Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 41 (14.10.1910)
- Date
- 1910-10-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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von seinem reichen Wissen und Können, sowie von seiner nimmermüden Schaffensfreude in allen Zweigen der Verwaltung und Humanitären Institutionen das glänzendste Zeugnis ablegt. Seitens der Stadt war ihm der Ehrentitel eines Stadtältesten und seitens der von ihm geleiteten Vereine das Ehrenpräsidium übertragen worden. F. Z. Frankfurt a. M., 0. Oktober. Abseits vom Verkehr unserer großen Straßenzüge ist in den letzten beiden Jahren ein Bau entstanden, der jetzt bedeutungsvoll in die Reihe der Bauwerke eintritt, die das architektonische Bild Frankfurts bestimmen: die neue Westend-Synagoge, die die israelitische Gemeinde an der Kreuzung der Königsteinerund der Altkönigstraße hat errichten lassen. Die Synagoge, die ihre Front der Königsteiner Straße züwendet, zeigt sich als knppelüberwölbter Zentralbau, dem ein Vorhof vorgelagert ist und um den in wirkungsvollen Giebelfronten Vorhalle, Seitenschiffe und ein die Estrade der Kultushandlungen und den geräumigen Trausaal enthaltender Bauteil geschart sind. In die Ecken dieser Giebelbauten sind in kleineren Proportionen Räume für die Garderobe, Zimmer für die Vorsteher, den Rabbiner, den Kantor angebracht; auf jenem schmäleren Teile des Grundstücks, der die Königsteiner Straße entlangzieht, schließt sich das Gemeindehaus an die Synagoge an. Der Eindruck des Außenbaus ist voll gehaltener Ruhe, ernst, würdig und vor allem durchaus organisch. Die Formen sind groß und einfach, keine überflüssige Dekoration zieht die Aufmerksamkeit von den reinen, tektonischen Linien ab. Lisenen gliedern die Fronten, Medaillons mit heraldisch stilisierten Löwen, die die Symbole des jüdischen Glaubens halten, beleben die Giebel. Man versteht ohne weiteres, daß hier der Jnnenbau aus sich heraus die Außenform bestimmt hat. Das Material des Bauwerks ist Muschelkalk, der in seiner porösen Oberfläche etwas von der Belebtheit einer Epidermis hat. Eine wuchtig drückende, kuppelüberwölbte kleine Vorhalle nimmt den Eintretenden auf, der einen kleinen, von einem nicht minder wuchtigen, pyramidalen Brunnen beherrschenden Hof überschreitet und in die Synagoge eintritt. Sobald er die Promenadenhalle der Synagoge durchschritten, steht er unter dem großen, dem überwältigenden Eindruck der Kuppelsorm. Ein Gefühl des Freiseins, der Erhebung in ungemessene Weite überkommt ihn, wie es eben nur der Zentralbau, der das Gefühl nicht in bestimmende, begrenzende Linien bannt, zu geben vermag. Der farbige Eindruck des Baus wird durch den Akkord von Blau und Gelb bestimmt. Säulen, die mit gelbem Marmor überzogen und deren Kapitale blau und gelb-bemalt sind, tragen die Emporen der Seitenschiffe und ' der Wandelhalle. Die Wände sind mit gelbem und grauem (also für blau vikarierendem) Marmor in geometrischer, triangulärer Konfiguration überzogen. Die Wölbungen und Wände der Emporen, die Zwickelfelder zeigen eine Verputzfläche von kräftigem Braun, von dem sich bei den Emporen sparsaine Ornamentfleckchen, bei den Zwickelfeldern goldleuchtend die lapidaren Buchstaben hebräischer Inschriften abheben. Die Kuppel ist in blau und braun, ebenfalls durch Verputzarteit, kassettiert. Goldschimmernd, leicht und frei schwebt der Lüster, in konzentrischen Kreisen der Lichter nach unten sich verjüngend und in seinem Feuer von farbigen Glassteinen gesteigert, in den Raum herab. Wuchtig breite Ornamentlinien deren- Blau durch ein lichtes Grün vertieft wird und deren Braun in Gold ausstrahlt, bringen die tektonischen Linien des Raumes zur Anschauung, begleiten die Brüstung und Wölbung, die die Emporen abschließt, bilden zusammen mit einer Kette gelber Fenster den Kranz, auf dem die Kuppel aufsitzt. Nur im Grunde, dort, wohin die Blicke sich richten, wo der Rabbiner predigt und der Vorhang die Thorarollen verhüllt, ist tas Gelb zu einem feierlichen Weiß aufgelichtet, im Marmor des Pults und der Säulen und in der Bemalung der Brüstung, und bildet zusammen mit dem Golde einen festlichen Zweiklang. Trotzdem der Bau in seinem konstruktiven Bestände durchaus ein Werk der modernen Zeit, ein Werk moderner Eisenbetonkonstruktion ist. sucht er, — und das Recht wird man ihm nicht bestreiten dürfen, — in seiner dekorativen Ausgestaltung eine Fühlung mit altjüdischer Tradition zu gewinnen. Einen spezifisch jüdischen Stil hat es wohl kaum gegeben. Zur Zeit des jüdischen Nationalstaates mögen die Einflüsse ägyptischer und assyrischer Kultur die Formen jüdischer Tempelarchitektur bestimmt Ich bin nicht nervös weil Kathreiners Malzkaffee mein regelmäßiges Morgengetränk ist. Gothaer Lebensversicherungsbank a. G. Versicherungsbestand am 1. Oktober 1910 . . 1036 Millionen Mark Bisher ausgezahlte Versicherungssummen . . . 577 Millionen Mark Die stete hohen Uebersohfisse kommen unverkürzt den Versicherungsnehmern zugute», bisher wurden ihnen 272 Millionen M. zurückgewährt Sehr günstige Versicherungsbedingungen. Unverfallbarkeit. - Weltpolioe. - Unanfechtbarkeit. Prospekte u. Auskunft kostenfrei durch die Anstalt in Gotha od. deren Vertreter. il An diesem Schild sind die Läden erkennbar, rar ■ Hin denen SINGER Nähmaschinen verkauft werden. Mustergültig m Konstruktion und Ausfürhung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch und Industrie. IJL Singer Go. Nähmaschinen Act. Ges. BERLIN, Leipziger Sirasse 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. IT L-h f«r> fil/fi | f«4* n 71/1 Hotel Prinz Heinrich 1. I Cl.il IVi 14 1 C CT.« XT!• « am Hauptbahnhof « Ruhig im Garten gelegen. 130 modern eingerichtete Zimmer von 2 M. an. Keine Konfessions-Bevorzugung. W. Bopp, Besitzer. 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