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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-06-25 · Heft 26 (25.6.1909) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 26 (25.6.1909)
Date
1909-06-25
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Von Msh und jfrrn. Der Magistrats-Baurat G. Matzdorff hat den Kronenordep III. Klaffe, der Justizrat Dr. Arnold Seligsohn den Roten Ädlerorden IV. Klasse erhalten. — Dem Privatdozenten an der technischen Hochschule Dr. Karl Koehne ist das Prädikat Professor beigelegt worden. — Der Vorstand des Kran kenHauses der jüdischen Gemeinde hat beschlossen, vom 1. Juli ab das Gehalt der Assistenzärzte für das erste Dienstjahr auf 1200 Mark und für das zweite Dienstjahr auf 1500 Mark sestzusetzen. — Der Verein für Arbeitsnachweis Hat im abgelaufenen Monat 184 Personen in feste Stellung und 59/in vorübergehende Tätigkeit gebracht. — Der in jüdischen Blättern gefeierte Professor Dr. Max Friedlander, hier, ist nicht mehr Jude. — In Eberswalde ist am 14. d. M. der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Herr Julius Zippert. der mehr als 40 Jahre dies Amt bekleidet hat, gestorben. — Der zum Rabbiner in Wongro witz einstimmig gewählte Dr. Dünner-Rogasen hat diese Wahl abgelehnt; infolgedessen ist die Rabbinerstelle wiederum ausgeschrieben worden. — In Breslau ist am 12. d. M. der Geheime Medizinalrat Gerichtsarzt a. D. Dr. Emil Stern an seinem 70. Geburtstage gestorben. — Im Bad Neuenahr, wo er sich zur Erholung aufhielt, verschied unerwartet das Vorstandsmitglied der Krefelder Gemeinde, Herr Albert Leven, Inhaber des königl. Kronenordetts IV. Klasse und der Kriegsdenkmünzen von 1864, 1866 und 1870/71 im 66. Lebensjahre. — Herr Louis Goldberg in Köln ist durch einstimmigen Beschluß der Handwerkskammer und des Jnnungsausschusses als Vertreter der jüdischen Handwerker zum Mitglied der Handwerkskammern für den Regierungsbezirk Köln gewählt worden. Er ist der erste Jude, der der Kammer seit ihrem Bestehen angehört. — Große Aufregung rief unter den israelitischen Kurg ä sten in Kissingen ein Extrablatt, das an verschiedenen Stellen angeschlagen war, hervor, wonach Anarchisten von London aus unterwegs nach allen Weltbadeorten seien, um die dort zur Kur weilenden jüdischen Eroßkaufleute mittels Bomben zu ermorden und die jüdischen Kurhäuser in die Luft zu sprengen usw. Nach Kissingen seien 13 Anarchisten bestimmt. Die Polizei fahndet eifrig nach dem Urheber dieses Telegramms. — Unter den in den letzten Jahren erfolgten Austritten aus der evangelischen Landeskirche Badens waren vier Uebertritte zum Judentum, während in der gleichenZeit 45 Juden zum Protestantismus übertraten., — Der Unterpräfekt Brisac in Dünkirchen wurde zum Präfekten des Departements Tarn befördert. — Gelegentlich ihrer Anwesenheit zur 70. Geburtstagsfeier des Chief Rabbi hielten über 100 englische Rabbiner in London eine Versammlung ab, welche ein Komitee wählte zur Ausarbeitung eines Statutenentwurfs für eine periodisch wiederkehrende britische Rabbinerkönferenz. Der Entwurf soll nach sechs Monaten einer zweiten einzuberufenden Rabbinerversammlung zur Beratung -und Beschlußfassung vorgelegt werden. — In London ist am 11. d. M. der Architekt N. S. Joseph, eines der angesehensten Gemeindemitglieder, gestorben. Er war der Leiter des Russenkomitees- und vieler gemeinnütziger Vereine. Ehre seinem Andenken! — Dem Kaufmann und Hausbesitzer H. Frischmann-Kibarty (Rußland) ist die 'russische silberne Staatsmedaille „Für Eifer" für die' von ihm bekleideten, dem Staate gewidmeten Ehrenämter verliehen worden. — Mehrere Schuleigentümer in Warschau haben eine Bittschrift eingereicht um Zurückziehung der.'jüngsten Verordnung des Kultusministers, daß der vorgeschriebene Prozentsatz der Juden in den Privatschulen streng eiNgehalten werden soll; sie weisen daraus hin, daß sie angesichts der geringen Zahl der Schülerrussischer und polnischer Rationalität ihre Schulen schließen müßten. — Die russische Rabbinerkommission beim Ministerium des Innern wird im Oktober d. I. zusammentreten. Arbeiten wird sie einige Monateda sich sehr viel Material und Angelegenheiten ansammelten.