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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-09-20 · Heft 38 (20.9.1895) · p. Seite 448

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 38 (20.9.1895)
Date
1895-09-20
Page
Seite 448 (sequence 6)
Language
German
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448 Dr. Senff, aus Schievelbein. Eisernes Kreuz für Kombattanten. Feldtelegr.-Jnspektor Salomon. Hann. Pionier-Bat. Nr. 10. Eis. Kreuz. Vize-Feldw. Samuel, Siegm., aus Krotoschin. 37. Füs.-Neg. 11 5vvmp. Eisernes Kreuz. Sander, Ehaje, aus Rawicz. 50. Jnf.-Reg. 9. Komp. Eisernes Kreuz. Lazareth-Gehilfe Schneidemann, Juda, aus Bojanowo. 59. Inf. - Reg. Eisernes Kreuz. Dr. Sorauer, Ludwig, aus Beuthen. 44. Reg. Eisernes Kreuz. Unteroffizier Schröder, Samuel. 41. Jnf.-Reg. Eisernes Kreuz. Dr. Steuer, Philipp, aus Breslau. Eisernes Kreuz. Schönfeld, D., aus Cöln. Eisernes Kreuz. Seligmann, Benjamin, aus Nippes bei Cöln. Eisernes Kreuz. Stabsarzt Sanitätsrath Dr. Süßbach, Hugo, aus Ratibor. Etappen- Stabsarzt. Kronen-Orden IV., Sachs. dllbrechts-Orden U., Eis. Kr. II. Salinger, Max, aus Arigermünde. 8. Komp. Jnf.-Reg. 04. Eis. Kreuz. Dr. Sachs, Benno, aus Bunzlau. Eisernes Kreuz. Toller, Wolf, aus Tuchel. 21. Jnf.-Reg. Eisernes Kreuz. Tau, Jacob, aus Berlin. 0. Pom. Jnf.-Reg. 5. Komp. Eis. Kreuz Landgerichtsrath Ursell, Bernhard, ans Cöln. Eisernes Kreuz. Ullmann, Jul., aus Haigerloch. 3. Rhein. Jnf.-Reg. 29. Eis. Kreuz. Reg.-Arzt Dr. Ullmann. Baierischen Orden. Kriegs.-Freiw. Werner, Robert, aus Jmmrode. 95. Reg. 2. Komp. Silberne Medaille für Verdienst im Kriege. Dr. Wunderlich, Ludwig, aus Deutsch-Eylau. 42. Reg. Eisernes Kreuz am schwarzweißen Band. Wedel, Gustav, aus Lauenburg. 49. Reg. 3. Komp. Eisernes Kreuz. Wedel, Benjamin, aus Schurow (Stolp). 49. Reg. 4. Komp. Eis. Kreuz. Windesheim, Abraham, aus Howesstadt. 39. Reg. Eisernes Kreuz. Landwehr-Premierlieutenant Wolfers, Joseph, aus Bickendorf. Landwehr- Bataillon. Eisernes Kreuz. Sergeant Weil, Gerson, aus Grabenau. Eisernes Kreuz. Wolf, Moritz, aus Mandel. 7. Rhein Jnf.-Reg. dir. 69. Eisernes Kreuz. Assist.-Arzt Dr. Waldbaum, aus Münster. Jnf.-Reg. Nr. 74. Eis. Kreuz. Wertheimer, Simon, aus Feuchtwangen. Karl Friedrich-Riedaille. Wimpfheimer, Max, aus Karlsruhe. Bad. Reg. Eis. Kreuz. Unteroffizier Wronker, Louis, aus Herzfelde bei Berlin. 2. Pos. Jnf.- Reg. 19. 1. Komp. Eisernes Kreuz. Weitzenkorn, Jakob, aus Leitmar. Jnf.-Reg. Nr. 16. 6 Komp. Eis. Kreuz. Dr. Wolf, Julius, aus Berlin. Eis. Kreuz. Dr. Zander, Leopold, aus Berlin Eisernes Kreuz. Dr. Zuelzer, Wilhelm, aus Berlin. Eisernes Kreuz. Sanitätsrath Züllchauer, aus Berlin. Eisernes Kreuz. Sergeant Zwillenberg, L., aus Lyck. Eisernes Kreuz. Dr. Zernik, Em., aus Görlitz. Eisernes Kreuz. £ V,m einem braven Glaubensgenossen, Mitglied des Berliner Kriegervereins „Deutsches Vaterland", berichtet die Regimentsgeschichte des 14. Infanterie-Regiments (Graudenz). Es war am 3. Dezember 1870, als bei Champigny das 14. Regiment durch ein furchtbares Gewehrfeuer alarmirt, im heftigsten Granatfeuer Gefechts - Aufstellung im Park von Champignp nahm, die Franzosen standen nur 500 Schritte entfernt. Der Hauptmann v. Mühlen wurde in der feindlichen Schußlinie vom Pferde geschossen, mit seinen! Kameraden Titzke rettete ihn der beim 2. Bataillon stehende Kamerad I. Tau, dessen wir bereits als Mitglied der Kranzdeputation bei der Gedächtnißseier auf dem jüdischen Friedhof Erwähnung gethan haben. Er erhielt hierfür und weil er 40 verwundeten Kameraden Hilfe brachte, das eiserne Kreuz. — Diese Liste tapferer Glaubensgenossen unter unfern Berliner Mitbürgern kann erheblich vermehrt werden. Wir hoffen, daß in den zahlreichen Gedächtnißartikeln, welche jetzt in politischen Blättern, aus Anlaß des 25. Jahrestages jener blutigen Gefechte erscheinen, auch von diesen aktenmäßig belegten Beispielen jüdischen Heldenmuthes Notiz genommen wird. Berlin, 4. September. M. F . . g. & Würzburg, 2. September. Es macht mir Vergnügen, Ihnen folgende Fälle von Tapferkeit jüdischer Soldaten aus dem Jahre 1370/71 bekannt zu geben, für deren Authentizität ich bürge. 