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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-07-29 · Heft 30 (29.7.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 30 (29.7.1910)
Date
1910-07-29
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 konstituierten. In das Londoner Komitee wurden gewählt: David. Allatini, A. da Costa Andrade, 33. Birnbaum, James Castello, Perch M. Castello, Leopold Joseph, Hermann Landau, Joshua M. Levy, Joseph Prag. Es ist der Englischen Abteilung 3t. I. K. O. gelungen, gleich beim Beginn namhafte Vertreter der portugiesischen, englischen und deutschen Judenkreise zu vereinigen und einflußreiche Persönlichkeiten, die dem jüdischen Kolonisationswerk bis jetzt völlig fernstanden, zur tätigen Unterstützung desselben zu veranlassen. Diese Umstände geben eine Gewähr dafür, daß die „English Division of the General Jewish Golonizing Organisation“ eine ebenso gedeihliche Entwicklung nehmen wird wie die kontinentale Abteilung. * Von Sah und jftrn. ----- Herrn Rentner Albert Goldmann in der Passarrer Straße wurde der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen. — Herr Rechtsanwalt Georg Behrendt in Danzig wurde zum Notar in Neustadt (Westpr.) ernannt. — Herr Ascher Aron, einer der Begründer und langjähriger Vorsitzender der Adass Jisroel»Gemeinde in Königsberg, ist dieser Tage gestorben. Der Verblichene, der sich auch im geschäftlichen Leben Königsbergs als Inhaber der Firma F. Haurwitz & Co. einer hochgeachteten Stellung erfreute, , war Mitglied des Vorstandes des Waisenhauses für Stadt und Provinz zu Königsberg und langjähriger Vorsteher des Vereins Hachnossas Orchim, des Vereins zur Verpflegung israelitischer Kranken und durchreisender Armen an Sabbaten und Festtagen. — 3lns Eydtkuhnen wird uns geschrieben: Im benachbarten Kalwary wurde der jüdische Gastwirt Katzen ellenbogen von einem Schuhmachergeselleu dortselbst in seiner Wohnung überfallen. Der Verbrecher, der einen Raubmord beabsichtigte, verwundete mit einem Beil den Schankwirt, dessen Frau, eine 16jährige Tochter und einen 14jährigen Sohn so schwer, daß man für deren Leben fürchtet. Glücklicherweise gelang es, den Verbrecher zu verhaften. — Herr Rabbiner Dr. Carlebach in Lübeck beging am 16. Juli das 40jährige Jubiläum als Rabbiner dieser Gemeinde. — Der Finanzausschuß in Bayern hat auf Antrag, der Regierung den Staatszuschuß.für den israelitischen Kultus von 14000 Mark auf 20000Mark erhöht. — DieHerren Dr. Altmann und Dr. Calmes, Dozenten an der Handelshochschule in Mannheim, sind vom Groß- Herzog von Baden zu Professoren ernannt worden. — Dem Privatdozenten für Zoologie Dr. Max Auerbach in Karlsruhe wurde der Titel außerordentlicher Professor verliehen. — Aus Wien wird uns unter dem 12. Juli geschrieben: Heute wurde amtlich das Verbot des Hausierhandels im Gemeindegebiete der Reichshaupt- und Residenzstadt Wien kundgemacht. Dieses Verbot, das mit dem' 1. Januar 1911 in Kraft tritt, trifft die jüdischen Hausierer sehr hart, wenn auch diejenigen davon nicht betroffen werden, die „seit mindestens drei Jahren in Wien seßhaft sind und daselbst den Hausierhandel befugterweise betreiben". Urheber dieses Verbotes sind-bekanntlichdie Christlich-Sozialen, deren jahrelanger Agitation es endlich gelungen ist, ihren Willen durchzusetzen. Dieses Verbot bezweckt aber die gänzliche Abschaffung des Hausiergewerbes, von dem viele jüdische Familien, wenn auch schwer und