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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-11-03 · Heft 44 (3.11.1905) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 44 (3.11.1905)
Date
1905-11-03
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Ms Mitglied LiöWWM-AMyDkochitees-entfalMe^ev: eM^Le^h'E' Tätigkeit im Interesse dev Sache, Per er mit glühender Begeisterung bis zum Tode anhing. — Nun hat auch der jüdische Generalmajor ' M Eduard Ritter v. Schweitzer seinen Abschied erhalten^ In der' y?' bezüglichen Mitteilung des Amtsblattes Wißt-'es, daß die Pensiomerung auf „eigenes Ansuchen" erfolgt sei. Generalmajor v. Schweitzer hat diesen Rang aber erst .vor l'/a Jahren erreicht und nur. besondere^ ß " Umstände und Verhältnisse konnten die „freiwillige" Ueherrei.chüng t: des. Pensionsgesuches veranlaßt haben. Eduard Schweitzerder. erste e jüdische General in.unserera.ktiven Armee, wurde in Gyöngyös in Ungarn ' geboren und trat freiwillig als einfacher Soldat in die Armee. Kurz l 1/ nach seinem Eintritte entbrannte der Krieg mit Preußen 1866. Auf K den Kriegsschauplatz nach Böhmen versetzt, kam der junge Soldat \ sofort ins Feuer. Zum Unteroffizier befördert, trat Schweitzer in die? Wiener Kadettenschule ein und nach deren Bollendung wurde er zum R Offiziersstellvertreter, sodann zum Leutnant befördert. Bald zum Adjutanten ernannt, hat er Beweise seiner Tüchtigkeit gegeben. Der . f- Ausbruch der Insurrektion in der Herzegowina führte das 32. M Infanterie-Regiment, in dem Schweitzer diente, dorthin. Seine Verdienste während dieses . Feldzugs wurden durch Verleihung des Ordens b der Eisernen Krone III. Klaffe mit der Kriegsdekoration anerkannt, f Nach Wien zurückgekehrt, bestand Schweitzer nach kurzer Vorbereitung { die schwierige Aufnahmeprüfung in die, Kriegsschule, die höchste : :f . militärische. Bildungsanstalt, und absolvierte diese mit „sehr gutem! Erfolge". Seine Erhebung in den Ritterstand erfolgte nach einiger \ S Zeit auf Grund der Statuten des Ordens der Eisernen Krone. . Unermüdlich im Dienste seines Kriegsherrn, hat er durch feine * Tüchtigkeit stets - die Zufriedenheit seiner Vorgesetzten im Dienste; T erworben. Ein zweimaliges Avancement außerhalb der Rangtour• | gibt davon Zeugnis. Außerdem ist er Besitzer des Offizierskreuzes, j des Franz Joseph-Ordens, der Kriegsmedaille, der bronzenen; pv Erinnerungsmedaille, des Militärdienstzeichens usw. Als Befehls-!? - hab.er. des 26. Infanterie-Regiments Michael Großfürst von Rußland . Zwurde ihm zweimal die Ehre zuteil, den Oberst-Inhaber in \ St. Petersburg die Glückwünsche des Regiments überbringen zu } dürfen, und wurde er bei dieser Gelegenheit mit hohen russischen! Auszeichnungen bedacht. Im Mai 1904 zum Kommandanten der 53.. Infanterie-Brigade ernannt, wurde Ritter v. Schweitzer zum? Generalmajor befördert. Von Moh und jferu. — Dem Kreisarzt, Geheimen Medizinalrat Dr. Baer, ist aus Anlaß seines Ausscheidens aus der Stellung als Oberarzt des Straf-. gefängnisses in Plötzensee der Königliche Kronenorden III. Klasse verliehen. — Der Bibliothekar Dr. Heinrich Simon ist in gleicher Eigenschaft an die Königliche Bibliothek versetzt worden. v—. Jüdisches Blätter beeilen sich, die Ernennung des Privatdozenten der Astronomie an der Universität Königsberg Dr. Fritz .Cohn zumL außerordentlichen Professor zu bringen. Ohne Berechtigung! — In Rakel wurde der Kaufmann und Stadtverordnete David Jtzig"^ einstimmig zum Stadtrat gewählt. Derselbe ist langjähriger Kassiererdes Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, zweites Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde und Aufsichtsratsmitglied im Spar- und Vorschußverein. — Dem Amtsgerichtsrat Glogauer; in Tarnowitz ist der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen worden.,, —- In Mannheim ist der Kommerzienrat Stadtrat Bernhard Herschel, Chef der weltbekannten Firma Herschel, Endhoven L Co.? 67 Jahre alt, plötzlich gestorben. — In Z Weib rücken dauert devZ Konflikt zwischen Rabbiner und Gemeinde fort. Eines Morgens fanden die Mitglieder der Gemeinde die Synagoge geschlossen, weih der Vorstand nicht die Schlüssel herausgeben wollte. Wie die „Zweibrückener Volkszeitung" hierzu bemerkt, dürfte die Ursache in einem zwischen dem Rabbiner und einzelnen Gemeindemitgliedern schwH benden Streit zu suchen sein. Unerhört! — Für den verstorbenen Oberst Ä. E. Goldsmid, der sich als Schöpfer der .jüdischen Knabenbrigade für die körperliche Ausbildung der jüdischen Jugend ^stngemein verdient- - gemacht' hat, o >wurde Hoeheflin d an eine Gedenktafel enthüllt. Die feierliche. EMHüllung '' fand «Pr M dieses Monats in der großen Synagoge irH AldgateDürch den "Generalmajor Sir Alfred. Turner statt. — JnriH'eterShrrrg wird i? ejn allgemeinrüssischep; Aionistenkontzreß. stattfindtzN.