Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 69 (1905)
- Issue
- Heft 13 (31.3.1905)
- Date
- 1905-03-31
- Page
- Seite 7 (sequence 19)
- Language
- German
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7 verschiedener Institutionen regen Anteil genommen. — Wie kürzlich mitgeteilt, haben das badische Ministerium Pes Innern und ^Per Verwaltungsgerichtshos entschieden, daß die an der^Bahnhofswirtschaft in Oberlauchringen angebrachten Inschriften: „Iudenfreies Haus" und „Judenreines Haus" unzulässig seien. Der Jnhaber^der Wirtschaft hatin'den letzten Lägem die beanständete' Inschrift 'entfernt, Md statt ihrer enthält^ das Firrnerrschild' setzt"! die WortD^'"„Jüdischer Zutritt höflichst verbeten." — Jüdische Blätter brachten/ jüngst Pie Nüchricht, daß in dem neuen italienischen Kabinett,Passich dieser Tage' in Rom konstituiert habe, zwei Inder: Miutfterp0rteseuilles erhalten hätterr: Luigi Luzzatti wurde^ -zun:•:Schatzminister, und der jüdische Komrnendatore Viktoria Rava zum Ackerbauminister' ernannt. Die Nachricht ist ohne Zweifel sehr interressant — schade nur, daß 1. das Kabinett noch gar nicht konstituiert ist, 2. Luigi Luzzatti gegenwärtig noch Schatzminister ist, 3. Der gegenwärtige katholische Ackerbauminister Rava mit dem jüdischen Direktor im Kultusministerium Vittorio Rava verwechselt wird. Sonst ist" aber alles in der Notiz richtig. — Der Gen eralg0uverneur von Petersburg, General Trepow, hat anbefohlen, daß in allen staatlichen Werken keine jüdischen Arbeiter inehr Aufnahme finden dürfen, da diese allein als die Urheber der ganzen Streikbewegung anzusehen seien. Gegen jüdische Arbeiter soll von nun arr irr strengster Weise Vorgängen werden und find alle Behörden angewiesen, auf die möglichste Trennung der jüdischen Arbeiter von 'ihren Kollegen überall hinzuwirken.— Der allmächtige Direktor des Polrzeidepartements, Staatsrat A. Lo puchin, ist vom Zaren seines Amtes enthoben worden. Die Entlassung Lopuchins wird nichtt'versehlen, irr ganz Rußland die weitestgehende Befriedigung hervorzurufen. Lopuchin hat die Metzelei von Kischinew durch einen gefälschten Bericht zu vertuschen gesucht und die Nachricht von derselben entriß dem wackerer:Staatsrat Lopuchin bloß die charakteristischen Worte : «Ich! begreife^ gcr-r nicht// warum die ganze .Welt wegen ein - paar Juden; einem ..svlchen - Lärm-. geschlagen - hat." —^?Mie Petersbürger Blätter zuverlässiger Quelle zu melden wissen, werben aus. der "Zahl' der jüdischen--Rechtsanwaltsgehilfen so viele zu M^tsoirlÄ'Men'''bNr8eM werden,"bis' die'Zahl Per letzteren - ,D?ProzeM,W gesaK'tzn-MUksanw'Ätsständes erreicht haben wird.) Die rrrsstMe HegieruhMst' -Unverbesserlich, selbst run der jetzigen Zeit,!! Pa ^die .^Maigesetze^ aügensDrnliH im Sterben liegen,, kann sie von/ der prozentualen Beschränkuung ' Wcht lassen. 'Moskau ist? -bekaMtlich der Zentralpurrkt!' für PieAusdenLKriege zurückkehrenden ' Kranken und.. verwundeten Soldaten^ Der größte Teil von ihnen z wird in den dortigen MilitärundPrivatkrankenhäusern aufgenomrne.n. ' Nun gehört Moskau nicht zu den- Städten, in denen den Juden das - Wohnrecht gewährt ist. Die Aerzte behandeln die jüdischen Soldaten - in den-Krankenhäusern human. Dagegen halten die russischen Verwaltungsbehörden die Praxis der Ausnahmegesetzgebrrng gegen die Juden auch mit voller Strenge gegen die unglücklichen Opfer des Krieges, die Kranken, Verwurrdeterr und Sterbenden aufrecht. Tie jüdischer: Frauen Werder: nicht zu der: Krankenbetten ihrer Männer gelassen, da sie Moskau nicht betreten dürfen, und die Männer, mögen sie auch zu Krüppeln geschossen und arbeitsunfähig oder siech sein, werden irr dem Augenblick, wo sie das Krankenhaus verlassen, aus Moskau ausgewiefen. — Die Juden in Jaroslawl (Rußland).haben vor 20 Jahren ein Gesuch eingereicht, eine Synagoge zu errichten, einen Rabbiner rrnd Vorsteher zu wählen und jetzt die Erlaubnis erhalten. Das hat lang gedauert. — In Tanger werden große Vorbereitungen für den. Besuch des deutschen Kaisers getrosten; die Eingeborenen haben Gelder zusanrnrengeschossen, die Juden haben gesonderte Sammlungen veranstaltet, die am erfolgreichster: waren. Geschäftliche Moti-rn. — Zu der: bedeutendsten und ältesten ihrer Art gehört die mit aller: Hilfsmitteln des Kunsthandwerks und moderner Technik arbeitende Möbelfabrik von Levins Wwe. u. Co., Berlin 8., Konrmandantenstraße 63,64. Das umfangreiche Lager der Firnra ninrmt sieben Stockwerke ein und bietet einen großartigen Ueberblick darüber, was deutscher Fleiß im Lause der Zeit erreicht hat. Einelkaum absehbare Flucht von Ausstellungsräumen zeigt dem Besucher jede nur denkbare Zimmereinrichtung, und zwar vollkommen ausgestattet. Wir können unseren Lesern eine detaillierte Schilderung der zahlreichen Ausstellungsräume nicht geben und empfehlen, durch eine persönliche Besichtigurrg des Lagers sich selbst einen Ueberblick zu verschaffen. 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