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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-11-17 · Heft 46 (17.11.1911) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 46 (17.11.1911)
Date
1911-11-17
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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s seinem blindcn Wüten gegen die Juden Einhält zu tun. Nur .das Bewußtsein, chaß die jüdifchen BMoHuer Lu Osch (Turkestan) sich mit Waffen ■: versehen haben.. Mt' sie vorläufig vor neuen Ausschreitungen zurück. Von MH Wd jfrrn. --- DieKorniniffion des Deutschen HaNDeLstags betr. Steuern, Zölle, Außenhandel hat -sich unter Bezugnahme auf Eingäben der Aeltesten der Kausmännschast von Berlin an-den Reichskanzler vom 3. Februar und 12. Juli d, I. dahin ausgesprochen, .daß die Reichs- Verwaltung gebeten werde,zusammen mit den Regierungen der Haupt-.' sachlich - beteiligten-Staaten auf die Aufhebung der in Rußland für ausländische Staatsbürger jüdischen Glaubens, geltenden chesonderen erschwerenden Bestimmungen Hinzuwirten. — Kommerzienrat Georg Häberland har anläßlich des 75jährigen Geburts-/ tages. seines. Vaters, des. Kommerzienrats Sal. Haberland, des Begründers der Berlinischen Bodengesellschaft, der Stadt Schöneberg . 10 000 Mark geschenkt. Der Magistrat wird, den Betrag zum Bäu eines Pavillons für Frauen in der städtischen Heimstätte. Sternberg verwendend — Geheimrat Georg Allnstädt, der Vorsitzende des Aussichtsrats der Dresdener Bank und italienische Generalkonsul ist am 9: d. M. nachmittags in Weißensee beigesetzt worden. Aus. Dresden war Oberbürgermeister Dr. Beutler mit : mehreren Mitgliedern der städtischen Behörden erschienen. Kostbare Kränze häuften sich vor dem Sarg, an dem Rabbiner Dr. Weiße .die Gedächtnisrede hielt. Oberbürgermeister Beutler ged achtes mit ehrenvollen Worten des Verstorbenen, als einer -markanten Persönlichkeit in der deutschen Finanz- und Handelswelt, der vieles für Dresden getan. — Die Berliner Ortsgruppe der Organisation für hebräische Spracht und Kultur veranstaltet Montag den 20. November im Restaurant Logenheim. FrLedrichstr. 13 e, eine öffentliche hebräische Versammlung, in der Herr. Schriftsteller N. Soko.low über „Ein Kapitel, aus der hebräischen Literatur" sprechen wird. Im Anschluß daran findet eine Diskussion statt. Gäste sind . herzlich . willkommen. — In der am 4. d. M. in Wreschen stattgehabten Stadtverordneten-Versammlung wurde Herr Kaufmann Lyuis Mio.do w.'ski zum Stadtrat gewählt. — In Gleiwitz wrrrde Justizrat Lustig zum Provinzial - Landtagsabgeordneten gewählt. — Aus Züllichau - wird uns unter dem 8. d. M. geschrieben: Heute standen hier die Hauptwahlen der Stadtverordneten an. Die bürgerlichen Parteien brachten, den bei der Bürgerschaft sehr beliebten. Kandidaten-- Kaufmann und Synagogenvorsteher Herrn. Isidor Friedländer in der dritten Abteilung aus sechs Jahre zum Stadtverordneten durch. Herr Friedlander ist der einzige Glaubensgenosse, der hier Stadtverordneter ist. — Rabbiner Dr. Carlebach in Leipzig erhielt von. der Regierung die Erlaubnis , zur Errichtungeinen jüdischen Realschule. — Dem Privatdozenten Dr. Cohen an der Universität München wurde der Titel und Rang eines außerordentlichen Professors verliehen.—Die Suppen anstatt für israelitische Arme in Frankfurt a. M., die ., am 19. November wieder ihren vollen Betrieb eröffnet, trägt Sorge, daß die Armen die Teuerung nicht zu sehr empfinden, und wird außer, dem täglichen Mittagstisch nach Bedürfnis auch an arme Familien Viktnalien verabfolgen. Die Verwaltung hofft allerdings, daß sie durch Spenden in den Stand gesetzt wird, ihr Hilfswerk ausführen zu können. — Wie das französische Amtsblatt „Journal Officiel" berichtet, wurden vorige Woche zahlreiche jüdische Kaufleute und Industrielle mit der Verleihung verschiedener Grade, der Ehrenlegion ausgezeichnet. Unter dem Ausgezeichneten befindet sich auch der Großindustrielle und Importeur Ge o rg.es J.ulien.Schwo der zum Kommandeur der Ehrenlegion ernannt wurde. Zu Offizieren! der Ehrenlegion wurden der Fabrikant Gustave Caen in Croix und der volkswirlschastliche Publizist Emike SchiMö tl m Parisernannt. Außer diesen wurden 14 Kauf- Leute. ..zu Chevaliers der EhrenlLgiän ernannt. — Aus London wird - uns geschrieben: Die durch die antisemitischen Unruhen in Tredegar, Rhymney und Ebbw -Vale, geschädigten Juden haben, bereits-' ihre Schadenersatzansprüche bekänntgegeben. Lonti den bei dem. Polizeigerichtc von Monmvnthshire bisher eingelaufenen Klagen beträgt dev ängerichtete Schaden 16186 Pfund Sterling. — Wie aus Athen berichtet-wird, machen