Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 33 (16.8.1895)
- Date
- 1895-08-16
- Page
- Seite 386 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3228094-3228128--52054-3272830- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
386 l< und hatte keine Gefahr mehr zu befürchten, als er sich umblickte und seinen Lieutenant mitten im Dorfe unter bent Pferde, welches von einer französischen Kugel getroffen war, liegen sah. Die Franzosen waren gerade im Begriff, sich des Offiziers zu bemächtigen, als der Husar nochmals in den Kugelregen znrncktritt und seinen Vorgesetzten heraushieb. Dabei erhielt er einen Schuß in das Sein, wodurch er wohl zeitlebens gelähmt bleiben wird. Der Husar heißt Edel; es ist derselbe tapfere Soldat, welcher an dem denkwürdigen 6. August die Uniform des Generals Douay erbeutete.'' Das sind, wie gesagt, nur zwei Beispiele aus der ersten Zeit des Krieges. Wir werden selbstverständlich fortfahren, diese glorreichen Erinnerungen 311 pflegen, aber schon aus diesen wenigen Beispielen wird man erkennen, daß das jüdische Blut auf den Schlachtfeldern Frankreichs nicht weniger reichlich geflossen, und das; die Chassepots und Mitrailleusen ganz konfessionslos zu Werke gegangen sind, ebenso wie die Kugeln, welche jüdische Herzen durchbohrten. Mie Woche. Berlin, 13. August. (cjS^ie kleinen Aufmerksamkeiten, die die judenfeindliche Presse uns von Zeit zu Zeit erweist, sind oft charakteristischer als ihre SÜ» großen Kriege. So hat sich das Organ des Ministers des Innern, die „Berliner Korrespondenz", in dieser Woche zweimal mit den Antisemiten beschäftigen müssen. Das erste Mal, als die „Kreuzztg." nach gewohnten; Rezept die antisemitische Verdächtigung aufgestellt hatte, daß durch zwei Berliner Großhändlerfirmen die gesummte oberschlesische Kohlenerzeugung und der Handel darin unter einen „jüdischen Ring" gebracht worden seien, von dessen Existenz man bisher wenig gewußt habe. Die Preise der Kohlen würden dadurch hoch gehalten. Die „Berl. Korr." sah sich daher veranlaßt, die ganz unzutreffende;; Behauptungen der „Kreuzztg." zu widerlegen. „Es sei festzustellen, daß die Handelsfirmen Cäsar Wollheim und Emanuel Friedländer u. Co. — diese beiden bilden nach Angabe der „Kreuzztg." den jüdischen Kohlenring - sich bei Verdingung größerer Kohlenlieferungeu an staatliche und private Verwaltungen sehr häufig in hartnäckigem Wettbewerbe gegenüberstehen, so daß von einem Nohlenringe dieser Firmen nicht gesprochen werden kann. Ferner sind außer diesen Handelsfirmen noch mehrere, zum Theil recht bedeutende, durchaus unabhängige Firmen beim Vertriebe der oberschlesischeu Kohlen thätig; außerdem bringt eine größere Anzahl von Grubenverwaltungen ihre Förderung ganz oder theilweise ohne Vermittelung des Großhandels auf den Markt. Die Vetheiligung der Firmen Cäsar Wollheim und Emanuel Friedländer u. Co. an dem Absätze der oberschlesischen Kohlen ist daher auch bei Weitem nicht so groß, wie die „Kreuzztg." behauptet. Von der gesammten Steinkohlenfördernng Oberschlesiens im Jahre 1894, welche über 17 Millionen Tonnen — nicht 10 Millionen, wie die „Kreuzztg." angiebt — betragen hat, sind etwa 61 2 Millionen, d. i. 39 v. H. durch diese Firmen verkauft werden. Diese Vetheiligung, so erheblich sie an sich auch ist, reicht aber keineswegs hin, um ihnen, selbst wenn sie einheitlich oorgehen würden, die Beherrschung der Preise zu ermöglichen." Zum zweiten Male beschäftigte sich die „Berl. Korr." mit einer Auslassung des „Volt", in der gerügt wurde, daß das im Verlage von A. Asher n. Eo. erschienene Lindnersche Werk über den Krieg von 1870 von den Behörden empfohlen und dadurch dem geschäftlichen Interesse einer jüdischen Firma Vorschub geleistet werde. Die offiziöse Korrespondenz bemerkt dazu: „Auch für solch?, welche die Tendenz dieses