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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-03-03 · Heft 9 (3.3.1911) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 9 (3.3.1911)
Date
1911-03-03
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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Von MH und Mn. -- Der bisherige stellvertretende Präsident der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelile Universelle Herr Jüstizrat Max Fuchs-Berlin ist zum Präsidenten, Herr Geheimer Medizinalrat. Professor Dr. Landau-Berlin und Herr Rabbiner Dr. Werner-MüncheU zu stellvertretenden Präsidenten der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft gewählt worden. — Der Physiologe Geheimrat Dr. Hermann Munk, ordentlicher Honorarprofessor an der Friedrich-Wilhelms-Universität, wurde von der Berliner Tierärztlichen Hochschule zum vri meä. vst. hon. causa ernannt. An letzterer Hochschule wirkte Munk von 1877 bis 1907 als Professor und Leiter des physiologischen Laboratoriums. — Der in weiten Kreisen unserer Gemeinde bekannte Geheime Sanitätsrat Dr. M. Kroner, Ritter des Eisernen Kreuzes beging am 24. Februar in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. —, Nach - kurzer Krankheit ist am 20. Februar Herr Justizrat Dr.-Ernst^. Mareuse gestorben. -- Der in weiten Keifen Berlins , bekannte . . Seniorchef der Firma Brasch & Rothenstein. Herr, He-nrich.7. Rothenstein, ist am 23. Februar nach längerem Leiden im-, Alter von 58 Jahren verschieden. Die Beisetzung -erfolgte am Sonntag unter großer Beteiligung auf dem Friedhofe in, Weißensee.. , — In Tilsit ist Herr Jacob Sebba im Alter von 65 : Jahren verschieden. Der Verblichene, war Mitbegründer des - dortigen 33,er-; eins für jüdische Geschichte und Literatur und bekundete auch sonst reges Interesse an allen jüdischen Bestrebungen. —- Aus Samter wird uns geschrieben: Herr Eduard Holländer aus Breslau, der erst unlängst seiner Heimatsgemeinde Samter- 2000 Mark zur Renovierung der Synagoge überwiesen hat, spendete anläßlich des 60. Todestages seines rühmlichst bekannten Nicht stacheln, sondern stärken! Plauderei von Fritz Skowronnek. : ..Kellner, einen Kognak. ' „Nein,-Erich, das darfst Du nicht." „Weshalb denn niwt?" „Weil Du mir sonst schlapp wirst. Denk doch daran, daß wir heute die Generalprobe zu dem Straßenrennen abhalten." „Na, wenn schon." „Das sagst Du so in Deinem jugendlichen Leichtsinn. Ent oder weder! Trinkst Du den Kognak — fahre ich nach Hause." Etwas betreten sah Erich seinen Freund an Das war keine leere Drohung, sondern bitterer Ernst. Kurt hatte das Nennen schon zweimal mit Erfolg bestritten. Diesmal sollte sich sein jüngerer Freund die Lorbeeren holen. Heute sollte die Probe angesteltt w.rden, ob Erich das Tempo durchhalten würde, das Kurt ihm vorlegen wollte. Der Kognak blieb ungetrunken. Ja sogar die Zigarette, die Erich gewohnheitsmäßig aus dem Etui nahm, wurde von Kurt konfisziert. - Und mit Recht, denn Tabak und Alkohol sind nichts weiter als zwei Genußmittel, die wir leider gewohnt sind, zum Aufstacheln unserer Körper- und Willenskraft anzuwenden. Es ist hier nicht der Ort, gegen oder für diese beiden Reizmittel Partei zu ergreifen. Es genügt die Feststellung, daß weder Tabak noch Alkohol dem