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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1904-02-12 · Heft 7 (12.2.1904) · p. Seite 81

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
68 (1904)
Issue
Heft 7 (12.2.1904)
Date
1904-02-12
Page
Seite 81 (sequence 16)
Language
German
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-Mick Mk Ich will Erhebung, die das Abgestandene rf.•■■'.■ ■.■ ■ Ab tut vor: sich, und dem nur gönnet das Leben, v;-, ■ Was in sich selber lebt als das Vorhandene, Und was die Gegenwart erfordert eben."; ' Er predigt den Juden, ihrer Helden zu gedenken; er hält ihnen das Beispiel' ihrer glorreichen Vergangenheit in Jvsna, Simson und Judas Makkabäus vor; er mahnt sie an David „den: nie ein königlicher Sänger glich" und an Salomo/ „den ' König aller Philosophen."' In einein anderen Gedichte vergleicht er den Nabbinismus in inaßlvs heftiger Weise mit dem „ ' Katholizismus; beide hängen mit der Last von Bleigewichten ,'V an ihren Trägern, beide sind mit Eisenkrallen ins Herz des ' Voltes eingegraben und verwehren ihm das freie Regen. \ j-t . Hat es diese Kette abgeschüttelt, dann wird es sich selbst wiederfinden, denn ihm fehlt sonst nichts, was das Leben lebenswert macht: Gold, Haus, Geist ist ihm zu eigen; kein Vaterland zu haben, das teilte der Jude mit dem damaligen «3h 1 Im ganzen bleibt bei diesen Gedichten die Form hinter . den Gedanken/denen bisweilen eine gewisse Größe nicht ab- ^H;. '8"sMchen ist, zurück. Ortlepp ist eben vorzugsweise Politiker h > und Parteiinanu, radikal bis zum äußersten und die sorgfaltige AusfeÜung der Verse, die wir bei Freiligrath, Herwegh, ' Hoffmann v. Fqllersleben/ Karl Beck' und anderen bewundern, Hvird Häufig genug unterlassen. Dadurch gewinnen viele Gedichte 7M, . eine fast brutale Gestalt , und weisen einen, von dein Verfasser F;!'" ' durchaus nicht, beabsichtigten, bänkelsängerhasten Tvn auf. . Ein solches ist znm Beispiel ein „Die Juden, ach die Inden!" betiteltes, was^ uni sehr mehr zu bedauern ist, als dasselbe U/'/ angesichts der jüngsten grausigen Vorgänge, in Rußland Herrn Ä4* 1 Pobjedvnvszew und ähnlichen , rdlen Mitgliedern des „heiligen" Synvds als Spiegel vorgehalten zu werden verdienest würde: „Die Juden, ach, die Juden Sind aller Lhristenwnten Barbarisch rohe Bente Nur allzuoft noch heute! Die Juden, achdie Juden Sind Ziel der christlichen Knuten, 'Die wir trotz Nüssen mrd Türken Auf Israel lassen wirken! Die Juden, allst, die Inden Verdammen wir, die guten, ' Die wackere,t Christenseeleil, Die wir gerat»' so fehlen! Dieckvir kaltblütig morden Den Heiland aller Orten, Der inis in heller Klarheit Aiissteckt dos Licht der Wahrheit! 'Die Juden, ach, die Juden Sie haben's auszublntell, Avas ungestraft seit Jahren Tun christliche Barbaren." So konnte mail 'im Jahre 184iS schreiben, ohne einen Eeusvr fürchten zu müssen, zu einer Zeit, wo man eine derartige Metzelei, wie wir sie erlebt haben, sich gar nicht hätte verstellen können. Und so werden ivir auch das auf dieses unmittelbar folgende Gedicht, in welchem Ortlepp in Formeiner Prophezeiung von der sicher erfolgenden Vereinigung des aus deul gleichen Quell entsprungenen Indenitnb (5hristentums spricht, vorläufig noch in das Land Utopia verweisen müssen. tlii'- k nder unterer Roinau von Jacob Lebh.. Kapitel 4 8. junge Ehepaar Rede war von seiner Reise zurück- / Das gekehrt. . - Erna sah nicht mehr so blühend au§, sie war blaß geworden. Die Svinmerfrische hattesich für sie. nicht so Poetisch ge- - stattet, wie sie vorausgesetzt. Ihr Alaun suchte und fand vielen: Verkehr, so'daß das junge Paar vor lauter ZerstrLuungeri.^iM' und Ausflügen nicht z:: sich selbst kam.- Die junge Frau, diewonE^M eirieln lingestörten, Wochenlängen Alleinsein mit ihrem ManlieMHM hoffte, ihn ganz zu sich zu führen und den unheilvollen Einfluß seiner Schwester zu brechen, fanb gar keine Gelegenheit zu ' ..inniger Aussprache, zu lingestörten: Altstausch der Gedanken,' ' Mdenn sic waren eben weniger allein als in Berlin. //KD Hugo hatte die Seiuigen nicht in Borklnn besucht, er schierH^W gar nicht darall gedacht zu haben. ^ie kainekl abends in Berlin an. . Hugo lief vergnügt durch die Zimmer und sagte: . . „Ost, Nord, Süd, West, daheim ist am best/ nicht/Emä^-^DE^ß Sie sah innig zrr ihm auf. ...... „Gewiß, und lvir werden auch ein glückliches Henn.. hähetr/j^Wj lvein: Deine Liebe mir erhalten bleibt." . «r-KM Er küßte sie. - 44HAW „Närrchen, das' liegt unr an Dir. Gehöre mit DeinentHHA Fühlen und Denkeir mehr' zu uns, so werden alle Wölkest,D8W schwinden." Sie scilfztc leisc. / 4 ' ck-4^ „Gehöre ich Dir beim nicht mit Leib itnb Seele? Keilte - /'f# Faser meines Herzens und meines Geistes ist Dir verborgen/; worin-fühle :mb denke ich denn anders wie Du?" „Folge meiner Manm imb Schwester, aber," fuhr er iN^HW leichteren: Tone fort, „vorläufig harren' unserer aildere Sorgen./Q-El Wir wollerr durch eine Soiree uns bei allen Familien> revan^; EM chieren, die uns Aufmerksamkeiten erwieset: haben.". -„Hugo, lvir wollen bis zun: Besuch der Eltern warteü.'//E.» Daim haben auch die Vorlesungen begonnen, und Heinrich ist K//H anch in Berliil." > Er verzog das Gesicht. „Glaubst Du dem:, daß Deine Elteri: sich in unserer Ge- 4 1 sellschast behaglich fühlen tr erden?" 4/ „Weshalb den:: nicht?" /' „Du lveißt, lieber Kiild, das; wir nm in konservativeU Kreisen verkehren- und ob diese gerade den Deinigen sympathisch sind . . ." - ' , „WeWalv snchs^Dn deili: jetzt ausschließlich diesen Verkehr'? Du warst doch früher liberal :md freigeistig?" „Weißt D:l, wir sind Kinder unserer Zeit. Ich strebe ::ach Beförderung, ich will eine höbe Stellung eiililehmen, mrd dä die Konservativen die Eillstlißreichsten in unseren: Vaterlande sind, ist es selbstverständlich, daß ich mich dieser Partei anjchließe. Unb da ich energisch durchführe, was ich für richtig ' erkannt, schließe ich mich den Feudalsten an, denen die An- 4/ wartschaft auf eine hohe Stellung schon in die Wiege getegtstst." „Du tvechselst also Deine Ueberzeugung nach äußeren Be- 4.' weg gründen. Doch das .nebenbei. Ich wiederhole ineine

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