Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1911)
- Date
- 1911-07-07
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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war eine ganze Reihe von Jahren hindurch Handelsrichter, Mitglied der Breslauer Handwerkskammer und Vorstand der israelitischen' Waisenanstalt.. Dem Stadtverordnetenkollegium gehörte er seW sieben Jahren äy. Die Breslauer jüdische Gemeinde verliert in ihm eines ihrer angesehensten Mitglieder. — Aus N ürnberg erhaltet wir die Mitteilung, daß Oberleutnant Rosenwald zum Rittmeister in der Reserve und Oberarzt Dr. Fried' zum Stabsarzt des 14. Infanterie-Regiments befördert worden sind. —' In Anerkennung der Verdienste, die sich der Geheime Kommerzienrat Ludo Mayer durch seine verschiedenen gemeinnützigen Stiftungen um seine Vaterstadt Offenbach a. M. erwarb, beschloß die Stadtverordnetenversammlung, die neue Straße, die vom Mainufer zwischen Jsenbürger Schloß und Schloßkirche zur Stadt führt, Ludo- Mayer-Straße zu benennen. — Die Israelitische Religionsgemeinde in Mainz erhielt vom hessischen Ministerium die Er< laubnis, in diesem Jahre 70000 Mark Gemeindesteuern von ihren Mitgliedern zu erheben. — Herr Kommerzienrat C. Kau ff mann, Präsident der „Pensionskasse der Kantoren in Elsaß-Lothringen* hat vom Ministerium die Mitteilung erhalten, daß die Landeshauptkasse unter dem 10. v. M. angewiesen worden sei, bis auf weiteres, bei Beginn jedes Rechnungsjahres, der Pensionskasse für die Kantoren in Elsaß-Lothringen den Betrag von 1000 Mark zu zahlen. Zugleich wird ersucht, die Jahresrechnungen der Kasse dem Ministerium vorzulegen. — Nach dem soeben veröffentlichten Ergebnis der Volkszählung in . Prag (ohne Vororte) waren von 218 573 Personen 17 930 (8.23 Prozent) Juden. Die Anzahl der Juden hat gegen das Jahr 1900 um 821 Seelen abgenommen. Am dichtesten ist die jüdische Bevölkerung in Prag-Altstadt, wo sie 40 Prozent (gegen 24,27 Prozent in 1900) ausmacht. In Groß-Prag dürften etwa 36 000 Juden wohnen. — Der mit dem Titel eines außerordentlichen Professors ausgezeichnete Privatdozent Herr Dr. Samuel Oppenheim der Prager deutschen Universität wurde vom Kaiser Franz Josef zum ordentlichen Professor der Astronomie ast der Wiener Universität ernannt. Herr Professor Dr. Oppenheim entstammt einer uralten berühmten jüdischen Rabbinerfamilie und hat, wiewohl noch sehr jung, einen Weltruf als Mathematiker. Der-' Nus Bädern und Kurorten. Wengen, Schweiz, Berner Oberland. Das im vorigen Jahr eröffnet« Hotel und Pension Waldegg in Wengen ist nach teilweiser Umgestaltung und Neueinrichtung mit elektrischem Licht in allen^ Zimmern, Heizanlagen, Verbesserung der Wege usw. am 15. d. M.,z wieder eröffnet worden und wird vom Besitzer Herrn I. Freund nicht nur als streng koscher, sondern in allen Teilen modern gehaltenes Haus I, Ranges, geführt. Wengen, weltberühmt durch seine staubfreie, stärkende, geradezu frisch belebende Höhenluft (nach Ausspruch berühmtester Berliner Aerzte. das mildeste Klima des Bernes Oberlandes) liegt 1380 m hoch und ist allen Erholungssuchenden, Ruhebedürstigen, ganz besonders allen Nervösen.und an Schlaflosigkeit Leidenden sowie auch jedem Naturfreund bestens zu empfehlen. Höheii-Luftkirrort Bergini-Schweiz, 1400 m über dem Meeres Auf ausgedehntem Wiesenplan, umrahmt von grünen Wäldern und hochragenden ewigen Bergen, dehnt sich behaglich das große stattliche, Dorf Bergün aus, das sich infolge seiner landschaftlichen Schönheit, seiner günstigen Lage im Zentrum des Kantons Graubünden, seines anregenden Klimas und seiner