Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1911)
- Date
- 1911-07-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 Handel recht und schlecht durchgebracht, ihrecheiden Söhne sind arme Tagelöhner, und auch ihre Enkel bringen sich nur mühsam fort- Von der tschechischen Gemeinde in Groß-Beranau bekömmt die arme Pollak jährlich 36 Kronen Armen Unterstützung.' Jetzt noch verkauft sie vor ihrem Häuschen den Schulkindern Kirschen und fristet mit diesem bescheidenen. Handel armselig ihr Dasein. Es wäre zu wünschen, daß dieser Appell nicht wirkungslos verhalle. — Das Kuratorium der Nathaniel Freiherr v. Rothschildschen Stiftung zür Errichtung einer Nervenheilanstalt macht seit langem einen förmlichen Leidensweg mit. Die Realisierung dieser hochherzigen Stiftung im betrage von 20 Millionen scheitert immer an der Frage des Bauplatzes. Nun hat das Kuratorium endlich den sogenannten Nasenhügel als Bauplatz erworben. Der Wiener Magistrat hat aber nach einem Protest der Anrainer, vornehmlich einer Klosterschule die Baubewilligung verweigert. Das Kuratorium der Rothschild- Stiftung hat gegen diesen abschlägigen Bescheid des Magistrats den Rekurs ergriffen, was zur Folge hatte, daß die Baubewilligung erteilt wurde. Nun könnte eigentlich mit dem Bau dieser überaus Humanitären Anstalt begonnen werden, aber so schnell geht es bei uns in Oesterreich nicht. Ten Anrainern steht noch ein Rekurs an das Ministerium für öffentliche Arbeiten offen, und diesen haben sie mit Freuden ergriffen. Die armen Nervenleidenden können also noch lange warten. Von MH und jfrrn. — Die von Sir Ernest Cassel ins Leben gerufene „König Eduard VII. britisch-deutsche Stiftung, deutsche Abteilung", hat sich am 4. d. M. in einer im Herrenhause abgehaltenen Sitzung des vom Kaiser - berufenen Verwaltungsrats konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Staatsminister Dr. Grasv. Posadowsky-Wehner, zu seinem Vertreter der Vorsitzende des Direktoriums der Hamburg-Amerika- Linie Dr.-Jng. Ballin gewählt. Dem Verwaltungsausschuß gehören von unseren Glaubensgenossen an: Geheimer Kommerzienrat Eduard Arn hold-Berlin und Bankier Dr. Max War bürg-Hamburg. — Das Organ des „Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" „Im Deutschen Reich" bringt folgendes Eingesandt zur Grlchöktlichr Koti-en. Das nunmehr seit zirka 30 Jahren in der ganzen Welt bekannte Präparat „Dialon" Engelhards Diachylorr-Wnnd-Puder erfüllt in unvergleichlicher Weise alle Anforderungen, die an einen Wundpuder zum Gebrauche in der Kinderstube und für Erwachsene zu stellen sind. Hervorragende Aerzte des In- und Auslandes bestätigen die unübertreffliche Wirkung von „Dialon" zur Heilung und Verhütung des quälenden Wundseins-kleiner Kinder. „Dialon" sollte daher in keiner Kinderstube fehlen. Erwachsene empfinden bei regelmäßigem Einpudern der Körper- Nach den Ergebnissen der letzten Volkszählung! beträgt die Zahl der Warnung: . Auf einem Aushange an . dem Hause "Berlin N. 54, Lothringer Straße 24, ist zu lesen: „Hier ist eine Wohnung zu vermieten, Israeliten verbeten." Der Eigentümer, früher Rechtsanwalt in Nürnberg, , soll ein Jude sein- — Unter herzlicher Teilnahme weiter .Kreise beging am 4. d. M. ler emeritierte Lehrer Hermann Wolfs in Posen, früher in Wreschen> seinen 70. Geburtstag und zugleich sein 50jähriges Amtsj .biläum. Möge der noch rüstige Lehrerveteran, der ein treuer Mitarbeiter unseres Blattes ist, noch, lange seinen Ruhestand in Glück und Freudigkeit genießen. — Der dieser Tage zum Gymnasiallehrer für Mathematik in Fürth ernannte Dr. A. Tachauer ist der erste Israelit, den man in Bayern zur Beförderung zum Gymnasiallehrer für würdig befunden hat. — Unter großer Teilnahme fand die Beerdigung des im 82. Lebensjahre verstorbenen Rabbiners Dr. Jaraczewski in Mühringen (Württemberg) statt. Am Grabe sprachen Rabbiner Straßburger-Ulm als Delegierter der Israelitischen Oberkirchenbehörde, der katholische Ortsgeistliche, die Lehrer'Stern und Spatz, Kirchenvorsteher Hirsch-Tübingen und der Vorstand des Kriegervcreins. Der Verstorbene verwaltete das Rabbinat seit 1885, vorher war er Rabbiner in Erfurt. — Aus Budapest wird uns geschrieben: Die Leiche des Oberrabbiners Moriz Fuchs wurde kürzlich nachts aus Trencsön-Teplitz.nach NagyvLrad gebracht. An der Leichenfeier, nahmen etwa 5000 Menschen teil. Es waren der Nagybänyaer Oberrabbiner Fuchs, der Pozsonyer Oberrabbiner Schreiber, der Halomer Oberrabbiner Elias Klein und der Gavaer Oberrabbiner Salomon Klein anwesend. Während des Leichenbegängnisses waren die Geschäfte gesperrt. — Bekanntlich findet im kommenden Herbst in Rom der internationale Archäologen-Kongreß unter dem Protektorat des Königs von Italien statt. Zum Präsidenten des Vorbereitungskomitees wurde vom Kultusministerium Corado Ricci und zum geschäftsführenden Präsidenten der berühmte Archäologe,an der römischen Universität Professor Emanuel Loewh ernannt. — Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraßc 58. Druck und Verlag von Rudolf Messe in Berlin. stellen, welche der Reibung und Schweißbildung besonders ausgesetzt sind, die wohltätige Wirkung der desinfizierenden und schnell heilenden Eigenschaften von „Dialon". Dasselbe entfernt den unangenehmen Schweißgeruch, heilt Wundreiben und Wundlaufeu und macht sich geradezu unentbehrlich als hygienisches Toilettemittel und im Gebrauche von Touristen und Sportsleuten jeder Art. In Krankenhäusern und von Aerzten wird „Dialon" bei mancherlei Hautleiden mit bestem Erfolge angewandt. Im eigenen Interesse achte der Käufer auf den gesetzlich geschützten Namen „Dialon" . wegen der zahlreichen Nachahmungen oder sogenannter Ersatzpräparate. -®=Solu. 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