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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-07-22 · Heft 29 (22.7.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 29 (22.7.1910)
Date
1910-07-22
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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21000 Mark vermacht. Die Zinsen von 10000 Mark - sind zu ver, wenden als Pensionszuschuß für Gemeinde beamte und Unterstützung von deren Witwen und Waisen. —' Nach kurzer Krankheit ist am 16. d. M. in Bad Salzbrunn der Badearzt Dr. Fritz Rothenberg gestorben. Der Verblichene, der im 47. Lebensjahre stand, erfreute sich an seinem Wirkungskreise ungeteilter Liebe und Wertschätzung. Er gehörte auch'zu den Begründern des Vereins zur Errichtung eines'jüdischen Kürhospitä'ls in Bad . Salzbrunn. Sein jäher Tod bedeutet für die armen Kurgäste aut dem Osten einen schweren Verlust. Ehre ,seinem Andenken! — Aus Wien .wird uns geschrieben: ' Der jüdische Bildhauer Sinajew-Bernstein weilt gegenwärtig in Wien, wo er an einer im Entwürfe bereits fertigen Statue Leschetizkys die letzte Feile anlegt. Bernstein, der, aus Rußland stammt und in Paris sein Atelier hat, war nahe daran, der Schöpfer des Denknläls Alexanders II., das in Petersburg ausgestellt werden soll, zu werden. Da er aber Jude ist, fand sein machtvolles Werk keine Gnade in den Augen der russischen Machthaber. In Wiener Künstlerkreisen wird die neueste Schöpfung Bernsteins, welcher bereits viele hervorragende Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft in Stein verewigt''hat, 'allgemein bewundert. — Kaiser Franz Josef hat anläßlich der von der Handels- und Gewerbekammer in Pra g im Jahre 1808 veranstalteten Jubiläumsausstellung viele Glaubensgenossen mit hohen Orden aus-' zuzeichnen geruht. Unter den Dekorierten befinden, sich : der Präsident der Handels« und Gewerbekammer in Prätz> Kaiserlicher Rat Leon Bondy, der Fabrikbesitzer Robert Fuchs, Heinrich Denhoff, Dr. Hugo Grab', Dr. Karl Herrnheiser und Friedrich Perutz in Prag (Ritterkreuz deL Franz Josess-Ordens)- Ferner erhielten den Titel eines Kaiserlichen'Rates die Herren Max- Bondy, Albert Brand!, Gottlieb Fischer. Josef Kraus, Max Turnauer und verschiedene andere. Bon den Dekorierten gehören einige dem Vorstande der Prager israelitischen Kultusgemeinde an. — Der ehemalige Bürgermeister von Liverpool Herr Loüis L. Eohen hat zur Errichtung einer Reiterstatue für König Eduard 1000 Pfund gestiftet. — Ein Londoner Blatt schreibt: Der Name des ersten von König Georg ernannten Peers bringt die Tatsache in' Erinnerung, daß wir in Mr. John A. I. de Villiers, Bibliothekar am British Museum, das einzige Mitglied der großen Kap-Familie der französischen Hugenotten'in Europa besitzen, zü welcher auch der neue Erwählte, Präsident des Obersten Gerichtshofes» der Vereinigten südafrikanischen Staaten, Sir John de Villiers, gehört. Geboren und auserzogen im jüdischen Glauben' hat de Villiers, obgleich stolz aus seine Hugenottenabstammung, stets an allen Bestrebungen des Judentums großen Anteil genommen. Gleich seiner Schwester Mrs. Oskar Selinger war er ein eifriges Mitglied und Förderer verschiedener jüdischer Anstalten. Zn jüngerer Zeit ist Mr. de Villiers hauptsächlich auf literarischem Gebiete mit großem Erfolge tätig. — Die russisch-jüdische Presse feiert demnächst das fünfzigjährige Erscheinen des ersten russisch-jüdischen Blattes „Razsvet“ und gleichzeitig begeht das fünfzigjährige Schriststellerjübiläum der be¬ Grlchsktliche Mti?eu. Sol-, Moor- und Ostseebad Ost-Diebenow. Vom Binnenlands abgesehen, hört man in diesem Sommer, selbst aus vielen Seebädern, Klagen über den jähen Temperaturwechsel, die nur allzu berechtigt sinddenn darunter leiden das Befinden, die Laune und Nerven der Erholung- und Genesungfuchenden. Im See-, Sol- und Moorbade Ost-Dievenow bei Cammin in Pommern wechseln Sonne, Wind und Regen auch, aber man kann den Wechsel der Temperaturen hier ohne'Murren ertragen, da er hier trotz der diesjährigen auffallenden Erscheinung nicht sehr bemerkbar ist, sondern/ die insulare Lage