sich bereits, auch dort antisemitische Kundgebungen bemerkbar. Eine Jüdin, welche in Athen ihre Ausbildung an eineröffentlich anerkannten Lehranstalt erhalten hatte, wurde mit dem Lehramt an einer Mädchenschule in -Bofo betraut. Bei einer Inspektion des Erzbischofs machte dieser die Vorsteherin darauf aufmerksam, daß man einer Jüdin die Erziehung christlicher Kinder nicht anvertrauen dürfe, da sie der Gefahr ausgesetzt seien, im jüdischen Geiste erzogen zu werben. Die junge Lehrerin wurdedemgemäß trotz anerkannter Tüchtigkeit entlassen. — 'Der Kiewer Gouverneur' hat jüdischen Lehrern den Unterricht bei christlichen Schülern strengstens verboten; desgleichen veranlaßte er, um die Austreibung der Juden, die kein Wohnrecht hier.haben, zu:beschleunigendie Polizei dafür verantwortlich zu machen, wenn Juden ohne Wohnrecht sich hier aufhalten. Die Polizei wird jetzt strenger sein müssen denn je. — Eine Gruppe jüdischer Advokatursgehilfen des Odessa er Gerichtsbezirks richtete an das leitende Komitee die Anfrage, was es zu tun gedenke,, um die in letzter Zeit häufig vorgekommenen Uebertritte jüdischer Advokatursgehilfen zum Christentum aus Gründen der Karriere zn bekämpfen. Dex Obmann der Organisation erklärte, daß das Komitee über diese Angelegenheit ernstlich beraten werde. — Der Kiewer Rabbiner Alischkowski hat dem Interviewer des „Rietsch" erklärt, daß die Nachricht der „Nowo Wremja", daß der Mörder Bagrow vor seinem Tode den Rabbiner zu sich hätte rufen lassen und ihm gesagt, daß er Stolhpin ermordet habe, um den Juden ihre Lage zu erleichtern, vollständig aus der Luft gegriffen ist. — Die findige „Semschtschina" hat, wie die „Welt" mitteilt, ein sehr geistreiches Mittel ersonnen, wie der unverwüstlichen revolutionären Bewegung der Garaus gemacht werden könnte. Das Patriotenblatt macht allen Ernstes den Vorschlag, die Juden sollten mit Gut und Blut für jeden hingemordeten Beamten-haftbar gemacht werden. Nach jedem verübten terroristischen Akt soll eine bestimmte Anzahl intelligenter Juderr-kurzerhand hingerichtet werden. — Der Magistrat von Alexandrien hat beschlossen, von nun an das Rathaus der Stabt Alexandrien am jüdischen Verföhnungskag geschlossen zu halten. Der Beschluß gelangte am jüngsten Jom-KippUr bereits zur Ausführung, was unter der dortigen jüdischen Bevölkerung große Befriedigung hervorrief. Auch die Börse von Alexandrien war am Jom-Kippur streng geschlossen. — In Kairo wird alljährlich um diese Zeit ein Volksfest veranstaltet, das dem Nil geweiht ist. Das Fest ist mit eiyex. Schönheitskonkurrenz öerüMVen. H Siegerin erhält außer einem' wertvollen Preis auch den Titel „Königin vom Nil". Die Krönung der Königin vollzieht sich mit allem Pomp, den ' orientalische Phantasie zu entwickeln vermag. Die diesjährige Schönheitskonkurrenz endete, wie aus Kairo gemeldet wird, mit dem Siege eines jüdischen Mädchens, des Fräuleins Berta Kessel, die ein Jahr lang den stolzen Titel „Königin vom Nil" führen Vars. In der New Dorker „Jüdische Gazette" wird vor der Reise über. Libau nach Nordamerika streng gewarnt. Die Schiffe der russischasiatischen Schiffahrtsgesellschaft führen keine koschere Küche, trotzdem sie dies im Prospekt versprechen; die II. und III. Klasse sind in hygienischer Beziehung unter, jeder Kritik. Der „Maschgiach" lAuf- "sichtsorgan) für die koschere Küche läßt es sich sehr gut in der 1. Klasse schmecken. Auffällig ist es-, daß unter solchen Verhältnissen „Der jüdischeEmigrant" in Petersburg diese Gesellschaft in feinem Inseratenteil so anpreist. — Eines der größten und glänzendsten Krankenhäuser Amerikas ist das jüdische „Mount Sinai"-Hospital in New York. Es ist ständig mit 400 Patienten belegt. In seiner Poliklinik wurden im letzten Jahre etwa 50000 Menschen behandelt. Die Ausgaben des vorigen Jahres betrugen 414000 Dollar. Völlige Wo che ünkernahmen 100 jüdische Mitglieder der New Horkell State Militia einen Marsch mach Albany, um dem Gouverneur Dix die Bitte vorzutragen, in Albanh l eine Kaserne für jüdische Freiwillige' errichten zü lassen-. Leutnant Lewis ' Landes, der die Truppe kommandierte, überreichte dem Gouverneur; ein Schreiben des Oberbürgermeisters von New York Mr. Gäynor, der bereits drei große - jüdische! Militärorganisationen gründete. Sobalddie Frage des Exerzierplatzes und der gemeinsamen Uniform gelöst seim wird, werden die drei Organisationen zu einem! jüdisHe'n Regimente zufammengezvgen. - Verantwortlicher Redakteur:Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße S8. -Druck und Berlag..von Rudolf,Mossc in Berlirn

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