kümmerlich, sich ernähren. — Das Professorenkollegium der medizinischen Fakultät der Wiener Universität hat zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Hofrats Zuckerkand! prirno et unico loco dessen Schüler Professor Dr, Tu ndler vorgeschlagen. — Aus London wird der „Neuen Jüdischen Korrespondenz" gemeldet: Eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 12 000 Pfund Sterling wurde diese Woche hier unter dem Namen „The Feinman Yiddish People’s Theatre Company" zur Errichtung eines Jüdischen Theaters in Whitechapel gegründet. Die Gründer beabsichtigen, ein modernes Theater zu bauen, das allen Ansprüchen der Kunst genügen soll. Das Unternehmen erfreut sich großer Beliebtheit im Eastend. — Der bekannte russisch-jüdische Dichter Samuel Fru g feiert in diesem Sommer sein 23jähriges Schriftstellerjubiläum, Durch seine hervorragenden jüdischen Balladen und Legenden wie auch durch seine von edlem Pathos und poetischer Kraft getragenen, Zionslieder hat sich Frug in weiten Volkskreisen eine außerordentliche Popularität erworben. Auch die russische Literaturgeschichte erkennt Frug als erstklassigen Dichter an. Frug hat auch in jüdischer Sprache viele hervorragende Gedichte geschrieben. — Aus Peters bürg wird der.^Neuen Jüdischen Korrespondenz" geschrieben: Die von der Rabbinerkonferenz zur Abfassung des Protokolls ihrer Verhandlungen eingesetzte Kommission hat ihre Arbeit unter der Leitung des Rechtsanwalts Sliosberg bereits beendet und wird das Protokoll demnächst der Negierung zur Genehmigung unterbreiten. In dem Bericht an die Regierung wird insbesondere für diejenigen Beschlüsse die Genehmigung erbeten, die die Bildung autono mer jüdischer G em eind en zunr Gegenstände haben. Diese Gemeinden sollen die religiösen und Humanitären Angelegenheiten ihrer Mitglieder selbständig regeln und insbesondere das Recht zur freien Rabbinerwahl haben. Bisher wurden bekanntlich die sogenannten ,-geistlichen" Rabbiner von der Regierung überhaupt nicht anerkannt, und die als offizielle Oberhäupter der jüdischen Bevölkerung geltenden Kronrabbiner bedurften der behördlichen Genehmigung. — Infolge der Vorstellungen, die bei den europäischen Gesandtschaften in Teheran wegen der Angriffe auf Juden in verschiedenen persischen Städten, namentlich in Hamadan. erhoben worden waren, beauftragte der britische Gesandte den Konsularagenten in Hamandan, eine genaue Untersuchung einzuleiten. Der Direktor der dortigen Allianeefchule übergab dem britischen Konsularagenten das Aktenmaterial über den jungen Juden, der unter falscher Beschuldigung verhaftet worden war. Auch der französische Botschafter in Teheran hat an den persischen Minister der Auswärtigen Angelegenheiten eine dringende Note in dieser Sache gerichtet und versprach dem Direktor der Allianceschule, den weiteren Verlauf der Angelegenheit mit der größten Aufmerksamkeit verfolgen zu wollen. Redakteur: Albert Katz in Berlin - Pankow. Florastr. 58. WIESBADEN. Hotel-Restaurant „Kronprinz“ 1. Ranges, streng ‘-^3 Prächtiger Neuhau. — Ganz modern eingerichtet. — Lift. — Eigene Vakuum Anlage. — Dampfheizung. Thermal - Bäder ans städtischer Thermal - Quelle. Schönstes u. grösstes Hotel-Restaurant der Gegenwart mit streng ritueller Verpflegung. Prarih-f m*f a A/t Hotel Prinz Heinrich *• ICIUIVtUl X, CI. 111» . am Hauptbahnhof « Ruhig: im Garten gelegen. 130 modern eingerichtete Zimmer von 2 M. an. 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