Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1909-06-18 · Heft 25 (18.6.1909) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
73 (1909)
Issue
Heft 25 (18.6.1909)
Date
1909-06-18
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3228852-3228878--65643-3277779
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

In Straßburg i. E. hat am 1. d. M. die.Generalversammlung der elsässischen Rabbiner stattgefunden. — In Basel ist Herr Nathan Höchstetter-Levh im 56. Lebensjahre verstorben. Derselbe war Mitglied des Großen Rats und bekleidete in den letzten Jahren auch das' Amt eines Ersatzrichters beim Strafgericht. — In Paris ist Leon O ulmont, Generalinspektor der Finanzen, Generaldirektor der Staats faktoreien im 53.. Lebensjahre gestorben. — Mit Rücksicht darauf, daß der letzte Tag für die Jmmatrikulierung an der Universität auf den 26. September, das heißt das Posch-Haschanob-Fest, ” fallt, beschloß der Universitätssenat in.London für solche Hörer, die ihre Zugehörigkeit zum Judentume nachweisey/die Jmmatrikulierungsfrist um acht Tage zu verlängern. — Die Universität Oxford hat dem Chief-Rabbi Dr. Hermann Adler anläßlich seines 70. Geburtstages den Titel einesD. C. L. honoris causa verliehen. — In London ist am5. d. M. Joseph de Castro, eines der angesehensten und ältesten Mitglieder der sefardischen Gemeinde, im 7.5. Lebensjahre gestorben. — Infolge der Krisis in den Fabriken, in denen Juden beschäftigt werden, hat die Auswanderung jüdischer Arbeiter aus Polen nach Amerika wieder sehr bedeutenden Umfang angenommen. Es wandern , vorwiegend Oberledermacher, Bäcker, Zigarrettenarbeiter und Buchbinder aus, da sie keine Arbeit finden können. Die Lage dieser Arbeiter ist überaus schwierig. Der größte Teil verfügt kaum über die Reisekosten. — Sämtliche Juden in den Dörfern des Gou»> vernements Jekaterinoslaw haben von der Administration eine kurzfristige Ausweisungsorder erhalten. Sie haben sich darauf an die Zentralregierung in Petersburg mit der Bitte gewendet, ihnen den Termin zum Verlassen ihrer Wohnstätten zu verlängern, damit sie in der Lage seien, ihre Geschäfte zu ordnen und ihre Immobilien zu verkaufen. Ihr Gesuch wurde jedoch abschlägig beschieden. Und so sind sie nun gezwungen, ihre langjährigen Heimsitze und ihr Hab und Gut zu verlassen und den Wanderstab zu ergreifen. — Die Reichsduma nahm in zweiter und dritter Lesung den Gesetzentwurf über die Glaubensfreiheit mit einer Aenderung gemäß einen Antrag der Oktobristen an, der zufolge der Uebertritt aus einer christlichen Konfession in eine nichtchristliche und die Erklärung, der Konfessionslosigkeit gestattet werden soll. — Die Petersburger „Gesellschaft der Architekten und Künstler" wählte den bekannten Maler L. S. Bakst: zum Mitglieds honoris causa. — Das Jhkutsker Barreau der' Advokaten, das in der Verfolgung des Petersburger Rechtsanwaltes Gillersohn einen Akt der politischen Rache und ein Attentat auf die Gerichtsstatuten erkannte, beschloß, den Vorsitzenden und, ein. Mitglied, zur Verteidigung Gillersohns und des Gerichtsreglements; zu delegieren. — Aus Odessa telegraphiert man bem „Rjetsch“: „Eine? Gruppe der Schwarzhundertmänner drang in. die Redaktionen der liberalen Zeitungen „Odessaer Rundschau" und „Odessaer Post", wo beide Redakteure Juden sind, ein, prügelte alle, die dort waren, und flüchteten straflos davon," — Der Deputierte der Reichsduma Fried - mann, wendete sich infolge der Bitte einer jüdischen^ Gruppe an den Kriegsminister mit dem Ersuchen, den Juden, nach dem Beispiel früherer Jahre, zu gestatten, während der Saison in den kaukasischen Mineralbädern zu wohnen. Das Kriegsministerium fragte die Hauptverwaltung der Kosakentvuppen und den Chef des Stabes des cka.uka-. fischen Militärbezirks an, welcher darauf antwortete, daß die Frage der Nichtbestätigung der Juden, dort zu wohnen, vom Ataman des Tersker Gouvernements definitiv entschieden sei, und daß der