Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 25 (24.6.1910)
- Date
- 1910-06-24
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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Die Grobloge für Deutschland d es U. O. B. B. entsandte vor einigen Lagen - ihren Vertrauensmann für die Provinz Posen, Herrn Oberkantor Oswald-Posen, nach hier, um, wie in anderen Provinzstädten so auch in Wollstein eine Anzahl armer Berliner Waisenkinder als Ferienkolonisten unterzubringen. Dank dem überaus freundlichen Entgegenkommen der hiesigen Gemeinde gelang es Herrn Oberkantor O s w a l d im Verein mit dem hiesigen Kantor Wolkowski in kurzer Zeit, in 14 Familien Ferienkolonisten unterzubringen. Die Kinder wurden zum größten Teil in Vollpension angenommen, und eine Dame der Gemeinde erklärte sich hochherzigerweise bereit, die Beaussichtigung derselben ehrenamtlich zu übernehmen. — In Breslau ist Frau Geheime Kommerzienrat Paula Hermann gestorben Sie zeichnete sich durch großen Wohltätigkeitssinn aus, den sie in erster Reihe dem ihr besonders nahestehenden Erziehungshaus „Daheim" zutvandte, aber auch zahlreichen anderen gemeinnützigen Bestrebungen gegenüber bekundete. Nicht nur mit stets gern offener Hand, sondern ebenso auch durch persönliche Mitarbeit war sie bei Werken der Nächstenliebe stets zur Hilfe bereit. — In Köslin ist am 17. d. M. Herr Jacob Bernhard im Alter von 75 Jahren verschieden. Der Entschlafene hat während eines Zeitraumes von 25 Jahren als Vorsteher der dortigen Gemeinde segensreich gewirkt und durch fein einsichtsvolles Schaffen deren gedeihliche Entwickelung gefördert. Er kuhe in Frieden! — Herr Justizrat Berthold Geiger in Frankfurt a. M. ist zum Geheimen Justizrat ernannt worden. — Herr Geheimer Etatsrat I. Glückstadt in Kopenhagen, der seit nahezu dreißig Jahren als Präsident an der Spitze der Gemeinde stand und sich hervorragende Verdienste auch in allgemeinjüdischen Angelegenheiten erworben hat. ist am 11. d. M. in Alter von 71 Jahren verschieden. Als Direktor der Landsmannbank hat der Entschlafene sich um die finanzielle Entwicklung Dänemarks sehr verdient gemacht, was durch die Verleihung des höchsten dänischen Ordens anerkannt-wurde. — Am Samstag den 11. Juni fand in Wien im Stadttempel, I. Seitenstetten gaffe, die Barmizwah-Feier des viel gefeierten Komponisten Erich Wolfgang Korn gold stakt. Zum erstenmal zur Thora aufgerufensprach der jugendliche Komponist sein Bekenntnis zum Judentums aus. Hierauf richtete Rabbiner Dr. M. Bauer eine Ansprache an den jungen Künstler, dem er zu seiner großartigen Begabung und der getroffenen Berufswahl herzlich gratulierte, und ihn ermahnte, an der angestammten Religion fest' zuhalten. — In der Nähe von Suczawa (Bukowina) wurde der jüdische Kaufmann Gelbert überfallen, ermordet und beraubt. Tie Leiche wurde in schrecklich verstümmelten! Zustande aufgefunden. Unter dem Verdacht der Täterschaft sind drei Bauern verhaftet worden, die als arge antisemitische Agitatoren bekannt sind. — Auf Anregung des Odessaer Arztes Dr. M. Schwarzmann findet im Herbst dieses Jahres ein Kongreß der jüdischen Aerzte Rußlands statt. Außer Standesfragen werden auf dem Kongreß folgende Themata zur Behandlung gelangen: Die sanitären und hygienischen Verhältnisse unter den russischen Juden. Mittel zur physischen Entwicklung der Juden. Die Hygiene in den jüdischen Schulen. Medizinische Fragen im Zusammenhang mit der Emigration. — Der jüdische Juwelier M. A. Sokolska in Jerusalem erhielt vom Deutschen Kaiser eine goldene Adlernadel sowie ein Dankschreiben des Freiherrn v. Mirbach als Anerkennung für die gute Ausführung des silbernen Schlüssels zum Hospiz der Kaiserin Auguste Viktoria-Stiftung auf dem Oelberge. — Wie die Jewish Chronicle berichtet, war der Halleysche Komet in den frühen Morgenstunden vom 15. bis zum 19. Mai in der heiligen Stadt genau zu sehen. Er hatte einen regenbogenartigen langen Schweif und einen Kern wie ein Ball aus bläulichem Silber. Ein panischer Schrecken hatte sich der armen Bevölkerung bemächtigt, der sich erst dann legte, als der seltene Gast wieder spurlos verschwunden war. Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, fslorastr. 58. ESU Vom Arzt seit 20 Jahren empfohlen, wird Kathreiners Malzkaffee. Für Kinder, Herzleidende, Nervöse, für alle, die früh und nach mittags etwas Gesundes trinken wollen, hat Kathreiners Malzkaffee sich als bestes Getränk bewährt. Dabei ist er unerreicht an aromatischem Wohlgeschmack und Preiswürdigkeit. Ein viertel Paket ----- 20 Tassen kostet nur 10 Pfg. Verlangen Sie ausdrücklich Kathreiners Malzkaffee! 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