köstlichen, harzigen Luft, die von den^ Bergen weht, mit gutem Recht in die erste Reihe der Fremdenstationeni Graubündens stellen kann. Als Uebergangsstation nach und von dem Engadin wird Bergün mit Vorliebe aufgesucht. Es sind aber selbe ist ein Schwager des bekannten Cellisten Professor David Popper in Budapest. — Die Ifl d i sch e Wohltät i gkei t s g e sall s ch a ft in Mailand hat beschlossen, ein Spital zu errichten. Der Kostenpunkt wird zirka 200000 Lire betragen. — Die Pariser Liste zur Wahl des Zentralkomitees der Alliance Israälita Universelle hat mit einer Mehrheit von 1500 Stimmen gesiegt. Salomon Reinach ist wiedergewählt. — Aus London wird gemeldet: Anläßlich der Königskrönung wurden Herbert S. Leon zum Baronet, Schriftsteller Dr. Sydney Lee, Komponist Frederie Cowen zu Rittern, Oberst David Harris, Mitglied des südafrikanischen Parlaments, zum Ritterkommandanten des Garter-Ordens und Generalprokurator Sir Rufu s Jsaacs zum Wirklichen Geheimrat und Kommandanten des Viktoria-Ritterordens ernannt. — Dem Ministerialrat im türkischen Kriegsministerium Jsaac Effendi Iessua wurde vom Sultan der Medschidsche-Orden verliehen. Hessua, der im Kriegsministerium einen hohen Vertrauensposten bekleidet, steht in militärischen Kreisen Konstantinopels in sehr großem Ansehen und hat einen großen Anteil an dem sich soeben vollziehenden Militär-Reformwerk im ottomanischen Reich. — In der Zeit 1904 bis .1908 sind 403772 Juden in die Vereinigten Staaten eingewandert. Gegenf wärtig sind 6 Viertel von New Jork fast ausschließlich von Juden bewohnt. In Chikago sprechen noch 50000 Juden nur jüdischdeutsch. Herr Bernhard Baruch in New Aork hat dem südkarolinischen Staate zum Andenken an seine Eltern eine Million Dollar geschenkt zwecks Erbauung eines Spitals. — Ueber die Zahl der Juden Mexikos gibt es keine Statistik; es dürften zusammen nur wenige tausend Seelen sein, deren Mehrzahl in der Hauptstadt Mexiko wohnt. - Eine Synagoge ist nirgends vorhanden, und selbst in der Hauptstadt ist es — außer am Jomkippur — schwer, ein Minjan zum Gottesdienst zusammenzubekommen. Ein großer Teil der Juden ist so assimiliert, daß er in Mischehe lebt und seine jüdische Abkunft vor der Außenwelt, möglichst verheimlicht. Man geriert sich als Franzose, Deutscher oder Engländer, aher nie als Jude. Materiell geht es den Juden gut; zum Teil-sind sie sogar sehr reich. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58.. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. hier auch alle klimatischen Vorzüge beisammen, die von einem Kurort mit alpinem Charakter verlangt werden. Eine wertvolle, nicht zu unterschätzende Bereicherung der Heilfaktoren, über die Bergün verfügt, bildet die sehr stark eisenhaltige Gipsquelle, welche die längste Zeit mit so viel Erfolg zu Badekuren benützt wird. Für die leiblichen Bedürfnisse sorgen auf das allerbeste die Hotels „Kurhaus¬ und „Weiß-Kreuz", die unter der Direktion F. W. Lippe stehen und jeden Ansprüchen, den einfachsten wie den verwöhntesten zu entsprechen vermögen. Von hier aus kann der Naturfreund oder Ruhebedürstige seine Spaziergänge weit in die stille, großartige Umgebung ausdehnen, dem Wildwasserrauschen lauschend und sich an der süßen, frischen Alpenluft erlabend, bis die dämmernden.Schatte» des Abends, die von den Niederungen emporkricchen, an dia Heimkehr gemahnen, während noch auf den Firnen die scheidenden Abschiedsfeuer des scheidenden Tages glühen. Luftkurort |Tnnp|kA|in Schweiz Elektr. Balm 11 y ^1 »f. W1 V ,1019 in tt. M. 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