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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1908-10-30 · Heft 44 (30.10.1908) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
72 (1908)
Issue
Heft 44 (30.10.1908)
Date
1908-10-30
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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tSattfi spätst die Deutsches gegen die Juden l'-^Wie der.galizische Mändesausschuß berichtetsoll das jüdisch-theologische Seminar nicht .zustande kommen. Die Enquete über die. ökonomische Lage der Kjüdischen, Bevölkerung wird dagegen veranstaltet werden." Die '^Resolution-'des',Abgeordneten Dr. Löwenstein, welche bereits vor, eineinhalb Jahren ^angenommen wurde, lautete, daß man diese Enquete sogleich einberufen soll. fr Amerika. s New 8. Oktober. Am 4. d. M. ist in St.' Louis, wohin er sich nach Ausgabe seines Amtes zurückgezogen hatte, der : allgemein bekannte Rev. Dr. Salomon H. Sonnenschein im 70. Lebensjahre gestorben. Derselbe wurde .am 24; Juni 1839 in- Szent in Ungarn geboren, studierte in Hamburg und Jena, und war zuerst Rabbiner in Warasdin in Kroatien. Bon da kam er -nach Prag, wo er eine „Homiletische Monatsschrift" (1869) herausgab. Auf ' Empfehlung Jellineks, wurde er später nach New York berufen.- Dann ging er nach St. Louis,- seine letzte Stellung war in De Moines- Iowa. Sonnenschein war einer der besten jüdischen Kanzelredner und ein Gelehrter von nicht geringem Wissen und großer Begabung: Er gehörte jahrelang zu den angesehensten Rabbinern Amerikas. Als ständiger Mitarbeiter der,-Deborah" hat er dort und in vielen, anderen Blättern — auch in der „Allgemeinen. Zeitung des Judentums". — viele wertvolle Aufsätze und Anregungen veröffentlicht. Leider war sein Leben kein glückliches; er vermochte es nicht, widrigen Schicksalen den Gleichmut der Seele entgegenzubringen, und so zerrann ihm sein Leben wie sein Schaffen. Alle, die den hochbegabten-Mann kennen gelernt, werden ihm aper sicher ein treues. Andenken bewahren. Friede seinem Gedächtnis! fr Von MH und jfern. ' - — Die königliche Akademie der Künste 'schreibt den Wettbewerb um das Stipendium der ersten Michael Beer-Stiftung im Betrage von 2250 Mark pro 1909 für jüdische Bildhauer aus. — In dem Bericht über die Generalversammlung des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus" haben sich einige Fehler eingeschlicheu Neu in den Vorstand wurden berufen Rechtsanwalt Dr. Bärwald und Herr von La sau lx-Frankfurt a. M. Die übrigen Vorstandsmitglieder würden einstimmig wiedergewählt, nämlich die Herren Dr. T h e o d o r Barth - Berlin zum Vorsitzenden, Geheimrat Professor Wilhelm Förster-Berlin zum stellvertretenden Vorsitzenden, CtadtratFlin sch-Frankfurt a. M. und Dr. de Gruyter-Lichterfelde zum Schatzmeister an Stelle des Herrn Geheimen Rat Benoit-Karlsruhe, der mit Rücksicht auf sein hohes Alter.'zurücktrat. . — Herrn Albert Freudenberg,' Mitinhaber der Firma Herrmann Gerson, ist der Rote Adlerordendem Syndikus des Aeltesten-Kollegiums . der - Berliner Kaufmannschaft, Professor Dr. Apt das Ritterkreuz des Schwedischen Nvrdsternordens verliehen worden. — Am Geburtstage der Kaiserin wurde, verliehen; die.Rote Kreüzmedaille II. Klasse der Frau Konsul Flora Fränkel, die Rote Kreuzmedaille III. Klasse der Frau Fabrikdirektor Henriette May hiev, der Frau Regina Eisenstädt in Lissa, der Frau Kommerzienrat Emilie Fränkel. in Neustadt (O.-S.), dem Arzt Dr. WieseutH.al in Magdeburg, , dem Fabrikanten B. Blumenthal in Herford, dem Stadtrat -Max Jüdel in Braun schweig, das Frauenverdienstkreuz in Silber der verwitweten Frau Kommerzienrat Cäcilie Lo eser, hier. . — . Dem Stadtrat und Handelsrichter Siegfried Haber in Breslau ist in Anerkennung seiner langjährigen Tätigkeit als Handelsrichter der Note Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. : — Das Fest des 70. Geburtstages feierte der Geheime Medizinalrat und ordentliche .Professor der Physiologie - Dr L it dilti a r Herm a nu in Königsberg. — Bei den anhaltischen Landtagswahlen wurde auch noch Kommerzienrat Metzer-Harzgerode zum Abgeordneten gewählt. — In Insterburg würde eine Loge des.U. O,.B. B. - Israel.Blümenthal" xxcCJA. Lebensjahre gestorben. Gr hat dort^ 52 Jahre.segensreich gewirkt Bei seinem 50jährigen Amtsjubilaüm.