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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-11-04 · Heft 44 (4.11.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 44 (4.11.1910)
Date
1910-11-04
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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(Stabtrat Geheimer Kommerzienrat Aronsohn feierte seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Namens der Regierung überbrachten ihm Regierungspräsident Dr. v. Gärenther und Oberregierungsrat Schecho, namens der Stadt der Erste Bürgermeister Mitzlass und Stadtverordnetenvorsteher Professor Dr. Bocksch Glückivünsche: ferner erschienen noch Deputationen der Bromberger Handelskammer und der Stadt Wisiik, deren Ehrenbürger der Jubilar ist. Geheimer Kommerzienrat Aronsohn schenkte der Stadt Bromberg das Originalbronzebild „Die Bogenspannerin" von Lepke, das in den Anlagen am Stadttheater errichtet wurde. — Schrim m. Dem Notar, Justizrat Citron hierselbst ist bei seinem Ausscheiden aus dem Amt' der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden. er. Breslair, 31. Oktober. Am 30. d. M. wurde hier eine stark besuchte Versammlung, die sich mit der Falascha-Ängelegenheit beschäftigte, abgehalten. Die Einladung zu der Versammlung war von 13 angesehenen Herren unterzeichnet worden, die den verschiedensten Richtungen angehören Die Falaschasrage wurde von einer Anzahl Rednern eingehend erörtert, besonders von den Herren Rabbinern Dr. 'Rosenthctl. und Dr. Guttmann, Justizrat Joel, Dr. Braun, Wilhelm Kober — dem Vorsitzenden —und Justizrat Koppel. Herr Dr. Faitlov itch griff mehrfach zustimmend, ' aufklärend oder widersprechend in die Diskussion ein. Der Wunsch, sich an dieser Rettungsaktion zu beteiligen, war allgemein. . Es wurde ein Komitee gewählt, bestehend aus den Herren Justizrat Breslauer, Dr. Brann, Professor Leopold Cohn, Rabbiner Dr. Guttmann, Justizrat Hirschberg, Justizrat Kempner, Justizrat Joel, Wilhelm Kober, Dr. Köbner, Justizrat Koppel, 5. Laqueur, M. Markus, Rabbiner Dr. Rosenthal, Dr. Sandler, H. Schachtel, Professor Wohlauer. Es wurden an vorläufigen Mitgliederbeiträgen einige hundert Mark gezeichnet. IV. Glogair, 30. Oktober. Der praktische Arzt und Stadtverordnete Dr. Gabriel, Hierselbst, feierte seinen 80. Geburtstag. Er ist eine der wesentlichen Stützen des Fortschritts im hiesigen Wahlkreise und dem angrenzenden Gebiet, ein alter, kühner Fortschrittsmann, der in allen Kreisen, auch in den Ärbeiterkreisen. wegen seiner Menschenfreundlichkeit, menschlichen Gesinnung und Tätigkeit das größte Ansehen genießt. Tr. Gabriel lebt noch heute in dem Ort, in dem er por 80 Jahren geboren ist. Seit 1867 ist er Stadtverordneter in Glogau, seit 1876 Mitglied des Kreistages. Seit beinahe 50 Jahren (Im 1. Januar nächsten Jahres ist das halbe Jahrhundert um) gehört er der Repräsentanten-Versammlung der jüdischen Gemeinde an. — Görlitz, 31. Oktober. Herr Handelsrichter Artur Katz hat, wie bereits mitgeteilt, anläßlich seiner silbernen Hochzeit der hiesigen Synagogengemeinde 10 000 Mark überwiesen. Die Zinsen dieses Kapitals sollen dem Beamtenpensionsfonds zufließen. .Weiter hat Herr Artur Katz der Handelskammer für die preußische Oberlausitz zum Zwecke von Abzahlung von auf dem Handelskammerhause lastenden Hypotheken schenkungsweise 25 000 Mark überwiesen. Mit diesen Schenkungen hat Herr Handelsrichter Katz neue Beweise von hochherziger Gesinnung gegeben. 'Wie bekannt, ließ er seinerzeit in Rauschwalde einen Kinderhort errichten, und auch der Handelskammer hatte er einst aus Anlaß des Schulhausbaues ansehnliche Unterstützung zuteil werden lassen. Ebenso sind hiesige Vereine ihm für Schenkungen zu Dank verpflichtet. Oesterreich-Ungarn. K. Wien, 28. Oktober. An das Präsidium der israelitischen Kultusgemeinde in Wien ist folgende Zuschrift gelangt: „Seine kaiserliche und königliche Apostolische Majestät haben die von der österreichischen israelitischen Kültusgemeinde aus Anlaß des Allerhöchsten 80. Geburtsfestes alleruntertänigst unterbreitete Glückwunschadresse mit -besonderem Beifall huldvollst entgegenzuuehmen und die Bekanntgabe des Allerhöchsten Dankes an die Einsender allergnädigst anzuordnen geruht. Hiervon setze ichdas geehrte Präsidium über Erlaß, des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 5. Oktober 1910, zur eigenen Wissenschaft und mit der Einladung in Kenntnis, die übrigen Beteiligten in geeigneter Weise zu verständigen. Der Statthalter." — Sonntag, den 