betrag von einer viertel Million Rubel s p e n d e.t e, erbaut wurde. Radziwilow ist der Geburtsort dieses Wohltäters. Das Krankenhaus wurde der Landschaft .(Zemstwo) als Schenkungsverschreibung zum Eigentum derselben übergeben. Herr Günsburg stellte dabei folgende Bedingungen: daß nicht weniger als die H ä s t e der Plätze im Krankenhause für I u d e n reserviert werde, und daß eine besondere rituelle Küche geführt werde. Zum Unterhalt derselben spendete Herr Günsburg 20 Kopeken pro Tag für jeden Kranken. Von Mh und Lern. — Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Berthold Aue-rb a ch veranstaltete die nach ihm benannte Berthold Auerbach-Loge am Mittwoch, den 28. Februar, abends 9 Uhr im Brüderverein eine Gedenkfeier, bei der der Gehi Justizrat B. Timendorfer die. Festrede hielt. — Die Expedition zur Erforschung des Toten Meeres, die im Oktober vorigen Jahres aus Anlaß der Gesellschaft für P al äst i na so r schu'n g von Europa abging, ist jetzt nach Beendigung ihrer Arbeiten zurückgekehrt. Die Expedition, deren Kosten teils von der genannten Gesellschaft, teils von Herrn Oskar T i e tz in Berlin bestritten wurden, hat zwar ihre Untersuchungen nicht in dem geplanten Umsange ansführen können, sie hat jedoch Ergebnisse gezeitigt, die von bedeutendem Interesse sein dürsten. Ein vollständiger Bericht über die Expedition und ihre Ergebnisse wird veröffentlicht werden, sobald die Prüfung des gesamten Materials beendet sein wird. — Um die Ausgrabungen in Babylon und Kalat-Schergat (Assur) in dem, bisherigen Umfange fortsetzen zu können, sind für das Rechnungsjahr 1912/13 wiederum je 75 000 Mark erforderlich. Hiervon wird die deutsche Orientgesellschaft, wie bisher, 20 000 Mark übernehmen, so daß es noch eines Staats- Zuschusses von 130 000 Mark bedarf. — Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Karl Lieber ni p n n, der angesehene Lehrer der Einrichturig einer Herrschaftsküche. Gebrüder Hammer Hoflieferanten Seiner Majestät des Kaisers und Königs BERLIN W 8 Mohrenstrasse 56 Telephon: Amt Zentrum, 685 5457 Moderne Küchen für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Cafes, Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-, Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung. Ofen aller Systeme. 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