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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-09 · Heft 36 (9.9.1910) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 36 (9.9.1910)
Date
1910-09-09
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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mit Sturm von den Beduinen genommen, welche alles forttrugen, was.den Kolonisten gehörte. Truppen, die zum Schutze heranrückten, kamen zu spät, denn die Banditen waren bereits außer allem Bereich, die geplünderten Einwohner in äußerster Verzweiflung zurücklassend. Auf die vielen Bittschriften, die dem türkischen Oberrabbiner von allen jüdischen Kolonien zugingen, hatte dieser am 23. August im Ministerium des Innern eine lange Unterredung mit Talant Bei,, den er bat, energische Maßregeln gegen die Ausschreitungen Ln Pen. palästinensischen -Kolonien zu ergreifen. Talant Bei erwiderte, daß diese Gewalttaten durch Fanatismus und Eifersucht hervorgerufen seien, und er versprach, an den Statthalter von Beirut ein Telegramm zu senden, welches ihn anweisen sollte, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Ruhe in den Kolonien zu sichern. — Der Oberrabbiner von Saloniki wurde kürzlich von dem Finanzminister Dschawid Bei in Audienz empfangen. Im Laufe des äußerst herzlichen Gespräches erkundigte sich der Minister sehr eingehend, in welcher Weise der türkische Sprachunterricht in den jüdischen Schulen gehandhabt würde.. Der Oberrabbiner gab ihm die Versickerung, daß diesem Unterrichtszweige in allen jüdischen Schulen sowie im Rabbinerseminar die allergrößte Sorgfalt zugewendet würde, und bat den Minister, sich durch eine Persönliche Inspektion davon zu überzeugen. Darauf gab Dschawid Bei seinem Wunsche Ausdruck, in allen jüdischen Lehranstalten besonderes Gewicht auf deutschen Unterricht zu legen, da er auf seinen kürzlich unternommenen Reisen in Europa sich von der Nützlichkeit jener Sprache, besonders für Saloniki, überzeugt hatte, das einen ausgedehnten Handelsverkehr mit deutsch sprechenden Ländern unterhält. Von Sah und Fern. — Der Oberpräsident der Provinz Westpreußen genehmigte, daß von der Sy n a g o g e n gemein de Hamm erstei n im laufenden Jahre eine Gegenstandslotterie zum Besten des Shnagogenbaufonds in Hammerstein veranstaltet wird, und daß 2000 Lose zum Preise von 1 Mark für jedes Los in dem Regierungsbezirk Marienwerder aus¬ Die Lmahrung der Nervösen. Unter den zahlreicken Krankheitszuständen, die eine besonders energische Kräftigung durch eine entsprechende Diät erfordern, ist speziell die Nervosität zu nennen. Jedermann kennt das vielgestaltige Leiden, das wegen seiner ungeheuren Verbreitung bei alt und jung, reich und arm geradezu als das Kulturübel unserer Zeit bezeichnet werden muß; jeder weiß auch, wie schwer gerade der Nervöse oft unter seiner allgemeinen Mattigkeit, seiner gedrückten Stimmung und seiner Unlust zur Arbeit leidet, ohne doch eigentlich als krank zu gelten. Die Maßnahmen, die man gegen diese ebenso lästigen wie gefährlichen Symptome leider noch immer zur Anwendung bringt, lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Einerseits greift man häufig zu Reizmitteln, weil alle Nervösen ein instinktives Bedürfnis nach Mitteln empfinden, die dem Körper das verloren gegangene Kraftgefühl schnell wiedergeben. Daß damit aber im besten Fall nur Augenblickserfolge erzielt werden können, und daß die Widerstandsfähigkeit des Nervösen um so sicherer wieder schwinden muß, sobald die Reizwirkung abgeklungen ist, liegt auf der Hand. Reizmittel wirken eben aus den .Organismus nicht anders wie die Peitsche auf das müde Pferd. Einer Beliebtheit, die der ernste Kritiker ebenfalls völlig verurteilen muß, erfreuen sich anderseits bei vielen Nervösen die Veruhigungsmittel. Auch mit diesen kann die Nervosität natürlich nicht geheilt werden, . Sie setzen zwar die als besonders unangenehm empfundene Uebererregbarkeit der Nerven herab und beseitigen so das Unlustgefühl der Nervösen, aber von einer Dauerwirkung kann selbstverständlich nicht die Rede sein. Eine solche kann nur durch Mittel erzielt werden, die das Uebel an der Wurzel fassen und die Ursache der Nervenschwäche beseitigen. In dieser Hinsicht wird neuerdings mit allem Nachdruck betont, daß den rein körperlichen Vorgängen der Ernährung und des Stoffwechsels für das Zustandekommen dieses anscheinend, mehr seelischen Leidens eine viel höhere Bedeutung beigemessen werden muß, als man noch vor wenigen Jahren allgemein annahm. Diese wissenschaftliche Feststellung steht mit den Erfahrungen des täglichen Lebens durchaus, im Einklang; wissen.wir doch, daß sich an dauernde Ueberanstrengung, an eine schlechte Blutbeschaffenheit, an die nach Krankheiten und Operation zurückbleibende Erschöpfung so oft eine langwierige reizbare Schwäche des Nervensystems anschließt, .Die große Wichtigkeit-einer