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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-06-23 · Heft 25 (23.6.1905) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 25 (23.6.1905)
Date
1905-06-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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69. Jahrgang; No. 25. Berlin, 23. Juni 1905. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements.Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen vierteljLhrl. 3 M. Redakteur: Gustav Rarpele». Begründet von Rabbiner 2>e* Ludwig Philipps»«. Verlags-Expedition: Berlin, Jerusalemerstr. 46/49. Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judentums", Berlin SW., Jerusalemer Straße $6/^9, zu richten. Verlag von Rudolf rNoss«, Berlin. Der zehnte deutsch - isrselitische Gemrindetss. Berlin, 18. Juni, inem langgehegten Wunsche entsprechend, hat der „Deutsch- Israelitische Gemeindebund" seine statutengemäße Tagung diesmal in der Stadt abgehalten, die wohl als die jüdische Metropole Süddeutschlands gelten kann, nämlich in Frankfurt a. M. Alle Berichte, die uns von dort zugehen, sprechen es gleichmäßig aus, daß der Versuch als durchaus geglückt anzusehen und daß der Erfolg des zehnten Gemeindetages hoffentlich ein guter und nutzbringender für die deutsche Judenheit sein werde. Wir geben heute zunächst den eingehenden Bericht über die Verhandlungen, indem wir uns Vorbehalten, auf den einen oder andern wichtigen Punkt der Tagesordnung noch ausführlicher zurückzukommen : Frankfurt (Main), den 13. Juni. Vom 11. bis 13. Juni fand hier in den weiten, prachtvollen Räumen der Frankfurt-Loge der deutsch-israelitische Gemeindetag statt. Herr Joseph Wisloch-Frankfurt begrüßte am Sonntag Abend die zahlreich erschienene Vorversammlung mit folgenden herzlichen Worten: „Hochgeehrte Versammlung! Sehr verehrte Herren! Namens des Empfangskomitees, aber ganz besonders namens des Hausverwaltungsausschusses der Frankfurt-Loge habe ich die Ehre, Sie alle hier in unseren Räumen, in unserem geliebten Frankfurt herzlichst willkommen zu heißen. Als uns vor längerer Zeit mitgeteilt wurde, daß der Deutsch-Israelitische Gemeindebund seine Tagung hier in Frankfurt abhalten, würde und die Gemeinde Frankfurt a. M., die . die Herren nach Frankfurt eingeladen hat, sich au den Hausverwaltungsausschuß der Frankfurt-Loge gewandt und diesen gebeten hat, ihr unsere Lokalitäten zu diesem Zwecke zu überlassen, war es uns eine ganz besonders freudige Genugtuung, daß wir angegangen wurden, Ihnen unsere schönen Räume zur Verfügung zu stellen. Meine sehr verehrten Herren! Wenn Ihre Tagung, die wir morgen beginnen werden, einen Erfolg haben wird, wenn Sie erreichen, was Sie anstreben, dann wird die Frankfurt-Loge stolz darauf sein, auch etwas zu diesen Erfolgen beigetragen zu haben. Ich hoffe und wünsche, daß alle sich hier während der ganzen Tagung behaglich fühlen werden, und daß alle die Wünsche in Erfüllung gehen, die wir auf den zehnten deutsch-israelitischen Gemeindetag gesetzt haben." Professor Dr. M. Philippson-Berliu dankte im Namen des D.-J. G.-B. für die freundlichen Begrüßungsworte und machte verschiedene Vorschläge zur Ausgestaltung der Tagesordnung für die beiden Verhandlungstage, die den Beifall der Anwesenden fanden. Gegen ^/zlO Uhr schloß der Vorsitzende, Professor Philippson, die Versammlung, die gemütlichen Räume der Loge hielten aber die Teilnehmer noch einige Stunden zusammen. Am Montag den 12. d. M. wurden die Verhandlungen um 1074 Uhr durch Herrn Prof. Dr. M. Philippson-Berlin, den geschäftsführenden Vorsitzenden des D.