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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-11-18 · Heft 47 (18.11.1904) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 47 (18.11.1904)
Date
1904-11-18
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 ftcibt, einer der besten in unserer Gemeinde, Vorsitzender des Kuratoriums der Wollheimschen Stiftung, Schriftführer der Repräsentantenversammlnng, Mitglied des Schulvorstandes, zugleich Stadtverordneter und Mitglied der Handelskammer. Das Andenken dieser trefflichen Männer wird in unserer Gemeinde dauernd fortleben. 6. B-cli. Breslau, 7. November. Als sich vor 12 Jahren der wohlverdiente Leiter des Israelitischen WaisenHanfes Herr Inspektor M. Silberstein, zwecks Errichtung eines M ä d ch e n h e i ms mit den: Franenverein der Lessing-Loge in Verbindung setzte und dieses segensreiche Institut vorerst mit Unterbringung von sechs Zöglingen begründete, wagte er selbst wohl kaum zu hoffen, wie schnell diese Anstalt erblühen und schönste Früchte tragen werde. Inzwischen sind 230 Mädchen ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechend daselbst ausgebildet worden und die Aufnahmegesuche mehren sich in solchem Umfange, daß die Erweiterung der Räumlichkeiten sich nunmehr als Notwendigkeit erwiesen hat. Um den hierzu erforderlichen Fonds zu vergrößern, veranstaltete der Vorstand des Israelitischen Mädchenheims am 29. v. M. im Konzerthause eine Wohltätigkeitssoiree, welche sowohl in künstlerischer als materieller Beziehung einen glänzenden Verlauf nahm. Die Pianistin des Abends, Frau Mathilde Hirsch-Kaufmann, entzückte durch ihr meisterhaftes Spiel in ebenso hohem Maße, wie Frau Rechtsanwalt Schaefer-Pewny durch ihre Sangeskunst. Bis zum vorigen Jahre gehörte Frau Olga Pewny, als erklärter Liebling des Publikums, unserer Oper an. Stürme der Begeisterung entfesselte der Konzertsänger Herr Leo Gollanin (Goldberg) Berlin. Seit zwei Jahren leitet derselbe an den hohen Festtagen den Gottesdienst im Konzerthause, welches die Joelsche Gemeinde — soweit dieselbe in der neuen Synagoge nicht mehr zu plazieren ist — vereint. Diese Abzweigung umfaßt ebenfalls bereits eine mehr als zweitausendköpfige Menge. Das Entzücken, welches Herr Gollanin-Goldberg beim Gottesdienste mit seiner prächtig geschulten, sympathischen Stimme entfacht, ließ den Wünsch rege werden/ ihn-'auch für das Wohltätigkeitskonzert zu gewinnen, woselbst er sich desgleichen als Meister des modernen Gesanges erwies. Der Vorstand des Israelitischen Mädchenheims und insbesondere die Vorsitzende des Frauenkomitees, Frau Justizrät Ollendorf, welche sich mit das Gelingen dieses Abends außerordentlich verdient gemacht hat, kann mit vollster Befriedigung auf denselben zurückblicken. Der Neberschuß betrug ca. 3000 Mark. & # Hannover, 9. November. In Anwesenheit des Vorstandes und einiger Mitglieder des..Berliner Lokalkomitees fand in der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem die Eröffnung einer Ausstellung von Erzeugnissen der Anstalt statt.- Nach einem einleitenden Liede, das von Zöglingen der Anstalt unter Leitung eines Lehrers gesungen wurde, begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Konsul A. M. Simon, die Anwesenden; besonders dankte er den aus "der" Ferne herber geeilten ' Damen unb Herren für' das" Interesse, welches sie durch, ihre Anwesenheit den Bestrebungen unserer Anstalt gegenüber kund getan. Im Namen der Berliner Gäste, unter denen Herr Martin Simon, Herr Ed. Pinkus und die Herren Louis Rosenbaum und Dr. Ginsberg mit ihren Damen waren, sprach Herr I. Freymark. Der Redner führte aus, daß gerade Ahlem gezeigt habe, von welcher eminenten Bedeutung die einschlägigen Bestrebungen für die Heranwachsende jüdische Jugend sind. Gerade Ahlem könnte und sollte als Vorbild dienen für die Gründung anderer Anstalten, und er wünsche, daß das Interesse aller Glaubensgenossen an der Anstalt und ihren Zwecken immer mehr zunehmen möge— zum Wähle der Anstalt selbst und der gesamten Judenheit. . Das in der.. Ausstellung dem Beschauer Dargebotene Zeigte die Mannigfaltigkeit der dortigen Arbeiten. Sowohl die Produkte des Gartenbaues, als auch die der Handwerksbetriebe — Schuhmacherei, Bäckerei, Imkerei und besonders auch die von Schülern und Lehrlingen im Handfertigkeitsunterricht angefertigten Buchbinder- und Holzarbeiten aller Art, erfreuten sich aller Anerkennung und fanden ungeteilten Beifall. An die Besichtigung der Ausstellung schloß sich ein Rundgang durch die Plantagenanlagen, wobei es von besonderem