Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 36 (8.9.1911)
- Date
- 1911-09-08
- Page
- Seite 422 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 422 . . <^tj&fH* A;, stellt alljährlich ein paar Sonntagvormittage^ür-Mädchen-' einsegnungen zur Verfügung. Ist das nicht Ausfallendr^Ahex der GrMd jst Unschwer zu.Wxa^ßn^ MarMwa^t es oHestHbar NEch^'rN?n^er l ni/chh; he A WÄb che stk oÄ firm a-t^on ein^offsziHlLn ^hKrHteD zst v'eplcShestxv&vfjpagt, es mmtzr!-nichlf'ihv VM PkckP-ernKr'äüM K, d?t\ ihr gebührt. Sie vollzieht sich an einem für d4e. Ge- ' meinde nicht offiziellen Tage und gleicht so dem. Veilchen, das iMVr,boWen e m > bküht^?Das^ alles geschieht aus einer falsch angebrachten.. Schest . M denjenigen,. Kreisen,?M'' Post derneuen' Einrichtung Nichts wissen wollen. Splange mandiese salsche Scheu„nicht,.ahlegt,. wird. die .Mäd chestko nfi ristationauch n i ch t volkstümlich werden. Sie wird als etwas Fremdes empfunden' w e rde n," drrs' si ch ernges chlichen hat, und das zufried en.seiy. muß,> wem N. m an, i hm einen Pl atz in der . Eike, anw eist," Daher muß die Konfirmation den-, Gemeinden, wo sie bislang stiefmütterlich behandelt wird, ihres i Aschenbrödelcharakters entkleidet werden. Wie di.e.K nahen, ihre, . Bar -M-izwoh - Feier am , Sabbat , oder . an einem,, jüdischen Fest, begehen, so muß.much die Mädchenkpnfirmation an einem Sabbat, oder, einem Festtage stattfinden; und zwar, darf - sie nicht etwa, einen Sondergottesdienst darstellen oder einen, Anhang an den Sabbat- oder Festgottesdienst bilden, sondern, mitten in den Gottesdienst gehört sie hinein an die Stelle,, wo sonst die Predigt und die Ansprache , an Bar-Mizwoh- Knaben ftattsinden. . So wird es z. B. in meiner Gemeinde geha.ndhabt: Am ersten Tage des Schvwuauß-Festes. des^ Festes der Offenbarung, wird die Konfirrnations.seier begangen,, sie bildet an diesem. Tage einen wesentlichen Bestandteil unseres Festgottesdienste, und ist somit, gleich per Bar-Mizwoh- Feier-'ezne Ange-legenheit der im Gotteshause zuni Feste versammelten Gemeinde>. . Und nun noch ein- Wort über die- Gestaltung der gottesdienstliche,n. Feier... Ich weiß, daß manche Eltern der Konsirmationsfeier, darum abhold sind, weil sie sie für eine öffentliche^ Schaustellung halten. Ihrgesundes Gefühl sträubt sich gegen jede Art Firlefanz, der ja gewiß nirgendwo weniger am Platze ist als im Gotteshause. In der Tat. könnte nichts unserer Einrichtung gefährlicher sein/ als der Borwurf, sie beruhe auf Aeuß erlichkeiten. Darum soll sich, die Feier in denkbar schlichten und einfachen. Formen vollziehen. Eine „öffentliche Prüfung" hat im, Gotteshause nichts, zu suchen. Abgesehen davon, daß ja. auch die Bar-Mizwoh-Knab.en nicht „geprüft" werden, ist solch ein.eingedrilltes Frage- und Antwortspiel wirklich nichts anderes als. ein leeres, nichtssagendes Schaugepränge. Daß die. Mädchen nicht durch Versprechen, und Schwur auf die.religiösen Ueb erzen gun gen und. Pflichten fest^7 gelegt werden dürfen — auch, dies wird von gewissenhaften Eltern nicht selten befürchtet brauche ich wohl kaum zu. erwähnen; das wäre ein - schweres Verbrechen an den. kind-, lichen Seelen, Nichts .anderes soll der• Rabbiner bei der Konsirmationsfeier tun, als was er bei. der Bar-Mizwoh-Feier. tut, nichts, anderes, als durch. schlichte und herzliche Worte die jugendlichen Gemüter, mit. Liebe: zuyi Judentum - zu erfüllen suchen. Dagegen, daß die Mädchen einenkurzen Abschnitt / aus. der Bibel vortragen, wird. sich nichts, einwenden lassen;/ das entspricht den von den, Knaben vorgetragesten Segenssprüchen .beziehungsweise. -biblischen Abschnitten. / Wenn in allen Gemeinden im Sinne der obigen Aus-' sührüngen verfahren - wirdsich?bie -MädchenstoNfiMütiMMmmer mehr Freunde und Anhänger erwerben. - Sie wird immer mehr als eine nützliche und. notwendige jüdische Einrichtung erkannt .und , anerkannt "werden. %tin/ därübev/düpfte-wohlMine. Meinungsverschiedenhest/ herrschen: Wr könn.ew deb Mithilsej und Mitarbeit unserer- Fraü'enim religiösew und/Gemeindeleben nicht; enkratem Ie de s'M stteldaher, das geeignet ist, die Mädchen auf ihre spätere Mitarbeit, im Dienste unserer Gemeinschaft vor-; zübereiten und ihreHerzett.für .die sitt.Xich-religiösen Ideale des Judentums zu begeistern, muß mit Freuden ergriffen werden. Zu diesen Mitteln abergehört nicht in letzter Reihe.die der Bar.-Mizwoh- Feier der Knaben entsprechende Mädchenkonsirmation. - ..; ”• " ... - *. . Dir Mache. Berlin, 5. September. ' er Herr K u l t u s m i n ist e r hat, wie man erfährt, andie - Vorstände und Verw.altung.en von Stiftungeh, die' unbemittelten Studenten Stipendien gewähren, die. .Aufforderung gerichtet, von-jeder einzelnen Stipendiengewährung/' dem Universitätskurator derjenigen Hochschule, an der der' Stipendiat studiert, Anzeige zu erstatten. Das Ministerialreskript ist auch an die jüdischen Gemeinden und Verwaltungen jüdischer Stiftüngeu . für Studierende gerichtet. Die Absicht, die der Ministerialertaß verfolgt, liegt wohl offen zutage. Man geht' wohl nicht in der Annahme fehl, daß dadurch vermieden werden soll, daß einzelne Studierende mehrfache Stipendien erhalten und-dadurch andere ebenso bedürftige Studierende leer ausgehen.- Wir können die Frage, ob der Herr Minister did jüdischen-Gemeinden zwingen kann; seinem Verlangen nächzukommen, hier unerörtert lassen: Erwähnt sei nur, daß der Rechtsvertreter der jüdischen Gemeinde Glogau, ber bekannte - Justizrat Friedmann-Glogäu,- die Frage nicht -nurtheoretisch verneint, sondern auch praktischden Entschluß kündgegeben hat, der ministeriellen Aufforderung nicht nächzukommen und die Angelegenheit-eventuell zum- Gegenstand eines perwaltungsrechtlichen Verfahrens werden zu lassen. Es ist auzunehmen, daß andere jüdische Gemeinden diesem Beispiel folgen werden. Man will nicht den Angeber spielen und meinü daß es Sache der Universitätsbehörden, die Stipendien zu vergeben haben, wäre,- die Bewerber selbst zufragen, ob sie schon aus anderen Stiftungen Studienunter-, stützungen erhalten. Wer jedoch da weiß, wie gering die Aüzahl der Studierenden jüdischen Bekenntnisses 'ist,' die heute noch an den Universitätsstipendien partizipieren/'undwie sehrdie unbemittelten' Studenten jüdischen Glaubens -auf -die Unter-- stützung fast ausschließlich -aus jüdischen-Stiftungen: oder/ wohlhabender Glaubensgenossen angewiesen sind, der wirbesbegreiflich finden, wenn die jüdischen Gemeinden der vielfach/ vorherrschenden Tendenz, den jüdischen Studierenden die Erlangung von Stipendien aus paritätischenUniversitätsstiftungen - zu erschweren, nicht noch dadurch Vorschub leisten wollen, daß sie den Angeber spielen und dadurchdie Ablehnung noch erleichtern. Die Zeiten sind .leider vorüber in denen/ wie wir - aus. einem Spezialfall zufällig wiffen, jüdische Studenten sogar- Stipendien aus einer . Stiftung erhielten/ aus. -dev nach dem- Stistungsstatut vorzugsweise „Angehörige-der christlichen Konfession" bedacht -werden sollten. Vielleicht wäre es angebrachter, die-Studenten, die sich um Stipendien aus jüdischen Stiftungen" bewerben, zunächst eimnal in größerem Maßstabe/' ülOps/bAher geschieht, an die Universitätsstiftungen zu verMDn""