Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1895)
- Date
- 1895-11-29
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Misoellen ---- In Lyon ist eine wichtige Entdeckung für Bibelforscher und Bücherkundige gemacht worden. Die Präfekten der Departements Rhone, Jsore und Loire haben in der zur Versteigerung gestellten Bücherei des Herrn de Verny wichtige Urkunden wegnehmen lassen, die diesen Departements entfremdet worden waren. Dadurch ist die Aufmerksamkeit noch mehr auf diese Versteigerung gelenkt worden, zu der sich sogar der Verwalter der Nationalbücherei in Paris, Delisle, nach Lyon begab. Delisle und der Verwalter der Lyoner Stadtbücherei haben nun in der Sammlung ein großes Bruchstück der Handschrift des Pentateuch aus dem sechsten Jahrhundert gefunden, das besagter Bücherei gehört. Vor etlichen fünfzig Jahren wurden zehn Blätter dieser kostbaren Handschrift durch den berüchtigten Libri, Oberaufseher der öffentlichen Büchereien, aus der Lyoner Bibliothek entwendet und dem Lord Ashburnham verkauft. Im Jahre 1880, nach dem Tode des Lords, wurden diese zehn Blätter mit andern ebenfalls von Libri entwendeten Handschriften von Delisle dadurch erworben, daß er die Manassesche Handschrift an die deutsche Regierung auslieferte, die jene Handschriften gekauft hatte. Jetzt sind in der Vernyschen Büchersammlung elf weitere Blätter erworben worden. Das erste Blatt schließt sich genau an das letzte Blatt der Handschrift an. Diese begreift nun den Pentateuch vollständig nebst den zwei folgenden Büchern der Bibel: Josua und die Richter. Nur das letzte Hauptstück fehlt noch. Da die Lyoner Handschrift früher die ganze Bibel umfaßte, ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß durch ähnliche Entdeckungen ihr weitere Bruchstücke wieder angefügt werden. --- Josef II. über Mendelssohn. In seinen „Rückblicken" (Breslau 1824 S. 204) erzählt Jgn. Feßler, als er statt Raschis die Mendelssohn'sche Uebersetzung seiner Bibelausgabe beidrucken wollte, bemerkte ihm Josef II.: „Mendelssohn war ein Naturalist, und ich will nicht, daß meine Juden Naturalisten werden." M. G. KriefKastrn der Redaktion. S. H. in G.r Wir empfehlen Ihnen die Buchhändler I. Kauffmann in Frankfurt a. M, W. Jacobsohn & Comp, in Breslau, A. Goldschmidt in Hamburg, M. Poppelauer in Berlin M. H. in Jassy: Eine deutsche Uebersetzung der Mischna existirt von Dr. Jost. Dieselbe können Sie antiquarisch wohl überall erhalten. Eine neue Uebersetzung, von der etwa 20 Lieferungen bereits erschienen sind, erscheint hier bei H. Jtzkowsky. Geschäftliche Notizen. Wohl jede Hausfrau hat Interesse für einen Artikel, der im Haushalt unentbehrlich ist. Wir glauben daher mit Recht unsere verehrten Leser auf die Vorzüge des Mondamin von Brown u Polson Hinweisen zu dürfen, denn in Folge seiner vorzüglichen Feinheit dient es nicht nur vortrefflich zur Verdickung von Suppen, Saucen, Kakao re., zumal ein kleines Quantum laut Rezept schon genügt, sondern Mondamin eignet sich ausgezeichnet auch zur Herstellung der so beliebten Sommerspeisen, wie: Flammris, Puddings, Frucht-, Kakao-, Kaffee-Speisen rc. Indessen erlangt die Vielseitigkeit des Artikels erst dann volle Geltung, wenn man bedenkt, daß Mondamin, mit Milch gekocht, auch Kindern und Kranken vorzügliche Dienste leistet, indem es die Verdaulichkeit der Speisen, speziell der Milch hebt. Mondamin verhindert das Gerinnen der Milch im Magen und kann somit der schwächste Magen mit Leichtigkeit die so nahrhafte Milch verdauen; dies wollen besonders Rekonvaleszenten, wie Kranke und Mütter erwägen. Gern würden wir den geehrten Hausfrauen noch weitere praktische Winke über die Verwendung des Mondamin mittheilen, aber der Raum gestattet es nicht, zumal die auf den Mondamin-Packeten befindlichen Rezepte Ausführlicheres bieten. Mit Recht aber kann man von dem Mondamin Brown u. Polson sagen: es ist im Haushalt unentbehrlich, und wo es noch nicht eingeführt ist, wird die Hausfrau gut thun, den Werth des Mondamin in der Praxis zu erproben. Wie aus den Annoncen ersichtlich, ist Mondamin Brown u. Polson in allen besseren Kolonial-, Delikatest- und Droguen-Handlungen zu haben. Reelles Heirat sgesuch. Jg. Mann, mosaisch. 2? Jahre alt. angenehme Erscheinung. Geschäftsinhaber u. Fabrikant, sucht die Bekanntschaft einer jungen, gebildeten, häuslichen Dame, welche 18 -25 Mille Mitgift erhält. Offerten mit Photographie unter J. 8. 9583 an die Expedition dieses Blattes.__ Für ein schönes, gebild.. jüd.. jung. Mädchen hochachtb. Fam.. Häusl., besckeid.. musik., nicht ohne Verm.. wird ein gebild. 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