Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1909)
- Date
- 1909-07-30
- Page
- Seite 4 (sequence 18)
- Language
- German
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stehen wieder vor einem Mord.- Ja-' es ist eist Mordl-Me Täter? - allerdings, die sind nicht zu fassen. Das Uebel liegt eben im SysteM; in einem tieftraurigen, verrohten System, das sich .mit Raffinement des geheimen Sinnes der „Gleichberechtigung aller Bürger" bemächtigt, jener „Gleichberechtigung", die in der ^Praxis zeigt,?daß hierzulandW? Ehre und Leben des jüdischen Bürgers so güt wie vogelfrei sind^ Unsere jüdischen Abgeordneten haben eine Interpellation eingereichM $ und Abgeordneter Dr. Arthur Mahler verlangte vom Kriegsministerium* Entschädigung für die unglücklichen Eltern, die ihre Stütze verloren haben. Aber wir wollen hoffen,-daß der Fall damit noch nicht exS ■ ledigt ist, und daß sich im Parlament für diese Sache des Schreckens- und der Gerechtigkeit eine Majorität finden wird, die den Minister zwingt, nicht den jeweiligen Unteroffizier zu bestreuen, sondern endlich daranzugehen, das barbarische System auszurötien. : ' - ■•■ ■w [ Van MH und jfern. — Herrn Landgerichtsrat Eugen Löwe, Vorsitzender einer Kammer für Handelssachen, ist der Rote Adlerorden IV^ Klasse verliehen worden. — Der Senior der Potsdamer Bankiers, Herr Samuel Zielenzige r, ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Er-' bekleidete in Potsdam zahlreiche Ehrenämter und erfreute sich auch in/ Berliner Bankkreisen allgemeiner Hochachtung. — Am 5. September d. I. kann Lion Wolfs, zurzeit Prediger in Tempel bürg auf eine/' 40jährige Amtstätigkeit zurückblicken. Seine Kollegen, die Lehrer und * Kultusbeamten im weiten deutschen Vaterlande, von denen viele aus seinen Werken Belehrung und Anregung schöpften, werden es sich gewiß nicht nehmen lassen, dem Jubilar eine entsprechende Ehrung zu; bereiten. Ein vorbereitendes Komitee ist bereits in Bildung begriffen. — In K a s s e l ist Geh. S.anitätsrat Dr. Friedrich Endemann, ehemaliger. nationalliberaler Reichstags- und Landtagsabgeordneter, im76. Lebensjahre gestorben. Der, Heimgegangene, ein Nichtjude, gehörte zu den Gründern des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, dessen Vorstande er jahrelang angehörte. Besonders um die Bekämpfung dieser Bewegung in seiner engeren Heimat hat sich Dr. Endemann große Verdienste erworben. Ehre seinem Andenken. — Der Postexpediteur « Herr Karl Dewald in Jngenheim (Pfalz), ein Katholik, ist seit Jahren Ehrenmitglied des dortigen Synagogenchorvereins und beteiligte sich stets aktiv an dessen alljährlichen Stiftungsfesten. Der Ausschuß des Shnagogenchors überreichte deshalb seinem Förderer?* dieser Tage ein künstlerisch ausgeführtes Ehrendiplom. — Herr Amts- ■'! richter Dr. Sandler in Tremessen ist zum aufsichtsführenden Amtsrichter bei dem dortigen Königlichen Amtsgerichte ernannt - worden. — Herrn Rechtsanwalt und Notar Warschauer dortselbst" ist der Tit'el Justizrat verliehen worden. — Der in Wien bekannte Lehrer Herr Moses Pick, Verfasser einer hebräischen Fibel und Herausgeber mehrerer Jugendschriften feierte am 23. Juli in Pohrlitz bei seinem Sohne, Stadtarzt Dr. Gustav Pick, seinen? 88: Geburtstag beiseltenem körperlichen und geistigen Wohlbefinden.; Me-'Pnr'is-'e-r"'^oÄ6tzMiH^äs 'Moral et Sciences poltitiques hat in jüngster Zeit zwei jüdische Gelehrte mit bedeutenden Preisest ausgezeichnet: Den einen Preis erhielt der Generalinspektor der : Bibliotheken und Museen M. Camille Bloch für eine wertvolle ' Arbeit üben die-Armenpflege in-Frankreich vor der Revolution, und; einen Preis erhielt der Professor für Philosophie M. Julius Delv aille für ein Werk-über soziales Leben und Erziehungswesen in Frankreich. — Die Abteilung des „Russischen Volksvereins" in Bessara-bien hak aus Anlaß von Kruschewans Ableben am 19. Juni ein Ergebenheitstelegramm an den Zaren gerichtet. Auf einem dies-' bezüglichen Bericht des Ministers des Innern, hat' der Zar. folgenden eigenhändigen Vermerk gemacht: „Ich bedaure sehr dem Tod von Kimfchewan. ■" Ich' * danke für die ausgedrückten Gefühle." Und das trotz der -bevorstehenden Englandreise. — Der Verkehrsminister ' Buchlow hat vor einigen Wochen befohlen, ihm ein ge- , nstues Verzeichnis der unfähigen Beamten in. seinem Ministerium zuzustellen. Auf Grund