Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 73 (1909)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1909)
- Date
- 1909-05-07
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdin" und noch mehrere aridere Arbeiten des trefflichen. Mannes. Diese letzte Arbeit, die später i auch in -der „Allgem. - Zeitung des Iuden- %•' tums" erschien, übertrug der Verfasser selbst in deutscher. Sprache. -77 . Der Verewigte hat eine lange Reihe von Jahren rastlos aufdem ' literarischen Felde gewirkt und zur Ehre des Judentums gearbeitet. Möge er.in Frieden ruhen! - , ' ’;-;>wa®öU ", Von Osh und Fern. Frau Dr. Franka Minden, die Gattin des Herrn Direktors '/ Dr. Georg Minden, hat das Frauen-Verdiensikreuz in Silber erhalten. — Dem Geheimen Sanitätsrat Dr. Herzberg und dessen Gattin, geborenen Gronau, ist die japanische Rote Kreuzmedaille ver->> liehen worden. — Um der Shnagogengemeinde Nikolaiken die Anstellung eines seminaristisch gebildeten Religionslehrers zu ermöglichen, hat die Regierung in Allenstein dem' Synagogenvorstand; eine jährliche Beihilfe, von 500 Mark bewilligt. — Auf eine 25 jährige Tätigkeit als akademischer Lehrer kann der Privatdozent für klassische Philologie an der Breslauer Universität, Oberbibliothekar an der dortigen Universitätsbibliothek, Professor Dr. Leopold Cohn zurückblicken. — Dem langjährigen Vorsteher der Synagogen- Gemeinde Burgsteinfurt, Herr Rentner Joseph Marcus, der im Laufe dieses Jahres sein 90. Lebensjahr vollendet, ist der Königliche Kronenorden IV. Klasse verliehen worden. — Der Religionslehrer und Kultusbeamte a. D. Theodor Philipp in Lüneburg, hat den Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern erhalten. — Anläßlich der 83. Geburtstagsfeier des Herzogs . Georg II. erhielt Herr I. Mühlfelder, früher in Walldors und Gleicherwiesen und seit zwölf Jahren Lehrer der Hildburghäuser israelitischen Gemeinde und an der Herzoglichen Taubstummenschule dortselbst, die dem Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausorden an- - gereihte Verdienstmedaille in Gold. —: In Frankfurt a. M. ist der Dozent an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften Dr. Gustav Weinberg im-53. Lebensjahre gestorben. — Das Vermächtnis des Rentners Ferdinand Seligmann I. in Bingen an die israelitische Religionsgemeinde daselbst, mit der Bestimmung, daß aus den Zinsen das Realschulgeld für unbemittelte Knaben,aus der Stadt und dem Kreise Bingen ohne Unterschied der Konfession alljährlich bezahlt werden solle, im Betrage von 10 000 Mark, wurde vom Großherzog von Hessen genehmigt. — Auf dem zwischen Bühl und Trimbach belegenen jüdischen Friedhof sind 27 Grabsteine zer--' stört worden. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. — Der von .' der Gemeinde Konstanz zum Rabbiner gewählte Herr Dr. Chone in Nürnberg wurde vom Großherzoglich Badischen Oberrat nicht bestätigt,. weil. sich auch badische Kandidaten gemeldet haben.,— Die Enthüllung des von Bildhauer Professor H. Volz in Karlsruhe geschaffenen Denkmals für Berthold Auerbach in den Kursaalanlagen in Cannstadt bei Stuttgart wird am 23. Mai stattfinden. Die Weiherede wird Dr. Anton Bettelheim in Wien, der Biograph Auerbachs, halten. — Die Nachricht, daß die Israelitische Oberkirchenbehörde in Württemberg es den Rabbinern freigestellt habe, in: den Versammlungsräumen der Krematorien bei Leichenfeiern zu sun- , gieren, entspricht nicht den Tatsachen. — Zum Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Aussig wurde Dr. Rosenzweig, ein Sohn des Rabbiners Dr. Adolf Rosenzweig in Berlin, gewählt. —; Der Kaiser hat den Postrat Norbert Lichtendorf in Czernowitz zum Oberpostrat ernannt. Es ist dies der erste Fall in Oesterreich, daß ein Jude diese Stelle bekleidet. — In Kopenhagen feierte der-. Vorsteher der jüdischen Gemeinde, I. Glückstadt, unter allgemeiner Teilnahme seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlaß wurde er zur Königlichen Tafel geladen und erhielt den Titel eines Geheimen Etatsrates. — Am 19. vorigen Monats starb in Cannes der ' angesehene Bankier Siegmund Neustadt aus New Jork. Ueber ' seine geschäftliche und persönliche Wirksamkeit hat die Frankfurter Zeitung ausführlich berichtet. Der Verstorbene hat den Feldzug 1870/71 als Leutnant des dritten hessischen Infanterie-Regiments (Nr. 117) mitj„ gemacht und wurde mit dem Hessischen Militärverdienstkreuz dekoriert. — In Lyon ist der Oberst der Artillerie derMeserve Edgar Wolfs, Kommandeur der Ehrenlegion gestorben._ — -©in©cu|?