Körper neue Kräfte zuführLM sondern daß ihre vorübergehende Wirkung auf einer künstlichen Aufstachelung der Nerven beruht, der eine Erschlaffung mit Notwendigkeit folgen muß. Eine dauernde Erhöhung der Sportleistungen durch Anwendung dieser Reizmittel ist also völlig ausgeschlossen. Ja. man hat anerkannt, daß zur Erreichung berhöchsten Leistungen, wie sie etwa ein öffentlicher Wettkampf erfordert, eine Vorbereitung notwendig ist, die in einer streng geregelten Lebensweise besteht. Speise und Trank, Arbeitszeit und Ruhepausen werden genau bemessen und mit peinlicher Sorgfalt innegehalten. Aber schon der Nadler, der am Sonntag zu seinem Vergnügen eine längere Fahrt unternehmen will, meidet Tabak und Alkohol. Er fühlt es, man könnte sagen „instinktiv", daß der Tabakrauch seine ohnehin stark beanspruchte Lunge belastet, er merkt die Erschlaffung, wenn er bei einer Rast Alkohol genießt und dann wieder aufs Rad steigt. Aus denselben Ursachen verbietet man dem Soldaten bei anstrengenden Märschen den Alkohol. Und ebenso richtig ist es, daß man den Eisenbahnbeamten, auf deren klarem Willen die Sicherheit des Betriebes ruht, den übermäßigen Alkoholgenuß, zu dem sie vom Publikum gern eingeladen werden, verboten hat. Nun hat sich dem denkenden Menschen bald die Frage aufgedrängt, ob nicht als Ersatz für Tabak und Alkohol Mittel gefunden werden könnten, die nicht nur eine vorübergehende ausstachelnde Wirkung aus den Körper ausüben, sondern dauernd seine Kräfte erhöhen und ihn dadurch zu größeren Leistungen befähigen. Der erste Versuch wurde mit Zucker gemacht. Es war ein „Versuch mit unzureichenden Mitteln!" Abgesehen davon, daß die Erhöhung des Durstgefühls durch den süßen Geschmack geradezu vom Uebel ist. Das gleiche gilt von Schokolade und allen ähnlichen Genußmitteln. Sie können nichts weiter leisten, als dem Körper während der Anstrengung Nahrung in konzentrierter Form zuzuführen. Daß sie eine augenblickliche Wirkung auf die Erhöhung unserer Leistungen ausüben, ist ausgeschlossen. Sie kommen also höchstens als Ergänzung eines Mittels in Betracht, das imstande ist, schon vorher die Körperkräfte zu erhöhen. Dies Mittel habe ich vor einigen Jahren durch Zufall kennen gelernt. Auf der Hühnerjagd war es, an einem ungewöhnlich heißen Herbsttage. Der älteste in der Jagdgesellschaft war ein Arzt, ein wohlbeleibter Herr mit weißem Haar und Bart, mit dem die jugendlich frische Gesichtsfarbe lebhaft kontrastierte. Er marschierte wie ein Jüng- - ling und vergoß wenig Schweiß. Bei der Frühstückspause wurden ihm darüber Komplimente gemacht. Er lächelte. „Ja, meine Herren, das ist eine sehr einfache Sache; ich habe meinen Körper auf diese Strapazen vorbereitet. Ich nehme regelmäßig Sanatogen, seitdem ich seine wunderbare Wirkung bei, Kranken und Rekonvaleszenten beobachtet habe. Ich sagte mir: was. den geschwächten Körper hochbringt, muß auch im gesunden eine Erhöhung der Kräfte Hervorbringen." Während wir im Kreise gelagert unser Frühstück verzehrten, hielt er uns in aller Schnelligkeit einen kleinen Vortrag über Sanatogen. „Es besteht in der Hauptsache aus reinem Milcheiweiß, d. h>, es ist von allen den Nebenstoffen befreit, die ihm sonst in der Natur anhaften und nur den Magen belasten. Ich kann getrost sagen, es ist eine