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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-12-09 · Heft 50 (9.12.1904) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 50 (9.12.1904)
Date
1904-12-09
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Stadt zählte, der sich auch weit über diese hinaus berühmt gemacht hat, sowohl als lyrischer Dichter, als auch als bedeutender Goethekenner und Forscher. Seinem graden, bescheidenen Charakter, seiner aufrichtigen Freundesliebe, seiner außerordentlichen Berufstüchtigkeit und Berusstreue wurde am Grabe in .warmen Worten die gebührende Anerkennung gezollt. Nach der tiefergreifenden Grabrede des Herrn Distriktsrabbiners Dr. Groß wurden unter ehrenden Ansprachen Kränze niedergelegt von dem Vorstande der Anwaltskammer für Schwaben und Neuburg, Justizrat Weigel, von dem Vorstande des Nechtsanwaltsvereins, Dr. Binswanger, und dem Vorstande des. Deutsch-österreichischen Alpenvereins, Sektion Augsburg, Professor Weber. Das Andenken dieses edlen Mannes wird unvergessen fortleben. Er ruhe in Frieden! Gesterrejch-Angsrn. □ Wien, 5. Dezember. Die Vorstandswahl ist auch bei uns zu Ende. Aber zu unserer Schande sei's gesagt: 1668 Wähler haben im ganzen soviel Interesse am Gemeindeleben gezeigt, um überhaupt zur Wahl zu kommen! Gewählt wurden natürlich die vorgeschlagenen Kandidaten, und zwar mit sechsjähriger Funktionsdauer: Baurat Theodor Ritter v. Goldschmidt (mit 1553 Stimmen), kaiserlicher Rat Karl Hirsch (1547), Emil Horner (1548), Siegmund Kauders (1537), Dr. Markus Spitzer (1546), Baurat Wilhelm Stiaßny (1541), Oskar Marmorek (1492) und Salo Landau (1492); mit vierjähriger Funktionsdauer: Kaiserlicher Rat Leopold Sachs (1515); mit zweijähriger Funktionsdauer: Med. Dr.*Jsidor Schnabl (1458). — Als Vertrauensmann für den XVIII. Bezir ist der um die jüdischen Interessen dieses Bezirkes höchst verdiente Herr Eduard Gassinger neuerdings berufen worden. — In Lobositz ist nach schwerem Leiden im Alter von 50 Jahren der Rabbiner Heinrich * Saar verschieden. — Am 23. v. M. ist die alte Synagoge in Petschau bei Karlsbad abgebrannt. Sie war über 600 Jahre alt und enthielt viele wertvolle Gegenstände und interessante Urkunden, die alle dem Feuer zum Opfer fielen: nur die Gesetzesrollen konnten im letzten Augenblicke von einem Bahnbediensteten noch gerettet werden. Von Ksh und ssern. — Die Königliche Akademie der Künste hat das Stipendium der Nathalie Hirsch, geb. Wolfs-Stiftung, für weibliche Studierende jüdischer Religion der akademischen Unterrichtsanstalten für Musik bestimmt, für das Jahr 1905 im Betrage von 350 Mark ausgeschrieben. — Am 2. d. M. ist hier Herr M. Metzenberg gestorben, der vier- - zehn Jahre als Mitglied des Vorstandes des Krankenhauses, der Gemeinde tätig war und auch während einer Reihe von Jahren als Mitglied der Veranlagungskommission seine Dienste der Gemeinde widmete. Ehre seinem Andenken!— Die vor 14 Tagen verstorbene Rentiere Johanna Simon, geb. Salinger,. Witwe des Herrn Moritz Simon, Mitbegründer der ehemaligen großen Getreidefirma S. und M. Simon, hat testamentarisch verfügt, daß aus ihrer Hinter- ‘ lassenschaft 1 Million Mark zur Errichtung eines Waisenhauses ohne Unterschied der Konfession verwendet werden soll. — Am Lehrerseminar in Oranienburg haben, was. dort wohl zum ersten Male vorgekommen, zwei jüdische Lehrer jüngst die zweite Prüfung bestanden. — Der Stadtverordneten.!?orsteher und Provinzial-Landtagsabgeordnete Lesser Baerwald in Nakel ist auch als Kreisdeputierter gewählt - worden. — Am 1. d. M. ist in Stargar dt i. P. der Oberkantor Jacob Borchardt im 70. Lebensjahre gestorben. — Herr Adolf Jacobh in Magdeburg, langjähriger Repräsentant der Gemeinde und Vorsteher der Chevra-Kadischa, hat den Rothen Adlerorden IV. Klasse erhalten. — Die neue Beerdigungsgesellschaft der Israeliten in H.amburg, zu deren Begründern vor 100 Jahren Männer wie Salomon Heine, Abraham v. Emden, Süskind, H. Oppenheim und andere zählten und deren neues