23. Oktober beging Rabbiner Benjamin Weiß in Wiener-Neustadt das 40jährige Jubiläum seines seelsorgerlichen Wirkens in dieser Gemeinde. Aus diesem Anlasse ^fand um 4 Uhr nachmittags im israelitischen Tempel eine Festfeier statt, bei welcher Rabbiner W. Reich aus Baden die Festrede hielt; auch der Jubilar hielt eine Festpredigt, die auf alle Festzuhörer einen ergreifenden Eindruck machte. — Der in Wörishofen verstorbene I o s e f T r i t s ch, ein geborener Prager, hat in seinem Testament ein Kapital von etwa 460000 Kronen zur Begründung von drei Stiftungen für israelitische Blinde, für Sieche und Geisteskranke in Böhmen; bestimmt. Außerdem hat er seine Einrichtung in Obermais bei Meran im Werte von 60000 Kronen dem Meraner Asyl zediert. Der Rest des eine Million Kronen betragenden Vermögens fällt teils den Verwandten, teils Armen zu. — Zum Nachfolger des Direktors des Rothschild-Spitals wurde Primarius Dr. Karl Fleischmann ernannt, der bereits die Direktion des Rothschild-Spitals übernommen hat. — Die israelitischen Neligionslehrer an den Wiener Volks- und Bürgerschulen hatten aus Anlaß des 80. Geburtstages des Kaisers im Festsaale der israelitischen Kultusgemeinde eine solenne Festfeier veranstaltet. Schulinspektor. Moritz Kanitz hielt eine patriotische Ansprache, und es wurde ein Telegramm an das Hoflager gesendet. Nun ist an Professor Kanitz folgendes Schreiben gelangt: „Seine Exzellenz der Herr Stadthalter für Oesterreich unter der Enns hat im Allerhöchsten Aufträge für die zur Feier des 80. Geburtstages Seiner Majestät zum Ausdruck gebrachten alleruntertänigsten Glück- und Segenswünsche den Beteiligten den Allerhöchsten Dank bekanntgegeben. Hiervon setze ich Euer Wohlgeboren als Vorsitzender in Kenntnis. Der Bürgermeister Dr. Neumayer." — lieber das Fragment „Saul", das am 23. Oktober im Hofburgtheater zu Ehren des unvergeßlichen Künstlers Josef Kainz aufgeführt wurde, lauten die Urteile der berufenen Kritik verschieden. Alle aber stimmen darin überein, daß die Gestalten Samuels, des Propheten, und Sauls, des Königs, dem Dichter am besten gelungen sind. Ferner hebt die Kritik hervor, daß Kainz sich mit den Büchern Samuelis eingehend befaßt hat, bevor er an die Ausarbeitung seines Dramas ging, das leider ein Fragment geblieben ist. Von Ash und Fern. — Geheimer Sanitätsrat Dr. G. Stern erhielt anläßlich seines 50jährigen Doktorjubiläums den Roten Adlerorden IV. Klasse mit der Zahl 50. Die Berliner Universität ehrte den Jubilar durch Erneuerung seines Doktordiploms, ebenso brachten auch die angesehensten medizinischen Gesellschaften Berlins teils durch Entsendung von Deputationen, teils schriftlich ihre Glückwünsche dar. Die Berliner.Stadtvertretung ließ ihren Bürgerdeputierten zu seinem Ehrentage durch Stadtrat Jacoby begrüßen. — Herr Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Senator ist zum Ehrenpräsidenten der Berliner medizinischen Gesellschaft ernannt worden. — Den Charakter als Sanitätsrat haben erhalten: Die Aerzte Dr. Georg Heilmann- Charlottenburg, Dr. Isidor Ostrodzki, Dr. Paul David, Dr. Ludwig Gronau, Dr. Karl Cohn. Dr. Wilhelm Göldmanu. Dr. Oskar Lewin in Berlin. — Herrn Eugen Panofsky, Mitchef der Firma Jaquier und Securius, ist die Rote Kreuzmedaille III. Klasse verliehen worden. — Herr Albert Kirschstein (in Firma Kirschstein & Michaelis) ist zum Handelsrichter am königlichen Landgericht I ernannt worden. — Am 7. November abends 81/2 Uhr findet im Hotel Ruhland, Mittelstr. 60,. eine von der National-kulturellen Vereinigung jüdischer- Akademiker veranstaltete Gedächtnisfeier für den dieser Tage in Odessa verstorbenenbekannten hebräischen Schriftsteller A. L. Lewinski statt. Die Gedenkrede hält Herr Dr. S. Bern feld. — In Königsberg i. P. ist der Vorsitzende der Repräsentanten-Versammlung Herr Hartwig Lazar gestorben. Die Dankbarkeit und Verehrung der. Gemeinde folgen ihm über das Grab hinaus. — Ein Einbruch ist in. der Synagoge zu Schivelbein verübt worden. Es sind den Dieben für' etwa 1000 Mark Silbergeräte in die Hände gefallen. — Am 20. Olkober beging das Jacob Aufseesser'sche Ehepaar in Nürnberg in rüstiger Verfassung das 'schöne Fest der goldenen Hochzeit, —- Der ordentliche Professor der Geographie an der Universität Halle a. S. Dr. phil. Alfred Philippson, ein Bruder des Professor Dv M. Philippson in Berlinhat einen Ruf an die Universität Bonn als Nachfolger des Geheimen Rat Professor Rein erhalten. --

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