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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-09 · Heft 36 (9.9.1910) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 36 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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zeugungstreuer-Jude und als guter Hebräist bekannt. In Paris gibt es noch zwei ' alte Friedhöfe, die schon seit Jahrzehnten geschlossen sind; der ein^ im'VilletteViertel gelegen, war "von der portugiesischen Gemeinde gegründet worden um das Jahr 1770, .der andere, der sich in Montrouge' befindet, gehörte der Aschkenasischen ' -Gemeinde. ' Nun hat vor kurzem ein Eigentümer dem Pariser Konsistorium für eine Parzelle eines dieser Friedhöfe das hübsche Angebot von' 100000 Franken gemacht. Dieses Angebot wurde jedoch aus Gründendes Pietätsgesühls abgelehnt. Man kann das Konsistorium' dazu nur beglückwünschen, wenn es auch nicht mehr als seine Pflicht getan hat. — Die englische Regierung hat die folgenden Werke des englisch-jüdischen Malers Simeon I. Solomons für das „Victoria und Albert-Museum" erworben; Eine Federzeichnung „Jephtah und seiner Tochter", (3860/61), eine Studie für „Hosanna" in Daziels Bibel-Galerie (1864), eine Jllusiration'zu Ezekhiel, Kapitel XVI (1865), eine Illustration zu Swinburnes „Hymne an Proserpina" (1883) und eine Aquarellzeichnung eines Engels (1889). -r Auf den städtischen Weidegründen des Städtchens Ehorbl im Gouvernement Poltawa. weideten bisher friedlich nebeneinander die Rinder und Schafe sowohl der 'christlichen als auch der jüdischen Bevölkerung. Es gab darüber nicht den geringsten-Rassenstreit, auch keine wirtschaftlichen Zwistigkeiten. Dem Stadtoberhaupt von Chorol, einem gewissen Herrn Korus, paßte das als einem „echten Russen" nicht. . Er ließ die Juden zu sich kommen und erklärte ihnen, fortan .nicht mehr als 10 Prozent des jüdischen Weideviehs auf die städtische Weide zuzulassen. Warum gerade 10 Prozent? Weil auch die russische Unterrichtsverwaltung nicht mehr als 10 Prozent jüdischer Schüler zur dürren Weide der russischen Bildungsstätten zuläßt. Die Parität zwischen Schülern und Weidevieh ist somit gesichert. Die Juden von .Chorol aber sollen sich mit der Absicht tragen, den Ministerpräsidenten Stolypin um die gesetzliche Bestimmung eines — Ansiedlungsrayons für jüdische Rinder und Schafe anzugehen. — Die Warschauer Gerichtskammer legte dem Justizminister eineLifte von zwanzig jüdischen Juristen vor,mitdemAntrag. denselben 'n Ne'chtsanwältstitel zu^berkei^eii. * Der Herr Minister lehnte indes den Auftrag der GerichtskamÄer 'ab. ohne die Gründe hierfür anzugeben:'-—/-Jn^eineE-^Ärief^ausHalLstina" wird dem 'i,Fraind"--berichtet:"^Jn^-Veitzter^Beit'ift'^Mt,er7-/den> hiesigen jüngeren Juden eine traurige Erscheinung bemerkbar. Die Emigration aus Palästina nimmt immer größere' Dimensiösten'.'aü" Viele junge Leute sind in letzter- Zeit nach Argentinien ausgewanbert, einige gingen auch nach Australien. Die Emigratiönsbewegung wäre noch stärker, wenn vielen Auswanderungslustig'en nicht' das Geld für' die'Reisekosten mangeln würde. Vor einiger Zeit' kam ein' neuer russischer Konsul nach Jerusalem, und dieser verteilt an alle rüssiHen. Emigranten, die nach Rußland zürückkehren wollen- FreibilleW sür^ die ganze Reise. Da er zu jedem Schiff nur 'eine bestimmte Zahl Billetts ansfolgen kann, ist das Konsulat ständig vonrussischen Juden belagert, die nach Rußlandzurückkehren ^wollen. — Präsident Taft'hat den kaum 19jährigen EthanAllen Weinberg zum nordamerikanischen Konsul in Marokko ernannt. Diese seltene Auszeichnung hat in allen Kreisen der nordamerikanischen Bevölkerung die größte Sensation verursacht. — Dem Berichte des Hanbelsministeriurns der Vereinigten Staaten über die ' Einwanderung im Betriebsjahre 1. Juli 1909 bis 1. Juli 1910, entnehmen wir die folgen den Daten. Während dieser Zeit sind insgesamt 57 551 Juden in Amerika an° gekommen. Das entspricht 13 Prozent der Gesamteinwanderung. Von den Einwanderern waren -15 210 unter 14 Jahre alt, 38 465 standen im Älter zwischen 14 und 45 Jahren und' 3876 wären über 45 Jahre alt. Von den Einwanderern kamen aus Rußland 39 150, Oesterreich-Ungarn 4331, Rumänien 1390, aus verschiedenen anderen Ländern 8580. 