Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1905-02-24 · Heft 8 (24.2.1905) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
69 (1905)
Issue
Heft 8 (24.2.1905)
Date
1905-02-24
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3228636-3228645--61514-3275338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Konkurrenz mit Untreue zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten verurteilt worden. — In Birkholz bei Pillnitz ist am 17. d. M. Herr Emänuel Ephraim im 72. Lebensjahre gestorben. . Derselbe war Wohl der erste Jude, der in einer sächsischen Gemeinde zum Amtsvorsteher gewählt und bestätigt wurde. — Der verstorbene Konsul Ä. M. Simon in Hannover hat zwei Millionen Mark zu Stiftungen für humanitäre Zwecke hinterlassen. — In Ham bürg soll auf Anregung von Fräulein Pauline Münchhausen-Berlin ein Heim für nicht mehr arbeitsfähige Lehrerinnen ins Leben gerufen werden. Es hat sich bereits ein Komitee gebildet. — In Oberwes el wurde der jüdische Lehrer M. Moses auch an der katholischen Stadtschule angestellt und zwar für den deutschen Unterricht. In derselben Stadt hat noch vor einigen Jahren eine Judenhetze stattgefunden.— In Paris ist der Bankier Rudolph Kayn im 60. Lebensjahre gestorben. Derselbe hat seine berühmte Kunstsammlung, deren Wert auf über 20 Millionen Franks geschätzt wird, seinem Bruder Maurice und nach dessen Tode der Stadt Paris vermacht. — M. Mathieu»Godcheaux ist zum Vizedirektor im landwirtschaftlichen Ministerium ernannt werden. — Der kürzlich in London verstorbene Frederic David Mocatta hat ein Barvermögen von 134 663 Pfund hinterlassen. Davon erhielten 82 Institutionen zusammen über 25 000 Pfund. Fast alle englischen jüdischen Anstalten wurden mit Gaben von 50—2000 Pfund bedacht. — Im russischen „Jurist" wird berichtet, daß der Vizegouverneur von Bessarabien seinerzeit 15 000 Exemplare einer Predigt des Bischofs Anatol konfizierte, „weil — so hieß es im Motivenbericht — diese Predigt einen schädlichen Einfluß auf das Volk dadurch üben kann, daß sie die Christen ermahne, mit den Juden in Frieden und Eintracht zu leben"! — Die Petersburger „Birshewisa Wjedomosti" berichtet: Personen jüdischer Religion sollen künftighin zur Lehrtätigkeit in höheren Lehranstalten Rußlands zugelassen werden, sowohl als Dozenten als auch als Professoren. Vor allem soll dabei die orientalische Fakultät der St. Petersburger Universität ins Auge gefaßt worden sein. — Im Hinblick auf die Gesuche mehrerer Komunalinstitutionen an das russische Ministerium des Innern über die Gewährung des Wahlrechts an die Juden, wird im genannten Ministerium gegenwärtig diese Frage erörtert. Den Juden soll innerhalb des Ansiedlungsrayons das; iRecht gewährt werden, - sich an den städtischen Wahlen auf gleicher! Äasis zu beteiligen, wie jeder Staatsbürger. — Unter den während .her Unruhen in Warschau vom 27. bis 31.-v. M. getöteten 93 Per-! ^sonen befanden sich auch 17 Juden, darunter mehrere Minderjährige! -im Alter von 16 bis 20 Jahren, sowie der 73jährige Hausbesitzer! Joseph Himmel. Der größte Teil der Opfer waren neugierige Zuj schauer oder Passanten, ein 18jähriges Mädchen, Emilie Marienstraß, j ,wurde sogar erschossen, als sie ihren Kopf aus dem Fenster steckte, . um nach dem Grund des Straßenlärms zu sehen. Im selben Moment schoß ein Soldat ihr eine Kugel durch den Kopf. Rach der Anssage zahlreicher Aerzte dürfte die Zahl der Opfer sich auf, über 50 belaufen. — Der 14. internationale Orientalistenkongreß wird vom 19. bis 26. April d. I. in Algier stattfinden; der Vorsitz ist dem i dortigen Direktor der Ecole superieure des lettres, Professor Rene Basset, übertragen. Der Kongreß wird folgende Abteilungen bilden: cl; Indien und die Arischen Sprachen; 2. Semitische Sprachen; 3. Sprachen des Islam: Arabisch, Türkisch, Persisch; 4. Aegypten, .afrikanische Sprachen und Madagaskar; 