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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-01-26 · Heft 4 (26.1.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 4 (26.1.1912)
Date
1912-01-26
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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- 4 -' Herrn Bach, der selbst Mitbegründer unserer hebräischen Unterrichtsanstalt war, sowie seiner treuen Lebensgefährtin, die ihm stets mit klugem Rat zur Seite stand, wünschen wir einen recht langen und frohen Lebensabend. ---Neisse, 21. Januar. Das 25jährige Orts--und Amts» jubiläum feierte, wie bereits kurz mitgeteilt, am 14. d. M. unter sehr großer Anteilnahme von nah und fern Herr Rabbiner Ellguther Hierselbst: Der Jubilar hat es nicht nur verstanden, sich die Liebe aller seiner Gemeindemitglieder zu erringen, sondern ist denselben auch in jeder Beziehung ein leuchtendes Vorbild gewesen. Wohl an 200 Gratulanten fanden sich in den Mittagsstunden in der Wohnung des Jubilars ein, um ihre Verehrung durch passende Jubiläumsgeschenke und herrliche Blumenspenden Ausdruck zu geben. Unter den Gratulanten ist zunächst die Deputation des Vorstandes der israelitischen Gemeinde zu nennen, welche ein kostbares Jubiläumsgeschenk überreichte. Seine vielen Vorzüge wurden dabei in beredten Worten hervorgehoben. Die städtischen Behörden von Neisse waren durch die Herrn Oberbürgermeister Warmbrunn, Stadtrat Preiß, Stadtverordnetenvorsteher Gloger und Stadtverordneten Nosenstein vertreten. Herr Oberbürgermeister Warmbrunn feierte den Jubilar in längerer Rede als treuen Bürger der Stadt, der stets das lebhafteste Interesse für die Fortschritte und das Gedeihen des Gemeinwesens gehabt hat. Als Jubiläumsgeschenk wurde seitens der städtischen Behörden eine prachtvolle Järdiniere mit entsprechender Widmung überreicht. Herr Stadlpfarrer Geistlicher Rat Pischel übermittelte die Glückwünsche der katholischen Pfarrgemeinde. Seine warm empfundenen Worte gipfelten in dem Wunsche, daß der Jubilar zum Segen seiner Gemeinde noch recht lange Hierselbst wirken möge. Herr Superintendent Richter äußerte sich in kurzen aber herzlichen Worten namens der evangelischen Pfarrgemeinde in ähnlicher Weise. Es folgten Deputationen des Israelitischen Frauenvereins, seiner ehemaligen Schüler mit herzlichen Gratulationen und schönen Jubiläumsspenden, sowie des Neisscr Tierschutzvereins, dessen Vorsitzender der Jubilar ist. Von weiteren Gratulanten sind zu nennen eine Deputation des Verbandes der oberschlesischen jüdischen Literaturvereine, ferner Deputationen des Neisser israelitischen Begräbnisvereins, der Humboldt-Loge und der Rabbiner Oberschlesiens. Eine große Zahl Gratulanten aus der israelitischen Gemeinde in Neisse und aus Neisser Bürgerkreisen schloß sich mit Blumenspenden und sonstigen Geschenken an. Für jeden Gratulanten hatte der Jubilar herzliche Worte des Dankes.. Nach dem Mittagsmahl im Familienkreise folgte ein feierlicher Festakt in der Synagoge. Die Beteiligung war auch hier eine sehr zahlreiche. Die auswärtigen Amtsgenossen geleiteten den Jubilar zur Kanzel und nach einem Präludium und hübsch gesungenen Frauenchor hielt Herr Rabbiner Dr. Dienern an n-Natibor die Festrede An den Festakt in der Synagoge schloß sich ein Fest, diner in „Liebigs Hotel", an dem gegen 70 Herren teilnahmen. Herr Rabbiner Dr. Goldmann-Oppeln hielt die Rede auf den Jubilar, ausklingend in ein Hoch-auf denselben. Eine Reihe weiterer Reden und-Toaste folgten. Nach dem Festdiner stellten sich die Damen ein, um nun auch ihrerseits bei gediegenen Festausführungen den Jubilar zu feiern. Frau Grätzer-Groß-Strehlitz, eine ehemalige Schülerin des Jubilars, hatte ein reizendes Festspiel gedichtet, welches in launiger Weise den Abreißkalender des Jubilars mit den 12 Monaten in ganz vorzüglicher Weise personifizierte. „Maxens Werdegang", ein famoses Festspiel, gedichtet von dem Schwager des Jubilars, Herrn Joachimsthal-Breslau, gespielt von 12 Damen und Herren, wurde wundervoll ausgeführt und mit ungeheurem Beifall aufgenommen. Eine studentische Aufführung, welche dem Jubilar einen Rückblick auf die längstvergangenen Tage feiner Studentenzeit brachte, beendete das in allen Teilen wohlgelungene Programm. M. Hamburg, 19. Januar. Herr Naphtali Samson, der frühere zweite Vorsitzende der Deutsch-israelitischen Gemeinde in Hamburg, ist nach kurzer Krankheit verstorben. Der Verblichene, der ein Alter von 86 Jahren erreichte, war eine in der Kaufmannswelt unserer Vaterstadt hochangesehene Persönlichkeit und genoß in weiten Kreisen große Achtung und Wertschätzung. In unserer Gemeinde, wo er