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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1908-05-08 · Heft 19 (8.5.1908) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
72 (1908)
Issue
Heft 19 (8.5.1908)
Date
1908-05-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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der Lehrer I. Nvhrhei mer, der 49 Jahre in diesem Amte. 40 da. von in Biblis selbst, gewirkt hat, gestorben. — In Höchberg ist am 23. v. M. der Lehrer und Leiter der israelitischen Präparaudenanstalt Nathan Esch Wege, im 55. Lebensjahre gestorben. — Die Mitteilung, daß die Gemeinde Zweibrücken beim Bezirksamt beantragt haben sollte, den Rabbinatssitz dort zu belassen, ist unrichtig. Die Angelegenheit ist noch nicht endgültig erledigt, schwebt vielmehr noch bei der Kreisregierung, an die sie vom Kultusministerium zurückgewiesen wurde. — Kommerzienrat Heinrich Kahn in Stuttgart hat anläßlich seines 80. Geburtstages ein sehr ehrenvolles Schreiben des Königs von Württemberg erhalten, in dem dieser des Besuches gedachte, den er in Leichingen, wo Kahn die erste württembergische Leinenindustrie errichtet, gemacht hatte. — In der letzten Generalversammlung der „Gesellschaft für die Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen", wurde die Gründung eines jüdischen Museums für Elsaß-Lothringen beschlossen. — Bei den Kantonsratwahlen in Zürich wurde als einziger jüdischer Kandidat der von den Sozialisten aufgestellte Rechtsanwalt Dr. Farbstein wiedergewählt. — Das gegenwärtig im Stadium der Diskussion stehende französische Gesetz über die Sonntagsruhe schreibt diese als obligatorisch vor. Eine Spezialklausel sieht indessen vor, daß das Gesetz sich nicht erstrecke ans diejenigen Juden, Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, die gewissenhaft und regelmäßig den Sabbat als Ruhetag beobachten, und unter dem Vorbehalte, daß sie mit ihrer Sonntagsarbeit keine Störung für diejenigen Personen verursachen, die die Ruhe an diesem Tage begehen werden. — Dem Kurator des Warschauer Schulkreises ging seitens des Kultusministeriums der Befehl zu, die wissenschaftlichen Diplome der frisch zum Christentum übergetretenen Juden mit einem Vermerk, der die Abstammung und die jüngst empfangene Taufe des betreffenden Besitzers an gibt, zu versehen. — Die wegen der Bialhstoker Judenmetzeleien zu fünfmonatiger Einreihung in die Arrestantenkompagnien Verurteilten sind begnadigt worden, ebenso der aus dem gleichen Anlaß zu achtjähriger Zwangsarbeit verurteilte Dsemanowitsch zu einem Jahr Gefängnis. — Der Hilfsverein der deutschen Juden erhält folgendes Telegramm: Tie städtischen Behörden in Ki ew haben.ein städtisches Gebäude, für die Opfer der Ueberschwemmung zur Verfügung gestellt. Den Juden, die durch die Ueberschwemmung gelitten haben, wird die Aufnahme in dieses Gebäude verweigert mit der Motivierung, das Gebäude läge in einem Stadtteil, in dem die Juden kein Wohnrecht. haben. — Telegramme aus Tiflis melden, daß . an der türkischen Grenze furchtbare Armenier- und auch Judenmassäkers stattgefnnden haben. Tausende fliehen nach Jelisawetpol und anderen russischen Städten. Jedoch auch dort werden sie von Tataren bedroht. Angeblich sind 10 000 bewaffnete Perser im Anmarsch. um die Ordnung wiederherzustellen. — Der bekannte Chirurg Dr. I. Greiwer in Konstantinopel, der bereits seit vorigem Jahr Leibarzt im Harem des Sultans ist, wurde zum Brigadegeneral ernannt. Derselbe ist außerdem Chirurg im Italienischen Hospital, Chefarzt des Präfekturhospitals in Pera, Chirurg des Türkischen Frauen- und des spanischen indischen Hospitals usw. — In New Aork fand Ende des vorigen Monats ein Konzert statt, welches von 150 Mitgliedern des amerikanischen Kantorenverbandes in einem der größten Säle der Carnegie Hall gegeben wurde. Auf dem Progranrm standen nur Synagogalgesänge, die in historisch-chronologischer Reihenfolge von der ältesten bekannten Zeit bis auf den heutigen Tag vorgetragen wurden. ^— Der Herausgeber der „Jewish Daily Presse“ Julius Liebling in Chicago wurde von der dortigen republikanischen Partei zum Wahlmann für die kommende Präsidentenwahl gewählt. Liebling, der heute 56 Jahre alt ist, ist der erste russische Jude, dem iu Amerika eine solche Ehre zuteil wird. — Die Union der jüdisch-amerikanischen Gemeinden hat beschlossen, einen Vertreter nach Mexiko zu schicken, damit dieser über das Leben der Juden daselbst und die Bedingungen ihrer Existenz Bericht erstatte. Rev. M. Zielonka hat diese Mission übernommen. — Die große Feuersbrunst in Chelsea hat den dortigen Juden schweren Schaden zugefügt. Die drei Hauptsynagogen sind ein Raub der Flammen geworden. Grkchsktlichr In Bad Salzbrnnn spielt in diesem Jahre die Kurmusik bereits vom 1. Mai ab. Die im Interesse der Ausschließung von Mineralquellen durch den Quelleningenieur Scherrer ausgeführten Bachverlegungsarbeiten machten große Erdbewegungen erforderlich. Die umfangreichen Arbeiten werden vor Saisonbeginn beendet sein. Das Kurhaus ist gelegentlich der Neuverpachtung in' diesem Frühjahre einer durchgreifenden sehr geschmackvollen Ausgestaltung seiner Nestaurationsräume unterzogen worden. Mit dem Bau des neuen großen Kurhotels wird im April begonnen.___ Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Buchhandlung Gustav Fock, G. m. b. H., Leipzig, Schlotzgaise 7-9, betr. Bücher für die jüdische Hansbililiothek, vei, aus den wir unsere verehrlichm Leser besonders aufmerksam machen. BÄOARZBÜRG Selige -I. Bangesliegt gegenüber den Solbad- und Kuranlagen in hoher freier Lage. Grosse Gärten, modernster Komfort, mäss. Preise. Prospekte. Bes. R. Schlemm. Aeltestes Bad. Bölunens Ceplitz-SchOnau seit 1150 Jahren bekannt alkalisch-saiinische Therme von hoher Radioaktivität Temperatur 28°—46,25° C aellen-Bäder, Kohlensäurebäd.,Fango, Mechanotherapie. Saison ganzjähr. Sol- und Seebad Koiberg Neu eröffnet! Kurhotel Monopol verbunden mit Caf§ und Weinstuben. 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