Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1911)
- Date
- 1911-01-20
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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MUKN^a^AUMM m;, , Von May und Fern. --- Dev bekannte Schriftsteller und Humorist Alexander Moszk'owski beging am 15. d. M. seinen sechzigsten Geburtstag. -7 Aus Posen wird uns geschrieben: .'Wie sehr^.in ^uüserer Provinz die jüdische' Eknwohnerzahb und ' mit? ihr auchdie öffentlichen Volksschulen- und die Zahl der jüdischen .Schulkinder zurückgehen, betveist die Statistik, daß unter 1169 evangelischen Schulen mit 1610 Lehrern, . 38 Lehrerinnen. . .2094 Schulklassen und 95 248 Schulkindern, 1455 katholische. Schulen mit; 2430 Lehrern, 97 Lehrerinnen, 3831 Schulklassen, 224330 Schulkindern, nur 54 jüdische Schulen mit 63 Lehrern, einer Lehrerin, 66 Schulklassen und 1133 Schulkindern vorhanden waren. Kein Wunder, daß nach und nach öffentliche jüdische Volksschulen zur Auflösung gelangen. So kann auch die Schule-in Rogowo sich nicht länger halten, nachdem nur noch drei Kinder die Schule besuchen. — Der in Berlin kürzlich verstorbene Kaufmann Herr Abraham Meier ist auf dem jüdischen Friedhof in Schub in beigesetzt worden. Deo Dahingeschiedene hat die letzten Feldzüge mit Auszeichnung mitgemacht und hat infolgedessen das Eiserne Kreuz erhalten. — Herr Dr. Leo Bürwald, ein Schüler des Breslauer jüdisch-theologischenSeminars,ist zum Rabbinatssubstitut der jüdischen Gemeinde in München gewählt worden. — Herr Kommerzienrat Theodor Löwensohn in Fürth hat 50OO0Mark zur Sicherung der von ihm in Kadolzburg gegründeten Walderholungsschule gestiftet. Die Stiftung trägt den Namen der Frau Rosa des Kommerzienrats: — In Augsburg ist der Privatier Herr Oswald Binswanger im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Dahingeschiedene war ein treuer Sohn seines Glaubens und genoß hohes Ansehen bei allen, die ihn kannten. Die Armen und Bedrängten, ohne Unterschied der Konfession, verlieren in ihm einen großen Wohltäter — Die Israelitische, Religions-Gesellschaft in Gießen, die sich bei der Stadt wegen Anlegung eines konfessionellen Sonderfriedhoss vergeblich bemüht hatte, versucht nun im Verwaltungsstreitveriahren dies zu erreichen und hat dieser halb die Stadt beim Kreisausschuß verklagt. Der Oberbürgermeister bestrstt in der mündlichen Verhandlung die Zuständigkeit des Kreis, ausschusses. Er, der Bürgermeister, habe als zuständiger Beamter die Anlage eines konfessionellen Sonderfriedhoss, weil ein Bedürfnis dafür nicht vorliege, versagt. Gegen diese Entscheidung sei nur die Beschwerde an den Kreisrat und an den Minister zulässig. Der Kreisausschuß setzte die Verhandlung aus, um sich über den Einwand schlüssig zu machen. — In Heidelberg ist dieser Tage der berühmte Staatsrechtslehrer Geheimer Hofrat Professor Dr. Georg Jellinek im Alter von 60 Jahren plötzlich gestorben. Georg Jellinek, ein Sohn des berühmten Wiener Rabbiners Adolf Jellinek, trat nach Absolvierung seiner Studien im Jahre 1874 in den österreichischen Verwaltungsdienst, aus dem er jedoch schon fünf Jahre später wieder'ausschied, um sich in Wien als Privatdozent zu habilitieöen. In schneller Folge - würde - er in Wien außerordentlicher und in Basel ordentlicher Professor, bis ihn die ehrwürdige Rupertö Carola Universitätberief' zu deren Zierden er bis zu seinem Tode gehörte. — - Nach mehrwöchentlicher ^Krankheit starb am 7. d.'M. eines der angesehensten Mitglieder der Stutt garter israelitischen Gemeinde, Oberregierungsrat Z)r. - Nathan Schm al. Er war Rechtsanwalt und