Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 21 (27.5.1910)
- Date
- 1910-05-27
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
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6 räts und gehörte weiter den Aufsichtsräien verschiedener Aktiengesellschaften an. — Oberlandesgerichtsrat Geheimer Justizrat Freudenthal in Colmar wurde zum Mitglied der Prüfungskommission für das Gerichtsschreiberamt, den Assistentendienst und das Gerichtsvollzieheramt in Elsaß-Lothringen ernannt. — Im 70. Lebensjahre starb in Wien der bekannte Gelehrte und Philantrop Dozent Dr. Josef Grünfeld, der der israelitischen Union und vielen Wohltätigkeitsvereinen als Mitglied angehvrte. Er war ein gebürtiger Ungar, studierte in Budapest und Wien und eröffnete 1873 hier seine Praxis als Arzt. 1881 wurde er Dozent der Wiener Universität und Vorstand der matologischen Abteilung der Poliklinik. Er führte die Endoskopie an den Kliniken ein und verfaßte über dieses Thema und andere Fragen viele wissenschaftliche Arbeiten. Dozent Dr. Josef Grünfeld war in allen Kreisen Wiens sehr beliebt und geschätzt. Ehre seinem Angedenken! — Aus Lemberg wird uns geschrieben: Der ehemalige Reichsratsabgeordnete Hermann Edler v. Mises, der sich durch eine Reihe von Jahren auch als Publizist und volkswirtschaftlicher Schriftsteller betätigt hat, ist hier am 13. d. M. nach längerer Krankheit im -74. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war Ehrenbürger der Stadt Drohobycz. — In Paris ist Professor Dürkheim, der an der dortigen Universität über Literatur liest, zum Mitglied des Komitees für öffentlichen Unterricht ernannt worden. — In Manchester wurde der Grundstein für eine jüdische Altersversorgungsanstalt gelegt. Der Feier wohnte auch Dr. Gaster aus London bei. — In Turin wurden die Herren Moise Giuseppe TreveS und Leopold Wolfs zu Rittern des italienischen Kronenordens ernannt. — Aus Demijewka, einem Vorort von Kiew, sind jüdische Bewohner in großer Zahl ausgewiesen worden ohne Rücksicht darauf, daß sie bereits seit Jahrzehnten dort wohnen. In Kiew ist bei der Kanzlei des Gouverneurs eine Kommission gebildet worden, die sich mit der Prüfung über das Wohnrecht der Juden befaßt. Durch diese Kommission haben viele Juden sich neues Wohnrecht verschaffen können, andere aber hatten nicht die Möglichkeit, verlorenes Wohnrecht wiederzugewinnen. Diesen gegenüber wird die Ausweisung durchgeführt. — Aus Petersburg wird gemeldet: Die Unterdrückung der jüdischen Bevölkerung greift immer weiter um sich. Den fortgesetzten Judenausweisungen aus Kiew und der Ausweisung jüdischer Minderjähriger aus Moskau ist nunmehr eine Erklärung des Senats gefolgt, daß den Juden innerhalb des Ansiedlungsrayons verboten sein soll, in die Sommerfrische zu ziehen. Diese Erklärung ist auf Wunsch des Ministeriums des Innern erfolgt, das diese seltsame, rein willkürliche Interpretation durchgesetzt hat. — Auf dem von 700 Teilnehmern besuchten Esperantokongreß in St. Petersburg wurden dem jüdischen Begründer dieser Bewegung Dr. Zamenhof große Ovationen dargebracht. — Aus Grodno wird das Hinscheiden der polnischen Schriftstellerin Eliza Orzeszko gemeldet, die seit dem Erscheinen ihres »Meier Ezofowicz" auch in Deutschland bekannt und ruhmvoll genannt wurde. Außer „Meier Ezofowicz", dessen Held eine Art polnischer Uriel Acosta ist, schrieb sie noch „Fei Makover", »Der starke Samson" uiw., in denen allen ihre warmherzige Teilnahme an dem traurigen Geschick der polnischen Juden zum Ausdruck kommt. Die Juden aller Länder, insbesondere die ihres geknechteten Vaterlandes, werden ihr ein treues, ehrendes Andenken bewahren. — Aus Beirut wird gemeldet, daß wahrscheinlich persische Reiter in Bagdad gewisse Stadtteile angegriffen und zirka 20 von Juden bewohnte Häuser zerstört haben. — In Manila gibt es bloß eine Verhältnis, mäßig kleine jüdische Gemeinde, die jedoch dadurch an Bedeutung gewinnt, daß Manila eine große Garnison hat, in welcher auch zahlreiche jüdische Soldaten sich befinden. Trotzdem besitzt die jüdische Gemeinde von Manila keine ständige Synagoge. Die jüdischen Soldaten wandten sich nun an die amerikanische Synagogen-Union mit dem Ersuchen, diesem Nebel abzuhelfen, und es ist Aussicht vorhanden, daß auch auf den Philippinen bald eine Synagoge erstehen wird. ____■ _ Redakteur: Albert Natz in Berlin «Pankow. Florastr. 58. Welche liebende Mutier würde nicht ihren Liebling selbst stillen, wenn sie dazu in der Läge wäre. Nach den neueren Erfahrungen kann die Stillfähigkeit nicht nur unterstützt, sondern auch erhöht werden, wenn die junge Mutter sich für diesen schönen Beruf zeitig entsprechend vorbereitet und auch der Ernährung ihre spezielle Aufmerksamkeit schenkt. Den Ernährungszustand heben bedeutet in den meisten Fällen „Stillvermögen“ und zur Hebung der Kräfte ist wohl kaum ein anderes konzentriertes Nährpi äparat besser berufen, als das seit über 20 Jahren erprobte uud bewährte HYCIAMA welches sich auch noch durch angenehmen Geschmack, leichte Verdaulichkeit und besonders gute Bekömmlichkeit auszeichnet. Die Billigkeit dieses diätetischen Nährpräpara tes — M. 2.50 die Büchse ä 500 g —- gestattet dessen längeren Gebrauch. Wer sich noch insbesondere dafür interessiert, lese auch die der Dr. Theinhardt’s Nährmittelgesellschaft m. b. H., Stuttgart- Cannstatt, herausgegebene und gratis erhältliche Broschüre: „Ratgeber für die Ernährung in gesunden u. kranken Tagen", welche in den Verkaufstellen — Apotheken und Drogerien — sonst direkt zu erhalten ist. &peimm\inv poehl bewirkt physiologische Oxydation der im Körper angesammelten Ermüdungs» _ toxine, regt die Gewebsatmung an, daher die von ersten Klinikern erzielten Erfolge bei StoffwechseULrank.- heiten, Nervenu. Herzleiden, Blutarmut, Rheuma- „ tisnras, l>un£enleiden, Altersu. vorzeitiger Schwäche, Arteriosklerose, beiUehermfidnngenu. in der Rekonvaleszenz^ nach schweren Krankheiten. Erhältlich in den größeren Rpotbeken. ”, Reichhalt. Literatur gratis vom Organotherapeutischen Institut Prof. Dr. , v. Poehl & Söhne (St. Petersburg), flbh Deutschland: Berlin SW. 68 ak. Sanatorium Schömberg S _ . .• Snmm Sommer- und Winterkuren Prospekte durch die Direktion Leitender Arzt: Dr. Koch. ¥ 0ßßntäluCifij ve Direkter deutscher Post- und Schnelldampferdienst. 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