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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-01-05 · Heft 1 (5.1.1912) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 1 (5.1.1912)
Date
1912-01-05
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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, 4 > - , , , -& tj; wx x rtt r. -r r^-?.-'\t<’p r-':®&?2 Provinz Posenim Jahre 1911 Mitglied des Bergausschusses bei dem Königlichen Oberbergamt in Breslau. Der Einkommensteuer-Veranlagungskommission seines Heimatkreises gehört er seit 1902, dem Gewerbesteuerausschuß der Gewerbesteuerklaffe I der Provinz Posen seit 1906 als Mitglied an. Durch das Vertrauen seiner Mitbürger wurde er am 26. Oktober 1911 in der Ersatzwahl für den zum Ministerialdirektor beförderten Abgeordneten, Wirklichen Geheimen Oberregierungsrat Lusensky, zum Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses gewählt, in welchem er sich der nationalliberalen Partei anschließt. Für die Interessen des Judentums, insbesondere aber die seiner Heimatgemeinde, ist Dr. Levy, der treu an den Glauben seiner Väter sesthält, stets warm eingetreten. Schon im Jahre 1902 zum Mitglied des Vorstandes der Synagogengemeinde zu Jnowrazlaw gewählt, hat er diese Gemeinde wiederholt auf den Tagungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und des Verbandes Deutscher Juden vertreten. In seinem Familienleben wurde Dr. Levy im Jahre 1911 von einem herben Schicksalsschlage betroffen, indem ihm seine Gattin, eine Tochter des bekannten früheren Stadtrats, Stadtältesten Dr. Weigert aus Berlin, nach zehnjähriger glücklicher Ehe durch den Tod entrissen wurde. Durch das Hinscheiden dieser edlen Frau, die an der Tätigkeit ihres Gatten stets regsten Anteil nehmend mit warmem Herzen und tatkräftiger Wirksamkeit sich allen humanitären Bestrebungen zur Verfügung stellte, hat sowohl die Stadt Hohensalza wie deren israelitische Gemeinde einen schweren, kaum ersetzbaren Verlust erlitten Mm < Dr. Leopold Levy in Hohensalza, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Vertreter der Kirche in ganz Europa zu jenem löblichen Prinzip der Nächstenliebe erhoben, daß die Juden entweder nur in einer Ausnahmestellung leben dürften oder gar (der Kürze des Verfahrens wegen noch besser) völlig ausgerottet. werden müßten. Eine Aenderung in diese Situation brachte die Eroberung des Landes durch die Türken, mit deren Einzug in Konstantinopel, am 29. Mai 1453, das byzantinische Reich, nach einem mehr denn tausendjährigem Bestände, das längst verdiente Ende erreicht hatte. In der von Mohammed H. an die Einwohnerschaft seiner neuen Residenzstadt gerichteten Proklamation wurden die Juden mit großem Wohlwollen bedacht. Der Sultan gestattete ihnen, in Konstantinopel wie. im ganzen Lande-sich nach Belieben yiederzulaffen, er gewährte ihnen ohne Einschränkung die freie Wahl des Berufes, er überließ ihnen sogar besondere Wohnplätze und hatte nie etwas dagegen, wenn sie Gebet- und Lehrhäuser errichten wollten, Eine Ausnahmegesetzgebung gegendie Juden gab es nicht; die Juden erfreuten sich geradezu einer Ausnahmestellung in den Augen ihres neuen Fürsten. Seinen Leibarzt, der ein Jude war, ernannte Mohammed II. zum Finanzverwalter (Defterdar) und den Chachambaschi, den er, gleich dem Patriarchen über das gesamte Griechentum, zum Oberhaupt der jüdischen Gemeinden in seinem Reiche eingesetzt und mit großen Befugnissen ausgestattet hatte, berief er in den Diwan, den türkischen Staatsratwobei - er ihn noch ganz besonders dadurch.auszuzeichnen suchtedaß er ihm seinen Sitz unmittelbar neben dem des Mufti, des mohammedanischen Oberulemas, und vor dem des griechischen Patriarchen anwies. Was das bedeuten wollte, kann man in seiner ganzen Tragweite nur ermessen, wenn män sich die Lage der Juden zu. Die wirtlchsMiche llsgr der Juden in konttsntinopel. Von Dr. Alphons I. Sußnitzki. I. (Nachdruck verboten.) ^^^uden hat es in Konstantinopel schon immer gegeben. \ Wie sollte es auch anders sein bei der starken jüdischen Wanderung Und der günstigen geographischen Lage der Stadt als Knotenpunkt des Verkehrs in der alten Welt? Zu einem ansehnlichen Gemeindeleben ist es dort freilich zunächst unter der Judenheit nicht gekommen. Die byzantinische Herrschastsperiode war für ein Aufblühen jüdischen Geistes und eine Entfaltung jüdischer Kraft wenig günstig. Hatte doch überhaupt von Konstantinopel die Entwürdigung der Juden ihren Ausgangspunkt genommen. Die Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern, deren sie sich im römischen Reiche erfreuten, wurde ihnen durch die christlichen Fürsten in Bhzanz zuerst aberkannt. Und dieses Vorgehen halten dann die germanischenromanischen und slawischen Völker sowie die jener Zeit in den anderen Staaten vor . Augen hältwo sie alle Schmach und alle Erniedrigung über sich ergehen klaffen mußten, wo sie wie eine böse Krankheit gefürchtet, wie die Pest gemieden und wieder Aussatzgeächtet wurden, wo sie durch die Korruption der Kleriseidie Habgier der Machthaber, die Unwissenheit und den Fanatismus der in ihrer Leidenschaft ausgestachelten Massen keinen Tag ihres .Besitztums, ihres Lebens und ihrer Ehre völlig sicher waren. Es ist daher begreiflich, daß durch Zufall in die Türkei gelangte Juden in verwundertes Erstaunen gerieten und beim Anblick der Stellung ihrer Glaubensgenossen zu schwärmerischer Begeisterung sich hinreißen ließen. Zwei aus Deutschland stammende Männer sahen es sogar als ihre Pflicht an, in eine Agitation für eine starke jüdische Einwanderung in die Türkei einzutreten. Aus ihre Veranlassung richtete ein in Konstantinopel angesiedelter Schriftgelehrter, namens Isaak Zarsati, ein Rundschreiben an die Juden von Schwabender Rheingegend, Steiermark, Mähren und Ungarnworin er ihnen die günstigen Zustände der Glaubensgenossen unter dem Halbmonde im Gegensatz zum Joche unter dem '--Kreuze

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