Vizekönig vom Kaukasus, Graf Woronzow.Daschkow es nicht für möglich hält, sich dafür beim Zaren zu verwenden. — Aus Moskau berichtet man, daß in der dortigen Versammlung der Mitglieder des Verbandes des russischen Volkes der Erzbischof. Makari unter anderem sagte, daß „die Oktobristen ärger als die Juden sind!" — Bei einem Besuche, den vergangene Woche der Chachambaschi in Konstantinopel dem General Mahmud Schefket Pascha abstattete, äußerte der Generalissimus seine besondere Genugtuung über das. Verhalten der Juden in der Türkei während der letzten stürmischen Ereignisse. Spezielles Lob spendete er den Juden von Saloniki, die der geheiligten Sache der Freiheit wahrhaft schätzenswerte Dienste geleistet hätten. Gleich herzliche und schmeichelhafte Aeußerungen tat der Kriegsminister Salih Pascha, den der Großrabbiner in Begleitung des Deputierten Sassoon Eskell ebenfalls besuchte. Wie uns aus Bad Flilisberg mitgeteilt wird, wird das seit Jahren bestens bekannte renommierte Pensionat und Restaurant ..Villa Elisabeth", Inhaberin Frau Betty Licht, am 20. d. M. eröffnet. Die anerkannt gute Verpflegung dürfte auch in diesem Jahre ganz besonders zur Geltung kommen, da erstklassige Hilfskräfte vorhanden sind. Ebenso dürste besonders für die Ferien eine Neu». einrichtung ganz besonderes Interesse für Eltern, welche mit Kindern reisen, erwecken. Für diese Zeit hat die Inhaberin eine geprüfte Kindergärtnerin vnpflichtet, welche sich tagsüber mit den Kindern mit Spielen usw. beschäftigt und unter deren Leitung die Hauptmahlzeiten am Tage eingenommen werden. BadLiebensteinsrM via Eisenach. Thüringer Wald. Stärkste kohlensaure Eisen -Mangan- Arsen -Quelle Deutschlands. Wird versandtl Gegen Herz-, Nerven-, u. Stoffwechsel-Krankheiten. Prospekt frei durch die Badedirektion. Germania, Lebens - Verfichermigs- Aktien - Gesellschaft zu Stettin. Nach Genehmigung des Rechnungsabschlusses von der am 22. Mai dieses Jahres abgehaltenen Generalversammlung erhalten die mit Gewinnanteil Versicherten der „Germania" mehr als 95%. l des Ueberschusses mit fast 8lJ2 Millionen Mark zur künftigen Ver?? teilung von Dividenden. Ans den Gewinnreserven und dem Dividendenergänzungsfonds. der Versicherten im Betrage von 251/3 Millionen Mark roird' den mit Gewinnanteil Versicherten bei Plan A eine Dividende von 30 % der maßgebenden Prämie — gegen 20 o/g im Anfänge dieses Jahrzehnts — und bei Plan 8 eine Dividende bis zu 821/2 0/0 der einzelnen Prämie vergütet. Die neuen Anträge des Jahres 1$08liefen über fast 70 Millionen Mark Kapital und die neu abgeschlossenen Versicherungen über .57% Millionen Mark Kapital. Der Versicherungsbestand stellte sich Ende 1908 auf 208,695 Versicherungen über 801,400,908 Mark Kapital und 9,585,576 Mark Leib- und Invalidenrente. Hierin eingeschlossen sind 19,800 Jnvaliditätsversichernngen über 1028/io Millionen Mark Kapital und rund ,6*/,3 Millionen Mark jährliche Invalidenrente. Die Sicherheitsfonds der Germania betrugen 353,7 Millionen Mark Ende 1908. Die Germania betreibt die Lebens-, Jnvaliditäts-, Aussteuer-, Leibrenten-, Unfall-.- und Haftpflicht-Versicherung unter den vorteilhaftesten Bedingungen für die Versicherten. Haben Sie Magen« oder Verdauungs - Beschwerden oder wollen Sie solche vermeiden, dann trinken Sie ein bis zwei Glas RIEGEL (gesetzlich geschützt) milder, angenehmer Bitterlikör. Tropenmischung: „milde" Originalmischung: „kräftig" Wird auch von Damen und Kindern gern genommen. Wenig Alkohol. Von Aerzten und hochstehenden Persönlichkeiten empfohlen. — Lassen Sie sich unbedingt einen Prospekt kommen. Chemisch-pharmazeut. Laboratorium A;9!hekerSchl(iter&Go., Bielefeld. ■ ■ Feinschmecker rauchen nur: Reunion-Cigareffen genau nach Cairo Ärh. Marke: Yineta Nr. 30. . . zu 3 Pf. I Marke: Vineta-Creme ,» Finish Nr. 4. . . . „ 4 „ | „ Lord Tirnary . Marke: Exetlence Nr. 8 . . zu 8 Pf. Reunion KU 5 Pf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.