Ost-Dievenows verhilft zu . einem guten und gleichmäßigen Klima, so daß man allen, die die Ostsee in den Gerichts- und sonstigen Ferien aufsuchen wollen, mit bestem Gewissen Ost- Dievenow aufs wärmste empfehlen kann. Das Kurhaus, mit seinen behaglichen Einrichtungen und vielen Bequemlichkeiten, wie auch die Privatwohnungen zu entsprechend mäßigen Preisen, bieten den' Badegästen eine gute Garantie, daß man für sein Geld das hat und findet, was man berechtigt verlangen kann und sucht. Die Kurhaus- Direktion gibt gern jede gewünschte Auskunft, weist auch Privat-' Wohnungen nach und versendet Prospekte auf Wunsch gratis und sofort. kannte Hebraist .M. Lev in, desien Pseudonym ^Jehnflel" vielem vielleicht geläufiger ist als sein Familienname.. .— .Wie dem „Kester. Lloyd" aus Petersburg gemeldet wird, hat^erchekannte. Historiker und Altertumsforscher Großfürst Nikolai Michailowitsch die Herausgabe' einer Sammlung von Erabsteininschristen der jüdischen Friedhöfe Rüßlands in Angriff genommen, die '.in Bälde' erscheinen dürfte. Alle Rabbiner würden bereits''ausgefordert,/Äbschristen jüdischer Grabsteininschriften dem Großfürsten einzüjenden, bei der Wahl derselben aber besonders solche"Verstorbene- ^u berücksichtigen, die im Leben -auf irgend welchem Gebiete sich hervgxgetan "haben? Großfürst Mk-o l ä-i-verfolgt mit der Herausgabe dieses'Werkes, wie’ von ihm nahestehender Seite behauptet wird, den Zweck, die Rolle" zu beleuchten, welche russische Juden 'in der Vergangenheit Rußlands gespielt'haben, und den Schatz jüdischer Poesie und 'Mcral^ruie'all-, gemeinem Kenntnis zu biingen, welcher in den Inschriften verwahrt wird. Großes Interesse bietet dabei die Tatsache, daß Großfürst Nikolai'sich als Kenner der jüdischen Sprache erweist. — Wie „NjetsÄi" ' berichtet, hat der oberste Chacham der Karüer in Rußland von der Regierung die Erlaubnis erhalten, im Juli und August d. I. am Sitze des geistlichen Oberhauptes der Karäer in' Eupatoria, einen Kongreß dieser Religionsgesellschaft abzuhalten. Es sind Unterhandlungen im Zuge, daß der Besuch dieses Kongresses auch Delegierten der' außerhalb Rußland bestehenden Karäergemeinben nlöglich. gemacht werde. Infolge einer Beschwerde der karaitischen geistlichen Oberbehörde erließ der Minister des Innern an sämtliche Gouverneure eine Zirkularnote, in welchem es unter anderem, heißt : . „Karaffen stehen unter dem Schutze der allgemeinen Staatsgesetze und besitzen die gleichen Rechte wie alle russischen Untertanen, und können 'daher ihnen gegenüber die für Juden geltenden Ausnahms» gesetze'keine Anweüdüng finden. — Zum Konsul der Niederlande in Saloniki ist von der Königin von Holland Herr Joseph Carasso/ der bekannte Bankdirektor in Saloniki ernannt worden —' Eine "recht ergreifende Szene, die sich jüngst./in .Karach. (Indien) abgespielt: hat,' schildert ein englisches BlM.. ,EH 'ist. die Äbschiedsseier zu Ehren deZ Militärinstraktorsvom 122. In» x fanterie-RegiMenk' in 'Vom-ay.^ . Leutnant. .vÄhva,ham Samson Shapürker,' bereden Dienst quittiert, weil er den Sabbat heiligen, möchte und dies' beim Nilitär. nicht kann. Selbst so..lange ex. im. Dienste ‘ war, hat dieser' wackere Mann sich um. die Hebung der. jüdischen Gemeinde an seinem' Dienstoxte.große. Verdienste erworben und hielt an dienstfreien Sabbaten in der Synagoge Vorträge über, „die Pflichten des Menschen und die jüdische. Religion", .Ebenso widmete er seine ganze dienstfreie Zeit der körperlichen Entwicklung der jüdischen Jugend, die ihm bei seinem Scheiden aus . Karachi ein Ehrengeschenk überreichte. Mr. Shapürker wurde jetzt mit. viel, geringerem Gehalt, als er beim Militär bezog, zum Sekretär der. Schaäre Rachamim - Synagoge in Bombay gewählt. — An die Universität Tientsin ist Herr Professor I. L. Scharfmann von.der Harvard-Üniversität berufen worden. .... . - Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastr. 58. " SBreis der Schachtel Stark 1.— * Zu haben in allen ■ Sipotheken, iDrogerien und Sportausriistuhgs - Qeschäften ddealer Sroviant für Sporttreibende jeder £Rrt

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