Verbesserung der Natur, wozu uns die Wissenschaft geführt hat. Außerdem enthält das Sanatogen noch Phosphat, d. h. den Stoff, der, wie wir wissen, zur Ernährung und Ergänzung unserer Nervensubstanz dient. Es wird jedoch nicht beigemischt, sondern durch einen chemischen Prozeß mit dem Eiweiß zu einem einheitlichen Präparat verbunden. " Das ist ein Triumph der Wissenschaft, und der chemischen Industrie, denn wir haben es nicht mit einem Reizmittel zu tun, das uns auf Kosten des Körpers zu einer kurzen Kraftäußerung befähigt, indem es die Nerven anstachelt, sondern mit einem Nährmittel, das in keinem Haushalt fehlen dürfte. Schon jetzt wird es nicht nur von der Heilkunde verwendet, sondern auch von der Hygiene empfohlen, die das Sanatogen als bestes Mittel zur Erhöhung der Widerstandskraft unseres Körpers gegen alle Krankheitskeime hochschätzt, vixi!" Er stand auf und nahm sein Gewehr zur Hand. „Wollen wir nicht aufbrechen?" Wie dies Beispiel und die kurze Belehrung auf die anderen Jagd, gaste gewirkt hat, vermag ich nicht zu berichten. Bei mir zeitigte es den Entschluß, das Sanatogen zu erproben. Mit vollem Erfolg! Denn außer meinem Weidwerk und Angelsport habe ich noch eine Nebenbeschäftigung, mit der ich mein Brot verdiene: die Schriftstellerei. Was diese Art geistiger Arbeit für Anforderungen an den Körper stellt, hauptsächlich an die Nerven, vermag nur der zu beurteilen, der geistige Arbeit ähnlicher Art zu leisten hat. Alle Geistesarbeiter müssen Kraft zusetzen und ihre Nerven verbrauchen. Woher kommt denn der Drang, der von Jahr zu Jahr immer gröbere Menschenmassen aus den Städten an die See und ins Gebirge treibt? Das ist nicht nur die Liebe zur Natur, sondern die bittere Not- Wendigkeit, dem von zermürbender Arbeit geschwächten Körper neue Kräfte zuzuführen. - Die Erkenntnis dieser Notwendigkeit muß und wird uns dazu führen, daß wir uns nicht nur auf die kurze Erholungszeit im Sommer oder Winter verlassen, sondern daß wir dem Körper schon dann mit einem Stärkungsmittel zu Hilfe kommen, wenn er die schwere Arbeit zu leisten hat. Dies Mittel ist das Sanatogen, das heute schon als Jubilar vor' uns steht, denn es ist mehr als 12 Jahre hindurch in unzähligen Fällen erpropt. In unserer schnellebigen Zeit, die uns fortwährend mit neuen Präparaten überschüttet, sind zwölf Jahre eine lange Zeit. Sie sind aber auch der beste Beweis, daß dem Jubilar noch ein langes Leben beschieden sein wird. Denn es hat uns den richtigen Weg gewiesen! Nicht aufstacheln sollen wir unsere Nerven, sondern stärken! Gothaer LebensversicherungsbanK a. G. Versicherungsbestand am 1. Februar 1911 . . 1052 Millionen Mark Bisher ausgezählte Versicherungssummen . . . 585 Millionen Mark Die stets hohen Uebsrsohüsse kommen anverkürzt den Versicherungsnehmern zugute, bisher wurden ihnen 276 Millionen M. zurückgewährt Seh* günstige Versicherungshedingungen. Unverfallbarkeit. - Weltpolioe. - Unanfechtbarkeit. Prospekte ü; Auskunft kostenfrei dufch^die Anstalt in-Gothaod.,derenVertreter. WIESBADEN. Hotel-Restaurant „Krönprinz ‘ 1. Ranges, streng Prächtiger Neubau. — Ganz modern-eingerichtet. — Lift. — Eigene Vakuum-: Anlage. — Dampfheizung. Thermal-Bäder aus städtischer Thermal-Quelle. 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