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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-02-09 · Heft 6 (9.2.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 6 (9.2.1912)
Date
1912-02-09
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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■ 4 nmlj bcii Orig i nalp län en vor etwa Zehn Jahren restauriert worden. Die Zentralkommissivn zur Erhaltung der Baudenkmäler. wird inn Intervention angerusen, den augedrohten Eingriff in den ohnehin stark gelichteten 'Kunstbestand Wiens Zu Hindern. -- Am.28. Januar vollendete der Herausgeber der „Korrespondenz Wilhelm", kaiserlicher Rat Ignaz Wilhelm, sein 70. Lebensjahr. Die von Ignaz Wilhelm begründete und geleitete Zeitungskorrespondenz hat er im Läufe der Jahrzehnte aus kleinen Anfängen durch seine journalistische Begabung, seine beispiellose Emsigkeit'und Gewissenhaftigkeit mit so reichhaltigem Material ausgestattet, daß sie heute als' ein unentbehrlicher Behelf der gesamten österreichischen Presse gelten kann.' Zu Ehren des Jubilars veranftaltete der' Journalisten- und Schriftstellerverein Concordia eine Festversammlung, an der alle Mitglieder teilnahmen. Kaiserlicher Rat Wilhelm war dabei Gegenstand der herzlichsten Ovationen seitens der Vertreter der Presse und der geistigen Elite der österreichischen Metropole. Alle Wiener Tageblätter brachten zu Ehren des Jubilars Festartikel, in denen sie die großen Verdienste - Wilhelms feierten. England. 0. R. London, 31. Januar. Vor kurzem schied eine Frau der englischen Gesellschaft aus dem Leben, die es ihrer Verdienste und auch ihrer Herkunft wegen verdient, daß ihrer in diesem Blatt gedacht werde. Ihr Name ist Anna Simmons. Rastloser'Fleiß/ ein Erbteil ihres gelehrten Vaters, des seligen Professor H e r z s e l d , Landesrabbiner von Braünschweig, verband sich in ihr mit aufopferndster Menschenliebe und. praktischer Tüchtigkeit. Als Gattin des - Reverend Lawrence M ark Si m m o n s zu Manchester entwickelte sie eine rühmliche Tätigkeit aus sozialem Gebiet und erzielte geradezu erstaunliche Erfolge. Es war gewiß nicht leicht, die großen Mittel Zusammenzubringen, die nötig waren, um. den vielen ans Rußland in Manchester während der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zugewanderten armen jüdischen Familien eine erste Existenz zu verschaffen. Aber ihrem Eifer und unermüdlichem, drängendem Ansuchen gelang es. Nach dem frühen Tod ihres 'Mannes siedelte sie nach London über, sich hier künstlerischen Aufgaben widmend; denn sie war eine'gesuchte Porträtmalerin und leistete Ansehnliches in der Reproduktion von Bildern alter Meister. Ihre angegriffene Gesundheit zwang sie vor zwei Jahren,'das milde Klima Merans auszusuchen. Ihre Hoffnung, nach England, das sie so sehr liebte, bald zurückkehren zu können, sollte sich nicht-erfüllen. Vor zwei Wochen hauchte sie ihre edle Seele aus. Von Ish und jfrrn. — Der König der Belgier hat aus Anlaß der Beteiligung Deutschlands au der Weltausstellung in Brüssel 1810 dem Präsidenten der ständigen Ausstellüngskommission -Jürdie deutsche -Industrie, G e h e i m e n K o-m m e r z i e n r a t Goldberger,' das Großoffizierskreuz des Kronenordens verliehen. — Herr Oskar Tretz ist zum Ehrenbürger seiner Vaterstadt Bixnbaum ü-n Posen ernannt ■ worden. — Die Handelskammer in Posen wählte in ihrer ersten diesjährigen Vollversammlung in den Vorstand die Herren Geh. Kommerzienrat Herz, Kommerzienrat Kan to r ow i c z und Kaufmann Israel Friedländer. — Dem Kaufmann Herrmann Cohn in Obersitzko wurde der ihm vom Kaiser verliehene Kronenorden durch den Laudräi des Kreises im Beisein ber städtischen Kollegienfeierlichst überreicht. Herr Herrmann Cohn war über 50 Jahre teils Mitglied des Magistrats, teils Stadtverordnetenvorsteher. — Aus