Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 38 (22.9.1911)
- Date
- 1911-09-22
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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Baronesse Valentine -. Rothschild je 5000 Kronen zur Verfeilung an Arme der kaiserlich königlich niederösterreichischen,Statthalterei und der israelitischen Kulturgemeinde in Wien zur Verteilung an jüdische Arme. ' Ferner spendeteBaronesse v. Rothschild je 50OOO Kronen für Zwecke des Bettina-Pavillons, der von ihrem verstorbenen Vater zur Erinnerung an seine Gattin, errichtet und der israelitischen Kultusgemeinde übergeben .wurde, sowie dem Rothschild-Spital, das ihr Großvater . gegründet hatte. — Im hiesigen Sanatorium Löw verschied am 9. d. M. Frau Luise Schnitzler, die Witwe von dem hervorragenden Laryngologen und Direktor der allgemeinen Poliklinik. Professor Dr. Johann Schnitzler. Frau Luise Schnitzler. war die Mutter des bekannten Schriftstellers Dr. Artur .Schnitzler, und des Professors Dr. Julius Schnitzler. Das Leichenbegängnis fand unter außerordentlicher Teilnahme aller Kunst-, und. Schriststellerkreise der Residenz am 11., d. M. auf.dem israelitischen Friedhofe statt, — Unter deu Gästen der. Londoner Gemeindevertretung, 'die gegenwärtig mit ihrem Lord-Mayor in Wien weilen,. befinden sich auch zwei Glaubensgenossen: Mr. Jacobs und Mr. Alfred Ger ald Nath an.. Ersterer, der im Kleiderhandel tätig ist,, ist einer der jüdischen Vertreter von - Portsoken. Mr. -A. G. Nathan ist Tabakgroßhändler in London. Erentstammt einer alten, jüdischen Familie, die vom Kontinent cher ins Land kam, als Oliver Cromwell die. Angehörigen des mosaischen. Glaubens wieder' zuließ, Es ist überflüssig zu-- betonen/ , dafi. auch diese zwei Herren von- -der Wiener Geuieindevertretung und dem, Wiener Publikum , mit. denselbenherzlichen Sympathien begrüßt wurden wie die -anderen Gäste aus.England. — Am 11. d. M fand - in Brünn eine außerordentliche Generalversammlung des mährisch-schllesisch e n ' Rabbinerverbandes statt. Nachdem! der Vorsitzende Dr. Fre i m ann- Hallershau den Präsidenten der Brünner Kultusgemeinde und die verschiedenen Verbandsmitglieder begrüßt hatte, ergriff Dr. Fiala im Namen der Brünner Kultus-' gemeinde das Wort, um seinen Willkommensgruß dem Rabbinerverbande zu entbieten. .Dr. Fiala führte unter anderem aus: sein Bestreben sei dahin gerichtet, daß Gemeindevertretung, und Rabbinat Hand in Hand gehen Und gemeinsam wirken. Nur dadurch kann Ersprießliches zum Wohle der Gemeinde geschaffen werden. Darauf schritt der Vorsitzende des Verbandes zur Erledigung der Tagesordnung,- die hauptsächlich in Standesfragen bestand. Es wurde von sämtlichen Rabbinern das traurige Bild des Rghbinerelends in den kleinen österreichischen Kultusgemeinden entrollt und der Beschluß gefaßt,nach den Herbstfeiertagen, eipe zweite Generalversammlung einzuberufen. Von Sah und jfrrn. ----- Der in weiten Kreisen als Philanthrop und Kunstmäzen bekannte und. hochgeschätzte Präsident des Hilfsvereins der deutschen Juden Dr. James Simon feierte am 17J d. M. seinen 60. Geburtstag.—- Für Geheimrät Senator,- wird - die Berliner medizinische Gesellschaft,. deren langjähriger Vorsitzender undl späterer Ehrenvorsitzender Senator gewesen ist, eine Gedächtnisfeier veranstalten. Als Zeitpunkt ist die erste Sitzung des Wintersemesters am 25. Oktober in Aussicht genommen. Die Gedächtnisrede hat Senators Nachfolger im Universitätsamt und in der Leitung des poliklinischen Instituts für innere .Medizin,/ Geheimrat ^Professor Dr. Alfred Goldscheider übernommen. — Den Charakter als. Justizräte erhielten die Nechtsaüwälte:, Dr. Mendel,. Hugo Lustig,. Abram/czyck, Perl, Geschmack ist dennoch erlernbar, auch fürdenjenigen, der keinen hat. Genau so l ist Kunstverstehen erlernbar, auch für den. N'chtkünstler. Jedes hohe Küustwerk offenbart etwas, und derjenige,/ der empfindet, was er offenbart, ist oft in der Lage, es durch Worte anderen zu erklären. Alle Kunstregeln (das Genie braucht keine) sind aus genialen Kunst werken gewonnen; deshalb dürfen wir. sie ja gerade Offenbarungen nennen. Hat ein Genie, hen Weg gezeigt, dann können ihn viele gehen. — Was bei der Kunst möglich ist, das geht ohne weiteres beim Kunstgewerbe. Es ist jedem möglich gemacht, seine Wohnung'geschmackvoll eiuzurichten. Das Heft „Bilderhängen, Möbelstellen, Einrichten", das die wesentlichsten Bedingungen für gutes Einrichten tief erfaßt und. zeigt, steht gern zu Gebote durch W. Dittmar, Perlin 6., Molkenmarkt 6.. .; EinriwtUttgs-GebeimnMe, so heißt d.er Titel der kleinen Schrift, die die Firma Dittmar neu herausgibt. Sie gibt wirkliche Geheimnisse dem, der die Einrichtung seiner Wohnung sinnvoll treffen-will.. Sie gibt aber noch mehr,, denn sie zeigt uns in seltener Klarheit die zwingende Notwendigkeit, daß wir die alten Maßstäbe für Einrichtungen abändern müssen, sie beweist, daß die alte Art einzurichtea nicht mehr zu uns und -unserer modernen Kleidung paßt. Ist das aber der Fall, dann müsse Wandel.geschaffen werden, denn,, so heißt es, „nicht allein sieht dieses Nichtpaffen schlecht aus, es kann cuiLdie-Dauer auf das Geschmacksempsinden des Wohnenden nicht ohne nach teiligen Einfluß bleiben. Nicht zu reden von-den Kindern." W. Dittmar, Berlin 6., Dlolkenurarkt 6, -sendet die vollständige Schrift mit vorbildlichen Erläuterungen unseren Lesern auf Wun'ch gern kostenfrei. Baden-Baden Haus Royal. Im Hanse der Unterzeichneten finden einige junge Mädchen zur - weiteren Ausbildung in' Wissenschaften und Haushalt freundliche Aufnahme. 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