Statut, das 1892 einer Revision unterworfen wurde, 1846 von dem unvergeßlichen Dr. Gabriel Rießer entworfen wurde, beging dieser Tage die Feier ihres 100 jährigen Bestandes. — In Frankfurt a. M. wurde bei der Stadtverordnetenstichwahl der antisemitische Gasthofbesitzer La aß mit großer Mehrheit gewählt. — In Zweibrücken wurde in der Stadtratswahl Herr M. Guggenheim zum zweiten Adjunkten (stellvertretenden Bürgermeister) gewählt. Die Wahl zum Bürgermeister selbst hatte er abgelehnt. — Am 27. v. M. hat in Baden eine Versammlung des Schweizerisch-Israelitischen Gemeindebundes stattgefunden, in der die Statuten angenommen wurden. —In Kop enhagen ist allgemein betrauert, einer der geachtetsten Aerzte, Dr Martin Trier, gestorben. — Dem Königlich niederländischen Staatsminister und Mitgliede des Staatsrats Dr. jur. T. M. C. Asser in Amsterdam wurde der Königliche Kronenorden I. Klasse verliehen. — In Stock, Holm ist einer der angesehensten Männer der Stadt und Gemeindeder bekannte Verlagsbuchhändler Dr. I. Seligman, gestorben. — In dem belagerten Port Arthur hat, laut einem der Redaktion vorliegenden Briefe eines dortigen Arztes, am letzten Versöhnungstage ein erhebender Gottesdienst stattgefunden, deni außer den jüdischen Einwohnern viele Soldaten und Militärärzte beigewohnt haben. Götz Krofft Die Geschichte einer Jugend in vier Romanbänden von Edward Stilgebauer Band I: Mit tausend Masten Prei4 SarHand Auflage 40 Tausend Seh5r Urteile über Band 1 Berliner Tageblatt, Berlin. Das alles ist plastisch greifbar, in guter deutscher Sprache erzählt und trefflich komponiert. Der Dichter, denn das ist der Schilderer, hat alles in Lokalfarbe getaucht. Er bildet lebenswahre Rundgestalten. . . . Lange noch zittern die Lichtstrahlen nach, die ihre Erscheinung in unsere Seele geworfen. Vossische Zeitung, Berlin. ... Völlig frei von Frivolität, würdig und eindrucksvoll sind die mächtigen Versuchungen geschildert, die dem jungen Manne nicht erspart bleiben; die Vorgänge, die ihn den schweren Sieg über sich selbst gewinnen lassen, sind mit so viel Meisterschaft kombiniert und erzählt, daß sie die Leser bis zur letzten Seite in Spannung halten. Naue ZUricher Zeitung. Glänzend rethorisch ist Stilgebauers Stil, dessen Schwung mancher Szene mitreißenden Stimmungsglanz verleiht. Neue Freie Presse, Wien. Edward;? Stilgebauer ist kein bloßer Romanschreiber. Wer eine so berauschende Liebesszene, wie man sie im Kapitel 12 vor sich hat, darstellen kann, ist ein Dichter. HamburgerFremdenblatt. Ein hoher Zug von jugendlichem Idealismus durchweht das Buch, läßt uns die Gestalt des Götz Krafft liebgewinnen und mit lebhaftem Interesse den weiteren Lebensschicksalen dieses Vertreters unserer heutigen Jugend entgegensehen. Neues Münchener Tagblatt. In Wahrheit haben wir es in Götz Krafft mit einem Werke zu tun, das psychologisch gut durchgeführt ist und einen jung. Mann vorführt, der sich selbst überlassen im Kampf mit dem Leben, ringend um Erkenntnis, kämpfend um Tugend und Bewahrung sittlicher Reinheit. Hannoverscher Courier. So gewinnt das Buch die Bedeutung einer patriotischen Tat,indem es Protest erhebt gegen alles Unreine, Streberhafte, Egoistische, Engherzige, was d. Entwickelung unserer Jugend zum Edelmenschentum entgegen- Soeben erschien der zweite Band: Im Strom der Welt Auflage 30 Tausend In ähnlichem Sinne urteilen viele Hunderte von Zeitungen "Mg Berlin W. 57 ° Verlag von RICH. BONG Kmderfr«ii«leitt. Einfaches iüd. Mädchen wird zu 3 Kindern, 6, 5 und 3 Jahre, zum 1. Januar in nicht rituellen, besseren Haushalt gesucht. Carl Engel, Molkenmarkt 12/13, Berlin. Gardinen -Wäsche u. -Appretur W.L» sauber und billig Waschanstalt Reform Berlin 80.. Görlitzerufer 24« Femlvr. Amt IV 6649. rünllltt,,..Illhi^,"—^llffrirriirrmlllltlllTI (MM) Esrogim; Lulowim, Synagogen- Stickerei, Machsorim, Braut- Sidurim, Talessim in Wolle und Seide, Silber- und Goldtressen Käppchen Jak. B. Brandeis BRESLAU 1.

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