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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-10-06 · Heft 40 (6.10.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 40 (6.10.1911)
Date
1911-10-06
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 im Staate 10,35, in den Städten 19,15, in den ländlichen Orten 2,48. Die Israeliten find nächst der Reichshauptstadt (43,43 v. T.) am häufigsten in Hessen-Nassau (21,31 v. T.), Brandenburg (14,99 v. T.) und Posen (12,63 v. T.) — Der israelitisch-seplhardische Verein zu Berlin (Gtiedral Sepliardim) hat am Sonntag vor dem Neujahrsfeste seine neue, in der Lützowstraße 111 belegene Synagoge in feierlicher Weise eingeweiht. Die Weiherede hielt Rabbiner Dr. Petuchowski. — Am 1. d. M. feierte der bekannte humoristische Schriftsteller Alexander Moszkowsky sein 25 jähriges Jubiläum als Chefredakteur, der „Lustigen Blätter". Am 25. v. M. feierte das Ehepaar D. Naftaniel in Culmsee (Westpr.) das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Herr D.Naftaniel ist seit 23 Jahren im Dienste der jüdischen Gemeinde der Stadt und erfreut sich dort allgemeiner Beliebtheit. Möge dem Jubelpaare ein heiterer Lebensabend beschieden sein. — Aus Breslau wird berichtet: Unser Rabbiner Herr Dr. Guttmann, der als Kanzelredner wie als Gelehrter einen guten Ruf besitzt, hat den Titel „Professor" erhalten. — Kapellmeister und Chordirigent an der alten Synagoge in Breslau, Herr Siegfried Elsner, der bei dem Walzerwettbewerb der „Woche" im Januar dieses Jahres unter den 4222 Bewerbern den ersten Preis von 3000 Mark davontrug, hat eine Operette „Der schlaue Steuermann" vollendet, wozu ihm Justizrat Albers in Breslau das Libretto geliefert hat. Die Operette ist vom Liegnitzer Stadttheater zur Uraufführung angenommen worden. — Am 21. v. M. feierte Rabbiner Dr. I. Winter in Dresden sein 25jähriges Jubiläum als Seelsorger der Gemeinde. — Die jüdische Gemeinde in Aurich beging am 13. v. M. die Hundertjahrfeier ihrer Synagoge, die am 13. September 1811 feierlich eingeweiht wurde. Bis dahin war der Gottesdienst in einem Mietshause abgehalten worden. Die gerechtere Behandlung, die den Bekennern mosaischen Glaubens unter der holländischen Negierung 1808 zuteil wurde, veranlaßte sie im nächsten Jahre zum Synagogenbau, der nach zwei Jahren vollendet wurde. — Aus Stuttgart wird gemeldet: Die Königliche israelitische Obexkirchengemeinde verfügte mit Erlaß vom 11. September, daß der Geburtstag Ihrer Majestät der Königin am 8. Oktober in allen Synagogen begangen und der Predigt der hierfür bestimmte Text Psalm 111,1 zugrunde gelegt werde. — In Groningen, dem Geburtsort von Joseph Israels, hat sich ein Komitee gebildet, das zum Andenken an Israels ein Denkmal errichten will, und zwar in Form einer nwnumentalen Brunnenanlage mit dem Brustbild des Verstorbenen. — An einer städtischen Mädchenschule in Budapest wollte der neue Rektor die Anordnung treffen, die katholischen und die jüdischen Schüler in separaten Klassen einzuteilen, infolge des Widerstandes des Lehrerpersonals mußte er es aber beim alten belassen. — Wie aus Rom berichtet wird, hat der König von Italien dem Präsidenten der dortigen Judengemeinde Commendatore Sereni motu proprio zum Grand' IMoiale ernannt. Commendatore Sereni ist von Beruf Advokat und gehört auch dem römischen Gemeinderate als gewähltes Mitglied an. — Pius X. kann auch gemütlich sein, dafür zeugen zwei Anekdoten, die Enrique Tedeschi im Madrider „El lpmarcial“ erzählt: „Wenige Tage nach seiner Erwählung ersuchte ihn ein reicher Israelit und intimer alter Freund um eine Audienz. Der Papst gewährte ihm diese sofort, und beide kamen bald in ein angeregtes Gespräch über Venedig und dort lebende Bekannte. Als der Papst von seinem Besucher erfuhr, daß der Chef der venezianischen Katholiken, ein guter Freund von ihm. sehr schwer krank wäre, sagte er zu dem jüdischen Herrn: „Wollen Sie mir einen großen Dienst erweisen?" „Alle, die Eure Heiligkeit wünschen mögen", antwortete der Israelit. „Gut, dann überbringen Sie unserem