Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1909)
- Date
- 1909-12-03
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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lichen und schöngeistigen' Leben Wiens eine 'ber ^-hevv'yrragettdstD Rollen.innehat, sei herzlichst Dank abgestattet für die Idee der Errichtung:. ihrer Tatkraft,! ihrem Einflüsse, und ihrer allseitigen Beliebtheit wirb? es gelingen;: das Standbild zu schaffen, das einem der größten und idealsten Werke gelten soll! Es ist aber auch-Pflicht ayer unserer. Glaubensgenossen-des In-, und Auslandes, durch Spenden Anteil zu nehmen an diesem^Werke, das auch zur Ehre unserer'Religionsgemeinde siU erheben, soll! ' Möge daher, jeder einzelne sich beteiligen,jede Gabe ist ' willkommen und bedeutet ein Steinchen, dem Angeder:kett Sonpenthals, der: Mauen des großen Künstlers' den Tribut der Pietät,zollend,, gewidmet! Spenden werden erbeten an die Sammelstelle; Redakteur Emil Jelinek, Wien I, Seiten statten gaffe 5. ..... . ÄmerMs. f - L. New Aork, =13> November. Auf der Konferenz amerikanischer Rabbiner,- über deren Programm bereits der verehrlichen Redaktion dieses Blattes beri-I tct worden ist. sind vom Vorsitzenden der Versammlung Herrn Ph ilip so nfolgende Punkte zur Erörterung und Ausführung vorgeschlagen worden: Anläßlich, des 100! Gedürlstages von Abraham Geiger söll ein Gedenkbück» zur ehrenden Erinnetüng an diesen hochverdienten Mann. herausgegeben werden;' außerdem soll in allen amerikanischen Gemeinden an: Geburtstage dieses Gelehrten, der.für das'fortschrittliche Judentum stets mit Wort und Tat gewirkt hat, ein Festgottesdienst abgehalten werden. Ein anderer wichtiger Punkt der interessanten Ausführungen des Vorsitzenden betraf die Bemühung um die Erhaltung des Judentums bei den jüdischen Farmern. Der Redner schlägt vor, daß sich die Vereinigung amerikanischer Rabbiner mit der. Organisation jüdischer Farmer in Verbindung setzen solle, um einen ständigen Wandergottesdienst und Jugendunterricht bei den jüdischen Bauern einzurichten. Nachdem der geschäftliche Teil erledigt worden »var, folgte der Festgottesdienst, und auch die Fidelitas kam zu ihrem Rechte, da Herr Jacob Schiff der ganzen Versammlung eist glänzendes Fest gal':'Leider »vurde durch den plötzlichen Tod'des Herrn. Rabbiner Dr. Joseph^Maier Ascher die Konferenz von einem' schweren Verluste betroffen. ' Der Verblichene stand erst tiii 37. Lebensjahre und erlag einen, schweren Herzleiden. 1872 in Manchester gebären, begann er seine Studien amOwen College der Victoria-Universität. Da er aus einer streng orthodoxen Familie stammte' und sein glühender Wunsch »var, sich gründliche hebräische Kenntnisse zu. erwerben, ging er 1894 nach Kowno in Rußland und erhielt nach dreijährigem Aufenthalt an der' dortigen Rabbinerschule vom Rabbiner Katzenelenbogen in Su»valki das Rabbinerdiplom. Nach England zurückgekehrt, trat er in das Trinity College der Universität Cambridge ein. »voselbst er sich philosophischen Studien »vidrnete, die er in Bonn-fortsetzte. Vor zechn Jahren wurde er als Rabbiner nach New Aork berufen; hier fungierte er att den Gemeinden Bne Jeschuruh und Orach Chaim. Abgesehe»: von seiner räbbinischen Tätigkeit, amtierte-er als Lehrer der-Homiletik und Bibelexegese am theologischen Semi»,ar. Die Juden in'New Jork haben allen Grund, das jähe Hinscheiden dieses ü»n die Wissenschaft des Judentums hochve»:dienten Mannes aufs tiefste zu bedauern. Von MH und Lern. Nach dem soeben erschienenen Kunze-Kalender, der. offizielles Material für das höhere Lehrfach im Schuljahr. 1909 bringt, gibt es in der preußischen Monarchie immer, noch nur zwei: jüdische Direktoren an Nichtvollanstalten und 44 jüdische Professoren und Oberlehrer. Dazu kommen, noch 53 jüdische Professoren und Oberlehrer an den städtischen Anstalten Berlins.- Der Staat be-, schäftigt an seinen Anstalten, nur 10 jüdische Professoren und Ober-, lehrer, »rührend die Städte-einschließlich Berlin 87 Juden angestellt - haben. Im Verhältnis zu den christlichen Lehrkräften ergeben diese Zahlen leider nur einen minimalen Prozentsatz. — Zum Chefarzt für -die chirurgische Abteilung des jüdischen^Krankenhauses in Posen ist an Stelle des verstorbenen Professors Jassee Herr Dr. Rosenstein, Berlin, ein Schüler Professor-Israels gewählt worden.