viele Ehrenämter bekleidete, wird sein Hinscheiden besonders schmerzlich empfunden. Dem Gemeindevorstande gehörte er lange I Zeit an und wurde schließlich mit dem Amte eines zweiten Vorsitzenden betraut. Besonderes Interesse bezeugte er für das Schulwesen,- während eines Jahrzehnts, 189l) bis I960, war er Präses des Vorstandes der Talmud-Thora-Realschule. Naphtäli Samson war auch Präsident des Lokalkomitees der A11 i a n c e I s r a 61 i t eU ni ver se 11 e, der Theresienstiftung und anderer Institutionen, ^ie Bestattung fand am 16. b, M. unter außerordentlich großer Beteiligung-statt. Im Sterbehaufe, Magdalenenstraße, hatten sich außer den Verwandten und Freunden die Mitglieder des Gemeindevorstandes und der übrigen Korporationen eingefunden. In dem mit entsprechender Trauerdekoration versehenen Parterresaal der Villa war der mit kostbaren Blumen und Kränzen vollständig bedeckte Sarg aufgebahrt. Nachdem die Kinder und Enkel vor der Bahre Platz genommen, wurde die Trauerfeier durch den vom Tempelchor unter Leitung des Oberkantors M. Heule vorgetragenen Ehoral „Seele, was betrübst du dich" stimmungsvoll eingeleitet. Die Trauerrede hielt Herr Rabbiner Dr. Sonderling, der anknüpfend an einen Bibelspruch den Lebensweg des Verblichenen schilderte. Durch viele Jahrzehnte hindurch hat Naphtali Samson seine unschätzbare Arbeitskraft in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. Bis zu seinem Tode hat der edle Greis für alle Angelegenheiten der Gemeinde das höchste Interesse bezeugt. Es lag eine Abgeklärtheit in diesem Lebensweg, und man kann wohl mit Recht behaupten, daß der Verstorbene eine harmonische, in sich geschlossene Persönlichkeit war. In ergreifender Weise sprach der Trauerredner den Dank der Gemeinde aus für die so überaus segensvolle Tätigkeit, die der Dahingeschiedene allen Institutionen geleistet. Unter den Klängen von Trauerweisen wurde der Sarg von den Angestellten der Neuen Beerdigungsgesellschaft auf den Leichenwagen gehoben. Der imposante Leichenkondukt bewegte sich nach dem israelitischen Friedhof in Olsdorf. In der Friedhofskapelle fand noch eine Trauerfeier statt, nach einem Gebet des Geistlichen fand dann die Beisetzung in der Ehrenreihe des Friedhofs statt. — Nürnberg, 19. Januar. Von den städtischen Kollegien in Nürnberg und der israelitischen Kultusgemeinde gingen Kommerzienrat Ernst Tuchmann aus Anlaß seiner goldenen Hochzeitsfeier geschmäckvolle Glückwunschadressen zu. In beiden kam die Dankbarkeit zum Aüsdruck, welche die Stadt Nürnberg wie die Kultusgemeinde der ausgedehnten Tätigkeit und dem vielfach bewiesenen Wohltätigkeitssinne des Jubilars voll Anerkennung zollen. Namhafte Zuwendungen und Stiftungen hatte Kommerzienrat Tuchmann in früheren Jahren schon Wohlfahrtseinrichtungen und Vereinen zugehen lassen und soeben wieder weitere Beiträge diesen gespendet. --- Kassel, 19. Januar. Wie in einer zu Bebra stattgehabten Sitzung des Ausschusses der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens mitgeteilt wurde, hat die Regierung zu Kassel eine Verfügung erlassen, wonach die israelitischen Lehrer nur den die Volksschule besuchenden Kindern Religionsunterricht zu erteilen haben. Der anderen israelitischen Kindern, namentlich Schülern höherer Schulen erteilte Religionsunterricht gilt als Nebenbeschäftigung, bedarf der Genehmigung der Schulbehörde und muß besonders honoriert werden. Dieser Entscheid ist für manchen Lehrer, aber auch für die israelitischen Gemeinden von wesentlicher Bedeutung. L2 Frankfurt a. M., 19. Januar. Es dürfte Ihre Leser interessieren, zu erfahren, daß die Firma S. Lehrberger L Co., Buchdruckerei und Verlagsanstalt in Frankfurt am Main- Rödelheim, nach dem Ableben des seitherigen Besitzers mit dem 1. Januar d. I. auf Herrn Dr. xllil. Felix Kaufsmann in Frankfurt am Main übergegangen ist und von ihm mit der ihm bereits gehörenden Firma M. Lehrberger & Co. vereinigt wurde. Damit sind die beiden, insbesondere auf dem Gebiete des hebräischen Gebetbuchdruckes ob der Korrektheit der durch sie herausgegebenen Gebetbücher weltbekannten Lehrbergerschen Offizinen, nachdem sie über zwei Dezennien zwei verschiedenen Zweigen'der bekannten Buchdruckerfamilie gehört hatten, wiederum in einer Hand vereinigt. Wie bekannt, ist das' Lehrbergersche Unternehmen aus der Buchdruckerei hervorgegangen, die Wolf Heidenheim, der als Gelehrter wie als Verlagsbüchhändler gleich angesehen war, im Jahre 1796 in-Rödelheim gegründet hatte. --- Stuttgart, 19. ..Januar. Für einen Neubau der israelitischen Waisenanstält Wilhelmspflege in Eßlingen fand

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