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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-01-13 · Heft 2 (13.1.1911) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 2 (13.1.1911)
Date
1911-01-13
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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sind; gewiß zur Aufmunterung dienen müssen, die in' so vielen Be» zirken schwierigen Vorbereitungsarbeiten fortzusetzen und. daß die- - selben Hoffen lassen, Laß diese Arbeiten auch mit sehr günstigem Erfolge, zu Ende geführt werden. Hierauf -erstattete der .Schriftführer HerrM. Schmidt das Referat über den heutigen Stand der Aktion, inbem er zuvor die zahlreichen Korrespondenzen und Zuschriften aus -Amerika, Deutschland, Frankreich, England, .Holland, Rußland, Türkei, Schweiz usw. verlas. An derHand dieser Zuschriften entwarf derselbe ein Bild, des heutigen Standes der Emigrationsbewegung im - allgemeinen sowie des Interesses, welches die Idee der Einberufung eines Kongresses zur Beratung sämtlicher jüdischer Emigrationsangelegenheiten überall gefunden hat. Von besonderer Wichtigkeit waren die Zuschriften russischer und englischer. Finanzfachleute und Bankinstitute, die sich mit der Notwendigkeit der Schaffung eines Finanzinstituts in Form einer Emigrationsbank befassen und die Förderung eines solchen Unternehmens zusichern. Nach eingehender Debatte, an welcher sich die Herren Kultusvorsteher Dr. Samuelh, Vizepräsident dieses Vorbereitungskomitees, und ■ Dr. Halpern, welch letzterer die Frage besonders vom Standpunkt der galizischen Juden beleuchtete, ferner die Herren Dr. Knoepfmacher, Dawidowitsch, Dr. Bloch und-Jakob Krauß beteiligten, und innerhalb welcher die Herren Dr. Samuely, Dawidowitsch und M. S ch midt über die Erfahrungen, welche sie - auf ihren ad Iwe erfolgten Reisen gemacht haben, zur Kenntnis brachten, wurde folgender Antrag einhellig angenommen: .Nach Anhörung der Ausführungen des Präsidenten Dr. Gustav Kohn und des vom Schriftführer M. Schmidt erstatteten Berichts über die Vor. bereitungen zu dem in Wien einzuberufenden Emigrationskongresses bestimmt das Komitee, bezugnehmend auf den im September gefaßten Beschluß, den Kongreß in der ersten Hälfte des Jahres 1911 einzuberusen, die Vorarbeiten zu demselben, sortzusetzen und seine besondere Aufmerksamkeit der Schaffung neuer Jmmigrationsmöglichkeiten für die jüdischen Auswanderer, der detaillierten Ausarbeitung des Emigrationsbank-Projektes und:-der-,Verhandlungenmit d«r in Betracht kommenden Finanzkreisen zuzuwenden. Das Komitee billigt die in den Kongreßangelegenheiten vom Präsidenten Dr. Gustav Kohn unternommenen Schritte, drückt ihm sein volles Vertrauen und seinen Dank aus und wünscht die Arbeit im-Aufträge des Komitees -fortzusetzen-und zu finalisieren." Es wird demgemäßdie Fortsetzung der Arbeiten und die Einberufung des Komitees in 'einigen Wochen zur weiteren Besprechung beschlossen. Von Osh und jfrru. ^.Berliner Tageblatt" wird aus Petersburggemeldet^ :lich ist der Annenorden mit Brillanten verliehen'^ >4$ h, — Dem Professor Ehrl worden, eine Auszeichnung, die bisher von Gelehrten nur Pasteur zuteil geworden ist. Der Prinz von.Oldenburgder Ehrenkurato.r des Instituts für Experimentalmedizin, ist von Petersburg im Aufträge des Zaren nach Deutschland gereistum dem- Gelehrten den hohen~ Orden persönlich zu übergeben. — An der Front des Hauses Spandauer Straße 68 ist im Jahre 1905 eine