Glei w i tz wird gemeldet: Justizrat L u st i g wurde zum Stadt- - verordnetenvorsteher und die Justizräte Kochmann und Rothenstein zu unbesoldeten Stadträten, gewählt. — Rabbiner Dr. K än t o - r o wsky , ein Schüler des Breslauer jüdisch-theologischen Seminars, ist zum Rabbiner der Synagogengemeinde von Bernhurg a. S. gewähltworden. — Seinen 90. Geburtstag, feierte in Altona ein alter. ‘ Veteran von 1848/50, Herr Sal v m o 'n L e v h. Der noch verhältnismäßig rüstige alte Herr hat sieben Gefechte, darunter die Schlacht bei Jdstedt, mitgemacht. Dem alten Kampfgenossen wurden viele Ovationen bereitet. — Aus Nürnberg wird uns geschrieben: An Stelle von Dr. Nußbanm würde Herr Dr. Ernst Heilbronn als Rabbinatssubstitnt der hiesigen Gemeinde gewählt. Wie seinen Vorgängern wurde'auch ihm vom Magistrat der Religionsunterricht an der - städtischen höheren Mädchenschule übertragen. Dr. Heilbrvnn war bisher Rabbiner in Spandau. .— . Für die jüdische Schule in Würzburg, die 140 Kinder unterrichtet, gewährte der Stadtmagistrat vom Jahre 1912 ab einen gemeindlichen Zuschuß in der Höhe von 10 000 Mark. Bisher betrug der Zuschuß 7000. Mark. Aber die Israeliten zählen dort Schulumlagen, welche bedeutend, mehr ausmachen. Da sie eine jüdische Volksschule haben, sind sie zur Zählung der Schulumlagen nicht verpflichtet. — Seit mehreren Jahren amtiert, als Vorsänger bei der israelitischen Gemeinde in Bocholt, ein Holländer zur; vollsten Zufriedenheit der Gemeinde. Jetzt ist dem Holländer eine Verfügung der preußischen'Regierung zugegangen, in der er aufgesvrdert wird, sein Amt niederzulegen, da in Preußen Ausländer als Kultusbeamte nicht zulässig wären. Früher hätte, man daran keinen Anstoß genommen, ohne daß der Staat in Gefahr geraten wäre. — Der Stadtverordnete Herr I o s es F r v m in. in Frankfurt n. M. erhielt das Osfizierskreuz des belgischen Kronenordens. — Die Ge-, samtzahl der Israeliten des G r o ß h e r z o g t u m s Baden betrug 1910 : 25 896, 1905 : 25 893, 1900: 26 132, 1895 : 25 903, 1890 : 26 735, 1885 : 27 104, 1880: 27 278, 1876 : 26 492, 1871: 25 703, 1867 : 25 599, 1864: 25 234. — Der vor kurzem verstorbene Geh. Kommerzienrat v. Pflaum hat der Stadt Stuttgart eine 600 000-Mark-Stistung zur Verhütung von Verarmung vermacht. — Der berühmte Geiger- Edmund Singer, Ehrenmitglied der Hofkapelle, Ehrenvorstand des Konservatoriums und der Tonkunstschule' in' Stutlgart, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war in Totis in Ungarn geboren. — Aus Zürich wird folgender seltene Fäll gemeldet: Vor einigen Tagen kam ein christlicher Bauer aus dem Aargau zu dem Präsidenten der israelitischen Armenpslege in Zürich, Herrn Hermann Schmuklerski, und übergab ihm 1000 Francs sür die.armen russischen Juden. Er habe, sagte der Bauer, so viel schon von dein Elend dieser von der Regierung ihres. Heimatlandes bedrückten Menschen gelesen, daß er es als Pflicht erachte, sie mit einer'Gabe zu unterstützen.. — Der König von Dänemark hat dem Literarhistoriker ' Georg Brandes aus Anlaß seines 70. Geburtstages die goldene Verdienstmedaille mit der Krone verlachen. Verantwortlicher Redakteur:/ Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich fiir den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln-Berlin. Druck und Vertag von Rudolf Masse in Berlin.! CACAO X DIE BEVORZUGTE MARKE. « erhalten schnell u. Stotterer Sprache1^ Prof. Bnd. Denhardts Sprachhellanstalt Eisenaoh. Prospekte über das seit 40 Jahren ausgeübte und wissenschaftl. anerk., mehrf. staatl. ausgez.Heilverf. gratis. Leit. Arzt: Dr.med. HBpfner. Israelitisches Kurhaus zu Sayn bKobienz Getrennte Abteilungen für Nerven- und Gemütsleidende,-Erhölnngsbedürftfee, Morpliiumkranke etc. Zentralheizung, Wintergarten, Billardu. 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