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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-08-04 · Heft 31 (4.8.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 31 (4.8.1911)
Date
1911-08-04
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Forderungen des Präsidenten Last eingehen wolle; da aber die Be» wiüigung durch die legislativen Häuser zu gehen hätte, wolle die Regierung der dritten antisemitischen Duma nicht mit der amerikanischen Forderung kommen, sondern lieber die Eröffnung der vierten Dump abwarten. Was von diesem Versprechen zu halten istweiß jeder,' der mit den innerpolitischen Verhältnissen in Rußland nur einigermaßen vertraut ist. — Zum Schluß noch die Nachricht, daß der hier weit und breit bekannte Philanthrop Herr Abraham aus Brocklyn am 28. Juni im . Alter von 67 Jahren verschieden ist. Der Entschlafene gehörte zu unseren bedeutendsten Großindustriellen, die sich aus eigener Kraft heraufgearbeitet haben. Als Gründer und Vorsteher zahlloser gemeinnützer jüdischer und allgemeiner Wohlfahrtseinrichtungen verband ihn eine innige, langjährige Freundschaft mit unserem Bürgermeister Gahnor, der dem entschlafenen Freunde einen innigen Nachruf widmete.! Von Oah und Lern. --- Geheimer Medizinalrat Professor Dr. MaxJaffö, der in weiten wissenschaftlichen Kreisen rühmlichst. bekannte Lehrer der Arzneimittelkunde in Königsberg, beging am 25. v. M. seinen 70 Geburtstag in vollster geistiger und körperlicher Frische. Er gehört zu den erfolgreichsten wissenschaftlichen Arbeitern und erfreut sich bei seinen Fächkollegen und seinen Hörern wegen seines lauteren Wesens einer großen Beliebtheit. Hoffentlich ist ihm ein ungetrübter Lebensabend beschieden. — Der Tuchfabrikant Kommerzienrat Grünebaum in Kottbus hat für seine Arbeiter eine inzwischen auf 30 000 Mark angewachseue Stiftung um 70 000 Mark erhöht. Aus dieser Stiftung erhalten alle Arbeiter, die ununterbrochen 15 Jahre in seiner Tuchfabrik tätig gewesen sind, eine Rente. — Dem Großhändler E mil Zecken dorf in München wurde vom Kaiser Franz Josef; das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ord^ls verliehen. — vr. med. David Simon in Mülheim a. Rh., bisher Oberarzt der Reserve, ist zum Stabsarzt befördert worden. — Ans Frankfurt a. M. wird gemeldet: Ein Damenheim hat die Freiherr!. Carl v. Rothschildsche Stiftung an der oberen Eschersheimer Landstraße erbaut, das am 1. September seiner Bestimmung feierlichst übergeben werden soll. Hier werden an alleinstehende FrauenHnb Mädchen, die seit mindestens drei Jahren in Frankfurt ihren Wohnsitz haben. Ein- und Zweizimmerwohnungen mit Gas, Küche, Keller, Mansarde usw. zu billigen Preisen vermietet. — In Sulzburg (Baden) starb, 61 Jahre alt, Lehrer Josef Bruchsäler. Der Entschlafene wirkte 34 Jahre an der simultanen Volksschule in Sulzburg, war ein tätiges Mitglied deS Landesvereins israelitischer Religionslehrer im Großherzogtum Baden und Herausgeber einer hebräischen Lesefibel, die eine gute Aufnahme gefunden hat.' Erst vor zwei Jahren wurde ihm das Verdienst kreuz des Zähringer Löwen verliehen. •— In Großwardein starb vor einigen Tagen im Alter von 75 Jahren der Bettler Simon Grün W ald, der sein Bettleramt schon vor längerer Zeit niedergelegt und als Kostgänger des Armenhauses in stiller Zurückgezogenheit gelebt hatte. Zum allgemeinen Erstaunen stellte sich beim Sichten seines scheinbar geringfügigen Nachlasses heraus, daß er mehr als 400 000 Kronen beseffen hatte, über die ordnungsmäßig testamentarisch verfügt war. 100000 Kronen waren der orthodoxen Judengemeinde und ebensoviel der Großwardeiner reformierten Kirchengemeinde vermacht worden vom dem Bettler, dem man nun ein Ehrengrab anwies. — Auf Grund amtlicher Ziffern beläuft sich gegenwärtig die Zahl der jüdischen Bevölkerung von Warschau auf 306061 Seelen, gleich 370/g der Gesamtbevölkerung. — Vor kurzem wurde in Luganok (Rußland) eine Gruppe Menschen verhaftet, die einer bisher unbekannten religiösen Sekte angehören. Die Untersuchung ergab, daß sie einer der vielen juden-christlichen Sekten angehören, wie sie in Rußland seit Jahren zu Hunderten entstehen. Merkwürdig ist, daß man bei ihnen Bücher und Handschriften fand, die bisher noch nicht entziffert werden konnten. Die Schriftzüge der Manuskripte bewegen sich von rechts nach links/ Die Verhafteten erklärten, daß sie am Sabbat, wie ihn die Juden halten, keine Arbeit verrichten, und daß sie an keine der christlichen Dogmen glauben. Sämtliche gehören zu den Don-Kosaken. — Die türkische Zeitung „Sabah" veröffentlicht einen Brief des Großrabbiners im Jemen. Rabbi Jsaac Ben Jachja. Der Rabbiner dankt im Namen aller jemenitischen Juden den ottomanischen Behörden in Jemen sowie den Offizieren und Soldaten der Reichsarmee, für die gute Behandlung und den Schutz von Gut und Leben, die sie den Juden während der militärischen Operationen haben zuteil werden lassen. Besonderer Dank ist an den Oberkommandierenden Jset Pascha gerichtet, der die Juden vor der Wildheit und Grausamkeit der arabischen Rebellen rettete. Verantwortlicher Redakteur: Albert Kah in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Druck und Verlag von Rudolf Moss.e in Berlin. Bad Landeck In Sohles. 450 m Seehöhe ScUweielthermen (28,5« C) mit höchst. Radioaktivität bis 206 Einheiten! Waldreichster' Terrain- Folgen mech. Verletzungen, Rheumatismus, Gicht, Herzleiden, Entwicklungs- ■ Störungen, Stoffwechselkrankh.. Schwächezuständ., Rekonvaleszenz. Kurmlttel: ■ Mineralbäder in d. Quellen u. Wannen, Moorbäder, innere Duschen,Kohlensäure- M bäier, elektr. u. Wasserheilverfahren, medico-mech. Apparate. Trinkkuren mit m denradioakteinheimischensowieauswärtig.Trinkbrunnen,Molke,Ket'yr.Besuch » 12 000 Pers. Kurzeit Mai—Okt HochqueU-Wasserleltun elektr. Beleuchtung. N Prospekte kostenlos. Die städtische Bad-Verwaltung. 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