- Das Konseil der neurussischen Universität Odessa regte beim Minister-Per Volksausklärung das Ersuchen an, außer der Norrn.moch s20.0> jüdische Studenten aufzunehmen. Der Kurator des Odessaer Lehrbezirks sprach sich für die Bewilligung dieser Bitte. aus- Wie man-uns mitteilt, hat man Hoffnung auf Erfüllung dieser Bitte... 7—. Das. oberste, Militärgericht änderte infolge, des Protestes des Staatsanwalts, das Urteil des Od essaer Gerichtes im Prozesse. Bernstein/ -der beschuldigt war, einen Schutzmann töten zu wollen, wofür die Todesstrafe bestimmt, ab; das Odessaer Gericht verurteilte aber Bernstein bloß zu sechs Jahren Zwangsarbeit. — Der bessarabische Gouverneur.wendete sich an den Kischinewer Chef der Landpolizei mit der Anfrage, ob wirklich bei der . rumänischen . Grenze ein massenhafter. Uebergang russischer Juden stattfindet. — Der Klerus der Residenzkirchen erhielt eine Zirkularschrift, unverzüglich Mitteilungen; über die int Jahre 19.04. zur rechtgläubigen Kirche (praw.oslawny) übergegangenen Juden zu geben. — Der Wilnaer römisch-katholische Bischof E. -Roop begrüßte unter anderen auch eine-Deputation der lokalen .jüdischen Gemeinde der Stadt Wasilkow. Nachdem der Bischof der Deputation für die Begrüßung gedankt hatte, wandte, sich derselbe an die Deputation, mit einer kurzen Ansprache, in der er ihr riet/ die Jugend vom Kampfe znrückzuhalten. Die; Deputierten antworteten hierauf, daß sie machtlos seien, irgend einen Einfluß auf die Jugend auszuüben. — . Der Student der Kiew er. Universität Michael Alter übergab dem Gouverneur eine Bittschrift, in welcher er bittet, der Exarchialgemeinde von seiner Rückkehr znm Judentums Mitteilung zu machen. -Dabei weist Alter darauf hin, daß er in der Seele der Religion seiner Bäter treu blieb; er habe aber das Christentum deshalb .angenommen, weil dasselbe, ihm. die Möglichkeit bot, die Universität besuchen zu. können. — Der Militärarzt Z)r. Saprr, her an drei Schlachten teilnahm, und der . jetzt zum Oberarzt einer. Etappe in Farsatur ernannt .wurde, hat die Orden. St. Stanislaus und St. Anna erhalten. — Das Wahlbureau' für die Volksvertretung in Petersburg .verteilt sich in. Stadtviertel. Die Agitationsbewegung begann bereits. , Unter anderen sind ins Bureau gewählt worden: der bekannte jüdische Rechtsanwalt Wincrwer undder Privatdozen- Kaminka. Letzterer, ist von jüdischer Abstammung. —- Ein Telegramm aus Petersburg teilt folgendes mit: Laut Gerüchten ist beschlossen -worden, den Juden dieselben Rechte wie den Vertretern anderer Nationalitäten in den städtischen Selbstverwaltungen zu gewähren. Definitiv soll dies Mitte November bekannt gemacht werden. — Die Warschauer jüdischen Gemeindevertreter gedenken einen Kongreß zu veranstalten, um die Frage zu erörtern, wieviele. Juden, in Polen das Wahlrecht besitzein, aus welche Anzahl Deputierte die Juden irü Meichselgebiete in der Volksvertretung rechnen könnenMd.in welcher . Richtung, es. nötig sei, . die.Agitation zu.orgau.isiexM. — . DaK. Ministerium des Innern wird die Gouverneure beauftragen, ihm Gutachten über die jüdische Fleischp.acht (K.orob.o.tschny Shor). zu geben. Diese Gutachten, sind erforderlich, um die Frage, ob die Existenz dieser Steuer zweckmäßig sei oder nicht, zu entscheiden. — Auf dSc . Studentenversammlung des/Rigaer Polytechnikums wurde beschlossen, sich an die Behörde dieses Instituts zu wenden, daß dort alle Juden und Personen' anderer Nationalitäten, für welche bis zetzt eine Beschränkung bestand; äufzunehmeu sind. — Das Ministerium der Volksaufklärung erklärte, datz^die. Prozentnorm der Aufnahme der jüdischen Studenten in den ^Universitäten bal d - aufgehoben würde. Das Ministerium ist prinzipiell für die Aufhebung der Beschränkungen und wird ein entsprechendes'Gesetzprojekt der Gosudarstwenaja Duma vorlegen. Auf Vorstellung der Rektoren der Universitäten Petersburg und Moskau wurde gestattet, an ersterer Lehranstalt 84, an der letzteren'162 Juden über die Norm zuzulassen, ß — In Minsk will ein Teil der jüdischen Bevölkerung als-Kandidaten - für die Volksvertretung?den Redakteur des „Fraind", Günzberg, äufstellen. -?' - -

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