Interesse für die Gäste war, die Zöglinge der Anstalt bei der Arbeit zu sehen. Die . Gäste, welche dann noch einen Besuch im. Mädchenhause abstatteten, erfreuten sich auch-dort an den nusgestellten Handarbeiten und den verschiedenen Garten-und Küchenprodukten. ' — Dortmund, 11. November. Der Gesamtvorstand des Israelitischen Altersheims in Westfalen verschickt an die Gemeindevorstände Westfalens ein. Schreiben, folgenden Inhalts: Unter Gottes Beistand ist der Bau des Israelitischen Altersheims in Unna in diesem Jahre soweit gefördert worden, daß wir an die Eröffnung der Anstalt um die Mitte 1905 denken dürfen. Wir richten an den wohllöblichen Gemeindevorstand die ergebene Anfrage, ob in dortiger Ge- . meinde eine die Aufnahme nachsuchende Person sich befindet und sehen in diesem Fälle det Meldung bis Ende dieses Jahres entgegen. Die beizubringenden Nachweise sind umseitig bezeichnet. Wir bemerken, daß bis auf weiteres der. tägliche Verpflegungssatz für solche Personen, die im Sinne des Gesetzes Unterstützungsberechtigt sind, auf 80 Pf. bemessen ist. Wir bitten um gütige Mitteilung dieses Schreibens an die dortigen israelitischen Wohltätigkeitsvereine, insbesondere den Frauenberein. Es sind folgende Nachweise rc. der Meldung beizufügen: 1. eine Bescheinigung des Synagogenvorstandes, daß die sich bewerbende Person oder deren Eltern während der letzten ftinf Jahre Mitglieder einer Synagogengemeinde oder eines Synagogenvereins im Bezirke des Oberlandesgerichts zu Hamm gewesen sind, und daß die Aufnahme empfohlen wird; 2. ein vom Vorstände bescheinigter Lebenslauf; 3. ein Geburtsattest; 4. ein polizeiliches Leumundzeugnis; 5. ein behördliches Armutszeugnis, sowie die Angabe, ob und welche Personen, Vereine oder Behörden zum Unterhalte der sich meldenden Person gesetzlich verpflichtet erscheinen;.6. eine Verpflichtungserklärnng dieser Person, Vereinigung oder Behörde, daß und-in welchem Betrage sie den betreffenden Verpflegungsbeitrag dauernd an den Altersheimverein zahlen werden; 7. ein ärztliches Attest nach einem vom Gesamtvorstande zu fordernden Formulare. — Ems, 10. November. Das Israelitische Zentralwaisenu n d M ä d ch e n h e i m versendet gegenwärtig einen Aufruf zur Chanukaspende. Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, wie sehr dieses gemeinnützige der Gesamtjudenheit dienende Institut das Wohlwollen und die Unterstützung aller Glaubensgenossen verdient. Möge daher der Appell des Vorstandes überall ein williges Ohr und eine offene Hand finden, und.steder sein Scherflein zu dem . edlen Werke beistragen. --•. , . - Oesterreich-Angarn. □ Wien, 15. November. Wahre Sturmszenen sind es, die jetzt im nieder-österreichischen Landtag von Bielohstavek und Genossen äufgeführt werden, nur richten sich jetzt ihre Wutausbrüche gegen die Sozialdemokraten, und da'leistete in einer der letzten Sitzungen der berüchtigte Schneider derartiges an rohen Beschimpfungen, daß der Lehrer Sei tz sSozialdemokrat) mit dem geladenen Revolver sich vor seinem Unflat Ruhe schaffen mußte. Es ist weit gekommen mit dem Begriff vom parlamentarischen Anstand in unserm Landtag/ itnir— ba#~ -haben-^nrit- "threm^lSchiMpferist' die" EhrifMch- Sozialen getan. Zur Erweiterung des Rothschild-Hospitals hak Baron Nathaniel Rothschild den Betrag von zwei Millionen Kronen gespendet.. Auf Antrag des Abgeordneten - Schneider wurde bereits vor Jahren der niederösterreichische Landesausschuß beauftragt, einen Bericht über die Zulässigkeit des Schächtens zu erstatten. Der über acht Quartseiten umfassende Bericht liegt nunmehr vor. Nach dem Ergebnis seiner diesbezüglichen Studien ist der Landesausschuß zu der Ansicht gekommen, daß der Erlaß eines Verbotes der rituellen Schächtüng anzustreben sei. Dem niederösterreichischen Landtage ist bereits ein diesbezüglicher Antrag des Landesausschusses zugegangen. Der Antrag wird selbstverständlich angenommen werden. Daß er zum Gesetz wird, ist allerdings selbst in unserem lieben Oesterreich nicht zu erwarten. Von MH und Fern. — Auf Verfügung des Berliner Polizeipräsidenten ist dem Grafen Pückler das weitere Auftreten in öffentlichen Versammlungen verboten worden, weil, nachdem ans seinen Reden unb Druckschriften Bedenken gegen seine geistige Zurechnungsfähigkeit entstanden sind, ernstliche Störungen der öffentlichen Ruhe und Ordnung durch ihn zu befürchten seien. — Der Kaufm ann Louis G rü n f e l d in B e u t h e n O.-S. ist zum Kommerzienrat ernannt worden. — Das sächsische Kultus-

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