Vorwurfs nicht ohnehin für unberechtigt erachten, wird es genügen, demgegenüber darauf hinzuweisen, daß das Werk in; Kommissionsverlage erscheint und | ein etwaiger Ueberschuß, soweit dieser bei dem äußerst geringen Preise zu erwarten steht, unverkürzt zu patriotischen oder sonstigen gemeinnützigen Zwecken bestimmt ift." * Nachdem jetzt die englischen Wahlen vorüber sind und die Agitation gegen die Einwanderung von Armen, der sogenannten Paupers, ihre Schuldigkeit gethan hat, ist es erfreulicherweise davon wieder still geworden. Selbst Chainberlain, der Rufer in diesem Streit, schweigt jetzt, und es läßt sich hoffe», daß die Regierung an diese Frage nicht weiter herantreten wird. Die Konservativen und die mit ihnen verbündeten Unionisten haben freilich gewiß manche Stimme dadurch gewonnen, daß sie den Arbeitern ein Verbot der Einwanderung jener fremden Elemente in Aussicht stellten, die durch ihre Konkurrenz die Arbeitslöhne angeblich drücken. Uns interessirt die Frage soweit, als unsere unglücklichen russischen Glaubensbrüder unter einer solchen Einwandernngsbeschränkung am meisten leiden würden. Man darf sich auch nicht darüber täuschen, daß gegen diese in erster Linie die neue Maßregel gerichtet werden sollte. Gerade zur rechten Zeit kommen daher Veröffentlichungen, die Nachweisen, daß die Industriezweige, die von den einwandernden russisch-jüdischen Arbeitern in erster Linie gepflegt werden, solche sind, die vorher in England gar nicht oder nur sehr gering betrieben wurden und deren Produkte man ans dem Ausland bezog. Die englische Industrie hat allen Grund, der Einwanderung dankbar zu sein, die ihr Arbeitskräfte sammelte, mit deren Hilfe sie gegen fremde Fabrikation konknrriren kann, was vorher nicht möglich war. Zudem stellen sich für ein solches Gesetz die Ausführnngsmaßregeln nicht so einfach dar, wie es sich in einer Volksversammlung ausmalen läßt. Die russischen oder gar die jüdischen Paupers allein kann man ans gesetzlichen und in den Handelsverträgen enthaltenen Gründen nicht allein von der Einwanderung ausschließen, man müßte denn alle Paupers treffen, und hier hemmt wieder die Rücksicht auf die eigenen Kolonien. So dürfen wir hoffen, daß ein Gesetz über die Einwanderung, das den alten Ruhm Englands, die Zuflucht aller Bedrängten zu sein, mindern würde, einstweilen nicht vorgelegt werden wird. * Die amerikanische Rabbinerkonferenz zu Rochester nimmt das Interesse aller jüdischen Kreise in Anspruch. Wir haben bereits ausführlich darüber berichtet, und wollen für heute nur noch die wichtigste Resolution derselben im authentischen Wortlaute nachtragen. Dieselbe lautete: „Das nachbiblische und patristische Schriftthmn unseres Volkes, inclusive des Talmuds und seiner Kommentare, der Codices — mit dem Schulchan Aruch — der Decisionen der Gelehrten, hat für uns nur den Werth und die Autorität historischer Littcratur allein und ist nicht auch in Fragen der Religion und der Ethik endgiltige Autorität für uns." Amerikanische Briefe. . Von Professor Dr. G. D e u t s ch in Cincinnati. Ronservative Unterströmungen. c^n einer südlichen Stadt hat unlängst ein jüdisches Mädchen Tro einen Chinesen geheirathet. Das kommt doch weder in Berlin noch in Krojanke vor. So habe ich denn gleich Rabbi Akiba begonnen, da er seinen Vortrag mit der Erzählung eröffnete, eine Mutter habe einst 600,000 Kindern das Leben gegeben. Der Unterschied li Mbas nackte 3 seiner l Kahserli Enkels Ferdina die Sai treibt, bekeiniei In chinesisc Vielen Borne Verlasse Herrn gab er Ich fen aber ick werden, wals e andere nämlich der M begreift bahnen Erpress professi ihre Kl ein sch mißbra bewußt der Gr zum 2 Bessert in den ist beze Mißbr hat — Kontri lehrrer unlieb] A im fre wände erklärt obwoh betrieb Schrei begane nicht t- Katech nicht i Samr Meyei Beurt Wichte thum° so bei m