ausgiebigen'körperlichen Kräftigung bei solchen Krankheitszuständen dürfte daher-ohne weiteres einleuchten. gegeben und vertrieben werden. — Der Kaufmann Loew enstein in Elbing erhielt den Charakter als Kommerzienrat. — Auf eine Eingabe der jüdischen Kaufmannschaft in Lissa i. P. hin hat der dortige Magistrat beschlossen, den für den - 12. Oktober (Erew Jomkippur) angesetzt gewesenen Jahrmarkt auf den 21. September zu verlegen. — Am Sonntag, den 4. September, beging Herr Rabbiner Dr. Oscar B ähr-Prenz lau das Jubiläum der 25jährigenWirksamkeit in dieser Gemeinde, — Ein in weiten Kreisen hochgeschätzter Mann, Herr Julius Meyer, Senior-Chef der Firma Julius Meyer, Königlicher Hoflieferant in Stuttgart, wurde vor kurzem in ehrenvoller Weise zu Grabe getragen. Ein für alles Edle hochbegeisterter Mann, gehörte er auch zu den Mitbegründern der Stuttgarter B. B. Loge, deren verschiedenen gemeinnützigen Institutionen er stets das wärmste Interesse entgegenbrachte. — Am 28. August wurde in Klausen bürg der älteste Bürger derStadt, der 92jährige Moses Wertheim, ein Nachkomme des Wiener Hoffaktors Samson Wertheim, unter großer Beteiligung zu Grabe getragen. — In Troppau findet am 7. und 8. Dezember eine „Bezalel-Ausst ellung statt, zu der viele Vereine aus Mähren und Schlesien ihre Teilnahme zugesagt haben. — Die Czernowitzer „Volkswehr" berichtet: Dank den Bemühungen des Abgeordneten Dr. Straucher ist es gelungen, den schon lange gehegten Wunsch, die jüdischen Interessen im Landesschulrate durch einen jüdischen Adlatus vertreten zu sehen, in die Tat umzusetzen. Ter Supplent am griechisch-orthodoxen Gymnasium in Suczäwa, Heinrich Teller, wurde dem Bukowinaer Landesschulrate als jüdischer Adlatus zugewiesen und bereits zur Dienstleistung einberufen. — In der Pariser Akademie der Wissenschaften wurde dieser Tage über eine Erfindung des Chemikers Dr. Ch. Wolk referiert. Die Erfindung «Aluminium-Nitria" ist ein Salzpräparat, das für die Landwirtschaft von außerordentlicher Bedeutung ist. Sowohl in der betreffenden Sitzung der Pariser Akademie wie auch in der französischen Fachpresse wird dem jungen Gelehrten viel Lob gezollt und seiner Erfindung großer Erfolg prognostiziert. Der Erfinder stammt aus Rußland und ist der Sohn des vor kurzem verstorbenen Pinsker Rabbiners, Rabbi Hirsch Wolk. Dr. Wolk ist ein über- Eine solche Kräftigung aber wird, wie die berühmtesten Vertreter der medizinischen Wissenschaft in unzähligen Versuchen sestgestellt haben, sicher und schnell mit dein Sanatogen erreicht. Das Sanatogen wirkt vermöge seiner höchst zweckmäßigen Zusammensetzung auf den menschlichen Körper und ganz speziell auf die Nervenzellen als Stärkungsmittel allerersten Ranges. Es besteht nämlich aus reinstem Milcheiweiß und Glyzerophosphat. Die hohe Bedeutung des Eiweißes für die Ernährung ist allgemein bekannt; seit Liebigs grundlegenden Forschungen gilt es als der wichtigste aller Nährstoffe und als die hauptsächlichste Quelle aller Muskelkraft. Das im Sanatogen enthaltene Milcheiweiß zeigt eine chemische und bakteriologische Reinheit, wie sie bisher für diesen Stoff noch niemals erreicht worden ist. Diese Reinheit ist nicht etwa durch Erhitzen erzielt, das die Eiweißkörper in hohem Maße schädigt und die giftigen Produkte mancher Bakterien doch nicht zu zerstören mag; sie beruht vielmehr auf einer mustergültigen Fabrikation aus reinsten Urstoffen. Der andere Bestandteil des Sanatogen, das sogenannte Glyzerophosphat, ist der wirksame Kern der Lezithine, jener chemischen Körper, die in erster Linie zum Aufbau und zur Erhaltung des Gehirns und der Nerven erforderlich sind. In dieser Zusammensetzung und unerreichten Reinheit des Sanatogens liegt die Erklärung für seine Bekömmlichkeit und seine vorzügliche Wirkung. Sanatogen wird oft noch ausgezeichnet verdaut, wenn der Organismus zur Verarbeitung anderer Nahrung unfähig ist. Alle diese Tatsachen begründen die Unentbehrlichkeit des Sanatogens bei der Ernährung Nervöser wie auch Kranker, die schnell und nachhaltig gekrästigt werden sollen. In allen diesen Fällen bildet unstreitig Sanatogen die ideale Ernährung. Diese günstige Beurteilung des Sanatogens gründet sich auf die rückhaltlose Anerkennung der deutschen Aerzteschaft. Das Präparat ist in unzähligen Fällen klinisch erprobt worden; die Ergebnisse dieser Prüfung sind in nicht weniger als 120 Veröffentlichungen in medizinischen Zeitungen niedergelegt. Diese Literatur wird ergänzt durch mehr als 12 000 günstige Urteile von seiten praktischer Aerzte. Wer über Sanatogen und seine Anwendung näher unterrichtet zu werden wünscht, erhält auf Verlangen von den Sanatogen-Werken, Berlin SW, 48, Mitteilungen aus dem in zehn Jahren des Bestehens angesammelten Sanatogen-Archiv. Sanatogen selber ist' bekanntlich in den Apotheken und Drogerien erhältlich.

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