-I. E.-B., eröffnet. Auf die Verlesung des Berichtes, der in der letzten Nummer der Mitteilungen'erschienen, wurde verzichtet und derselbe in dieser Fassung genehmigt. Es folgte nun die Wahl des Bureaus. Zu Vorsitzenden wurde Herr Rechtsanwalt Dr.xB lau-Frankfurt, Vorsteher der hiesigen Gemeinde, Stadtverordneter Louis Sachs-Berlin und Herr Benjamin Hirsch-Halberstadt gewählt; zu Schriftführern bestellte die Versammlung die Herren Justizrat Dr. Ba er- Frankfurt. Rabbiner Dr. D o ct ö r- Bruchsal und Rabbiner Dr. Lazarus-Frankfurt. Vor Eintritt in die Tagesordnung ergriff Direktor Dr. Adler- Frankfurt das Wort, um zu Beginn der offiziellen Tagung, alle Mitglieder und Gäste im Namen der Frankfurt-Loge in folgender Rede herzlichst willkommen zu heißen: „Hochgeehrte Herren! Namens der Frankfurt-Loge habe ich die hohe Ehre, Sie in diesen unseren Räumen herzlich willkommen zu heißen. Genehmigen Sie zunächst den aufrichtigsten Dank aller unserer Mitglieder, daß Sie unserem Ersuchen, in diesen Räumen Ihre Sitzungen abzuhalten, so bereitwilligst entsprochen haben, daß Sie die Stätte unserer Arbeit durch die Tagung der bedeutsamsten und hervorragendsten Vertreter der deutschen Judenheit ganz besonders ehren, daß Sie das enge Band der Zusammengehörigkeit, das die Loge und den G.-B. aneinander knüpft, durch die Annahme unserer Einladung aufs neue kräftigen und stärken. Meine sehr verehrten Herren! Es ziemt sich gerade heute, bei der Eröffnung des 10. Gemeindetages, eines Mannes zu gedenken, einer Jdealgestalt, dem es leider nicht mehr beschieden ist, heute hier mit zu taten und zu raten, unseres Führers Julius Plotke, eines der warmherzigsten Förderer des D.-J. G.-B. wie unserer Loge. .Der Verewigte hat, so lange es ihm vergönnt war hier zu wirken, immer und immer auf die Notwendigkeit der engen Verbindung zwischen Loge und G.-B. hingewiesen, die ja beide in ihren Zwecken und ihren Zielen so vollständig gleich sind. Es ist für uns, die Mitglieder der Loge, eine Ehrenpflicht und ein Ausfluß inniger Pietät, immer und immer wieder den Mahnungen unseres verewigten Führers zu folgen, und so tragen wir nicht nur nach Maßgabe unserer Kräfte gern und freudig zu den Lasten der Aufgaben bei, die sich der D.-J. G.-B. gestellt hat, und die er mit so unerniüdlicher Ausdauer und mit so regem Fleiße und Eifer verfolgt, in unseren Sitzungen finden auch alle die Arbeiten, die der D.-J. G.-B. zur Hebung der deutschen Judenheit, zur Verbesserung unserer Verhältnisse unternimmt, warm- . herzigen Anklang und willigen Gegenstand eingehender Berichte und Mitteilungen. Meine sehr verehrten Herren! Zu dem heutigen Gemeindetag bringen wir Ihnen den Ausdruck unserer aufrichtigen Bewunderung und Verehrung für alles das, was der D.-J. G.-B. in den nun 36 Jahren seines Bestehens geleistet hat, dar.. Wir knüpfen daran den Wunsch, daß der heutige Gemeindetag eine kräftige Etappe weiter zu den Zielen führen möge, die Sie sich gesteckt haben, und die Sie mit Gottes Hilfe auch erreichen werden. Seien Sie uns nochmals recht, recht herzlich willkommen!"

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