Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 40 (6.10.1905)
- Date
- 1905-10-06
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Vtm Ksh und Mn. ^?FHevr!Mschö§/MteLl7ErdM'rwähreM-Ahrer^'gMzMtzöhÄr Wirksamkeit' ■ gur.; Freude ihrer Glaubensgenossen, zum Heile' der Menschen, zum . Wöhle der Pfalz! Gott segne, schütze und erhalte Sie! Er erhalte <Sie gesund an Geist und Körper, schütze Sie vor Ungemach und Ge- >fahr und segne Sie jetzt und. immerdar! Amen. Der Bischof Dr. Busch erwiderte bewegt, daß er sich herzlich freue, durch eine solcM' Ansprache begrüßt worden zu sein. Er danke den anwesenden Herren; "sowie den israelitischen Gemeinden der Pfalz für die Begr»"rßur§! und. »werde nie den Moment vergessen, in'welchem eine solche KundL i gebung des Wohlwollens und der Zuneigung ihm zuteil wurde.. Wa^. das .angeführte Prophetenwort aulange, so sei auch er von dev Wahrheit und Bedeutung desselben ties erfüllt. „Gemeinschaftlich! wollen , wir: arbeiten," so ungefähr lauteten die eigenen Worte de^ '. Redners^ „an der Bildung.und Gesittung des Volkes, gemeinschaftlich; wollen wir alle Menschen'erziehen , für die Ideale des Lebens uudk! Gott möge uns hierbei mit seiner Kraft beistehen." Mit den besterü! Wünschen für die Erreichung dieses hohen Zieles schloß unter Höndes - brück mit nochmaligem Danke an die anwesenden Herren der Herr^s Bischof seine Gegenrede. Deren tiefen und wohltuenden Einbruch Herr. Dr. Meher in einigen Worten der Anerkennung sodann hervor^ \ hob, woraus der Herr Bischof die Herren in ein längeres, herzliches; Gespräch zog: - Gesterretch-Mngarn. , S .r Wien, 2: September. Die heillose Verwirrung, die in unserer ' sinnere»»! Politik herrscht, drängt alles andere in den Hintergrund urrd läßt so,schwere Schäden, . wie z. B. die Justizverwaltung Mi Gulizien, ganz unbeachtet. Die „Oesterreichische Wochenschrift" hat - -neulich eine ganze Reihe vongeradezu ungeheuerlichen Justizfällejv. aus Galizien zusammengestellt; die Geschädigten sind natürlich zufällig .ausnahmslos Juden! Jetzt berichtet die Monatsschrift der ' „Oesterreichisch. Jsr. Union" gar einen Fall, der alles andere weit in : -den Schatten stellte Eine Dienstmagd, Katharina Tabak, welche d.ie Familie Zimet in Zmigrod fälschlich eines versuchten RitüalmorbI 'beschuldigt hatte, wirrde zu dreimonatigem, mit einem wöchigen verschärften Einzelärrest■ verurteilt. Und man hatte die^ ..Mrteil als „das Ende der Zmigroder „Ritualmord"-Affäre bezeichnet? Das war aber voreilig und hat man nicht mit den unerforschlichen Wegen der...galizischen Justiz gerechnet. Katharina Tabak hatte, gegen das erwähnte Urteil des Zmigroder Bezirksgerichtes die Berufung .an . das Kreisgericht Jaslo erhoben. Vor einem Äppellsenate dieses Gerichtshofes fand am 1. September die Berufungsverhandlung statt und bei derselben wurde Katharina Tabak — vollständig freige-'sprochen! Fiat justitiä" — pereät mundus! Der Gerichtshof motivierte diesen Freispruch mit der Erklärung, daß er entgegen dem Gütachten der Aerzte die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Katharina Tabak — schwachsinnig sei. Sie kann also ruhig weiter, einen netzen/^,RitUalmobb"--sich 'in den Kopf fetzen und die größte Erregung gegen Kitz Jude»»^ Hervorrufen. In einem anderen. Landen hätte man sieGn MwMnstälb für Schwachsinnige öder Geisteskranke untergebracht / —Kei uns in Oesterreich, läßt man sie ruhig frei umherlausen und ' Söhadeu anstiften! — In Visegräd (Bosnien) fand am 12. 5. die Einweihung des neuen Tempels unter großen Feierlichkeiten und uNfer Beteiligung-der Behörden und der serbisch-orthodoxen Geistlichkeit statt. Rabbiner Dr. Weszel aus Serajevo hielt die Weiherede, die? einen tiefen Eindruck auf die große Versammlung hervorrief.. — Wtzhin wir auf der abschüssigen Bahn des Unfugs'der Prohe-. predigten schließlich'gelängen, das zeigteine Bekanntmachung des •; Vorstandes der Prager Tempelgemeinde. Infolge der Berufung des bisherigen Predigers Dr. Julius Fischer zum Rabbinerin . Budapest . gelangt, nämlich dort die- Stelle des Rabbiners und ' Predigers zur Besetzung. Was tat nun der Vorstand aus diesem Masse? Er hat einfach den Beschluß gefaßt, Gastbezw. Probe-; predigten schon während der hohen Feiertage abhulten zu lassen. ' und zu diesen sind die.Rabbiner aus Preßburg, Eger, Smichov und ' Le^tnreritz eingeladen worden. Die betreffenden Gemeinde»» werden - also am Neujahrs- und. Bersöhnnngstag, wieau den Schlußtagen : des Laubhütten festes^ oh ne ihren' Rabbiner., .sein! — Rabbiner :: Dv. H. Brody in Nachod ist als Direktor Ün die Talmud-Thora- - Schule in Prag berufe»» worden,- an: welche sich vom Wintersemester j a^,ehr -Szminar.