$>e . Zionisten. Mitglieder der Abteilung to£> jPoale.Zion^tzr Marsch a-u,; i will. sich nach- Saloniki begeben, um sich der ,türkischen Armeeals - Freiwillige anzubieten. — Im U m an er Gefängnis liegt der. frühere jüdische Dumadeputierte F. Fränkel, der wegen.Unterzeichnung des Wyborger Ausrufs interniert 'ist, an einer Lungenentzündung danieder. Zahlreiche Freunde des Kranken verwendeten sich dafürdaß ~ er in ein Hospital übergeführt werde^ Selbst der Umaner Stadtarzt .erklärte kategorisch, daß-der Zustand Fränkels sehrbedenklich sei. ' Die .Verwaltung. des Gefängnisses erklärt aber allen diesen Vor- .stellungen gegenüber, daß der .„Zustand Fränkels nicht, ernster sei, als. vieler anderer kränker Arrestanten, die gleichfalls nicht ins Spital ---übergeführt würden", und verweigert die Behandlung des vollständig .'' herabgekommenen Mannes. Die Freunde Fränkels sind um sein. Leben . ernstlich, besorgt. Wie verlautet, steht Herr Fernand ez, Präsident der jüdischen Gemeinde in Konstantinopel und Vertreter der Jewish Colonisation Association, in Unterhandlungen mit der .Negierung,'.um die Konzession zum Bau einen Eisenbahn Port Said- Jaffa zu erhalten. — Nach einer Mitteilung aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israölite Universelle ist.- in Kirm anschäh in Persien das Judenviertel äusgeraubt worden. Den Vorwand bot -die Ausstreuung,, daß ein „Seyed", das ist ein von Ali.abstammender Priester, im Dienst eines Juden stehend, von diesem mißhandelt und zu Tode gekommen sei. Es war kein Wort davon wahr, aber es reichte aus, eine regelrechte . und vollständige Ausplünderung ' des Judenviertels herbeizuführen. Die Konsuln, an der Spitze der englische Konsul, haben die Abberufung des Gouverneurs verlangt, der nichts getan hatte, um die Plünderung hintanzuhalten. Der eng- . lische Konsul besteht auch unbedingt auf Entschädigung der Beraubten. Die Alliance Israällte Universelle, von den Unglücklichen um Hilfe angegangen, hat sofort telegraphisch 6000 Franken für die erste Hilfeleistung nach Kirmanschah überwiesen. — Mayer Sulzberger der rühmlichst bekannte Richter am Obergericht für bürgerliche Angelegenheiten in Philadelphia, hat den.Gesandschaftsposten für.die Türkei, den ihm Präsident Taft anbot, ausgeschlagen. — Das Dropsie-College in Philadelphia ist neu konstituiert. Als Dozenten sind Professor Margolis, Professor Schechter und Professor G. Morris gewählt worden. Die „Jewish. Quarterly Review“ foü im Verlag des College weiter erscheinen. — Die japanische Regierung dementiert mit großer Entschiedenheit, daß ihr die Berufung von Oskar von Straus als Gesandter Amerikas in Japan wegen seiner Stellung zu den Einwanderungsfragen nicht genehm gewesen wäre. — Die Zahl, der Juden in Südafrika wird mit 50 000 angenommen; davon leben in Johannesburg 15 000, in Kapstadt 8000. — I acob H. Schiff in New York hat wieder eine hochherzige Schenkung gemacht; er hat nämlich 100 000 Dollars für Errichtung von zwei Lehrerseminaren im Anschluß an die Rabbinerseminare in New Park und Cincinnati gespendet.— In Wladiwostok ist einer der, angesehensten nationalökonomischen Schriftsteller Australiens, Max Hirsch aus Melbourne, im 56. Lebensjahre gestorben, Er gehörte eine zeitlang dem Parlament des Viktoria-Staats an. H. war ein geborener Deutscher aus Köln. — Wie dem Chachambaschi aus Mersina in Kleinasien mitgeteilt wird, ist anläßlich der Pesfachtage dort wieder einmal die wahnsinnigeBlutbeschuldigung gegen die Juden aüfgetaucht und haben sich ernste Unruhen zugetragen. Der fanatische Pöbel,- der über unsere Brüder herfallen wollte, war natürlich kein mohammedanischer, sondern wiederum Sprößlinge des rohen Griechenvolkes. Der Großrabbiner hat sofort nach Empfang der Nachricht energische Schritte getan, die den nötigen Erfolg gehabt haben dürften. Er sandte seinen Sekretär zum Patriarchen, der bereitwilligst seine entschiedene Intervention zur Verfügung, stellte. Der griechische Patriarch telegraphierte an die geistlichen Behörden des Ortes, sofort „Beruhigung zu predigen, die Ünsinnigkeit der Blutlüge, darzutun. und der Bevölkerung seinen Wunsch auf friedliche und freundschaftliche Beziehungen zu den Juden mitzuteilen". — Das Ministerium hat an die Provinzialbehörden in Jemen die Order erlassen, von den jemenischen Jpden, in Anbetracht ihrer gegenwärtig Äußerst bedrängten' ökonomischen Lage, die bis zur Einstellung ihrer. Rekruten in die Armee noch fällige Militärersatzsteuer. nicht einzuziehen. —