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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-02-24 · Heft 8 (24.2.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 8 (24.2.1911)
Date
1911-02-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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haben. — Am Tage des Leichenbegängnisses wurde an Arme in Wien und/ Budapest laut letztwilliger Verfügung des - Verewigten die) Summe von 300000 Kronen verteilt. Davon erhielt die Statthalterest zur Verteilung an christliche Arme 100000 Kronen, der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde für jüdische Arme ebenfalls 100000 Kronen ~ und der Vorstand der liberalen Gemeinde in Budapest 50000 Kronen. ' Weitere 50000.Kronen gelangten in anderen Gemeinden zur Ver- „ Leitung. Von MH und jfern. — Die Generalversammlung des Rabbinerverbandes ist auf die Pfingstferien, und zwar den 7. itnb 8. Juni angesetzt worden. Den Hauptgegenstand der Beratungen wird die Stellung; des Rabbiners in dem geplanten Organisationsgesetzentwurf bilden.' — Von den 227.288 Kindern, die im letzten Berichte der Schul- ' deputation verzeichnet sind, waren: evangelisch 196 888, katholisch 23 258, jüdisch 4119. Es waren also unter den die hiesigen Gemeindeschulen besuchenden Kindern evangelisch 86,36 Prozent, . katholisch 10,22 Prozent, jüdisch 1,81 Prozent. — Der Privatdozent an der Berliner Universität Dr. Ludwig Jacobohn ist zum Professor ernannt worden. Nach langem s Leiden ist am 17. d. M. der Rechtsanwalt und Notar Justizrat Jacob Pincus im Alter von' 56 Jahren verschieden - Herr Rabbiner Dr. Binetter von der Bethamidrasch - Gemeinde in Hohensalza ist in gleicher Eigenschaft, vom 1. April ab, als Stifts-", rabbiner nach Breslau berufen worden. — In Tremessen wurde kürzlich in öffentlicher Stadtverordnetensitzung der, wiedergewählte Magistratsschöffe Kaufmann Zucker durch den Bürgermeister in sein Amt eingeführt und verpflichtet. — Oberbibliothekar Professor Dr. Leopold Cohn in Breslau erhielt den Roten Adlerorden IV. Klaffe. — Der aus Skalmiercyze gebürtige, in Breslau ver-- storbene Rentier Sie gismund Mamelok hat die jüdische Gemeinde Breslau zur alleinigen Erbin seines Vermögens gemacht. - Die Gemeinde erbt damit 430000 Mark nach Abzug aller Unkosten-" — In Pleß ist am 14. d. M. der Rabbiner Dr. David Rau gestorben. Der Entschlafene hat volle zwei Jahrzehnte in der Gemeinde segens-- reich gewirkt. — In München ist ein jüdisches Schwestern- und> Krankenheim eröffnet, worden. Es enthält sieben Zimmer für elf Schwestern und neun Krankenzimmer. — Am 15. d. M. ist in- Dortmund Herr Sally Flörsheim im Alter von 55 Jahren gestorben. Der Entschlafene war eine Reihe von Jahren Vorsitzender des Verbandes der Synagogen-Gemeinden Westfalens und nahm regen Anteil an allen Bestrebungen pxx Hebung des Judentums. Sein frühzeitiges Hinscheiden bedeutet für die westfälische Judenheit einen schweren Verlust. — DieJsraelitische Frauen-Krankenkasse in Frankfurt a. M. beging das Jubiläum ihres 150jährigen Bestehens. — Der Stadtrat Herr Emil Stiebet in Frankfurt m M., /Vorsitzender des .Vereins zur Förderungder Handwerke unter den israelitischen Glaubensgenossen und Vorstandsmitglied des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen, feierte seinen 70. Geburtstag. —. In Czernowitz verschied eine 103jährige Frau, Frau Lea Berkowicz. Ihr Mann,' Saul Jossel Berkowicz, mit dem sie 89 Jahre verheiratet war und der jetzt 10.1 Jahre zählt, ist noch am Leben. Von ihren 13 Kindern leben noch vier. — Anläßlich des Sankt Savafestes verlieh König Peter dem Rabbiner der Aschkenasimgemeinde von Belgrad, Herrn Ignaz Schlang, den Sankt Sava-Orden..für Kunst und Literatur. Diese Auszeichnung hat bei der serbischen Judenheit allseitige Befriedigung hervorgerufen, da Rabbiner Schlang sowohl bei den Aschkenasim. als bei den Sephardim des Landes als jüdischer Gelehrter, als Schulschriftsteller und Pädagoge sowie als Mann des öffentlichen Lebens in hoher Achtung steht. — Wie aus Sofia berichtet wird, hat die Königin von Bulgarien dem Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis einen Beitrag von 300 Franken zur Beköstigung armer jüdischer Schüler überwiesen, während der König in einem längeren Gespräch mit dem Oberrabbiner diesem lebhaftes Interesse für die jüdische Gemeinde in Sofia bekundete. — Aus London wird gemeldet: Die häufigen Angriffe auf die Juden in der Presse und im Gemeinderat, die durch die Houndsditch-Affäre verursacht sind, haben eine Anzahl angesehener christlicher Einwohner des East End veranlaßt, einen Verein zum Schutze der Juden zu bilden. Der Verein wird nächstens seinen Arbeitsplan veröffentlichen.— In dem Bibliothekssaal des Institut Pasteur in Paris werden demnächst die Büsten, der großen materiellen Förderer des Instituts Aufnahme finden, darunter die Büsten Barons Alphonse de Rothschild, M. Osiris und Frau Furtado-Heine. — Die Professur für hebräische Sprache am College de France in Paris, welche seit 1631 besteht, soll infolge eines Beschlusses des Profefforenkollegiums (21 Stimmen gegen 14) .aufgehoben werden. Männer wie Salomon Munk und Renan bekleideten einst diese Professur. — In Wilna soll eine jüdische Uebersetzung der Werke Tolstois herauskommen. Als Anhang werden noch fünf Monographien geplant, eine davon aus der Feder Achad-Haams: „Tolstoi und sein Verhältnis zum Judentum". — Nach einer uns soeben zugegangenen. Nachricht hat der nordamerikanische Staatssekretär für Handel und Gewerbe, Dr. Nagel, sich durchaus für die von der jüdischen Wohlfahrtsvereinigung, insbesondere von dem „Hilfsverein der Deutschen Juden" sowie von der russischen I. T. O. unternommenen planmäßigen Ueberleitung jüdischer Auswanderer nach Arbeiter und Handwerker bedürftigen Staaten des Südens, vornehmlich Texas', ausgesprochen, wobei die Negierung der Vereinigten Staaten die Arbeit obiger Vereine als zweckmäßig und patriotisch bezeichnete. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraftr. 58. „Nach dem Süden“ Bäder, Kurorte, Heil-Anstalten, Hotels, Restaurants, Pensionen österreichische Riviera Saison das ganze Jahr. Klimatischer Winterkurort und Seebad. — Prospekte gratis durch Kurkommission, Südstrand 21. A hlia 71 a Neues Kurhaus m|t Dependance. Sanatorium Dr. Franz Schalk. Modernst eingerichtete Anstalt f. diätet.-physikal. Heilverfahren. Zentralheizung. ' Lift. ■ M G d. 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