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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-10-27 · Heft 43 (27.10.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 43 (27.10.1911)
Date
1911-10-27
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Von MH und Mn. — Für die - Vorträge, welche der bekannte Rassenforscher Dr. Ignatz Zollschan-Wien am Montag den 30. Oktober und 6. November im Oberlichtsaal der „Philharmonie" veranstaltet, gibt sich schon jetzt ein ganz außerordentliches Interesse im Kreise der Fachleute und interessierenden Laien kund. Die Bedeutung dieser Veranstaltung rechtfertigt es,' daß wir unserem Leserkreis recht dringlich empfehlen, diesen Vorträgen beizuwohnen. Die Eintrittskarten zum Preise von 3, 2 und 1 Mark für jeden Abend und von 5, 3 und 1.50 Mark für beide Abende zusammen sind im Vorverkauf bei A. Wertheim, Leipziger Straße und Kantstraße sowie;an der Abendkasse erhältlich. — Das Haus Gipsstraße 12a, in dem sich früher die Synagoge der Adas-Jiss'roel-©emeinbe und das Rabbinersemiuar befanden, wurde von der Firma A. Wertheim, Gm. b. H., angekauft. Das Haus, in dem auch der Montefiore- Verein seine Vereinsräume hat, soll zum 1. Januar 1912 geräumt werden. Doch braucht die Toynbeehalle der Berliner Logen, die in der früheren Synagoge seit einigen Jahren domiziliert, erst im Frühjahr, nach Beendigung dieser Saison, die am 1. November beginnt. zu ziehen. Ta der Kontrakt noch einige Jahre läuft, wird, wie verlautet, die Toynbeehalle eine größere Abstandssumme bekommen. — Die Kaiserin hat den Inhaber der Firma Martha Löwenthal, Herrn David Meyer zum Hoflieferanten ernannt. — In Schwerin (Mecklenburg) verstarb am 12. Oktober der Kaufmann Herr Sally Rosenbaum, ein in allen Kreisen als Biedermann sehr geachteter und bei seinen Glaubensgenossen hochangesehener Mann. Der Verstorbene hat es verstanden, durch Eifer und korrekte Geschäftsführung seiner Firma einen guten Namen auch über die Landesgrenzen hinaus zu verschaffen. Seine letzten Lebensjahre waren ihm getrübt durch eine Lähmung, die sich infolge eines Schlaganfalls bemerkbar machte. — In Sprottau starb am 22. d. M. nach längerem Leiden der Kaufmann Herr Max Cohn, der Vorsteher der Synagogen-Gemeinde. Herr Cohn warVeteran von1870/71 und Inhaber des EisernenKreuztzs II. Klasse. — Der in Bocholt im 85. Lebensjahr kürzlich verstorbene Herr Aron Berka vermachte sein bedeutendes Vermögen guten Zwecken. Unter anderem erhält die jüdische Gemeinde, deren Vorsteher er während vier Jahrzehnte war, 50 000 Mark. — Aus Anlaß des Uebertritts in den Ruhestand ist Herrn Rechnungsrat I. Holde in Rendsburg der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. Bei seinem Scheiden aus Rendsburg hat ihm auch der Vorstand der israelitischen Gemeinde in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Förderung sämtlicher Gemeindeinstitutionen ein kostbares Diplom überreicht. — Bei der in Nürnberg kürzlich erfolgten Auslosung der Hauptschöffen für das Jahr 1912 wurde auch eine ganze Anzahl jüdischer Mitbürger mit ausgelost, darunter einige Unheilbare Katarrhe? Die wenigsten Menschen sind sich dessen bewußt, daß Schnupfen Husten, Hals- und Rachenverschleimungen usw. ihre Ursache in der Tätigkeit von Kleinlebewesen (Bakterien) haben, die in den Schleimhäuten der Atmungsorgane, sobald dieselben durch Erkältungen oder andere Ursachen gelockert sind, die günstigsten Bedingungen zu ihrer Fortpflanzung finden. Diese Bakterien oder für bestimmte Arten Bazillen genannt, verbreiten durch ihre Fortpflanzung gewisse Absonderungsprodukte, die giftig wirken (Toxine) und-dadurch weitere Teile zder Schleimhäute reizen und für die Ausbreitung der Brut empfänglich machen. Auf diese Weise entstehen leicht durch einen vernachlässigten Schnupfen oder Husten die schweren Leiden: Bronchialkatarrh. Asthma, Influenza, Lungenleiden usw. — Natürlich sind auch alle diese Zustände ansteckend, weil diese Bakterien sich ,m Speichel in Massen befinden und mit dem Atem auch nach außen gestoßen werden. In der großen Apotheke Her Natur ist für alle sogenannten Gifte eine Reihe von Gegengiften vorhanden, es gilt also, nur die richtigen herauszufinden und recht anzuwenden, um die Toxine (Gifte) der'Bakterien unwirksam zu machen, ohne aber die menschlichen Organe zu gefährden. Daher haben Pinselungen und Gurgeln mit stark reizenden. Giften, wie Jod, Höllenstein usw. gar keinen Erfolg, weil sie nur einen bestimmten Teil der infizierten Schleimhäute treffen und außerdem diese stark angreisen und unter großenUmständen das Nebel nur verschlimmern. Ebenso nutzen auch weder Trinkkuren mit allen möglichen Salzen oder eine äußere Behandlung