Gedenktafel für Lessing angebracht worden, der von 1748 bis 1751 dort gewohnt hat. Im Hofraum desselben Hauses erinnert die. Inschrift auf einer' großen eingemauerten Steinplatte daran, daß hier, auch Moses Mendelssohn .einst gewohnt hat. Die Inschrift lautet: ^Jn diesem Hause lebte und wirkte Unsterbliches Moses Mendelssohn, geboren in Dessau 1729, gestorben in Berlin 1780." Die-Steinplatte ist zu groß, um auch am Vorderhause Platz finden zu können. Es soll deshalb auf städtische Kosten eine ent- . sprechend kleinere Gedenktafel mit der gleichen Inschrift am Vorder- 1 hause angebracht werden. — Herr Dr. Arthur Levy, ein Schüler^ des Berliner Rabbiner-Seminars, ist zum Rabbiner des Schöne, berger Religionsvereins (Synagoge .Münchener Straße 37) gewählt worden. — Dem außerordentlichen Professor für Botanik an der Berliner Universität Dr^Paul Wilhelm Magn us wurdeLer Charakter als Geheimer Regierungsrät verliehen. - In Krojankeist der Kaufmann Herr Die Lösung eines alten Problems. unühungen können wir die Lehre ziehen, daß. auch bei der Herstellung -eines Nährmittels nicht "ein konzentrierter Ersatz der gewöhnlichen o,.,. . ...... ... ... - . ... „. , .. . Nahrung als-erstrebenswertes Ideal vorschweben soll, sondern daß hier In.Laren- und Aerztekrersen ist allgemein die Ansicht verbreitet,Wissenschaft vor eine ganz andere Aufgabe gestellt ist. daß die Bestrebungen,- durch sogenannte künstliche Nährmittel die Ernährung zu fördern, in engem Zusammenhang mit der modernen Entwicklung der Heilkunde und Chemie ständen. Medizinische Geschichtsforschungen haben jedoch die Tatsache zutage gefördert, daß schon der vielumfassende Geist des großen-Preußenkönigs Friedrich den Problemen der Nährmittelfäbrikation nachforschte. Es erscheint von kulturhistorischem Interesse, zu vergleichen, welche Verschiedenheit die damaligen und die heutigen Bestrebungen aufweisen, zumal da hierin die Ursache liegt, warum die älteren Versuche kein greifbares Resultat förderten. Es war ein in Frankreich, wahrscheinlich von Parmentier, erfundenes Nährpulver — pouclrs ä'alimsnt — das Friedrich dem Großen wert erschien, erprobt und nachgeahmt zu werden. Als das erstrebenswerte Ziel galt der völlige Ersatz der Nahrung in der Weise, „daß ein Mensch acht und mehrere Tage ohne weitere Nahrungsmittel sich er-, halten sollte". Dem entsprach auch die Anordnung der Versuche, die' so.vorgenommen wurden, daß man „einen Offizier und dreh Grenadiere - von verschiedenem Appetit und. ungleicher Komplexion, mit völliger Feldeguipage. täglich zwey Meilen marschieren und noch außerdem militärische Hebungen anstellen ließ, ohne sie währenddem mit etwas anderem als gedachtem Pulver zu unterhalten". Es gibt drei Klassen von Nährstoffen: die Fette, die zuckerbildenden Stoffe und die Eiweitzstoffe. In den Nahrungsmitteln finden wir die A Fette^und zuckergebenden Stoffe rein und von bester Beschaffenheit; das Eiweiß dagegen ist in den natürlichen Nahrungsmitteln nicht reinvorhanden, sondern stets von anderen Stoffen begleitet, die für das Eiweiß die Rolle des Ballastes oder der Verunreinigung spielen. Daher ist für ein reines Eiweißpräparat ein natürliches Bedürfnis vorhanden. Die Aufgabe, die die Ernährungslehre nun stellt, ist also die, ein reines Eiweiß darzustellen, das geeignet ist, auch von den zartesten Verdauungsorganen leicht ausgenommen zu werden. Eine zweite Aufgabe besteht darin, außer den Körperzellen auch den Nervenzellen die