5. Ostasien; 6. Griechenland und der Orient; 7. Afrikanische Archäologie und mohammedanische Kunst. — In Kairo soll der Talmud ins Arabische übersetzt werden! Der Arzt Dr. M oy al und der Rabbiner der aschkenasischen Gemeinde, Mendel Cohen, wollen das Wagestück unternehmen. — Der Direktor und. Konservator der Monumente arabischer Kunst, Herz-Bey in Kairo hat vom Khedive den hohen Rang eines Mutema'iz erhalten. — .Haron Rothschild in London hat Unterhandlungen mit der Negierung von Kanada eingeleitet, um die Begründung einer großen jüdischen Kolonie in Manitoba und in dem Nordwestgebiet herbeizuführen. ' Die kanadische Regierung ist bereit, die Kolonie begründen zu lassen, und zwar unter den günstigsten Bedingungen für die Juden, welche dorthin auswandern wollen. — In Newyork ist Edwin Einstein, der republikanischer Kandidat für den Bürgermeisterposten daselbst .im Jahre 1892 war, gestorben. — Ia cob H. Schiff hat vom Kaiser von Japan den Orden vom heiligen Schatz erhalten. — Die angesehensten New Yorker Israeliten haben eine Einladung zum Diner des Preß-Klubs abgelehnt, weil der den Inden feindlich gesinnte russische Gesandte, Graf Cassini — und zwar als der einzige von den fremden Diplomaten — eingeladen wurde. Laureol! Das .einzige Pflanzenfett, welches in stets gleicher Güte fabriziert wird. noö ohne Preiserhöhung. Ersetzt bas feinste Gänsefett. In Tafeln k 1h kg Nettogew. Mk. 0,70 ,. „ k 1 „ . „ 1.50 „ Büchsen ü, 5 „ ,. „ 1.60 pro kg. Unt. Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Rabb. Buttenvvieser aus Stratzburg i. E. General-Depot: Zu haben in allen jüdischen Al. Al. Rapp, Kolonialwaren-,Spezerei-u. 95 Fahrgasse, I lUl&J Delikateß - Handlungen des Frankfurt a. M. Deutschen Reiches. Vertr. f. Berlin u. Umgeg. A.Goldschmidt, Berlin Neue Friedrichstr. 45 nroimii-ijupllo zu Obersalzbrunn i. Schl. wird ärztlicherseits empfohlen gegen Nieren- und Blasenleiden, Gries- und ßteinbeschwerden, Diabetes (Zuckerkrankheit), die verschiedenen Formen der H Sicht, sowie Gelenkrheumatismus. Ferner gegen katarrhalische Affectionen des Kehlkopfes und der Lungen, gegen Magen- und Darmkatarrhe. 2»sKronenquelle ist durch alle Mineralwasserhandlungen und Apotheken za beziehen. Broschüren mit Gebrauchsanweisung auf Wunsch gratis und franco. Bntf'und Tßlegram-Adresse:Kronenquelle Salzbrunn. Imerik. Buchführung lehrt gründl. durch Unterrichtsbriefe. Erfolg garantiert Verlang. Sie Gratisprospekt. H. Frisch, Biicherexp., Zürich 20. Höhen-Kurort für Lungenkranke Streng TOp Zntenistioiules 5snst0rium Davos-Dorf Streng TO3. Das ganze Jahr geöffnet. Haus ersten Ranges Rücksichtnahme auf Hygiene mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet. Leit. Aerzte: Dr med. P. Humbert, Dr. med. B.Tschlenoff aus Russland, Privatdozent für physikalische Therapie an der Universität in Bern. — Direktor A. Hirsch. Geschultes Pflege-Personal. Einziges Sanatorium mit streng Koscherbetrieb im schweizerischen Hochgebirge, welches in dem Verzeichnisse des int Hamburg domizilierenden Vereins für rituelle Speisehäuser aufgenommen ist. DieLeitung über das nniZO untersteht einem streng orthodoxen pnin p aus Krakau. Referenz, streng; orthodox. Rabbiner. Ausf Prosp. frko. "1* Answahlkisten gnt ausgebanter sehr bekömmlicher Rheinu. Mosel -Weine, p. Kiste Mk. 4,50, 10,-, 18,-, 25,-, 35,- u. 45,- (zu Geschenken besonders geeignet) empfiehlt (Weine nach eigner Wahl laut sep.Liste) ar, Johannisberg ■**■'5 im Rheingau (Weine Georg Schwachbegabte jg. Mädchen) finden in unserm am KeÄ Erziehungsheim liebevolle Aufn., Erziehung u. indiv. Unterricht h. Geschw. Georgi.Hofheim i.Taun., staatl. konz, Refer., Prospekte. Frachtstücke 3,75, 6,—, 10,—, 20,— bis 800 mark."Gardinen, Portieren. , Möbelstoffe, Steppdeoken etc.!m‘ Spezialhaus Ä. 158 Katalogs.11^! Emil Lefevre.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.