mit warmen oder kalten-Umschlägen .sehr wenig, die tiefer liegende Bakterienflora wird davon nicht alteriert, und nach einiger Zeit ist das alte Leiden wieder da. Deshalb erscheinen als Schöffen für das Jugendgericht:' &§• davf dies als eine erfreuliche Bestätigung dafür registriert werden.' daß die bayerische ' Justizverwaltung die Gleichberechtigung der^Juden auch praktisch anerkennt. — Die verstorbene Frau Witwe Schreiber-Meyer in Mainz, die, wie berichtet, zugunsten der Armen der Stadt Mainz 50 000 Mark hinterlassen hatte, hat auch derisraelitischen Religionsgemeinde 50 000 Mark als Beitrag zum Bau des israelitischen Krankenhauses vermacht, außerdem für den Synagogenneubau 45000 Mark. — Nach der letzten Volkszählung zählt die Stadt Hanau unter 37 472 Einwohnern 673 Juden. — Am 14. Oktober feierte der hervorragende Geigenkünstler Professor Edmund Singer in Stuttg art seinen 80. Geburtstag. Herr Adolf Eßlin ger in Stuttgart erhielt die Karl-Olga-Medaille in Silber. — Aus Straß bürg i.E. wird gemeldet: Der Kaiserliche Statthalter Gras v. Wedel stattete Freitag 'vormittag der hiesigen Israelitischen Gewerbeschule einen Besuch ab, um die zurzeit dort stattfindende Ausstellung der Schülerzeichnungen und Lehrlingsarbeiten zu besichtigen. Seine Exzellenz bekundete für die ausgestellten Arbeiten wie auch für den ganzen Schulbetrieb lebhaftes Interesse und sprach für das Gesehene seine volle Anerkennung aus. — Auf Vorschlag des ungarischen Finanzministers hat Kaiser Franz Josef den bisherigen Finanzdirektor-Stellvertreter Marcus Huszar zum wirklichen Fiuanzdirektor ernannt und ihn mit der Leitung der Finanzdirektion von Ogolm bei Fiume betraut. Der neue Finanzdirektor ist der erste Jude, der diesen Posten in Ungarn bekleidet. — Wie aus Paris gemeldet wird, ist in der Sitzung des Zentralkomitees der Alliance Israölite Universelle am 18. d. M. der Antrag, die Wahlen für das Zentralkomitee abzuschäffen und durch das System der Kooptation zu ersetzen, mit großer Majorität angenommen worden. An der äußerst stürmisch verlaufenen Sitzung nahmen auch fünf Mitglieder aus Deutschland teil, deren berechtigter Protest gegen diesen verhängnisvollen Antrag leider ohne die erhoffte Wirkung blieb. — Am zweiten Tag des Hüttenfestes kamen der englische König Georg und die Königin zu einem Gastmahl bei Baron Leopold Rothschild. Diese Tatsache ist deshalb bemerkenswert, weil man immer behauptete, König Georg sei nicht so judenfreundlich wie sein verstorbener Vater Eduard. — Der jüdische Militärgeistliche Rev. Michael Adler, der amtlich den Krönungsfestlichkeiten beiwohnte, erhielt vom König von England die Krönungsmedaille. — Kurz vor Beginn des Versöhnungstages kam es in der Warschauer Vorstadt W ola zu ernsten Ausschreitungen. Jüdische Läden wurden vom Pöbel zerstört, auf den Straßen wurden Juden verwundet. Die Polizei verhaftete zehn Personen. "\ Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. diese Zustände den meisten als unheilbare Katarrhe. Es steht aber unumstößlich fest, daß die Entfaltung dieser Bakterienbrut den Luftwegen der Atmungsorgane folgen, logischerweise kann man ihnen also.auf diesem Wege folgen, d. h. durch Einatmung besonderer günstig desinfizierender Dämpfe, welche sämtliche Bakterien nicht ertragen können und zum Absterben bringen. Vom Laboratorium Tanerö, Wiesbaden 433, ist ein kleiner, sinnreicher Apparat konstruiert worden, den man bequem in der Tasche tragen kann und der nach besonderem Verfahren auserwählte wissenschaftlich begutachtete Stoffe zum Einatmen bis in'die tiefsten Luftwege bringt, ohne Kitzelreize zu verursachen oder sonstwie die Schleimhäute anzugreifen, und zwar auf kaltem Wege, um auch einer neuen/Erkältung sicher vorzubeugen. Hiermit sind sehr gute Erfolge erzielt worden, worüber sich Tausende in begeisterten Briefen aussprechen. So schreiben unter vielen anderen: . H. Morgenroth, Altona a. Elbe, Parallelstraße 35. III. Erlaube mir nach so langer Zeit das Urteil über Ihren Inhalator dafür abzugeben, daß er mir unentbehrlich geworden und einfach großartig ist. Ich wollte schon verzweifeln, aber seitdem ich dieses Instrument besitze, bin ich geborgen, denn ich bekomme sofort Luft, indem sich Schleimstücke rasch lösen und somit die Atemnot gehoben wird. Ich autorisiere Sie, dieses öffentlich bekannt zu geben und auch meinen Namen und Adresse zu nennen. Aehnliche Anerkennungsschreiben liegen über 2000 Stück vor (Zweitausend). Die Originalbri efe können jederzeit bei uns eingesehen werden. Nähere Mitteilungen über diesen Gegenstand werden vom Laboratorium Tancrö, Wiesbaden 433, ganz kostenlos erteilt.

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