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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-06-10 · Heft 23 (10.6.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 23 (10.6.1910)
Date
1910-06-10
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Anerkennung über die reiche Ausschmückung des Gotteshauses aus und erkundigte sich abermals nach den Kultusverhältnissen. Zu diesem Hofdiner waren bloß 54 Personen geladen, unter diesen befanden sich sechs Glaubensgenoffen. Vor seiner Abreise widmete der Kaiser aus seiner Privatschatulle für die humanitären Vereine aller Konfessionen in Sarajewo und Mostar namhafte Geldbeträge, ebenso für die Armen jener Städte, wo der Monarch auf seiner Fahrt Aufenthalt genommen hat. Alle Spenden und Geldbeträge, so lautet der Befehl des greisen Monarchen, sollen an alle Armen und humanitären Vereine verteilt werden, und zwar ohne Rücksicht auf Konfession. Unter der jüdischen Bevölkerung in Bosnien und Herzegowina herrscht aufrichtige Freude über die Huld und Gnade, mit denen unser greiser Landesvater seine jüdischen Untertanen in den annektierten Provinzen auszuzeichnen die Güte hatte. Die Kaisertage in Bosnien und besonders in. Serajewo werden unseren dort lebenden Glaubensbrüdern stets unvergeßlich bleiben; alle vereinigen sich in dem aufrichtigen Wunsche: „Gott erhalte, Gott beschütze unfern gütigen Kaiser und König Franz Josef I. England. 2. London, 2. Juni. Am 31. Mai fand im Londoner East End eine große Versammlung im jüdischen Arbeiterklub zwecks Gründung eines Gedächtnisfonds für König Eduard statt. Den Vorsitz führte Herr H. H. Gordon. Nach Eröffnung der Sitzung führte dieser in kurzen Worten aus, daß man die Gründung dieses Fonds seitens der Juden des East Ends nicht etwa als eine Separation der jüdischen Bewohner Londons bei der allgemeinen Landestrauer auffaffen dürfe, sondern daß die ärmsten unserer Glaubensgenossen durch diese Stiftung nur ihrer Liebe und Verehrung für den Verblichenen, dem gerade sie soviel verdankten, Ausdruck verleihen wollten. In einer längeren Rede führte Herr Oberrabbiner Dr. Adler alsdann aus, daß es empfehlenswert sei, den Beitrag für den Gedächtnisfonds auf sechs Pences pro Person zu veranschlagen und die auf diese Weise zu erzielende Summe dem König Georg als Gedächtnisfonds zu überreichen. Unter allgemeiner Billigung dieser Vorschläge schritt man darauf zur Wahl des Komitees für diese Sammlung. Das Amt des Schatzmeisters übernahm Herr Felix Davis, das des Sekretärs wurde Herrn M. I. Lada übertragen. — Die hiesigen Zeitungen veröffentlichen ununterbrochen Erinnerungen an verschiedene Episoden aus dem Leben des verstorbenen König Eduard VII. Aus der Fülle der Reminiszenzen, die die Beziehungen des Königs zu den Juden betreffen, sei hier die interessanteste wiedergegeben. Sie bezieht sich auf das nahezu freundschaftliche Verhältnis, das zwischen dem englischen Königshaus und der Familie des Londoner Chief-Rabbi Dr. Adler bestanden hat. Wie bekannt, war der Vater des jetzt verstorbenen Königs, Prinz Albert, ein Prinz von Hannover. Das erstgeborene Kind der Königin Viktoria war eine Tochter, die nachmalige Kaiserin Friedrich. Der englische Kronprinz, dev nunmehr verstorbene König Eduard, wurde erst im Jahre 1841 geboren. Das englische Volk sowohl, wie auch die königliche Familie erwarteten mit Ungeduld die Geburt eines Prinzen. Königin Viktoria, die Mutterfreuden entgegensah, war jedoch schwer erkrankt und weilte zur Erholung in Italien. Aus Anraten der Aerzte sollte die Königin über die Zeit ihrer Entbindung in Italien bleiben, wozu auch die königliche Familie ihre Zustimmung gegeben hatte. Die Zeitungsnachricht hierüber hatte auch der damalige Rabbiner von Hannover, Rabbi Nathan Adler, gelesen. Er erbat sich eine Audienz beim Minister des Auswärtigen Amtes und machte diesen darauf aufmerksam, daß nach der englischen Verfassung, nur derjenige königliche Prinz den Thron erben könnender auf englischem Boden das Licht der Welt erblickt hat. Sollte nun die Königin von England in Italien einem Prinzen bas Leben schenken, so wäre er nach der englischen Verfassung von der Thronfolge ausgeschlossen. Der Minister verständigte hiervon den Hof, wo diese Mitteilung große lieberraschung hervorrief. Man hatte an diese Eventualität einfach nicht gedacht. Ohne Rücksicht auf den schwachen Zustand, wurde Königin Viktoria nach England überführt, woselbst sie am 9. November eines Prinzen, des nachmaligen Königs Eduard genas. Die königliche Familie hat diesen Dienst des Rabbi von Hannover niemals 'Nein Ausschank sämtlicher, direkt von den Quellen wie: Fms, Franzensbad, Homburg, Karlsbad, Kissingen, Marienbad, Neuenahr, Salzbrunn, Wiesbaden, Wildungen u™. bezogenen Brunnen findet m „Charlottenhofu im Tiergarten Charlottenburger Chaussee, zwischen „Grosser Stern“ und Stadtbahnhof Tiergarten, statt, abonnements zur Trinkzeit morgens 6—9 Uhr dort oder durch meine Kontore: NW., Dortmunder Str. 11-12. Tel. Amt II, 1490 u. 5590. C., Heiligegeiststr. 43-44. „ „ I, 4175 u. 4176. Auskunft und Wochen- Dr. M. Lehmann. Paiu de gluten inassä IMF~ (Glutenbrot) ~3M sowie andere Spezial - Präparate versendet Heinrich Gertner, Bonn. Bitte Preisliste zu verlangen. Langenschwalbach im Taunus. Prospekte und Ritual/ gaführU Hofe/a | Wohnungsnachweisdurch am Platza. 'tahl-und Moorbad. den Verkehrsverein. n^diivaßßadi _ verdamunlösMeKoMenliydrate! 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