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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-12-29 · Heft 52 (29.12.1905) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 52 (29.12.1905)
Date
1905-12-29
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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|- -. " tin. ihrer Sicherheib-bedroht fühlen/ und w«ß auch eine' große Zähl ^hrer Glau bensgen offene durch die inkriminissrte Rede'^ in/Unruhe ver- 'ifetzl wurde. —Enftzre/Gemeindehat purch den Tod des Ärchitekten - Ma-x-.Fl-ei.s.chew/eWrrgroßen- Verlust erlitten. ' Eine ganze Anzahl ^>onSynagogen, dieser gebaut/ gibt Zeugnis von seinem unZewöhn- Ilichen künstlerischen -Können.^. Fleischer warmer auch' ein glaubensjtreuer Jude und hat als Mitglied des Kultusvorstandes wie vieler ^lereine sein Leben lang für die Angelegenheiten/des Judentums mit '^xoßem Eifer gewirkt. Ehre seinem- Andenken! — In Lemberg ßst am 15/ d: der NabbinatLkandidat^Dr.' Jakob. Spinner (ehe- / üraliger Hörer der Berliner Hochschule), der seit Beginn des laufenden .Schuljahres als Religivnslehrer des Franz Josef-Gymnasiums und/ llls Dozent des Religionslehrerseminars tvirkte. plötzlich rm jugendlichen Alter von 32 Jahren verschieden. - Ein strebsamer Jünger der -jüdischen Wissenschafterfüllte er seinen Bernssehr ernst und tüchtig.- Am Tage seines Hinganges - hatte der Verblichene noch Unterricht erteilt. Die irdische Hülle würde am 17. d. unter großer Beteiligung seiner Kollegen, Freunde und Schüler, wie auch der offiziellen Vertreter der Gemeinde zur ewigen Ruhe bestattet. Ehre seinem Angedenken! — Eine . wichtige polnische Kundgebung gegen die Judenmassakres wird von, einem vom Bürgerkomiwe einberufenen .polnischen Massenmeeting in Tarnopolgemeldet. Dort - referierte: Professor Zamorski über die Judenmetzeleien in! Rußland, die noch schonend als wild bezeichnet zu werden pflegen. In Taruopol habe man Gelegenheit gehabt, tausende verstörte und vor Schrecken fast wahnsinnige Flüchtlinge, aus Rußland zu sehen, welche dem sicheren Tode entkommen sind. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an:. ),Veranlaßt durch das allgemein menschliche Mitgefühl) /- sowie eingedenk des. jahrhundertelangen freundschaftlichen Zusammenlebens mit der israelitischen Bevölkerung und in Hinsicht auf das gegenwärtige gemeinsame Schicksal brandmarken wir das'Vorgehen der barbarischen Regierung-in Rußland, welche nicht davor zurückschreckte, die niedrigsten Nasieninstinkte.>zu entfachen und den Abhub der Gesellschaft zur niederträchtigen Abschlachtung unschuldiger und ruhiger Einwohner nur aus dem Grunde, weil dieselben Juden sind, zu veranlassen, und wir drücken deswegen der ganzen.Juhenschaft unsere aufrichtigste Teilnahme aus." — Der un g ari sche Unterrichtsminister hat. für die im leitenden Ausschüsse des Landes-Rabbinerseminars erledigten Stellen folgende Mitglieder ernannt: die neuen Rabbiner der Pester israelitischen Religionsgenieinde, Dr. Fischer und Dr. Hevesi, die Rabbiner Dr. Kecskemeti (Naghvärad), Dr. Steinberg.(Szekesfehervär) und Dr. Neumann (Naghkanizsa). ferner als weltliche Mitglieder: den Präsidenten der israelitischen Landeskanzlei Dr. Mezei, den Sekretär der israelitischen Landeskanzlei Dr. Mezey, den Direktor der israelitischen Lehrerpräparandi Dr. Bandczy und den Präsidenten des israelitischen XXII. Distrikts Dr. von Rosa. Außer den neuernannten Mitgliedern gehören dem leitenden Ausschüsse an: Jakob Boschän, Samuel Deutsch, Dr. Ignaz Goldzieher, Dr. Samuel Kohn, Hofrat Sigmund Kohner, Martin Schweiger, Dr. Josef Simon als Budapester Mitglieder, ferner Josef von Hatvanh-Deutsch, Baron Vilmos Gutmann (Naghkanizsa), Rabbiner Dr. Klein (Naghbeeskerek), Alexander Leopold (Szegzürd),. Rabbiner -Dr. .Rosenberg (Arad), Ignaz Schreiber (Györ), Rabbiner Dr. Szidon (Versecz) /und Sälomvn Sternthal (TemesvLr) als Provinzmitglieder. . Von MH unü jfern. . Zu Justizräten wurden ernannt die Rechtsanwälte Dr.R ei che, Wilm ersdörffer, Julius Guttmann, Dr. Benno Mühsam, Rippner, Ka rl. Hamburger, Paul Samuel Meyer, Eugen Cphn, Dr. Joseph Martin Perl, Alexander Goldschmidt, Stettiner, Emil Salomon in Berlin, Nürnberg .in Lissa, - Pulvermann in Halberstadt, Zuckermann in Forst, Sachs in Zabrze, Peyser.in Eschwege, Eltzbacher, Dr. Callmann in Köln, Holz iuKönigsberg. — Am. 22. d. M. äst hier' der allgemein bekannte und geachtete Lehrer Julius Heskel im 4-.- 7 ' *?7>.