armen Freund meinen Segen." Und als der Jude seine Ueberraschung nicht verbergen konnte, fügte Pius X. lächelnd hinzu: „Sie wollen vielleicht sagen, daß die Emballage schlecht wäre, aber nichtsdestoweniger ist der Inhalt gut." — Das französische Unterrichtsministerium hat Herrn Marcel Cohen einen Preis von 7000 Frank bewilligt zur Bearbeitung einer vergleichenden Grammatik der semitischen Dialekte in Abessinien und Herrn Maurice Wolfs einen Preis von 1500 Frank zum Studium der Schulsysteme zur Erziehung der Jugend in den ersten Schuljahren. Herr Gaston Charles hat einen Beitrag von 2500 Frank vom Sekretariat der schönen Künste erhalten zur Vorbereitung der erforderlichen Urkunden in Sachen einiger klassierter Gebäude im Norden Frankreichs. — In einem konkreten Falle erhob der Rechtsvertreter eines jüdischen Zeugen bei einem Londoner Gerichte Einsprache dagegen, daß die Juden, wenn sie als Zeugen einen Eid zu leisten haben, durch die für jüdische Zeugen vorgeschriebeue Eidesformel gezwungen werden, den vierbuchstabigen Namen Gottes buchstäblich auszusprechen. Der Advokat wies darauf hin, daß die Juden auf diese Weise angehalten werden, eine der.größten Sünden im Sinne ihrer heiligen Lehre zu begehen. Er verlangte nun, daß sein Klient das Tetragramm durch ein anderes, dem Sinne entsprechendes Wort ersetzen dürfe. Der Richter gab diesem Wunsche nach.— Die spanische Regierung hat, wie die „Illustraeion Espagnols" berichtet, an die Behörden der spanischen Gebiete in Marokko, den Auftrag ergehen lassen, sämtlichen daselbst wohnenden marokkanischen Juden die Naturalisierung zu erleichtern und ihnen die hierauf bezüglichen spanischen Zuständigkeitsdokumente auszufolgen. Zahlreiche marokkanische Juden haben bereits von den Vorteilen dieser Verordnung Gebrauch gemacht und sind spanische Untertanen geworden. — Vor kurzem kamen in Marrakesch mehrere Rabbiner zu einer Beratung über religiöse Angelegenheiten zusammen. Den Abschluß der Beratungen bildete ein Ausflug in die Umgebung der Stadt, an welchem sich auch zahlreiche Mitglieder der Marrakescher Judengemeinde beteiligten. Ungefähr eine Meile von der Stadt wurde die Gesellschaft von einer bewaffneten maurischen Räuberbande überfallen und aller ihrer Habseligkeiten beraubt. In dem Kampfe wurde ein Rabbiner erschossen. — David Zukar, der Chef des gleichnamigen Bankhauses in Alexandrien, wurde vom Khedive zum Bey ernannt. Zukar, der eigentlich von Beruf Architekt ist, ist der Erbauer der herrlichen, Synagoge „Eliahu Hanabi" und genießt wegen seines großen Wohltätigkeitssinnes großes Ansehen. Zukar nimmt auch beim französischen Konsulat in Alexandrien eine einflußreiche Stelle ein. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Als Ersatz für schwere Fleischspeisen versuchen Sie einen Er ist sehr erfrischend und bildet die beste Beigabe zu jeder Art von frischen gekochten Früchten. Erprobte Rezepte auf den Mondamin-Paketen. Mondamin überall erhältlich in Paketen ä 60, 30 und 15 Pf. Gothaer Lebensversicherungsbanlt a. G. Versicherungsbestand am 1. Oktober 1911 . . 1078 Millionen Mark Bisher ausgezahlte Versicherungssummen . . . 600 Millionen Mark Bisher gewährte Dividenden ........ 283 Millionen Mark Die stets hohen Uebersohüsse kommen unverkürzt den Veraiohemng-snehmern zugute, bisher wurden ihnen 276 Millionen M. zurückgewährt Sehr günstige Versieherungsbedingungen. Unverfallbarkeit. - Weltpolioe. - Unanfechtbarkeit. ^Prospekt^u^Änskunf^ostenfreidurch^di^nstaltin^othaod^ere^Vertoeterj^ Selbst-Vergiftung ist die naturnotwendkge Folge einer mangelhaften Ausscheidung verbrauchter Stoffe aus dem Körper. Dem Uebelstand abzuhelfen ist leicht durch die genußfertigen Dr. Traincr’s Yoghurt-Tabletten, welche sich vorzüglich bewähren, zur Regelung der ' Darmtätigkeit und Ausscheidungvon Krankheitsstoffen. Vorrätig i. d. Apotheken und Drogerien. Preis 1,75. ft/T Man, achte auf den Namen Dr. Trainer. lalnratorlma IBr Therapie 6. m. b. H. Dresden. _ Israelitisches Kurhaus zu Sayn b. 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