wichtigsten Nährstoffe zuzuführen. Der wichtigste Nervennährstoff ist nun das Glhcerophosphat, der. wirksame Kern der Lecithine. Nervennährstoff mit reinstem Eiweiß zu einer innigen Verbindung zu. vereinenwar die—höchste-Aufgabe,--die di^-Ernährungslehre--stellte,; und diese Aufgabe ist nunmehr gelöst: Seit zehn Jahren sind wir in dem glücklichen Besitz eines Nährmittels, das die höchsten an ein solches zu stellenden Anforderungen in unübertrefflichem Maße-erfüllt. Es ist das Sanatogen; welches, soeben einen zehnjährigen Siegeslauf durch die Welt der Kranken und Schwachen vollendet hat. Ohne Uebertreibung dürfen wir das Sanatogen als ein wertvolles und kost- K-8"äs***^•to«-'- .Uevertrervung Durren wlr oas <L>anarogen ais ein werrvou.es uno ronfÄ* * 'b°-°s Nährmittel bezeichne,,;, es besteht nämlich aus. reinstem Milch. auch für die. „Komplexion" der frideriziänischen Militärs, daß der zur Untersuchung der Angelegenheit bestellte Ausschuß anfänglich den Eindruck gewann, die gezeitigten Erfolge entsprächen den gehegten Erwartungen.- Bald erkannte jedoch der mit nüchternem Blick begabte König, „daß die Magazine und Kantonierungsquartiere doch würk-! samer zur Erhaltung der Soldaten sehen". Es schien ihm daher „nicht ratsam zu fehlt,' durch solche Arbeitlängere Zeit undKosten verpulvern zu lassen". Die leitende Idee bei diesen Versuchen war, ein Nährpulver: zu gewinnen, das in vollem Umfange die gewöhnliche Nahrung ersetzen könne... Dieser Gedanke aber, der zu Friedrichs Zeiten vorwiegend aus militärischen Gründen einer näheren Prüfung für wert erachtet wurde, hat in der Folgezeit, die ersten Naturforscher, die seine medizinische und volkswirtschaftliche Bedeutung -mit ^klarem Blick'erkannt hatten, viele Jahre hindurch aufs eingehendste beschäftigt. Bekanntlich ist Justus von Liebig als, einer der ersten der Frage, nähergetreten„ die Nahrungsmittel speziell für Zeiten der-Not direkt durch „künstliche" Nährstoffe zu ersetzen. Die Erfahrung hat jedoch.gelehrt, daß diese-Auffassung der Nährmittelfrage unzutreffend ist. Die. Versuche des-Alten Fritz und die ältere Liebigsche Auffassung sind insofern. auchcheüMnoch lehrreich; --kenn aus,bem Scheitern, aller dieser Be- . r * _»__?.„.. eiweiß und jenem wichtigsten Nervennährstoff.- Diese beiden Stoffe sind im Sanatogen chemisch miteinander verbunden und vermögen' so besonders leicht eine kräftige Wirksamkeit auf den geschwächten Organismus zu entfallen. Der. beste Beweis ist der Erfolg. Wie jener historische Mißerfolg den Denkfehler der älteren Auffassung von den Nährmitteln därtut, so beweist der im Lauf eines Jahrzehnts errungene ungeheure. Erfolg ches Sanatogens, daß die Hauptziele der künstlichen Ernährung gegenwärtig erreicht sind. , . " ' -. Wie bei dem heute üblichen regen Gedankenaustausch .nicht anders zu erwarten ist. sind' die zustimmenden Veröffentlichungen aus-maßgebenden Kreisen außerordentlich zahlreich. Mehr alsc 120' Abhandlungen in medizinischen Zeitungen und 12 000 direkte Zuschriften von Aerzten beschäftigen sich mit ' den günstigen Resultaten der Sanatogenwirkung. Die wichtigsten Aeußerungen sind in Form einer vornehm ausgestattetenneuen illustrierten Broschüre mit einer genauen Darlegung, in welcher Weise. Sanatogen auf den geschwächten: Körper wirkt, zusammengest ellt. die von den Sanatogen-Werken; Berlin 8M 48 Interessenten gern-köstenlos-.zugesändt:wird'.- J '

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