— Der am, 4.:. Februar 1891 H e i de Mer g ü^storbene- Rentier Joseph' Wölffsohn hat in seinemM'm 13. Jütt 1892 eröffneten Testamente der Stadtge»neinde Breslau eiü Legat von 400000 Mark mit der Bestimmung vermacht, daß die' Zinsen-dieses Kapitals alljährlich an seinem Todestage an Personen ohne Unterschied des Glaubens,- jedoch. «nt vorzugsweiser Berücksichtigung von Personen jüdischen Glaubens-für'Akte des Wohltuns und Mutes verteilt werden, 'und daß die bevorstehettde Verteilung: ein Vierteljahr^ vorher öffentlich bekanntgemacht werde, 'Herrn Justizrät D r. Kempner steht als Kurator die Entscheidung über die Verteiluüg zu. — Die Arttolv Schottländer-Stiftung von 300000 'Mark, die sein ^Brndör Herrn an n aus rund */? Million erhöht hat, soll der'„Breslauer- Zeitung" 'zufolge zum Bau zweier Siechenbänser verwendet werden, eines für Juden unter. Verwaltung der jüdischen Kraükenhaus- Verwaltung. und eines für Christen unter Verwaltung der Stadt Breslau, r— A»n 17. November wurde . in Stolp i. P., auf' Anregung des Rabbiners Dr. Joseph ein jüdischer Jugendverei»:' begründet.. — Herr Bernhard Weinstein in H am b urg und seine Gattin,.eine Schwester des Professor Iulius Ro d enberg in Berlin, begingen um 16. v. M. daS schöne Fest der goldenen' Hochzeit. -£-■ Der Ausschuß der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt ai M! be»villigte der Lehranstalt für . die Wissenschaft des Judentuins auf drei Jahre eine jährliche Subvention von 1500 Mark. — Der Kaiser von Oesterreich hat dem Hof- und GerichtSadvokaten Regierungscak Dr..Bachrach, der. des öfteren die Führung von Mitgliedern Des allerhöchsten Kaiserhauses übernommen hatte, den Orden der'eisernen Krone verliehen. — In Triest gelangten unbekannte Täter in den auf der Altstadt gelegenen israelitischen Tempel. brachen die Bundes-, late auf und entwendeten die dort befindlichen goldenen und silberne»: Gerätschaften im Werte von mehrerentausend Kronen.. Von den Tätern fehlt jede Spur. — Am 18. d. M. fand in Lodz.die feierliche Grundsteinlegung des israelitischen Kinderhospitals statt, welchesdie Eheleüte H. und M. Konstadt gestiftet haben. — Der russische Justizminister' erließ eine Verordnung, wonach in Zukunft im Anfiedlungsrayon nicht mehr als. 35 Prozent und außerhalb der Tscherta 20 Prozent Juden zur Advokatur zugelassen werden dürfen. In Polen beschloß man, jüdischen Advokaten jetzt überhaupt keine Zertifikate mehr auszufolgen, die sie zur Ausübung der Praxis berechtigen würden. ---- Die Stadtverwaltung von Odessa hat beschlossen, den Zaren zu bitte»,, daß den Odessacr Juden das Wahlrecht für die Reichsduma entzogen werde. — Gelegentlich der 75jährigen Feier (am 20. v.. M.) der Berner Universität erhielt Herr cand. pliil. Meier Th euer: aus Berländ (Rumänien) den diesjährige»:, historischen. Seminarpreis seitens dev Erziehurigsdirektion für das Thema: „Die Wirren des Jahres 1848 in. Rumänien". — Aus. Paris wird uns mitgeteilt, daß der Vorsitzende der ^ceaclemie des lusexiplions et Beiles lettres dem kürzlich: verstorbenen Professor Henri.Weil,: über dessen Tod wir kürzlich berichtet hatten-, während, der letzten Sitzung einen warmen Nachruf gewidmet hat^— Der stellvertretende Vorsitzende des Luftschisfahrts»' Klubs von Frankreich Herr W. Henry ist' zum Mitglied des vom Ministerium für öffe»:t(icheArbeiten begründeten Komitees fürAeronautrk ernannt' worden. Wie uns uns Paris gemeldet wird, würde Herr Moritz V.eer zum: Vizepräsidenten des Pariser Muuizipalrates gewählt. — König Eduard von England hat Sir Edgar Speyerzüm Geheimrat ernannt. Geheimrat Speyer »vurde vor drei Jahren, gleichfalls 'anläßlich des Geburtstages des Königs zum Baronet erhoben.. — Am MittwochMen 23. d, M. wurde der König vom Portugal anläßlich seiner Anwesenheit en London von den Vertretern der spanischen und portugiesischen jüdischen Gemeinde auf derportugiesischrn Gesandtschaft.begrüßt.. Die Begrüßungsrede hielt Herr Francis Montefiore. Der König dankte mit liebenswürdigen Worten für die 'Begrüßung..-,—. Eine englische Revue machtdie - interessante Feststellung, daß, während. es- Endö des 18. Jahrhunderts nicht mehr.als 50 000 Juden .gab, dieenglisch sprachen, man . heute, rund 3 000 000 ^zählt, also denvierten Teil . aller Juden der Well, die englisch sprechen. Auf Grund' dieser Steigerung., kann man annehmen, daß Ende des 20. Jahrhunderts die Hälfte der. gesamten Judenschaft , der englischem Sprache mächtig sein und einen Hauptsaktor im nationalem Leben .der Vereinigten Staaten rmd des Vereinigten-Königreichesbilden wird!: - -- ------- U : -t Redakteur: Alb ert Ktz'tz tnÄeüü»-Pätckoutz 'MorajbL