Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 48 (1.12.1905)
- Date
- 1905-12-01
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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-V * - ' , ’ ~ ♦ s -V,. '*■, - <-— Von MH und Mn. V;i! Der Rechtsanwalt und Notar a. D. Adolf SalomonsohnL' zu Berlin hat mit einem Kapital von 50 000 Mark eine Stiftung^ begründet, welche den Zweck hat, behufs Förderung wichtiger & Arbeiten auf den Gebieten der Naturwissenschaften (einschließlich: Biologie und Medizin) Beihilfen zu gewähren. —.Am 19. d. M. verschied plötzlich der Kommerzienrat Hermann N. Israel, Mitinhaber der Firma N. Israel. — Der Magistrat der Stadt Zül l ich au , (Regierungsbezirk Frankfurt a .d. Oder) hat dem Deutsch-Israelitischen ch Gemeindebunde für seine bei Gelegenheit der silbernen Hochzeit^ unseres Kaiserpaares zu errichtende Erziehungsanstalt für schwach- ,, sinnige israelitische Kinder ein Terrain von 15 Morgen Größe kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hoffentlich findet dieses Beispiel großartigen Edelsinns ebenso wie die Schenkung von zehntausend^ Mark, die zu dem gleichen Zwecke die Synagogengemeinde Breslau gemacht hat, bald bei. jüdischen Gemeinden wie bei., Einzelpersonen Nachahmung. Am 8. d. M. ist hier der emeritierte - Hauptlehrer aus Schwerin a. W., P. Kuntz, gestorben. — Die.; Nachricht, daß der Abgeordnete Krösell in Hamburg verhaftet, worden sei, wird dort dementiert. — Bei den hessischen Landtagswählen wurde im Wahlkreis Langen der Rechtsanwalt Dr. Fulda? in Darmstadt gewählt. — In die erste badische Kammer wurde ' von den Handelskammern zu Mannheim und , Heidelberg der Kommerzienrat Viktor Kennet in Mannheim gewählt. — Das' israelitische Konsistorium bringt den Israeliten Elsaß- Lothringens zur Kenntnis, daß aus dem Vermächtnis der Eheleute Michel uud Fanny Weil am 17. Januar und 2. August 1906 jedesmal 80() Mark zu vergeben sind und zwar an Witwen, vorzugsweise mit kleinen Kindern, die durch ihre Führung, ihre gesellschaftliche Stellung, ihre Erziehung und Sittlichkeit einen Preis verdienen. -- Bewerberinnen haben ihre Gesuche bis spätestens zum 15. Dezember dieses Jahres ihrem Konsistorium einzureichen. — In Straßburg ist am 23. d. M. Herr Myrtil Blum im Alter von 60 Jahren.an einem Schlaganfall gestorben. Er war eine in Straßburg sehr j bekannte und geachtete Persönlichkeit und gehörte seit 1901 der Handelskammer an. Während der Belagerung im Jahre 1870 war. er als Offizier der Mobilgarde im Dienste der Stadt tätig. Der ' Verstorbene war auch in letzter Zeit Mitglied des israelitischen v : Könsistoriiuns für den Bezirk Unterelsaß. — In Mülhausen hat, entgegen dem Antrag des Dr. Elias, der Gemeinderat möge für die russischen Juden .2000 Mark - bewilligen,. die sozialdemokratische Fraktion beantragt, ohne Rücksicht auf . das - Glaubensbekenntnis 1000 Mark für die Opfer der russischen Gegenrevolution' und weitere 1000 Mark zur Unterstützung der ausgesperrten-thüringischen Textilarbeiter zu bewilligen. — Der Oberstleutnant Levy in Nantes wurde zum Direktor des Geniekorps daselbst ernannt; — Aus Anlaß der -in Rußland gegen die Juden verübten Greueltaten hat sich auch in Kopenhagen ein Hilfskomitee gebildet,- das aus hervorragenden Persönlichkeiten-besteht. Neben den Namen' vieler bekannter Juden findet man diejenigen des Primas der dänischen Staatskirche und des Kopenhagener Oberpräsidenten. Viele Tausende Kronen gingen bereits am ersten Tag als Spenden ein. — Soweit bekannt ist, sind gegenwärtig zugunsten der während der Krawalle geschädigten Juden in Rußland gegen eine Million Rubel im Lande selbst gezeichnet worden. Die Leitung der Hilfsaktion hat das Zentralbureau des Vereins für jüdische Gleichberechtigung übernommen, auf dessen Veranlassung ein aus 17 Personen bestehendes Komitee sich konstituiert hat. Dasselbe hat einen 13 gliedrigen Ausschuß eingesetzt, bestehend aus den Herren Baron H. O. Ginzburg, den Rechtsanwälten Kaplan. Schlosberg, Scheftel, ferner den Herren Wawelberg, Warschawski, Baron H. D. Ginzburg, Kamenko und drei Mitgliedern des Vereins für jüdische Gleichberechtigung. Dasselbe hat in seiner ersten Sitzung für die Verunglückten in den Gouvernements Bessarabien, Jekaterinoslaw und Cherson über 150 000 Rubel bestimmt und sofort abgeschickt. Außerdersi hot das Komitee für die Städte des Gouvernements Cherson 20 000 Rubel und zwar 8000 für die Stadt Cherson und 12 000 Rubel für die Stadt Nikolajew geschickt. 25 000 Rubel wurden für die Geschädigten im Gouvernement Poltawa bestimmt und zwar erhielt Krementschug 10 000, Nomni und Solotonoscha je 5000 und andere^ kleine Städte des Gouvernements 5000 Rubel. Den Geschädigten im Gouvernement Tschernigow sind 23 000 Rubel bewilligt worden. Davon' erhielt Nowo-Sibkow 7000, Njeshin, Suraji und. Nowgorod-Sewersk je 2000 und andere kleine Ortschaften gleichfalls 2000 Rubel. Endlich wurden 2000 Rubel nach Ismail geschickt. In allen diesen Ortschaften' sind Lokalkomitees' errichtet worden, welchen nahegelegt wurde, bei der Regierung um Herausgabe von Karobkageldern zugunsten der beim Krawall beschädigten Juden vorstellig zu werden. Gelchsktlichr Mtiun. 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