-für.PettgionslHrer, anschließen, wird. ._ . j •— Der Km egm in i st er hat auf ei,» Gesuch des Rabbinerverbandes den zuständigen Generalkommandos mit geteilt, daß die jüdischen Einjährig-Freiwilligen erst am 2. d. M. einzurücken' brauchtet — I Die Königliche Akademie der Künste hat den Wettbewerb um das Stipendium derersten Michael Beerschen Stiftung für jüdische Maler aller Fächer für das Jahr 1906 ausgeschrieben. Der Preis besteht in einem Stipendium von 2250 Mark zu einer einjährigen : Studienreise nach Italien und ist zahlbar in vierteljährlichen Raten, deren erste im Betrage von 900 Mark beim Antritt der Studienreise; die ferneren mit je 450 Mark, in Italien zur Auszahlung gelangen. Der Stipendiat ist verpflichtet, sich acht Monate in Rom aufzuhalten und über seine Studien vor Ablauf der ersten sechs Monate an die Akademie unter Beifügung eigener Arbeiten schriftlichen Bericht zu ' erstatten. — Am 28. v. M. ist hier der Legationsrat der Gesandtschaften - von Nicaragua in Rom und Liberia in Petersburg Max Bejachim 43. Lebensjahre gestorben. — In Charlottenburg wurden zum Provinziallandtag gewählt der Stadtverordnetenvorsteher Juftizrat i'Rosenberg und der stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher; O. Kaufmann. — Infolge des Kaiserlichen Besuchs in Gnesen .erhielten der Vorsitzende des Shnagogenvorstandes Stadtrat Leopold Gimtiewicz und dei^-frühere Stadtverordnetenvorsteher Fabrikbesitzer Ignatz Rogowski den Roten Adlerorden IV. Klasse. — Die pG ö r l i tz er Strafkammer wird sich demnächst mit -einer Pückler-Affäre ^beschäftigen. Es ist bei ihr Strafantrag gestellt worden gegen die k „Görlitzer Volkszeitung" »vegen Beleidigung des Landgerichts Glogau,! begangen durch Abdruck eines, einem süddeutschen Blatte entnommener»! Artikels: „Schlesische Justiz", der die eigenartige Behandlung des - Dreschgrafen durch das Glogauer Gericht kritisiert. — Der österreichisch-; ungarische Honorarkonsul, Direktor der Dresdener Bank in Dresden, Gustav Klemperer, ist zum Generalkonsul ernannt worden. — Am i 17. v. M. erfolgte in eindrucksvoller Feierlichkeit die Einweihung der neuen Synagoge in Zerbst. Die Weiherede hielt Landesrabbiner Dr. Walter-Deffair. — In Mülheirn a. d. R. wurde am 21. v. M. der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt-. — Herrn Dr. Max B-anner, Oberlehrer am Goetheghmnasium zu Frankfurt a. M. ist der Charakter als Professor beigelegt »vorden. — Arn 1. d. M. feierte in Darmstadt der Geh. Ba»»rat Th. Landsberg sein 25jähriges Jubiläum als Professor der Jngenieurwissenschasten an der Technischen Hochschule zu Darmstadt. Mit hingebendem Eifer hat er sich in schweren und glücklichen Jahren der Förderung seiner Schüler, dem Ausbau der Schule gewidmet. In seinem Fach, dem Ingenieur-, Hoch» und Brückenbau, hat Geheirnrat Landsberg sich lange schoi» durch grnndlegende wissenschaftliche Werke, denen sich seit Jahre»» eine ausgedehnte praktische Tätigkeit anschließt, den Ruf als erste Autorität geschaffen. — In der letzten Plenarsitzung der drei elsässischen Konsistorien ivurde über einen Antrag, betreffend Einführung eines Sonntagsgottesdienstes, verhandelt und dieser nur wegen der Kompetenzfrage auf die nächste Sitzung verschoben. — Das Vermögen - des in Paris verstorbenen Barons Alfons v. Rothschild ist nur»-' mehr, festgestellt^ Es beträgt irrsgesamt zirka 940 Millionen Franken, von denen die Steuerbehörde 21 Millionen erhält. Die Erbschaft zerfällt in vier Teile, von denen zwei Teile an die Witwe, ein Teil an Madame Ephrussi, die Tochter, und ein Teil an den Sohn Eduard Rothschild entfallen. — Dem Oberrabbiner G. S. Scher in Bukarest hat König Karl von Rumänien zum Ritter des rumänischen Kronen-' : ordens ernannt. — Den» XIV. Weltfriedenskongreß, der soeben in ^Luzern tagte, wurde auch eine Resolution vorgeschlagei», welche den Opfern der Maffakres. in Transkaukasien Sympathie ausdrücken sollte. Zu dieser Resolution wollte Frau Chelica (Paris) einen Zusatz angefügt wissen,: der sich auf die an den. russischen Juden verübten Greuel bezieht. Dieser Antrag wurde einer Kommission überwiesen, die eine auch diesen Vorschlag berücksichtigende Resolution unterbreiten, soll, Die-Gerüchte, als ob dierussische Kommission über die jühische . Frage vor Zusamlnentritt der Gosudarstwenaja Durna sich ' versammeln wird> sind falsch; die Kommission beginnt binnen kurzem -ihre Arbeiten, um die Resultate derselben der Volksvertreüing vor-- zulegen. Die Judensrage wird, in der ersten' Session der Duma erörtert werden. . . .; aüic£,!