-L^bensj^re^getzrw'm^Der HKmgeschiedMMWm dürch/MenH '».HerzeM-/uüdj ChakäktereigelffchaKLn, durch regWwH^Mteifer' und üervorragendes pädagogisches TalentausgezeichyMDM'rer.- - Mit ihmI wurde'ein/' Stück /des)jüdischen Alt-Berlin zu, GkaÜe getragen. EhrD / seinem Andenken t Professor Dr.F erd iNa n d'BN'meNtK al, OberarzÄan der ersten' wedizinischenKliniA.Är-CH«eitö'ÄiMll-äckMHh'riget?leiester^- Asfistent des Geheimrats v. Leyden, erhielt das Kommandeurkreuz desB 'Jsabellen-Ordenß»;Dszn KHnigbvu/ Spanien^ ^/DLr Architekt mnW '-Kunsthistoriker Dr.,.D. Oosep-H^ Professor aw der Neuen--UniA . versität BxusM/ :ist/> M^LehrA Wer Hi'lkMd^/.an^dfe-städtischd' Kunstgewerbeschule in Eharlottenburg berufen -worden. — Der/ Malex-- M. Berg 7 die/ -Herzoglich /.SüPseMMl'kettbniMcheH ' Verdienstmedaille für und WissensHaft -in Gold erhalten. —H ' Dem - FabrikbesitzerEmanüek'' FrEnkdl ^'in Neusta-d't - O.-S. iff/ wegen der.Förderuug.die erderErrichtungWesMiserWil'hel'mdenkmW' in feiner Vakerstädt ydt zuteil werden läffeü^WevTitelWmrÜerzienratvb^ liehen worden, — In B.ütow ist d.erMrlltteibesitzer''/J'nlMs.-L^br-n gestorben.. Derselbe, war 25 Jahre laug--Vorsitzender des Vorstandes der jüdischen Gemeinde, außerdem auch Stadtverordneter gewesen. — - Im Jahre 1904 sind in Sachs en 26 Juden zur Landeskirche, - ein . Protestant zum Judentum übergetreten. — Das Zentralorgan der zionistischen Partei, „Die Welt", wird -von: Januar 1906 ' ab in-Köln herausgegeben werden, wohin bekanntlich auch die Parteileitung verlegt worden ist. —Dem israelitischen Religionslehrer Isaak Rohrheimer zu Biblis sind die Rechte.eines definitiv: angestellten Volksschullehrers verliehen worden. .In Hessen! — Die Thronrede des Großherzogs von Hesfeu kündigte einen Gesetzentwurfbetr. die Verfassung und Verwaltung der israelitischen Religionsgemeinden des Landes an, der dem Landtag bald Angehen soll. — Der-Bischof von Rot.te.nbürg hat für das russische Hilfswerk 50 Mark gespendet. — Dem Bibliothekar an der Universitäts- und Landesbibliothek7 zu S trwM.ü ^g.,:;Pr.ofeffor Dr.Samuel L-a n d.a u e r, - ist Titel.Oberbibllothekar vWliehen woxbxn./ Derselbe ist zugleich seit 1846 ordent- ) licher Honorarproseffor. für' semitische Philologie an wer' Universität. — 7 Jn Ode ss a hat.maN'wieder Unruhen gegen dieJuden anzufachen versucht. Es wurden aber die Umtriebe bald von den Behörden unterdrückt. Die antisemitischen Hetzer, hatten-sich mit Bomben versehen, um die Juden anzugreifen. Bei einem Zusammenstoß mit der Polizei, welche die Judenhetze unterdrückte, explodierte eine dieser Bomben, wobei fünf Polizisten verletzt wurden. Die Explosion verursachte eine große Panik. — Zum Vizepräsidenten der AUianc6 Isra61ite Universelle wurde der Hospitalarzt Herr Dr. Arnold Netter, Mitglied der Akademie der Medizin, an Stelle des verstorbenen Professors Julius Oppert gewählt. — Professor Dr. Adolf Büchler von t>er Israelitisch-theologischen .Lehranstalt in Wien ist. zum stellvertretenden Direktor öe§ JewisJi College in London gewählt worden. — Die SammUlng für die russischen Juden in Amerika ergab bis zum 1.-Dezember wie Summe von 1,007, 534,61 Dollars. — Bei dem Bankett, das am 13. d. M. in Newyork stattfand und das der Errichtung eipes-Lehrstuhls für -amerikanische Geschichte und Einrichtüngeu an der Berliner Universität. durch den Bankier James Spey.er .gewidmet war, devzu -Ehren, des Präsidenten die Roosevelt-Oroseffur genannt werden.- soll,! gelangte ein Telegramm des deutslljen Kaisers zur Verlesung, in dem! es u. a; heißt: „Meinen herzlichsten Dank an Atr. Speyer für seine 'schöne Gabe für Errichtung eines Lehrstuhls in Berlin." — Der be-' kannte Abgeordnete . G 0 l d f 0 gle brachte im a m e r i k a r/i s ch e n> - Kongreß einen Antrag ein, wonach das Haus und das Volk. der -Bereinigten Staaten ihren Abscheu über-die Verfolgung und Nieder- > mehelung von Juden in Rußland ) aus spricht und.-den-Präsidenten- Roosevelt ersucht, seine freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland zu benutzen, um die Wiederkehr solcher Ereignisse unmöglich zu machen. Der Beschlußantrag ging an den Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten. — Nach den rieuesten Feststellungen gibt es in Aegypten über 25000 : Juden,: bei' einer Bevölkerung vop^^ etwas über 10 000 000' Einwohnern. 12 000 jüdische -Einwohner sind ägyptische! Bürger! und'-/.l2 507 Staatsangehörige anderer Staaten, von denen über 4000/aus'Jtalien und über 3000 auf Frankreich entfallen. ' . >,'

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