öffentlicher Notar, vortragendes weltliches Mitglied der K. Israelitischen Oberkirchenbehörde, der er drei Jahrzehnte lang an gehörte, und Ritter I. Klasse des Friedrichsordensi; Bei der unter großer Beteiligung stattgefur. denen Beerdigung wurden die Verdienste des Verstorbenen, besonders um die Verwaltung' der Israelitischen Oberkirchenbehörde, vielseitig gcwürdigt. — Dem ,-Neuen Wiener Tagblatt" zufolge spendete der Rentier Dr. Horace Landau 350000 Kronen der Wiener Akademie der Wissenschaften für wissenschaftlich^ Zwecke. — Dem Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde, in Wiener-Neustadt, Herrn Benjamin Weiß, welcher vor einigen Wochen sein vierzigjähriges Amtsjubiläum gefeiert hat, wurde vom österreichischen Kaiser die Ehrenmedaille für vierzigjährige treue Dienste verliehen. — Aus Paris wird gemeldet, daß Baron Gustav v. Rothschild infolge seiner geschwächten Gesundheit das von ihm über 50 Jahre bekleidete Ehrenamt als Präsident des Pariser jüdischen Konsistoriums niedergelegt hat. — Der kürzlich verstorbene London er Finanzier Lord Swaithling-Montague, eine der Stützen der liberalen Partei, war in England als Sohn deutscher Eltern, die Samuel hießen, geboren und hat sich vom kleinen Bank-Clerk zum Finanzmagnaten ersten Ranges aufgeschwungen, dessen Ruhm zeitweilig den seines konservativen Gegenpols in der englischen Finanzwelt, des Lord Rothschild überstrahlte. ' Königin Viktoria erhob den Bankier Samuel in den Adelsstand; er nannte sich seither Sir Samuel Montague. Vor mehreren Jahren wurde er Peer des Reichs unter dem Namen Lord Swaithlrng. Er ist über 80 Jahre , alt geworden und war stets ein treuer Sohn seines Glaubens.— Der Hohepriester der Samaritaner weilt jetzt zum zweitenmal in London. Der Zweck seiner Reise ist eine Unterhandlung mit der Universität Cambridge, welche von den Samaritanern eine in ihrem Besitze befindliche, 800 Jahre alte Thora-Rolle abkaufen will. Die samaritanische Sekte lebtbekanntlich in Rabulus in Palästina. — Im New Yorker „Heim für Jakobs Töchter" beging dieser Tage Frau Ester Davis in verhältnismäßiger Rüstigkeit ihren 117. Geburtstag. Die.greise Frau erinnert sich noch deutlich des Rückzugs Napoleons aus Moskau, bei welcher Gelegenheit sie den verschmachteten französischen Soldaten eigenhändig Erfrischungen gereicht hatte. — Der Richter Julian Mack in Chicago, der sich auch viel mit jüdischen, insbesondere -mit Wohltätigkeitsangelegenheiten befaßt, ist an den obersten Gerichtshof in Washington berufen worden. L'craniwvrtlichcr Redakteur.: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraftr. 58. „Nach dem Süden“ Bäder, Kurorte, Heil-Anstalten, Hotels, Restaurants, Pensionen IID DII71A österreichische unnllflil Riviera fl U U fl 111 fl Saison das ganze Jahr. Klimatischer Winterkurort > und Seebad. — Prospekte gratis durch Kurkommission, SUdstrand 21. f ■ ■ a Gd.Hotel desEtrangers ■. fl |flfll( 1. Ranges. Gute Küche. ' AI I Mod. Komfort. Zentrum d. Stadt. Mäss. Preise, i D. 0. V. Deutsche Bedienung. BASEL Grand Hotel & Hotel Euler a. Zentralbahnhof. Familienhotel ra. jedem modernen Komfort. Appartements sowie Einzelzimmer mit Privatbädern. Basel Schweiz Grand- Hotel Viktoria & National. Am Zentralbahnhof gelegen. Haus I. Ranges, mit allem Komfort der Neuzeit ansgestattet. Paul -Otto, Besitzer. Atihapia Neues Kurhaus ruiuaua mit Dependance. Sanatorium Dr. Franz Schalk. Modernst eingerichtete Anstalt f. diätet.-physikal. Heilverfahren. Zentralheizung. Lift'. BASBLi. Gd. Hotel de FUnivers am Zentralbahnhof. 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