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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-01-21 · Heft 3 (21.1.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Von Osh und Fern. Anläßlich des Krönungs- und Ordensfestes sind auch einigen Juden Auszeichnungen verliehen worden: Professor Heinrich Erünfeld erhielt den Kronenorden dritter Klasse, vr. pliil. Walter Rathenau den Roten Aölerörden 'zweiter Klasse, die Justizräte Gimkiewicz und Dr. Landau den Roten Adlerorden vierter Klasse, Geheimrat Professor Dr. Iaffe, ordentlicher Professor an der Universität Königsberg i. Pr., den Roten Adlerorden dritter Klasse mit der «Schleife. Geheimrat Professor Dr. Ehrlich in Frankfurt a. . M. den Kronenorden zweiter Klasse. — Dem Privatdozenten der Mathematik an der Berliner Universität, Herrn Dr. Schur,'ist der Charakter als „Professor" verliehen worden. — Der Titel eines Preußischen Geheimen Justizrates würde dem englischen Rechtsanwalt Leopo-d Goldberg in London verliehen. Zu dieser außergewöhnlichen Titelverleihung wird r dem „Bert. Tagebl." geschrieben: Leopold Goldberg ist zu Tuchel (Westpreußen) geboren. Er besuchte die Königliche Handelsschule in Berlin, widmete sich zunächst nach Ableistung seiner Militärpflicht als Einjahrig-Freiwilliger beim Gardefüsilierregiment in Berlin dem Kaufmanns stände, ging aber bald — Mitte der sechziger Jahre — nach London, wo er .1871 Solicitor wurde. Goldberg ist seit einer Reihe von Jahren Rechtsbeistand des deutschen Generalkonsulats in London. Er ist auch^ schriftstellerisch hervorgetreten. Der Kaiser verlieh Goldberg bereits 1908 den Kronenorden zweiter Klasse. — Am 30. Dezember beg'Ng die israelitische Gemeinde in Milos law das Fest des 50jährigen Bestehens der Synagoge. Die Festrede hielt Rabbiner Dr. Lewin-Wreschen. Nach dem zeremoniellen Akt fand ein Festessen statt, woran sämtliche Gemeindemitglieder teilnahmen. Als Vertreter der Stadt war Bürgermeister Walkowski erschienen. — Zum 1. 'Kantor an der neuen Westenl-Synagoge der israelitischen Gemeinde in Frankfurt a. Main wurde Herr Lehrer S. Scheuermann aus Heidelberg ge- .wählt. — Das älteste Mitglied der jüdischen Gemeinde in Köln, Frau E. Strauß, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Sie war bis in ihre letzten Lebenstage körperlich und geistig frisch. — Im Mannheimer Krematorium sind während des abgelaufenen Jahres die eichen von zwanzig Juden eiugeaschert worden. — Aus Wien wirdunter dem 15. d. M. geschrieben: In der vergangenen Nacht versuchten drei bekannte Einbrecher den Polnisch-jüdischen Tempel in der Schiffsgasse in Wien auszurauben. Die Verbrecher wurden jedoch in dem Moment überrascht, als sie sich an schickten, eine große Anzahl Gold- und Silberleuchter und andere Wertgegenständein einem großen Bündel sortzuschleppen. Zwei der Verbrecher konnten verhaftet werden, während es. deni dritten gelang, zu entkommen. — Alfred Dreyfus, der als Kandidat einer politischen Gruppe für die Deputiertenwahlen auftritt, hielt in der PariserVolksuniversität eine Rede über das Syndikatswesen, worin er für eine Verständigung zwischen Kapital und Arbeit eintrat. — Aus Petersburg wird der „N. I. K." von ihrem dortigen Korrespondenten geschrieben: Die hiesige Handwerkerinnung hat 37 jüdische Handwerker ausgeschlossen. Die Betroffenen haben dadurch ihr Wohn.echt hier verloren und mußten Petersburg woselbst sie seit längerer Zeit friedlich gelebt haben, auf polizeilichen Befehl verlassen. — Anläßlich der Eröffnung der neuen Universität in Saratoff ist der jüdischen Gemeinde nur die Absendung'eines einzigen Delegierten gestattet worden, während selbst den kleinsten Religionsgemeinschaften die Vertretung durch mehrere Delegierte zugebilligt worden war. — Anläßlich des Todes des Großfürsten Michael legte der Advokat Herr Sliosberg im Aufträge der Juden von Tiflis einen Kranz mit folgender Inschrift am Grabe des Verblichenen nieder: „Von der Jüdischen Gemeinde in Tiflis dem verstorbenen Großfürsten, der sie stets beschützte." Ein anderer von kaukasischen Juden gewidmeter Kranz trug die Inschrift: „Dem hochherzigen Beschützer der Irrt en." — Nach offiziellen Mitteilungen sind im Mrnat Oktober v. I. 17391 Einwanderer nach Kanada gekommen, gegen 9089 in demselben Monat des Vorjahres. Im Jahre 1908 sind 25731 Personen, darunter 4060 aus Rußland, in Kanada naturalisiert worden (13 000 mehr als im vorigen Jahre). Im Oktober v. I. kamen 34178 Immigranten, darunter 1211 aus Rußland nach Buenos-Aires. Wegen des über diese Stadt verhängen Kriegszustandes (infolge eines Attentats, gegen den Polizeichef) werden da die Einw.mderungsvorschriften äußerst streng gehandhabt, und zahlreiche Einwanderer werden zurückgeschickt. Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastr. 88> bewirbt physiologische Oxydation der im Körper angesammelten Ermüdungstoxine, regt die Gewebsatmung an, daher die von ersten Klinikern c.- _ zielten Erfolge bei Stoffwechselkrankheiten, Nerven« und Herz* leiden, Marasmus, Arteriosklerose, bei Uebermüdungen und in der Rekonvaleszenz. — Erhältlich in den grösseren Apotheken. — . Reichhaltige Literatur, gratis vom Organötherapeutischen Institut Prof. Dr. v. Poebl & Söhne, St. Petersburg; Abt. Deutschland: Berlin SW. 68>ak.Bitte stets Original „Poehl“ zu fordern. Einjährige Haushaltungs-Kurse für junge Mädchen aus bürgerl. Israel. Familien beginnen wieder Anfang April 1910. Prospekte stellen gern zu Diensten. israelitische Erziehungs-Anstalt Ahiem bei Hannover. Zur Notiz: Die 2 jährigen Haualialthngskurse und die Schülerinnen*'Abteilung des Mädchenhauses werden durch obige Kurse nicht berührt. s anatoriuai Schömberg für lungenkranke bei Wildbad. W. Schwarzwald - 650 Meter ü. d. M. - Sommer- und Winterkureri Prospekte durch die Direktion Leitender Arzt: Dp. Koch. „Nach dem Süden“ Bäder, Kurorte, Heil-Anstalten, Hotels, Restaurants, Pensionen ' Gd. Hotel des Anglais. ■ - •_—« I. Rang. Zentralheizung. Yorzügl.Küche. H. Arnold, Prop. Schweiz. Vorm, im Gurnigelbad. Beauiieu-Si. jeanfonSiö) Hotel Mont Fleuri. Freundliche Zimmer, g. Betten, g. Küche. Pension v. 8frs. an; A. Ferri, Besitzer. Bordighera Hespena Eröffnet 1906. J. Albrecht. BRENETS, Schweizer Jura. Wintersportstation. 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