1. Bataillonsarzt Dr. Strauß des 3. Bat. k. bayer. 9. Jnf.-Reg Militär-Verdienstorden 11. Kl. seines tapferen Verhaltens wegen im ganzen Feldzuge; derselbe starb 1890 in der Garnison Neuburg a. D. als Oberstabsarzt des 15. bayer. Jnf.-Reg. 2. Moses Kleemann aus Werneck, Unteroffizier im k. bayerischen 14. Jnf.-Reg., wurde wegen seiner muthigen und entschlossenen Haltung in dem Gefecht bei Plessis - Pignetz vor Paris am 19. September 1870, wobei er auch verwundet wurde, mit dem Militär-Verdienstkreuz dekorirt. (Derselbe domizilirt gegenwärtig in Frankfurt a. M.) 3. David Ambach, Einj. - Freiw. im k. bayer. 2. Artill.-Reg., Garnison Würzburg, Militär-Verdien st kreuz, seiner muthvollen Haltung in der Schlacht bei Sedan wegen (vor 10 Jahren gestorben). 4. Bataillonsarzt Dr. Leon Oppenheimer des k. bayer 8. Jnf.- Reg., Garnison Landau, seiner muthvollen Haltung während der Belagerung von Bitsch wegen, mit dem Militär - Verdienstorden II. Kl. (lebt zur Zeit als k. Hofrath dahier). Hochachtungsvoll E. Oppenheimer, Inhaber der Kriegsmedaille für Kombattanten 1870/71. * Der folgende Bericht, den ich einer Zeitung aus dem Jahre 1870 entnehme, und aus Autopsie vollinhaltlich bestätigen kann, wird für Ihre Kriegserinnerungen von Werth sein. Er betrifft das Geschick eines jüdischen Offiziers, der in den Reihen der Hessen am 18. August die Schlacht bei Gravelotte mitgemacht hat; sein Name war Siegmund Neustadt Er hatte hier als Einjährig-Freiwilliger gedient und war nach einem glänzend bestandenen Examen zum Lieutenant befördert worden. Vor dem Abmarsch ins Feld wurden die Soldaten mit neuer Uniform, Munition und Proviant ausgerüstet. Ein Mann aus seiner Kompagnie, den die schmerzvolle Trennung von Weib und Kind über die Zeit hinaus aufgehalten hatte, fehlte bei ihrer Vertheilung. Damit er der gesetzlichen Strafe nicht verfalle, ließ der junge Lieutenant die Effekten zu sich bringen, um sie in seinem Hause dem Mann zu überliefern Gerührt von dieser liebevollen Fürsorge, schwuren damals die Leute: „Kein Haar soll unserem Lieutenant gekrümmt werden, so lange ein Tropfen in unseren Adern rinnt!" Der Tag, da der Tod siebzig der glänzendsten Namen aus den Reihen der Hessen blutig durchgestrichen, ward sein Ehrentag. Acht Stunden stand seine Kompagnie im wüthendsten Granatfeuer, gegen Abend war sie auf fünfunddreißig Mann zusammengeschmolzen. Als alle Offiziere todt oder verwundet bis auf den Oberlieutenant Sartorius und den Lieutenant Neustadt, da erhielten diese Beiden Ordre, mit den Trümmen ihrer Kompagnieen noch einmal loszustürmen. Wiederum fielen 5 Mann; der Oberlieutenant erhielt einen Schuß durch den Fuß, aber Neustadt kehrte auch aus dieser Gefahr unversehrt zurück. Es hieß damals, daß er sofort auf dem Schlachtfelde die Oberlieutenantscharge erhalten habe. D arm stadt, Ende August. L. D. * An diese Beispiele von Tapferkeit aus dem letzten Kriege kämpfen wir wohl ani Passendsten eine uns bau Herrn Th. Ztocisti zugehende interessante Mittheilnug über eine jüdische Kämpferin aus den Befreiungskriegen: Wenn man die jede Erwartung übersteigende Wirkung des „Ausrufs zur Bildung freiwilliger Jägerkorps" vom 3. Februar 1813 charakterisiren will, so pflegt man außer dem Moment, daß alle Stände und Geschlechter, Junker und Bürger, Bauern und Gelehrte wie durch ein Zauberwort geeint waren in immer mehr anschwellender Liebe zum Vaterlande, mit besonderer Vorliebe darauf hinznweisen, daß auch manche deutsche Jungfrau selbst zur Büchse griff und in Mannestracht in die Reihen der freiwilligen Jäger trat. In Liedern und Erzählung hat man häufig jenes heldenmüthige Mädchen aus Potsdam gefeiert, Leon vre Prohaska, die dann später in den: Gefechte an der Göhrde dem mörderischen Geschosse erlag. Man rühmt mit vollstem Rechte: Auguste Krüger aus Kolberg. die es sogar bis zum Unteroffizier brachte und wegen ihrer stauneuswerthen Tapferkeit das

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