60 Prozent der jüdischen Eingewanderten blieben im Staate New Nork. Dem Berufe nach gab es Schneider 8299, Schuster 1125, Tischler 1469, Fabriksarbeiter 3274, Feldarbeiter 1195 Bäcker 481. Fleischhauer 464, Lehrer, Musiker usw. 456. — Nedatteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastr. 83. Aus Bädern und Kurorten. Thermal-- und Moorbad Teplitz-Schönau i. B. Der modernen Zeitströmung Rechnung tragend, hat die Thermalstadt Teplitz-Schönau einen vorbildlichen Schritt getan, indem sie der . Baulust gewisse Normen auferlegt, durch welche die Stadt die erste Gartenstadtanlage nach modernen Grundsätzen in Oesterreich werden wird. Ein ganz verändertes Bild wird mit nächster Saison der Schönauer Konzertplatz bieten. An Stelle des Stesansbades ist der Monumentalbau des Kaiserin Elisabeth-Heilbades getreten, dessen 'Modell das Wohlgefallen Sr.. Majestät des Kaisers auf der Wiener Jagdausstellung auf sich gelenkt hat, und in den letzten Tagen des Monats September wird das ehrwürdige Steinbad dem Spaten zum Opfer fallen. An seine Stelle tritt ein Trinktempel mit Kolonnade. Auch für die Umwandlung des Kurgartens ist ein großzügiges Projekt in Schwebe, für dessen Durchführung die Stadt immense materielle Opfer zu bringen im Begriff ist. Bad Altheide. Die schönen Herbsttage haben unserem Kurorte noch zahlreiche Kurgäste zugeführt, und die Bäder erfreuen sich immer noch starken Zuspruchs. Wenn auch die Saison offiziell am 1. Oktober schließt, so finden später Kommende dort noch Gelegenheit, im Sanatorium, in welchem ebenfalls Sprudelbäder abgegeben werden, eine Kur durchzumachen. Eine Anzahl Logierhäuser hält in diesem Jahre den Betrieb auch während des Winters aufrecht. ■ 2 Aus Montreux wird uns geschrieben: Der heurige, regnerische Sommer, welcher sö viele hinderte, in die Berge zu gehen, hatte für die Hotels in Montreux in puncto Fremdenverkehr einen sehr günstigen Einfluß. Die zahlreichen Hotels waren fast den ganzen Sommer gut besetzt, obwohl fast überall renoviert und für die Herbsisaison hergerichtet würde. Zu den Däusern, welche sich trotz des starken Besuches vollkommen erneuert haben, gehört unstreitbar das so schön, inmitten prachtvoller Gärten, auf einer Terrasse gelegene Hotel National. Die schon im Sommer 1909 begonnenen umfassenden Renovierungen sind nun beendigt. Außer drei weiteren, mit den Zimmern verbundenen Privatbädernwurde eine sehr große Anzahl Zimmer tapeziert und teilweise neu möbliert sowie ein prachtvoller Wintergarten erstellt und vollkommen neu eingerichtet. Es istzweifellos, daß - sich das vorzüglich, geleitete Hotel National durch diese Adaptierungen zu den vielen alten Freunden/ gewiß recht viele neue erwerben-wird. - Bad Salzbrunn. - Das am 28. August in Bad Salzbrunu abgehaltene Festkonzert des Hochwald-Sängergaues .wurde von.über 700 Sängern mit durchschlagendem Erfolge in der Elifenhalle ausgeführt. Nock nie hat eine Salzbrunner Festveranstaltung ein derartig zahlreiches Publikum herangelockt; über 6000 Personen waren, anwesend. Vom 1. September ab wird nur die halbe Kurtaxe erhoben, obgleich sämtliche Kur- und Badeeinrichtungen noch in vollem Betriebe, erhalten bleibett, und auch das Vergnügungsprogramm ''keines Aenderung erfährt. Das Theater schließt am 18- 'September seine Pforten. - ' ... Die Zahl der Kurgäste mit Begleitung beträgt bis zum 31. August . . . . . 8 931 Personen, die Zahl der Durchreisenden . . 8 275 - „ - zusammen 17 206 Personen, ... .-- außerdem 65626 Tagesbesucher/ V. .. Pension Parkham, 53 Salons und Familien «Dependance — Schloss Prinzenhof mit 28 Salons. Streng rituelle Häuser I. Ranges unter Rabbinats - Aufsieht, an schönster Waldlage. Geöffnet 1. April bis 1. Oktober. Prospekt gratis., Max Hecht. Breslau. Jhierga rfen-Slrasse 55-57^ Teleph. No. 548. i Modernster Comfort Alle zeifgemässen Heilverfahren.] I Behandlung aller inneren u. nervösen Krankheiten J LprospeMedurch den Besitzer ujeifendenArzf DrS.Winklen^ Israelitisches Kurhaus zu Sayn b. Koblenz Getrennte Abteilungen für Nerven- und Gemütsleidende, Erholungsbedürftige, Morphiumkranke etc. Zentralheizung, Wintergarten, Billardu. Lesezimmer,: eigene Synagoge, grosser Park, Wasäerheilverfahreh, Elektrotherapie, Heil- Gymnastik, Massage, Milch- und Diätkuren. Beschäftigung in Landwirt-: schaft und eigenen Werkstätten. Prospekte kostenfrei. ' Die ärztliche Direktion: Die Verwaltungsdirektion: Sanltittsrat Dr. Behrendt B. Jaeoby.,; Dr. Bosenthal.

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