Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Gustav Kohn, der am Geburtstage selbst zur Erholung nach längerer Krankheit noch in Abbazia weilte, vollzog sich am 9. und 10. April in einer geradezu imposanten Weise und gab erneuten Beweis für die außerordentliche Verehrung, Liebe und Popularität, deren sich der seit Jahrzehnten zum Wohle der Allgemeinheit wirkende Jubilar in den weitesten Kreisen erfreut In sämtlichen Wiener Gemeinde- und Vereins-Synagogen wurde am Sonnabend, den 9. April, beim Sabbatgottesdienst im Gebete des Vizepräsidenten besonders feierlich gedacht. Abends fand im Restaurant Tonello ein vom Bethausvorstande zu Ehren seines Präsidenten veranstaltetes Festbankett statt. Die Reihe der offiziellen Toaste eröffnete der greise Rabbiner Dr. Schmiedl. Hieran schloß sich ein launiger Trinkspruch des Präsidenten Dr. Stern. Dann feierte der Vizepräsident des Bethausvorstandes Dr. Markus Spitzer in schwungvoller Rede den Jubilar und überreichte ihm als Ehrengeschenk des Bethausvorstandes eine vom Bildhauer Löwenthal modellierte Silberplakette, die ein wohlgelungenes Portrait des Gefeierten darstellt-. Weitere Toaste sprachen noch Rabbiner Dr. David, kaiserlicher Rat Dr. Lieben und Bethaussekretär Braun. Auf alle Ansprachen hatte der Jubilar eine liebenswürdige Erwiderung. Die gemütvolle und animierte Stimmung wurde noch durch künstlerische Darbietungen des Oberkantors Don Fuchs und der Tempelchöre unter Leitung des Professor Sulzer gehoben. Am Sonntag, den 10. April, fand in der Wohnung des Jubilars der Empfang der Gratulanten und Deputationen statt. Unter den ersten Gratulanten befand sich Ministerpräsident Freiherr v. Bienerth, ferner der Vizepräsident des Landesschulrates v. Kosz, der namens des Plenums der Körperschaft dem Jubilar noch eine lange ersprießliche Wirksamkeit im Landesschulrat wünschte. Es gratulierten ferner Herrenhausmitglied Hofrat Grünhut, die Abgeordneten Baron Hock, Dr. Ofner und Hofrat Knranda, die gewesenen Abgeordneten Tr. Vogler, Wrabetz, Noske, die Gemeinderäte Dr. v. Dorn, Dr. Reisch und All me der. Namens der Advokatenkammer sprach deren Präsident Dr. v. Feistmantel vor und überbrachte die Glückwünsche der Kollegen. Der Kultusvorstand erschien als Deputation und überreichte nach einer herzlicher! Ansprache des Präsidenten ein prachtvolles, künstlerisch ausgestattetes Album mit den Bildern aller Herren des Vorstandes. Weiter erschienen für die Armeninstitute der Kultusgemeinde David Ritter v. Gutmann und Hofrat Nappaport, die Präsidenten des Vereins „Zuflucht", des Vereins „Osten" usw. Für das Rothschild-Spital gratulierte Hofrat Professor Oser. Die Wiener Rabbiner sind unter Führung des Oberrabbiners Dr. Güdemann und des greisen Dr. Schmiedl vollzählig erschienen. Von sehr vielen auswärtigen Kultusgemeinden langten Gratulationstelegramme ein. Möge es dem verdienstvollen Manne vergönnt sein, noch viele Jahre im Dienste der Gemeinde und der Allgemeinheit zu wirken. Von Ssh und Jfmt. Das Jubiläum der Berliner Universität, das bekanntlich im Oktober gefeiert werden soll, wirft bereits seine Schatten voraus. Am 2. Mai findet mittags 1 Uhr im Hörsaal des medizinisch-poliklinischen 'Institutes (Ziegelstraße 18/19) eine Gedenkfeier des hundertjährigen Bestehens dieser Einrichtung statt, bei der Professor Senator die Festrede halten wird. — Herrn Dr. Simon Sonnenschein, Lehrer an der Lehrerbildungsanstalt der jüdischen Gemeinde, ist der Note Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. Das fünfzigjährige Jubiläum seiner Tätigkeit im Hause N. Israel beging der Prokurist der Firma, Herr Rudolf Heilborn. Der Jubilar, der kürzlich durch Verleihung des Kronenordens ausgezeichnet wurde, ist eine in den Kreisen der Berliner Kaufmannschaft bekannte Persönlichkeit. — Frau Caesar Wollheim, Witwe des vor etwa zwanzig Jahren verstorbenen Begründers der weltbekannten Berliner Kohlenfirma Caesar Wollheim, ist am 16'. d. M. im achtzigsten Lebensjahre an Altersschwäche verschieden. An der am Montag stattgefundenen Trauerseier im Hause der Verstorbenen nahmen viele Angehörige der Finanzkreise teil. Die Gedächtnisrede hielt Rabbiner Dr. Weise- Die Beisetzung erfolgte auf dem alten jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee. — Zu der Notiz in der letzten Nummer über die dem Verbände der jüdischen Jugendvereine geschenkten 400 Exemplare des Buches „Ewige Weisheit" von Max Weinberg sei hier r rüarlensta&V Föhnaq (Mark) an derNordbahn zwischenHermsdorf u.Stolpe. 3000 Morgen herrliches Hochwald- und Hügelgelände, inmitten meilenweiter königl. Forsten. Die Luft isl daher besonders rein und gesund. 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