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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-07-22 · Heft 29 (22.7.1910) · page 1

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 29 (22.7.1910)
Date
1910-07-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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74. Jahrgang. Nr. 29 Berlin, 22. Juli 191Ö Gin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse? Diese ' Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnemen ts-Preis: durchs den Buchhandel oder die Post (in Berlin und Vororten durch unsere vertriebsstellen) bezogen vierteljährlich 3 M. Begründet von Rabbiner vk-LndwigPhiUPpson. -Unter Leitung des ■- » -- Geheimen. RegierMgs-Rate Professor Dr. Ludwig Geiger. Verlags- LxpeNtion; Serlln, Jerusalemer Strasse 46/49. ‘ Alle Zusendungen fit' Redaktion »n^ Expedition' sinv.'an die Adttffje: 'Verlag »AllZem. Zeitung des Zudentums^ Berlin. SW., Jerusalimer Straß»' 46/49? richtend Verlag vsn Rudolf' Moffe- Berlin. Petitionen der „Gesetzeslreuen" vor dem badischen Landtag! '— Zu Goethe und die.Juden. Von Ludwig G.e i g e r. — Die Juden von Saloniki. Von Dr. A. Kuernig. — Feuilletyn: Die Klageweiber. Novelle von Joachim Friedenthal. — Talmudsprüche in neuen Uebertragungen von Victor Klempe'rer. — Literarische Mitteilungen. Büchereinlauf. — Sprechsaal. Dev Gemeindebote (Beilage zur »Allgemeinen Zeitung des Judentums*). Berlin- Posen, Hamburg, Frankfurt a. M., Stuttgart, Prag, London. — Von Nah und Fern. , : Lum 21. Juli. Von Albert Katz. Ein wehmütiges Gefühl beschleicht mich beim fptin wehmütiges Gefühl beschleicht mich beim Niederschreiben dieser Zeilen, die dem Andenken eines treuen Freundes, der Erinnerung an den heute vor einem Jahre für immer von uns geschiedenen Gustav Karpeles gewidmet sind. Gustav Karpeles! Wie nur selten einem Sterblichen war ihm das glückliche Los beschieden, sich schon bei Lebzeiten in den Herzen weiter Kreise ein Denkmal zu errichten, das noch künftigen Geschlechtern von seinem segensreichen Leben und Wirken künden wird. Es scheint doch ein Kernchen von Wahrheit in dem Worte der alten jüdischen Weisen enthalten zu sein, „daß der Menschen Wohlgefallen nur dem zuteil wird,-an dem Mott Wohlgefallen findet". Fürwahr: der schöngeistige, liebenswürdige Gustav Karpeles hatte sich dieses ungewöhnlichen Vorzuges in einem Grade zu erfreuen, wie er nur den auserlesensten Geistern der .Geschichte zukommt. Das konnte man wahrnehmen, als er noch in der Blüte des Lebens stand; das zeigte sich später; da er die Stufe des alternden Mannes erreichte, und das machte sich besonders stark bemerkbar, als der elektrische Drahtdie traurige Nachricht von seinem so jäh erfolgten Heimgang verbreitete. Ein talmudischer Ausspruch lautet: „Die. Gönne verfinstert sich, wenn ein Gelehrter nicht gebührend betrauLvi wird." AlsAufsorderungsformel zur Teilnahme an der Trauer um Gustav Kappeles brauchte man diesen Ausspruch nicht in Anwendüng zu bringen. Die gesamte Judenheit trauerte um ihn so, intensiv und Gustav Zkarpeles (1848—1909). teilnahmsvoll, . daß man unwillkürlich) an "eW -.anderes talmudisches Wort , denken mußte:.. ,^ie,^Mchren^^.ö.ie^.maw über den Tod eines edlen . Menschrch WDnt,^,Mrhtzn -Don Gott gezählt und in seinen SchatzkammeMausbyMMKi" . diese Tränen galten nicht allein, dem .larchjährMN .Redakteur dieses Blattes, nicht dem Hxine-Fyrscher,>^'r^,ÄtztzMhistaWr,. sondern , und hauptsächlich dem edlen'Mkmschen, und^Hberzeugungstreum Juden,. der bis zu seinem^ letzten AteMUM für die, gesamte Judenheit. strebte und wirkte.- Für Gustav Karpeles gab es kein in Parteien zerbröckeltes., und zerstückeltes. Judentum,, sondern nur ein von der. Geschichte für ewige Zeiten Unzertrennbar zusammengefügtes,. dessen Grundgedanke, der Glaube an den einen einzigen Gott, von den kleinlichen. Streitigkeiten der Parteien nicht; im. geringsten, tangiert wird. „Das Schema Israel der Resyrmjuden-," äußerte er mir gegenüber sehr, oft- „klingt -ebenso melodisch, ebenso treu, heilig. un^stLeMugungsvoll wie das der Örthodoxen strengster^Observanz, und das starre Festhalten, dieser an der Uebersieferung sowie, die-heiße^ Sehnsucht der Ziönisten mach nationalM, Selbständigkeit sind . für mich . nickA Minder ergreifend und - verständlich als das löbliche Streben nach., religiösem Fortschritt unserer Liberalen,!: deren Anschauung, ich teile,. und denen ich im Interesse, des Judentums - den besten . Erfolg.-wünsche. Ich beklage nurdaß sie! alle immer nurdas bewnen,.was . Je trennt, mfid' nicht das,.was sie eint."! Denk seinen Stammesgenossen, in - so herzlicher Treue) ergebenenMustav. Karpel e s,erschienebendasLudentmn. wie eine zärtliche, fürsorgliche. Mutter/- deren . nie versagende. Liebe ^ab^ ihre Kinder, mögen sie, noch, so verschieden! geartet sein,, in gleicher Meise umgiht. „Nichts 'ist . mir) so zmptber" schrieber mir im Jahre. 189,6 aus Hischhi<, Nowgorod, — ,-als Kämpf und. Polemik? . Ich .därf/mit'-gutem Gewisses pon. mir) dasselbe behaupten,, was Ihr.Liehlmgsdichter Byron. eiM.chon - sich behauptete.,. Für. das..Vergnügen . der, Menscherp habe-,- ich nie,geschrieben., lGeWHes Men,, so ist es ihte Sache-lHie^ habe .ich ihren Meinungen unh ihrem. Stolze.geschmeichelt^ Md5. niemals werde, ich' das tun.) JH chab^ bisher aüs)der FHe,? meines Herzens geschrieben aus, .tzne'r,M^ KrayA .aus... ih.„• soyderem . Anlaß, aus.. vielerlei! ÄrsoHhen^ eiber niemals-ihres - ÜHüüÜtti

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