Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1910)
- Date
- 1910-04-29
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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1 ” Staatsbürger mit Leib und Seele angehören, verfechten. Der mit lebhafter Zustimmung aufgenommenen Festrede folgte nun der offizielle Dank des Vereinsvorstandes an alle jene Männer, welche als Mitglieder der Vereinsleitung, als Vortragende, als Mitarbeiter an den Vereinspublikationen, als freiwillige Anwälte des Rechtsschutzbureaus, als Vertrauensmänner und als Organe des Vereins, bureaus an den Aufgaben der .Union" mitgewirkt haben. Sodann sprach Reichsratsabgeordneter Dr. Julius Ofner, der den tiefsten Grund des Antisemitismus aus den Klerikalismus zurückführt. Es muß sich die Anschauung zur allgemeinen Geltung durchringen, daß die Juden Staatsbürger und Menschen seien wie alle anderen. Dem gegenüber aber müssen auch Juden den Standpunkt einnehmen, daß sie keine Sonderrechte für sich verlangen, sondern nur das gleiche Recht mit allen anderen Staatsbürgern verlangen. In dieser Anschauung habe sich Redner stets mit den leitenden Männern der .Union" begegnet, welchen er zu ihrem Jubiläum seine herzlichsten Glückwünsche darbringe. Abgeordneter Kuranda spricht dem Vereine gleichfalls seine innigsten Glückwünsche aus. Er werde, wann und wo immer es notwendig sei, für die Rechte der jüdischen Staatsbürger mit all seiner Kraft eintreten. Abends fand ein Festbankett statt, an welchem die Abgeordneten Dr. Ofner, Dr. Mahler. Straucher, Gemeinderat Dr. Hein und andere namhafte Persönlichkeiten teilnahmen. Von MH und jfrrn. ---In Berlinhat sich ein Komitee zur Begründung einer .Gesellschaft für Palästinaforschung" konstituiert, die rein wissenschaftlichen Charakters ist und die sich die Verbreitung der Kenntnis Palästinas und die Erforschung des Landes zum Ziel gesetzt hat. Dieselbe soll 1. in archäologischer und historischer Beziehung, 2. in naturwissenschaftlicher und 3. in wirtschaftlicher Hinsicht erfolgen. Neben den Vorträgen anerkannter Gelehrten aus den drei Forschungsgebieten ist die Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen, die Unterstützung und eventuelle Veranstaltung von Reisen und wissenschaftlichen Expeditionen in Aussicht genommen. — Die Komödie „Der Schatz" von David Vielehe liebende Mutter würde nicht ihren Liebling selbst stillen, . .wenn sie dazu in der Lage wäre. Nach den neueren Erfahrungen kann die Stillfähigkeit nicht nur unterstützt, sondern auch erhöht werden, wenn die junge Mutter sich für diesen schönen Beruf zeitig entsprechend vorbereitet und auch der Ernährung ihre spezielle Aufmerksamkeit schenkt. Den Ernährungszustand heben bedeutet in den meisten Fällen „Stillvcrmögen“ und zur Hebung der Kräfte ist wohl kaum ein anderes konzentriertes Nährpi äparat besser berufen, als das seit über 20 Jahren erprobte uud bewährte HYGIAMA welches sich auch noch durch angenehmen Geschmack, leichte Verdaulichkeit und besonders gute Bekömmlichkeit auszeichnet. Die Billigkeit dieses diätetischen Nährpräparates — Hf. 2.50 die Büclise ä 500 g — gestattet dessen längeren Gebrauch. Wer sich noch insbesondere dafür interessiert, lese auch die der Dr. Theinhardt’s Nährmittelgesellschaft in. b. H., Stuttgart- Cannstatt, herausgegebene und gratis erhältliche Broschüre: „Ratgeber für die Ernährung in gesunden u. kranken Tagen", welche in den Verkaufstellen - sonst direkt zu erhalten ist. Apotheken und Drogerien - Jolmnnlsbad im Riesengebirge Vorzüglich empfohlen für Nervöse u. geistig (Jeberanstrengte. Saisondauer vom 16. Mal bis 22. Sept. 29;50 C, naturwarme Sprudel und wärmere Wannenbäder, elektrische kohlensaure Bäder und kohlensaure Solbäder. Vorzüglicher Höhenluftkurort in romantischer, ozonreicher Gegend: — Stahlquellen — Neue grosse heizbare Wandelbahn, mit allem Komfort ausgestatteter Kurort. Ausführliche Prospekte gratis und franko durch die Kurinspektion Johannisbad, Böhmen. Groterjan’s echte Malz-Biere! 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Die Verewigte erfreute sich in weiten Kreisen großer Achtung wegen der Geradheit und Lauterkeit ihres Charakters und ihres Herzens. — In Schöneberg wird auf dem Grundstücke Münchener Straße 37 in unmittelbarer Nähe des Untergrundbahnhofes Bayerischer Platz ein neuer Synagogenbau errichtet, der Anfang Juni seiner Bestimung übergeben werden soll. Das Gebäude ist ein Kuppelbau, an den sich mit Tounenüberwölbung die Seitenschiffe lehnen, und enthält 850 Sitzplätze. Ausführung und Leitung liegen in den Händen des Regierungsbaumeisters Fritz Fraenkel zu Charlottenburg, von dem auch der Entwurf herrührt. — Aus Frau stadt wird uns geschrieben: Durch die überaus starke Abwanderung nach den Großstädten erleiden die kleineren Synagogengemeinden in unserer Provinz sehr an Leistungsfähigkeit. Ganz besonders zeigt sich dieses bei den Lasten für den Kultus und die öffentliche Volksschule. Die jüdische Schulsozietät Hierselbst mußte, wie die andern kleinen Synagogengemeinden der Provinz Posen, ihre seit längerer Zeit bestehende Elementarschule am 1. d. M. auslösen und sind die Kinder und der Lehrer der evangelischen Volksschule zugeteilt worden. — Der jüdische Jugendbund in Kattowitz hat einen Gesangverein von jungen Damen und Herren gegründet, der sich ausschließlich der Pflege jüdischer Kompositionen widmen wird. Zum Dirigenten ist Herr Oberkantor Singer gewählt worden. — Der Kantor Nathan Kempner in Neiße tritt am I. Mai, nach achtunddreißigjähriger Tätigkeit als Kantor und Lehrer, in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Kempner hat sich nicht nur bei seiner Gemeinde Achtung und Liebe erworben, sondern auch bei der ganzen Bevölkerung der Stadt. Sein Scheiden vom hiesigen Orte wird aufs tiefste bedauert. — Das Israelitische Kinderhospiz MILKA VELMA NOISETTINE ALLEINIGER FABRIKANT. WIESBADEN. Hotel'Restaurant „Kronprinz“ 1. 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