dieser Revision werden jetzt mehr als hundert i Beamte entlassen. Charakteristisch ist, daß die Familiennamen der „unfähigen" Beamten durchweg polnische, jüdische und armenische sind. Die echt russischen Beamten scheinen ausnahmslos besonders „befähigt" zu sein. — Der jüdische Einwohner Notkin in Rishni- Oriansk, der ausgewiesen werden sollte, ließ sich taufen. .Die Polizei erklärte ihm aber, auch seine Frau müsse zum christlichen Glauben übertreten. Auch das geschah. Darauf erklärte die Polizei , wieder, Notkin müsse nun erst drei Jahre im jüdischen Ansiedlungs-; rayon zubringen; sodann erst würde ihm hier der Aufenthalt gestattet : werden. — In Irkutsk hat der Gouverneur eine strenge Prüfung aller jüdischen Wohnrechts - Dokumente ungeordnet. Die alten - Aufenthalts-Erlaubnisscheine sollen erneuert, und die Juden, welche solche Scheine nicht besitzen, ausgewiesen werden. — In der rumänischen Stadt Turn Severin haben rumänische Studenten einen argen antisemitischen Skandal veranstaltet: Siebegannen i den Tumult im Theater und setzten ihn auf der Straße fort. Die .Studenten stellten sich an die Spitze des Pöbels Und insultierten , jüdische Familien. Der Skandal dauerte bis tief in die Nacht und ] konnte nur mit Aufbietung eines starken Polizeiaufgebots beendigt; werden. Der neugewählte amerikanische Botschafter in Konstantinopel Oskar S. Straus hatte, wie aus Neuyork berichtet wird, eine schwere Blinddarmoperation zu bestehen. Die Operation ist günstig verlausen und der Botschafter ist so weit her- gestellt, daß er die Reise nach Konstantinopel zum Antritte seines hohen Postens am 6. Juli antreten konnte. Die amerikanische Kolonie in Konstantinopel bereitet dem Botschafter der Vereinigten Staaten einen herzlichen Empfang vor. — Die Judenschaft von Neuyork besitzt 1191 öffentliche Institutionen: 7 nationale, 809 philantropische, - 148 Krankenhäuser und Asyle und 227 Bildungsanstalten. Ihre Unterhaltungskosten betragen insgesamt 10 Millionen Dollar jährlich. Grlchsktlichr Ioti?rn. Bad Neinerz. Der im Februar dieses Jahres im Holtei-Park neuerbohrte überaus kohlensäurereiche Sprudel ist nunmehr dem Trinkuud Bade-Gebrauche übergeben-worden, nachdem die Fassung, der Bassinbau und die Ueberleitung nach dem Badehause durch die Königliche Bohrverwaltung fertiggestellt sind, Die offizielle Eröffnung fand am Donnerstag, den 15. Juli, im ' Beisein der städtischen Körperschaften und der Badeärzte statt. Die Sprudelbäder wurden sofort stark in Anspruch genommen, und es haben Gäste aus den Nachbarkurorten, die hier . Probebäder genommen, ganz besonders die einzig dastehende Reichhaltigkeit der Kohlensäure und die erfrischende Wirkung der Remerzer Sprudelbäder im Gegensatz zu anderen hervorgehoben. Die Sprudelbäder sind unstreitig berufen, eine wichtige Wendung in der Weiterentwicklung des Bades Reiuerz herbeizuführen, denn schost jetzt ist der Zuzug von Kranken ein derartig reger, daß die Besucherzahl:, gegen das Vorjahr ein Plus von 220 Familien aufzuweisen hat. Die nach den letzten Beschlüssen der städtischen Körperschaften in nahe Aussicht genommene Umgestaltung des ganzen Bades- und seiner Einrichtungen wird das übrige tun, um den guten Ruf npch . mehr,, zu heben'und zu festigen. - ■ . . *. 4,.. heilbar durch unsere neuen rlatlfllSSB Bavaria-Patent-. '' r' Das Beste für ausgebildete oder im Entstehen begriffene Plattfüße . sowie als Einlage für Füße mit schwachem Knochengerüst.- Vorzüge: * Keine. Unterrüstung, kein Keilpolster, kein Anfchrauben, laffen sich . daher bequem in jedem Schuh einlegen, kein Durchtreten oder Abbröckeln, werden weder von Wasser, Fußschweiß oder Fuhwärme angegriffen, gewähren einen elastischen Gang und sind ungemein leicht. Preis pro Paar nach Gipsabguß 12—14 Mark (nach Schuhnummer) „ „ „ ohne. „ 6—7 „ „ „ ~;ck & Hess, 1 0., Sonnenstr. 9 I Verlangen Sie bitte Prospekt hierüber sowie weitere Preislisten. —- Vertreter und Verkaufsstellen überall gesucht. Nervosität! Nervöse Blutarmut! Flüssiges Baidrianextrabt „Botzet”' - Aerztlich anerkannt, vorzügliches Mittel gegen Nervosität und Schlaf- *losigkeit pro Flasche M. 1.—und 1.20. ' Aromatische Eisentinktur mit flüssigem Baldrianextrakt „Bolzet" ■gegen nervöse Blutarmut,pro.Flasche M 2.50. '; , Alleinversand durch die dpötheke in Bendorf a. Rh. -■i'-j-'X ’.-C,•'! l %A r S*H 0100001231 6975