- auf welche die Kommission eine Antwort geben soll. Die letzte Rabbiner!, kommission wurde vom Ministerium vor 18 Jahren einberufen. Die Kommission soll größere Rechte erhalten, wie damals. — In Petersburg war das Gerücht verbreitet, daß ein allgemeines Schächtverbot für ganz Rußland geplant wird. Der Rabbiner Katzenellinbogen hat sich deshalb mit einer diesbezüglichen Anfrage an den Premierminister Stolypin gewandt. Dieser antwortete ihm in einem Privatbrief, daß jenes Gerücht unbegründet sei. — Die Zweihundertjahrfeier der Schlacht bei Poltawa, die als großes Nationalfest in Anwesenheit der kaiserlichen Familie vor sich gehen wird, dürfte den dortigen Juden noch lange in trauriger Erinnerung bleiben. Aus Anlaß dieser Feier sind nämlich mehr als tausend Juden ausgewiesen worden. Sämtliche in der Kurakinskagasse, der Festzugsstraße, wohnhaften Glaubensgenossen mußten die Stadt verlassen, „damit sie nicht die Prozession mit ihren Blicken entweihen." — Wie verlautet, haben die Juden in Saloniki als Gegenstoß gegen die antisemitischen Machinationen der Griechen den Boykott der griechischen Kaufleute und Waren beschlossen. — Jacob M. Gor din, der bekannte amerikanisch-jüdische Dramatiker, ist am 11. .d. M. im Beth Israel- Hospital in New York, wo er seit längerer Zeit schwer krank daniederlag, gestorben. Er stand erst im 60. Lebensjahre und hinterläßt eine Frau mit zahlreicher Familie, wie es heißt, in bedrängten Verhältnissen. — Der vor einigen Wochen zu Cannes verstorbene Bankier Sigmund Neustadt aus New York, Schwiegervater Mortimer L. Schiffs, hinterließ 100 000 Dollars für Wohltätigkeitszwecke, deren nähere Bestimmung seiner Witwe überlassen sind. — In Bavasil-Bao, in der Provinz Entre-Rios, wurden zwei Farmerhäuser, die von zwei jüdischen Familien aus Rußland bewohnt waren, von Räubern angegriffen, welche beide Familien, bestehend aus neun Personen hinmetzelten. Die Räuber errichteten sodann Scheiterhaufen, legten darüber die Leichen und zündeten das Holz an. Die beiden-Farmen wurden ausgeplündert. Von den Tätern fehlt jede Spur. * ■ Die nächsten Abfahrten von Post- und Passagierdampfern der Hamburg - Amerika - Linie finden statt: Nach New York; 27/6. Postdampfer „President Lincoln". 1/7. Postdampfer „Cincinnati". 8/7. Postdampfer „Amerika". 15/7. Postdampfer „Cleveland". 18/7. Postdampfer „President Grant", 22/7. Postdampfer „Kaiserin Auguste Victoria", 25/7. Postdampfer „Pennsylvania", 29/7. Schnellpostdampfer „Deutschland". Nach Boston; 26/6. Post- Grlchsktlichr Mti?ru. Es ist Zeit, an die Beschaffung der erforderlichen Ausrüstungsstücke für die bevorstehende Reife zu denken. Die Firma Albert Noseuhain, Berlin SW., Leipziger Straße 73/74, ist wieder mit Erfolg bemüht gewesen, dem reisenden Publikum neue, der Bequemlichkeit dienende Gegenstände zugängig zu machen. Außer den bewährten und vielfach mit praktischen Neuerungen versehenen Hand- und Koffertaschen, Rucksäcken, Plaidrollen, größeren Koffern usw. finden wir Handkoffer, für deren Haltbarkeit, die denkbar weitgehendste Garantie geleistet wird; viele zweckmäßige Utensilien, Toilette- und Reise-Necessaires, Flakon-Etuis, Reise-Apotheken, Trinkflaschen, Bestecke und dergleichen. Der illustrierte Hauptkatalog steht auf Wunsch kostenlos zur Verfügung; dieser enthält auch eine reiche Auswahl von Luxus und Galanteriewaren und besonders Geschenkartikeln zu allen Gelegenheiten. dampfer „Bosnia". Nach Baltimore; 26/6. Postdampfer „Bosnia". Nach Philadelphia; 29/6. Postdampser „Barcelona". 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Von diesen kann die „Herzog Georg-Quelle" den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, „die stärkste kohlensäurereicheEisen-Mangan-Arsen-QuelleDeutschlands" . zu sein. Gleichwertig ist der „Charlotte-Sprudel",während die „Casimir- Quelle" für. leichtere Kuren Verwendung findet. Die Liebensteiner Quellen werden sowohl zu Trinkwie Badekuren verwendet. Heil Herz und Nerv in/Liebenstein, r Wirst wieder jung und'stark dann sein!

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