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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-03-24 · Heft 12 (24.3.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 12 (24.3.1911)
Date
1911-03-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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einer jüdischen Heimstätte in hiesiger Gemeinde festgelegt. Eine aus Vorstand und Mitgliedern gebildete 15 gliedrige Kommission ist ernstlich bestrebt, das in Aussicht genommene Institut seiner Entstehung ent^ gegenzuführen, und es ist begründete Aussicht vorhanden, daß es' der Kommission gelingen werde, das sich gesteckte Ziel zu erreichen und die schwierige Aufgabe zu einer glücklichen Lösung zu führen. Dem Verein ist ein Legat in höherem Betrage überwiesen worden, wofür derselbe die Verpflichtung der ewigen Jahrzeitsabhaltungen für drei Personen übernommen hat. Die Vorträge zur Belehrung und Unterhaltung waren immer gut besucht. Für Krankenpflege und Unter-- stützung ist seitens des Vereins viel getan worden. Es ist kein Wunder, daß der Verein sich von Jahr zu Jahr vergrößert hat . und zu den größeren Wohlfahrtseinrichtungen innerhalb der Gemeinde gezählt werden kann. Die Mitgliederzahl am Ende 1909 betrug 250, hiervon schieden im Berichtsjahre ans a) durch Verzug 4, b) durch Tod 3, zusammen 7, neu hinzugekpmmen sind 18, so daß der Verein Ende Dezember 1910 einen Mitgliederbestand von 261 Hatte. Nach dem erstatteten Bericht der Nachprüfer hatte der Verein ein Gesamtvermögen von 21 927.45 Mark aufznweisen. Die Einnahmen des Jahres beliefen sich auf 8497.63 Mark und verblieb nach Deckung der Ausgaben ein Bestand von 1927.45 Mark. Die beantragte Entlastung für den Vorstand und den Kassierer wurden beschlossen. Bei der Neuwahl für die laut Wahlturnus ausscheidenden sechs Vorstandsmitglieder wurden sämtliche Herren wiedergewählt. Ebenso erfolgte die Wahl der Rechnungsprüfer. Zuck Schluß gelangten -noch einige Anträge zur Beratung. — Ein sehr geschätztes Mitglied hat unsere Synagogengemeinde durch den Tod des Kaufmanns David Rhczhwol verloren; Der Dahingeschiedene unterstützte alle Wohlfahrtsinstitute mit reichen 'Gaben. Jeder Arme, der an ihn sich wandte, wurde nicht unerhört abgewiesen. Als biederer Kaufmann wurde er in allen Vereinigungen geschätzt und geliebt. — Der Veteran Moritz Sch winke, der die Kriege 1866 ^und 1870/71 mit Auszeichnung mitgemacht, feierte seinen 7O. Geburtstag. Anläßlich dieses Tages wurden dem Jubilar vielfache Beweise der Ehrung zuteil. — Der Inhaber der Holzhandlungsfirma ,Ei, Frauchen, schmeckt aber heute famos!" „So? Na, da will ich Dir etwas verraten. Weil Du so nervös warst, habe ich angefangen, Kathreiners . > Malzkaffee zuzusetzen, erst in chleinen Porttonen, dann immer mehr — und was Du jetzt trinkst und so riesig lobst, das ist — reiner Kathreiners Malzkaffee ohne jeden andren Zusatz. Nun siehst Du selbst, wie fein; Kathreiners Malzkaffee schmeckt, von dem Du ftüher -4 glaubtest,. Du könntest ihn nicht trinken. Probieren geht über Studieren!" fyjui Sjzfoatt macUti! Für Schüler höherer Schulen --—-—bestens empfohlenes-- Pensionat u. Erziehungs - Institut Halle a. 8., Bernbnrger Strasse 28 (Nähe des Saaletals). Telephon 1293. ‘ Begrenzte Anzahl; — Grosse, moderne Räume. vi Vorzügliche Pflege, gewissenhafte Beaufsichtigung und Nachhilfe. Waldstein, Wissenschaft!. Lehrer an Höherer Schule HEr No sen d erg hat der hiesigen Stadt-Kommune den Betrag von 3OOO Mark zu einer' „Abraham Rofenberg-Stiftung" übergeben. .Die Zinsen dieses Kapitals sollen zu wohltätigen Zwecken verwandt werden. Herr Hugo Brodnitz ist von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig zum Provinzial- Landtagsabgeordneten gewählt worden. — Im Jahre.1910 sind an 40 Ehepaare mosaischen Glaubens Ehejubiläums-Medaillen verliehen worden. :. M. Hamburg, 17. März. Der Israelitische Unterstützungsverein von 1867. hielt seine Generalyersammlung: unter Vorsitz des Herrn Dr. Richard Pels ab. Der Vorsitzende hob bei Erstattung des Jahresberichts hervor> daß, obgleich naturgemäß stets die älteren Vereine an Mitgliedern verlieren und dadurch in ihren Leistungen mit der Zeit beschränkt werden, der Unterstützungsverein dennoch im verflossenen Jahre in der Lage , war, seine segensvolle Tätigkeit im vollen Maße auszuüben. Es wurden im Jahre 1910 ans der Kasse des Vereins an hiesige bedürftige Israeliten in 170. Fällen mehr oder minder große Geldbeträge verteilt. Die Vereinskasse wurde dadurch naturgemäß sehr stark belastet,, so daß dem Verein unbedingt neue Mittel zur Verfügung gestellt werden.müssen, wenn etz nicht notgedrungen seine Tätigkeit etwas einschränken , soll. Die. vom Kassierer erstattete Abrechnung wurde als richtig anerkannt und genehmigt.- Am Schluß wurden die Herren Joh. Heilbnt junior und Wm. Elkdles zu Revisoren ernannt. L. München, ^17. März. Der allenthalben mit freudiger Begeisterung gefeierte 90. Geburtstag des allverehrten . Prinzregenten wurde auch von den Jsraeltten Bayerns festlich begangen. In der hiesigen Synagoge fand am 11. März ein Gottesdienst-' für die Schuljugend, am 12. März der weihevolle Festgottesdienst statt; die Festreden hielt Herr Rabbiner Dr. Werner. Das schöne Maß der Gleichberechtigung, das bei solchen Gelegenheiten seitens der hiesigen Behörden den Israeliten zuerkannt wird, dokumentiert sich wohl am besten dadurch, daß zu dem feierlichen Huldignngsakt vor dem Regenten, zur Hoftafel und Galavorstellung neben den Vertretern der christlichen Geistlichkeit als Vertreter der bayerischen Israeliten Herr Gabriele Reuter „Frühttngsta iiniei", ein in Rom spielenderRünstlerroman dev berühmten Schriftstellerin beginnt in der ersten Hülste des Monats Axril im Feuilleton des Serliner Tageblatt zu erscheinen. Der Bezugspreis einschließlich der sechs wertvollen separatenMochenschriften betrügt monatlich 2 Mark bei allen postanstatten des Deutschen Reiche-. - 1^7000 Abonnenten

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