^-. erhielt er dem Kronenorden IV. Klasse. — In Kassel ist^der Königl.^ Ober-Bahnassistent Julius Lublinsky-in den Ruhestand ^getreten. Er machte den französischen Feldzug mit, wurde bei Mars-laTour fchwer verwundet und focht nach seiner Genesung weiter..' Er trat- 1872 inden Staatseisenbahndienst und hat sich besonders' im" äußeren Stationsdienst so bewährt, daß er die silberne Eri.nnerungs- Medaille für ' 25'jährige untadelige Dienstzeit und bei der-^ Pensionierung den Kronenorden IV. Klasse erhielt. — Der,' Beschluß, das orthodoxe,,Rabbinat in Nürnberg, nicht, zu be-' setzen, sondern.durch einen benachbarten Rabbiner verwesen zu lassen, -' . wurde von der Generalversammlung der Adas Jisroel abgelehnt und . v: die Sache an die Wahlkommission zurückverwiesen. — In Mann->5 heim besuchte die Großherzogin von Baden das israelitische Kranken- - und Pfründnerhaus. Dagegen wurden in. Tauberb i s ch o f s h e i m die Vertreter derJuden beim Empfang des Großherzogs übergangen. Sie haben an denselben eine Ergebenheits- -: adresse gerichtet und darin auch zum Ausdruck gebracht, daß ihnen anläßlich des Hierseins des Fürsten ihre Ergebenheit aüszusprechen unmöglich gemacht worden sen— Rabbiner, Dr. A.' Salven di in. Dürckheim a. H. wird. Ende d. I. nach 42jähriger Amtstätigkeitin den Ruhestand treten.. 7- In der ö st e rr eich i sch - un g a risch e n ■' Armeekavallerie und beider Landwehrkavallerietruppen gibt es. derzeit nur einen einzigen Besitzer der großen. goldenen Tapferkeilsmedaille: das ist der Major des Ruhestandes des Husaren-Regiments Nr. 9 Graf Nadasdy — der Jude von Bar da ch-Kl umberg. Er. -- erhielt , die Auszeichnung als Kadettfeuerwerker im Feldzuge 1866. Als der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand das genannte Regiment befehligte, war Bardach aktiver Rittmeister und einer der beim Erzherzogkommandanten beliebtesten Offiziere. — Die Alliance Isra61ite Universelle in 5JJ a n § hat eine Kommission zur Inspektion der jüdischen Schulen im Orient entsandt, die aus den Herren °Rabbiner Israel Lev.i-Paris, Dr. Porges-Leipzig und dem Inspektor der Alliance-Schulen S. Benedik t besteht. Die Kommission> ' begibt sich zunächst nach Aegypten und von da nach Syrien und Palästina.. — Die Nachricht, daß die jüdische Gemeinde zu Belgrad der Regierung zwei Millionen Franken zu Kriegszwecken zur Verfügung gestellt habe, ist eine. Ente. Beide Gemeinden in Belgrad sind sehr arm7 — Die Bergjuden im Kaukasus, denen vor einiger, Zeit von der Regierung das Anerbieten gemacht worden war, in Polizeidienste zu treten, für die sie die Regierung wegen ihrer großen muskulösen Gestalten offenbar für sehr geeignet hielt, bekamen jetzt plötzlich von der Regierung eine Anfrage, ob sie Juden oder Karaiten seien. — In den nächsten Tagen wird in Helsingfors ein neues' Preßorgan erscheinen, das den Zweck hat, den Interessen der sinn» - ländischen Juden zu dienen. Das Blatt wird in den zwei Landes- . sprachen erscheinen. — Wie dem Deutschen Bureau der Alliance Israelite Universelle aus Konstantinopel gemeldet wird, sind bei dem Chacham Baschi Nahoum Meldungen eingegangen, wonach die Juden von Bagdad der Gegenstand fortgesetzter Angriffe sind, so daß sie' ihre Häuser nicht verlassen können; es herrscht vollständige Handelsstockung. — Wie aus Newyork gemeldet. wird, hat die republikanische Partei des Staates Newyork Samuel S. König für den. Posten eines Staatssekretärs des Innern im Staate Newyork präsentiert. ' -. Derselbe, eine beliebte und'populäre Gestalt in Newyork, stammt aus' : Budapest und zählt erst 35 Jahre. König,' der zu den anerkannten Führern der republikanischen Partei im Staate Newyork zählt, ist von Beruf Advokat-und gehört zu den Förderern aller jüdischen Institutionen. — In Suntiago de Chile ist der Augenarzt Dr. David Plaut nach längeren Leiden gestorben. Plaut stammte aus Graudenz; er promovierte in Leipzig und kam vor etwa elf" Jahren nach Chile. Neben einer umfassenden Privatpraxis hat der Verblichene die verantwortungsvollen Posten eines Ressortleite'rs am Hospital del Salvador und an der Klinik der Betlehemnonnen mit ausgezeichnetem Erfolge versehen. Er war eines der geachtetsteN Mitglieder der dortigen deutschen Kolonie. - >

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